Herr aller Dinge - Eschbach, Andreas

Andreas Eschbach 

Herr aller Dinge

Roman

Gebundenes Buch
 
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Herr aller Dinge

Als Kinder begegnen sie sich zum ersten Mal: Charlotte, die Tochter des französischen Botschafters, und Hiroshi, der Sohn einer Hausangestellten. Von Anfang an steht der soziale Unterschied spürbar zwischen ihnen. Doch Hiroshi hat eine Idee. Eine Idee, wie er den Unterschied zwischen Arm und Reich aus der Welt schaffen könnte. Als er und Charlotte sich Jahre später wieder begegnen, sieht er dies als Zeichen des Himmels, dass sie beide schicksalhaft miteinander verbunden sind. Er beschließt, seine Idee umzusetzen und die Welt in einem Maße zu verändern, wie dies noch nie zuvor jemand versucht hat denn nur so, sagt er sich, wird er Charlottes Liebe gewinnen. Er ahnt nicht, worauf er sich einlässt. Was mit einer bahnbrechenden Erfindung beginnt, führt ihn auf die Spur eines uralten Geheimnisses: Es hat schon einmal eine hoch entwickelte Zivilisation gegeben und sie hat das schrecklichste Verbrechen des Universums begangen


Produktinformation

  • Verlag: Bastei Lübbe
  • 2011
  • Ausstattung/Bilder: 2011. 687 S. 220 mm
  • Seitenzahl: 687
  • Deutsch
  • Abmessung: 222mm x 148mm x 48mm
  • Gewicht: 826g
  • ISBN-13: 9783785724293
  • ISBN-10: 3785724292
  • Best.Nr.: 33359676
Andreas Eschbach, geboren 1959, studierte Luft- und Raumfahrttechnik und arbeitete zunächst als Softwareentwickler, bevor er sich ausschließlich der Schriftstellerei widmete. Er lebt als freier Schriftsteller mit seiner Frau an der französischen Atlantikküste.

Leseprobe zu "Herr aller Dinge" von Andreas Eschbach

6 (S. 613-614)

Vom Auto aus betrachtete Hiroshi die still daliegende Vorortstraße und das Haus von Rodney und Allison Alvarez, in dem er so oft zu Gast gewesen war und das er heute zum letzten Mal betreten würde. Sie waren beide daheim. Er hatte sie ankommen sehen, hatte beobachtet, dass sie die Garage schon ganz selbstverständlich benutzten, so, als habe sie seit jeher da gestanden. Das gefiel ihm. Er warf einen Blick auf die Zeitung, die neben ihm auf dem Beifahrersitz lag. Sind die Haie ausgestorben?, lautete eine der Überschriften auf der Titelseite. Das gefiel ihm nicht. Noch hatte niemand die Verbindung gezogen, aber das war nur eine Frage der Zeit.

In einem Artikel über die Minamata-Krankheit hatte Hiroshi gelesen, dass Haie besonders viel Methylquecksilber einlagerten; das Fleisch mancher Haie wies einen so hohen Methylquecksilber-Gehalt auf, dass man die maximal tolerierbare Tagesdosis schon überschritt, wenn man nur fünf Gramm davon verzehrte. Kein Wunder, dass diese Tiere die hauptsächlichen Opfer seiner Sammler geworden waren. Er seufzte, stieg aus.

Jeder Schritt fiel ihm schwer. Sein Besuch überraschte sie. Sie freuten sich und meinten es so. Allison war ganz aus dem Häuschen. »Und ich hab bloß Spaghetti auf dem Herd! Wenn ich gewusst hätte, dass du kommst –« »Spaghetti sind großartig«, versuchte Hiroshi sie zu beruhigen. »Und das mit der Garage … und mit der extraterrestrischen Sonde … Rod hat mir alles erzählt, aber ehrlich, ich hätt kein Wort geglaubt, wenn nicht plötzlich diese Garage da gewesen wäre … eine Garage! Ausgerechnet! Ich hab eine Million Fragen an dich, damit du’s gleich weißt.« Hiroshi musste lächeln.

