Hieronymus Bosch - Silver, Larry

Larry Silver 

Hieronymus Bosch

Buch mit Leinen-Einband
 
Vergriffen, keine Neuauflage
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Hieronymus Bosch

Hieronymus Bosch ist einer der rätselhaftesten und faszinierendsten Maler der Kunstgeschichte. Sein einzigartiges Schaffen, das in Zeiten apokalyptischer Erwartungen um furchterregende Phantasien kreist und auf die im Wesen des Menschen begründeten inneren Höllen und Paradiese Bezug nimmt, wird bildreich und auf der Basis jüngster Erkenntnisse vorgestellt.

Larry Silver stellt in seiner reich bebilderten Monographie eine genaue Bildanalyse des gesamten uvres vor.
[Frankfurter Allgemeine Zeitung]
Hieronymus Bosch ist einer der rätselhaftesten und faszinierendsten Maler der Kunstgeschichte. Sein einzigartiges Schaffen, das in Zeiten apokalyptischer Erwartungen um furchterregende Phantasien kreist und auf die im Wesen des Menschen begründeten inneren Höllen und Paradiese Bezug nimmt, wird bildreich und auf der Basis jüngster Erkenntnisse vorgestellt.
Schon zu seinen Lebzeiten war Hieronymus Bosch (um 1450 1516) hochgeschätzt und hatte es zu finanziellem Erfolg und gesellschaftlichem Ansehen gebracht. Durch alle Zeiten hindurch wurde sein künstlerisches Schaffen ob seiner bizarren Bildsprache und mysteriösen Züge immer wieder neu entdeckt und vor dem Hintergrund der zeitgenössischen Gedankenwelt, etwa der Astrologie und Alchemie, gedeutet. Doch keine Betrachtungsweise scheint Boschs Wahl ungewöhnlicher religiöser Themen und seine Schilderungen menschlichen Leids und Verderbens ausreichend zu erklären, in denen ein gewaltiges Gärungspotential von Furcht und Glauben, Schrecken und Leidenschaft zum Ausbruch kommt. Die Rotterdamer Ausstellung 2001 verlieh der Bosch-Forschung neue Impulse; so wurden unter anderem dendrochronologische Untersuchungen durchgeführt, mit deren Hilfe die als Bildträger verwendeten Eichentafeln datiert und Zeichnungen mit Gemälden verglichen werden konnten. Von dieser neuen wissenschaftlichen Datenbasis profitiert die vorliegende Publikation und leistet damit einen fundierten aktuellen Überblick über Boschs Werk. Zudem nimmt sie eine umfassende Einordnung von Boschs Schaffen in die niederländische Tafel- und Buchmalerei vor, die nicht nur bedeutende Einflüsse auf seine visionäre Ikonographie aufzeigt, sondern auch seine prägende Wirkung auf die Nachfolger offenbart. Dieser neuen Lesart zufolge erweist sich Boschs im Sakralen wie Profanen angesiedelte Auffassung von menschlichem Wahnsinn und Schuld als eigenständiger persönlicher Weg des Meisters, aber auch als fest in der künstlerischen Überlieferung verankert.
Der Autor legt eine umsichtige, sorgsam gestaltete und herrlich illustrierte Gesamtdarstellung vor. Die zahlreichen Detailabbildungen sind klug gewählt und im Gegensatz zu anderen Bosch-Publikationen farblich verlässlich. Auch wer die einschlägigen Werke bereits kennt, wird diese Gesamtdarstellung mit Gewinn lesen. [NZZ am Sonntag]


Produktinformation

  • Verlag: Hirmer
  • 2006
  • Ausstattung/Bilder: 2006. 424 S. m. 300 Farbabb.
  • Seitenzahl: 424
  • Deutsch
  • Abmessung: 345mm x 288mm x 54mm
  • Gewicht: 3930g
  • ISBN-13: 9783777431352
  • ISBN-10: 3777431354
  • Best.Nr.: 20858657
Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 16.04.2007

Wer inspirierte Hieronymus Bosch?
Kopiert, gefälscht und unerreicht: Larry Silvers gut recherchiertes Buch holt den geheimnisvollen Maler in die Kunstgeschichte zurück

Seit seiner ersten Beschreibung im Jahre 1517 durch Antonio de Beatis hat Hieronymus Boschs "Garten der Lüste" widersprüchliche Interpretationen erfahren. Der Sekretär, der im Gefolge des Kardinals von Aragon im Palast des Grafen Henrik III. von Nassau in Brüssel das große Triptychon betrachtete, war beeindruckt von den "Bizarrheiten", "dass man sie denen, die sie nicht gesehen haben, auf keine Weise beschreiben kann". 1951 wiederum attestierte Wilhelm Fraenger in seiner Monographie dem Maler häretisches Gedankengut und erklärte den "Garten der Lüste" zum Kultbild einer Sekte.

Es war Boschs Erfindungsreichtum, der die herkömmliche Ikonographie sprengte und damit zahlreiche eigenwillige Auslegungen evozierte, die zwischen Bewunderung und Ablehnung schwankten. Schon die äußere Form von Boschs "Garten der Lüste" irritierte: Das Triptychon ruft die Vorstellung vom Altarbild wach, doch obwohl der Ton moralisierend ist, eignen sich die Tafeln nicht zur Andacht. Bosch bricht …

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Perlentaucher-Notiz zur F.A.Z.-Rezension

Angetan zeigt sich Bettina Erche von Larry Silvers üppig bebilderter Monographie zu Hieronymus Bosch (1450-1516). Sie berichtet über die zahllosen Auslegungen der fantastischen und geheimnisvollen Bilder des Malers im Lauf der Geschichte. Dieser Auslegungsflut setze Silver eine "genaue Bildanalyse des gesamten Oeuvres" entgegen, die sich auf die Verbindung von Gehalt und Form stütze. Dabei verhehlt Erche nicht, dass vieles Spekulation bleibt, da Dokumente über die Bildinhalte nicht vorhanden sind. Besonders unterstreicht sie Silvers Ausführungen über Vorgänger Boschs, die vielen Kopien und Fälschungen seiner Bilder und die schwierige Frage nach der chronologischen Ordnung seiner Werke. Dabei bleibt für sie manche Frage offen und das "Rätsel Bosch" letztlich ungelöst. Dennoch bescheinigt Erche dem Autor, mit seinem "gut recherchierten" Buch den rätselhaften Künstler in die Kunstgeschichte zurückzuholen.

© Perlentaucher Medien GmbH
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