Heraus mit der Sprache - Thalmayr, Andreas

Andreas Thalmayr 

Heraus mit der Sprache

Ein bisschen Deutsch für Deutsche, Österreicher, Schweizer und andere Aus- und Inländer

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Heraus mit der Sprache

Die Sprache ist die schönste und folgenreichste Erfindung des Menschen, und sie ist wie er: nie ganz greifbar. Mit keiner Logik, keiner Sprachwissenschaft ist ihr endgültig beizukommen. Macht nichts, meint Andreas Thalmayr: um so entspannter dürfen wir ihre Geheimnisse bestaunen und bewundern. Er geht, als Liebhaber der Sprache, ihren Rätseln und Wundern nach - ein abwechslungsreicher Spaziergang durch das Dickicht der Dialekte, das Labyrinth des Satzbaus bis hin zum Halbdunkel der Flüche.


Produktinformation

  • Verlag: HANSER
  • 2005
  • Ausstattung/Bilder: 2005. 191 S.
  • Seitenzahl: 192
  • Best.Nr. des Verlages: 505/20618
  • Deutsch
  • Abmessung: 220mm x 149mm x 22mm
  • Gewicht: 366g
  • ISBN-13: 9783446206182
  • ISBN-10: 3446206183
  • Best.Nr.: 13285188
Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 13.08.2005

Du nix gut, ich nix gut
Wortschatzmeister: Andreas Thalmayrs Spracherkundungen

Schon der Begriff "Wortschatz" läßt die Wertschätzung erkennen, die unsere Sprache verdient hat. Schätze muß man in der Regel hüten, denn es gibt Diebe, Neider und die Inflation. Mit der Sprache verhält es sich anders. Sie ist wertbeständig, und noch der maßloseste Prasser kann beruhigt sein: Die Sprache ist ein Vermögen, das noch kein Verschwender durchgebracht hat. Und wer sie verliert, findet sie in der Regel wenig später wieder.

Es gibt Experten, so weiß es Andreas Thalmayr in seinem ausgesprochen amüsanten und lehrreichen Buch "Heraus mit der Sprache", die herausgefunden haben wollen, daß der Durchschnittsmensch etwa 1500 Wörter aktiv verwendet. Das ist nicht sonderlich viel, wenn man bedenkt, daß allein die Fachsprache der Mediziner eine halbe Million Begriffe umfassen soll oder daß in Shakespeares Werken 21 000 verschiedene Vokabeln nachgewiesen sind, zweitausend davon zum ersten Mal. Shakespeare hat also, wenn er kein Wort fand, das ihm passend erschien, einfach ein neues erfunden. Ja, darf man das denn?

Man darf, selbst dann, wenn man …

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Perlentaucher-Notiz zur F.A.Z.-Rezension

"Ausgesprochen amüsant und lehrreich" findet Rezensent Hubert Spiegel dieses Buch, als dessen Autor von ihm Hans-Magnus Enzensberger geoutet wird. In seiner "Sprachumkreisung in sieben Runden" spiele er mit der Sprache, ihren "Hütern und Verwaltern, den anmaßenden Regelbürokraten und regelverliebten Linguisten". Das Besondere dieses Buches aber scheinen die vielen Ausflüge in die Entstehungs- und Bedeutungsgeschichten einzelner Worte zu sein, das Eintreten des Autors gegen Verbote und für Freiheit im Sprachgebrauch. Nicht zuletzt lebt das Buch aus Sicht des Rezensenten deshalb von seinen "zahlreichen verblüffenden und komischen Beispielen". Auch eine gehörige Portion Selbstironie entlocken dem Rezensenten ganze Komplimentskaskaden: mit Thalmayr sei auf "ansteckende Weise" ein "ebenso laxer wie fleißiger, also ein begnadeter Sprachspieler am Werk".