»Aber vielleicht muss ich die nicht alle hier im Flur beantworten?« »Nein, klar. Hach, was bin ich für eine lausige Gastgeberin! Komm rein, immer nur rein; warte, ich hol noch Teller und Besteck … Rod, kümmerst du dich um den Wein?« Dann saßen sie am Tisch, und erstaunlicherweise reichten die Spaghetti auch für drei. »Ich koch immer die doppelte Menge und mach aus dem Rest Nudelsalat für’s Büro«, erklärte Allison. »Und Tomatensoße, na, die lässt sich leicht strecken mit ein bisschen Konzentrat …« »Schmeckt großartig«, versicherte Hiroshi. »Genieß es«, sagte sie und richtete ihre Gabel auf ihn.

»Denn nachher musst du uns alles über die Alien-Sonde erzählen. Haarklein. Ehrlich gesagt habe ich auch vor, dich zu überreden, dass wir das publik machen dürfen. Ich meine – wenn wir das hieb- und stichfest beweisen könnten, dass Außerirdische schon vor Jahrtausenden eine Forschungssonde auf die Erde geschickt haben, dann wäre das die Sensation des Jahrhunderts. Und wer, wenn nicht wir, das SETI-Institut, sollte das bekannt geben? Die Suche nach außerirdischem Leben, nach fremder Intelligenz, das ist schließlich unser Daseinsgrund! Okay, Rodney hat dir versprechen müssen, nichts zu verraten, aber warum? Ich meine … das musst du mir wirklich genauer erklären!« »Deswegen bin ich hier«, sagte Hiroshi.

Videoclip zu "Herr aller Dinge"

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Kundenbewertungen zu "Herr aller Dinge" von "Andreas Eschbach"

4 Kundenbewertungen (Durchschnitt 5 von 5 Sterne bei 4 Bewertungen ***** ausgezeichnet)
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Bewertung von Volker M. am 18.01.2012 ***** ausgezeichnet
Pandoras Büchse 2.0

"Jede hinreichend fortschrittliche Technologie ist von Magie nicht zu unterscheiden." Protagonist Hiroshi Kato scheint diese Weisheit von Arthur C. Clarke (2001-Odyssee im Weltraum) im Sinn zu haben, als er die Lösung aller Probleme der Welt in Angriff nimmt. Aus einer Idee seiner Kindertage entwickelt das Genie die Grundlagen einer Technologie, die alle Menschen reich machen wird. Denn: "Warum sind einige Menschen arm und andere reich? Reich sind diejenigen, die andere für sich arbeiten lassen können."

Also entwickelt Kato eine Armee von universalen Nanorobotern, die uns Menschen zu Diensten sein soll. Doch es kommt natürlich ganz anders, denn es ist nicht im Sinn der Mächtigen, dass alle Menschen Zugriff auf alle Ressourcen haben und das auch noch ohne Gegenleistung. Geld hätte keine Macht mehr über uns. Und damit auch die Mächtigen nicht mehr. Ein furchtbarer Gedanke.

Aber das alles ist nur ein winziger Aspekt in diesem überaus spannenden und brillant erzählten Science Fiction Thriller von Andreas Eschenbach. Es geht auch um die Beherrschbarkeit von Hochtechnologien, um die Frage, ob wir Menschen auf lange Sicht überleben können, oder ob unsere gewalttätige Natur uns irgendwann den Garaus macht. Oder ob das alles nicht schon einmal geschehen ist. Die Geschichte ist dramaturgisch raffiniert konstruiert, die Charaktere glaubwürdig und interessant, man fiebert der nächsten Wendung nach, die immer überraschend ist, ohne die Logik mit Füßen zu treten. Es gibt viele anfangs gut erzählte Geschichten, bei denen der Autor am Ende die Kurve nicht bekommt. Andreas Eschenbach weiß, wie man einen Spannungsbogen schlägt, der zum Schluss beim Leser kein schales Gefühl hinterlässt. Das ist Unterhaltungsliteratur auf höchstem Niveau.

Und wer glaubt, ich hätte hier schon etwas viel vom Plot offen gelegt, als dass es noch spannend sein kann, dem sei versichert: Die Geschichte hat so viele Ebenen und Höhepunkte, dass es für zwei gereicht hätte. Und ich habe hier noch nicht mal eine halbe davon angedeutet. Wessen Fingernägel also 9 Stunden Kauen aushalten, dem sei dieses Hörbuch wärmstens empfohlen.

