Mit dem grantigen Hedonisten Groll hat Erwin Riess ein Alter Ego
mit echtem Eigenleben gefunden, eine Figur, die alle Klischees von
behinderten Menschen Lügen straft: als Weintrinker und Liebhaber
der Binnenschifffahrt, als Frauenheld und eigensinniger Ermittler
und, auch das, als Loser. Der Standard, Daniela Strigl
Im Morgengrauen strandet die Leiche einer jungen Frau auf einer
Schotterbank. Drei vermögende Herren verfallen in Panik, und ein
herzkranker Daubelfischer übernimmt sich mit einem
Erpressungsversuch. Mit Hilfe seines Freundes, des Dozenten,
versucht Groll, einer höheren Gerechtigkeit zum Durchbruch zu
verhelfen.
Erwin Riess komponiert eine packende Story um die scharfe
Klassentrennung in der Donaumetropole. Vor dem Hintergrund der
Wirtschaftskrise entfaltet sich zwischen den Nobelbezirken Hietzing
und Döbling und den Arbeiterbezirken an der Donau ein erbitterter
Kampf um sexuelle und ökonomische Macht, bürgerliche Reputation und
existentielle Würde. Was geschieht, wenn die Angehörigen der
unteren Stände ihren Anteil am Glück einfordern und dabei vor
ungewöhnlichen Mitteln nicht zurückschrecken, davon weiß Erwin
Riess mit Realismus und Witz zu erzählen. In guter Tradition der
bisherigen Groll-Romane sind die zum Teil haarsträubenden
Unternehmungen der Protagonisten in einen steten Fluss teils
skurriler, teils scharfsichtiger Erörterungen der Welträtsel
eingebettet.
Und nicht zufällig ist es der große Strom, der die Entscheidung
herbeiführt.
Eine Kriminal-Groteske, packend von der ersten bis zu letzten
Seite.
"Mit dem grantigen Hedonisten Groll hat Erwin Riess ein Alter Ego mit echtem Eigenleben gefunden, eine Figur, die alle Klischees von behinderten Menschen Lügen straft: als Weintrinker und Liebhaber der Binnenschifffahrt, als Frauenheld und eigensinniger Ermittler und, auch das, als Loser." Der Standard, Daniela Strigl
Erwin Riess, geboren 1957, Studium der Politik- und Theaterwissenschaft in Wien, publizistische und literarische Versuche. Rollstuhlfahrer nach Rückenmarktumor, 1984 bis 1994 Referent für Behindertengerechtes Bauen im Wirtschaftsministerium/Wohnbauforschung, seither freier Schriftsteller, Aktivist in der Selbstbestimmt-Leben-Bewegung behinderter Menschen.
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