© Perlentaucher Medien GmbH

"... leichtfüßig, oft mit amüsanten und erhellenden Beispielen..." Johan Schloemann, Süddeutsche Zeitung (Literaturbeilage), 10.05.2005 "Hans Magnus Enzensberger, der Sprachschöpfer, hat sich diesmal darauf beschränkt, sein Arbeitsinstrument genau anzuschauen. Wir dürfen ihm dabei über die Schulter schauen - und behalten von der Lektüre einen gewaltigen Respekt zurück..." Martin Ebel, TAGES-ANZEIGER ZÜRICH, 10.06.2005

Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 10.05.2005

Für fünf Euro’s mehr
Arme, reiche deutsche Sprache - was tun, wenn der Niedergang des Ausdrucks in der Seele weh tut? Genau hinschauen. Dieter E. Zimmer tut das kundig und unpolemisch, Andreas Thalmayr ambulant
Hallo ihr drausen in der deutsch Community hab jezz grad 2 bücher Durch gelesen, voll von vorne, Bis hinten. die Sind beide die, dass geschriebn Ham über 70 + irgenwie beide sin noch ganns schön Actif weil die wollen nich das die Deutsche sprache dem bach, Runter geht is aber in keinsten fall so das, dass gleiche drinSteht!--zum Bei spiel, von wegen Recht Schreib Reform da is der eine der Zimmer ehr so entspannt abber der Thalmayr is da voll krass anti Reform mäßig drauf, weiss nicht was ich euch Raten soll wen ihr nur 1 davon kaufen wolt??? jeden falls is in dem Zimmer buch mehr Drin kostet aber auch 5 Euro’s mehr.
Ist das noch unsere Sprache, die Sprache von Goethe und Thomas Mann? Tut das nicht in der Seele weh?
So können nur bürgerliche Vertreter des elaborierten Codes fragen, denn die Antwort lautet natürlich: Ja, das ist unsere Sprache. Schließlich reden und schreiben gar nicht so wenige Leute so. Wer’s nicht glaubt, lese das …

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»Thalmayr macht uns klar, wie reich die deutsche Sprache an Wendungen und Windungen ist, die sie aus ihren Verben (>schlagen< kann man einen anderen, den Schaum, den Takt, ein Rad, aus der Art, hin-, nach- und rat-) und Komposita (es gibt allein 270 Zusammensetzungen mit >-arbeiten<) ebenso gewinnt wie aus importierten Vokabeln aus dem Jiddischen, Französischen oder Arabischen ... ein vergnüglicher Imperativ zum Nachdenken über Sprache ... und nebenbei auch ein Lehrstück über die Illusion, es gebe leichte und schwere Sprachen. Denn jeder Gebrauch einer Sprache, auch der irrtümliche, kann uns neue Seiten an ihr zeigen.« Prof. Dr. Michael Braun in >Forschung & Lehre< Juni 2008


Leseprobe zu "Heraus mit der Sprache" von Andreas Thalmayr

Erste Runde

aller anfang ist leicht. Dieses Buch ist keine Grammatik und keine Stilkunde. Eines nämlich hat der Verfasser sich geschworen: Er werde sich hüten, sagt er, den Experten ins Messer zu laufen. Er, Andreas Thalmayr, sei nur ein Amateur, der die Wissenschaft zwar bewundere, die Sprache aber liebe.

Deshalb begnüge ich mich, sagt er, mit einem längeren Spaziergang, auf dem ich hie und da innehalte; dort nämlich, wo mich etwas überrascht, wo mir etwas Kopfzerbrechen macht, wo mich etwas amüsiert, immer in der Hoffnung, daß es ein paar anderen gefallen könnte, mir Gesellschaft zu leisten, sich mit mir zu wundern und mir dorthin zu folgen, wo ich lustwandle.

»Lustwandeln, schwaches Verb (gehoben, veraltend)«, so steht es im Wörterbuch. Wieso eigentlich? Eine gehobene Promenade kann es nicht geben, wohl aber eine gehobene Stimmung. Das versteht doch jeder! Ach, was uns der Duden in seinem besinnungslosen Eifer, sich an den Zeitgeist anzubiedern, alles abgewöhnen möchte, weil er es für altmodisch hält! Das Wort Chaussee zum Beispiel wird ganz richtig erklärt (aus frz. chaussée, dies wiederum abgeleitet aus einem galloromanischen Partizip calciata von lat. calcare = mit den Füßen ein-, feststampfen, zu calx = Ferse) – aber dann wird es sofort als »veraltend« eingestampft. Auch wer es wagt, einen Brief mit den Worten Ihr sehr ergebener zu enden, gilt im Mannheimer Germanistenstadel als vieux jeu und hat leider den Anschluß an den Trend verpaßt. Nur haben Konrad Dudens sel. Nachfolger mit ihren Versuchen, die deutsche Sprache plattzuwalzen, noch nie viel Glück gehabt, und dabei