Diese Bewertung bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Audio CD

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Bewertung von Silke Schröder, hallo-buch.de aus Hannover am 05.10.2011 ***** ausgezeichnet
Die Idee, dass alle Menschen frei von materiellen Sorgen leben könnten, ist nicht neu, aber immer wieder faszinierend. Wie schön wäre es doch, wenn „Replikatoren“ für endlosen Nachschub sorgen würden oder kleinste, sich selbst reproduzierende Nanoroboter all die Maschinen erzeugen könnten, die unser Leben leichter machen. In seinem neuen Roman „Herr aller Dinge“ geht Andreas Eschbach diesen Gedanken nach und spinnt darum eine spannende Geschichte mit fantastischen Zügen, die uns nebenbei viel Wissen über Nanotechnologie und moderne Robotik vermittelt. Dabei geht er verschiedenen utopisch-wissenschaftlichen Ideen nach, wie man z.B. Armut und Ressourcenknappheit entgegentreten kann, und lässt dabei so manchen Gedanken an die schöne Utopie von Gene Roddenberrys heiler Star Trek-Welt aufkommen.
Es ist aber auch die Geschichte von Hiroshi und Charlotte, die sich immer wieder treffen, ohne zueinander finden zu können - fast schon eine Allegorie auf die heutige Lage der Menschheit, die die Erde mit ihrem Wissen in ein Paradies verwandeln könnte, wenn da nicht die Menschen selbst wären, die sich im Wege stehen. So ist „Herr der Dinge“ ist eine sehr spannende und gelungene Mischung aus Utopie und Wissenschaftsroman.

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Bewertung von blaustgrom45 aus Walzbachtal am 21.09.2011 ***** ausgezeichnet
Das Buch handelt von Hiroshi, einem amerikanisch-japanischen Mischlingsjungen aus ärmlichen Verhältnissen und von Charlotte, Tochter eines französischen Botschafters. Trotz der Standesunterschiede freunden sich die beiden Kinder über alle Schranken hinweg an und diese Freundschaft zieht sich durch ihr ganzes Leben.

Schon in der Kindheit werden die Weichen gestellt. Hiroshi will hoch hinaus, möchte die Grenzen zwischen arm und reich sprengen und er möchte, dass sich alle Menschen ihre Träume und Wünsche erfüllen können. Diesem Ziel widmet er sein ganzes Leben, er studiert und betreibt innovative Forschungen in der Robotik um neuartige Roboter zu kreieren, die den Menschen die ganze Arbeit abnehmen können, damit diese endlich frei sind zu tun und zu lassen was immer sie möchten. Hiroshi findet sowohl Unterstützung und Geldgeber als auch Ablehnung. Viele Menschen, die er im Laufe seines Lebens trifft können seinem Geist und seinen Ideen nicht folgen und werden von Neid zerfressen , weil er bei seinen Forschungen Wagnisse eingeht und neue Wege beschreitet die nie ein Mensch zuvor betreten hat.

Auch Charlotte kann ihm nicht folgen, schon als Kind zögerlich, lässt sie sich durch das Leben treiben, ohne Ziel. Obwohl sie eine besondere Gabe besitzt, nutzt sie diese nicht und auch ihren Gefühlen zu Hiroshi stellt sie sich nicht. Als sie an einer Forschungsreise zu einer einsamen Insel, genannt Teufelsinsel, teilnimmt kommt es auf dieser Insel zu einem Angriff auf die Forschungsgruppe, wobei ein Forschungsmitglied zu Tode kommt. Der Angriff erfolgt nicht durch Menschen sondern durch fremdartige Formen, die sich ändern, weiterentwickeln, wachsen und ausdehnen. Nicht nur über die ganze Insel sondern auch auf dem Meeresgrund. Amerikaner und Russen stehen vor einem Rätsel und werden der Lage nicht Herr. Da erinnert sich Charlotte, dass Hiroshi ihr so etwas ähnliches schon einmal in einer Vorführung gezeigt hat und er wird um Hilfe gebeten. Hiroshi sieht seine Träume und Visionen in diesen Formen verewigt und versucht, das Rätsle um sie zu entschlüsseln.

Mehr sei zum Inhalt nicht verraten.

Auch wenn die Hauptprotagonistin Charlotte nie meine Symphatie gewinnen konnte, schließt sich am Ende der Kreis und es kommt zu einem befriedigenden und versöhnlichen Abschluß. Charlottes Gabe, deren Sinn sich im Roman nie ganz erschließt, wird das Alpha und Omega der Geschichte. Ich empfinde Herr aller Dinge keineswegs als Jugendbuch. Die Probleme dieser Welt, die hier angesprochen werden, gehen uns alle an und Herr Eschbach hält uns hier einen Spiegel vor. Jede Nation ist etwas überspitzt dargestellt, nichtsdestotrotz trifft der Autor immer den Nagel auf den Kopf. Das Buch ist sehr facettenreich und behandelt eine unglaubliche Bandbreite an Themen. Wir gewinnen einen erschreckenden Einblick in das, was durchaus möglich wäre und dass der Roman im Hier und Jetzt spielt, macht das ganze Szenario umso erschreckender. Ein wunderbares Buch auf das mich sich einlassen muß, dass nicht einfach so überflogen werden kann sondern zu intensivem Nachdenken anregt.

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Bewertung von tigercat666 am 16.09.2011 ***** ausgezeichnet
Klappentext:
Als Kinder begegnen sie sich zum ersten Mal: Charlotte, die Tochter des französischen Botschafters, und Hiroshi, der Sohn einer Hausangestellten. Von Anfang an steht der soziale Unterschied spürbar zwischen ihnen. Doch Hiroshi hat eine Idee. Eine Idee, wie er den Unterschied zwischen Arm und Reich aus der Welt schaffen könnte. Um Charlottes Liebe zu gewinnen, tritt er an, seine Idee in die Tat umzusetzen – und die Welt damit in einem nie gekannten Ausmaß zu verändern.
Was mit einer bahnbrechenden Erfindung beginnt, führt ihn allerdings bald auf die Spur eines uralten Geheimnisses – und des schrecklichsten aller Verbrechen
Meine Meinung:
Hiroshi, Halbjapaner, Sohn einer Wäscherin wächst in bescheidenen Verhältnissen auf,seine Mutter arbeitet für den französischen Botschafter, in dessen Tochter Charlotte findet der intelligente Junge eine Freundin, eine Freundin die in einer ganz anderen Welt lebt als er, wohlbehütet und im Luxus und die eine besondere Gabe hat. Und dieser Unterschied ist es der Hiroshi auf eine geniale Idee bringt: Alle Menschen sollen gleich sein, jeder soll alles haben was er braucht, niemand soll mehr auf irgendetwas verzichten müssen.und schon als Kind hat er die perfekt Idee dazu und als Erwachsener ist auf dem besten Weg mit genialer Technik, diese Idee in die Tat umzusetzen.Und Charlotte für sich zu gewinnen.

Herr aller Dinge, ist meiner Ansicht nach einer der besten Romane Andreas Eschbachs, durch die Verknüpfung vieler verschiedener Themen spricht er eine breite Leserschicht an,das hat allerdings den kleinen Nachteil, das der flüchtige Leser vielleicht den einen oder anderen wichtigen Zusammenhang überliest, auch mir wurde erst im Dialog mit anderen Lesern bewusst, das so manches kleine Detail am Anfang des Buches extrem wichtig war um die am Ende in sich schlüssige Geschichte zu verstehen, z.b. Charlottes Gabe, von der man am Anfang und zwischendurch etwas hört und deren Wichtigkeit, erst zum Schluss des Buches so richtig zum Vorschein kommt.
Hervorheben möchte ich den wirklich guten Schreibstil, sogar die technischen Details wurden anschaulich und interessant erklärt, so das ich keinen Grund hatte Passagen zu überblättern, das ist etwas das mir bei zu langatmigen Erklärungen, noch dazu auf einem Gebiet von dem ich nicht viel verstehe schon mal passiert.

Mein Fazit: Kein Buch für zwischendurch, aber für alle Leser die sich auf Buch einlassen wollen, das Mysteriöses,Umweltprobleme, soziale Unterschiede und Sciencefiction, gekonnt miteinander verbindet ein absolutes Muss.

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