soll es auch bleiben. Dies meldet, mit ergebenen Grüßen, Andreas Thalmayr an die Mannheimer Kommission zur Betonierung der deutschen Sprache.

»Gehoben«, »obsolet«, »Jargon«, »pejorativ« – alles, was uns bei den folgenden sieben Spaziergängen ein- und auffällt, soll uns willkommen sein. Der Zufall ist unser Begleiter. Manche Teile des Parks, durch den der Weg führt, machen einen verwilderten Eindruck; da ist offenbar lange kein Gärtner vorbeigekommen. Andere Regionen sind immer noch gepflegt mit Rabatten und beschnittenen Lorbeerbäumchen... Aber das stört uns nicht. Wir greifen auch nicht zur Hacke, um Ordnung zu schaffen. Das bedeutet, daß alles, was wir hier notieren, nur vorläufig gelten kann, und daß es auf diesem Grundstück, das um so größer wird, je näher man es betrachtet, keine Vollständigkeit gibt. Was mich betrifft, so kann ich es nicht lassen, allerhand auf- und einzusammeln, was am Wege liegt. Dabei wird es, wie immer, wo der Mensch seinem Sammlertrieb nachgibt, nicht ohne Kataloge oder wenigstens Listen abgehen; doch will ich es auch in dieser Hinsicht an Gründlichkeit fehlen lassen. Wem das, was ich unterwegs alles aufgelesen habe, nicht genügt, der ist herzlich eingeladen, weiterzusuchen. Die potentielle Beute ist unendlich reich. Die verlockendsten Fundstellen warten dort, wo eine Zeile so aussieht:

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Kundenbewertungen zu "Heraus mit der Sprache" von "Andreas Thalmayr"

1 Kundenbewertung (Durchschnitt 5 von 5 Sterne bei 1 Bewertungen ***** ausgezeichnet)
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Bewertung von Karl-Heinz List aus Prezelle am 21.11.2009 ***** ausgezeichnet
"Der Mensch ist aus krummem Holz geschnitzt" heißt es bei Immanuel Kant. Das gelte auch für die Sprache, der mit keiner Logik beizukommen sei, schreibt der Autor. Da stürzt sich jemand mit Lust auf die Sprache. Der Jemand ist kein Niemand. Es ist der bekannte Schriftsteller, Lyriker und Essayist Hans-Magnus Enzensberger, der bei diesem Buch ein Pseudonym benutzt. Wo kommen die Wörter her? Zum Beispiel Tasse, Kiosk, Gitarre, Spinat oder Kaffee? Aus dem Arabischen.
Enzensberger ist kein Schulmeister. Er geht spielerisch und schöpferisch mit der Sprache um und hat nichts mit der Reinheit der Sprache im Sinn. Auch wegen des Englischen macht er sich keine großen Sorgen. Was Telekom und Bahn an Sprechblasen verbreiten, ist für Enzensberger eine Art Pidgin. Mit der Sprache, die in England und USA gesprochen wird, habe das nicht viel zu tun. Nur eine winzige Minderheit bediene sich der "Deppensprache". Enzensberger hält das Englische für eine Mode, die vorübergeht. Er verweist darauf, dass das Französische im 18. Jahrhundert die führendende Fremdsprache gewesen und eines natürlichen Todes gestorben sei. Übrig blieb ein enormer Reichtum an Begriffen, die der deutschen Zivisilation zu gute kamen, wie etwa die Wörter Toilette, Service, Roman, Galerie, Garage, Cafe, Chef oder Charme.

Ein Buch für Sprachliebhaber!

Diese Bewertung bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Broschiertes Buch

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