Zum Inhalt der Textausgabe: "Man kann fliegen, ohne
sichtbare Flügel zu haben." Nelio, ein zehnjähriges
Straßenkind, erzählt um sein Leben. Er liegt mit einer Schusswunde
auf dem Dach eines afrikanischen Hauses und weiß, dass er sterben
wird, sobald seine Geschichte zu Ende ist. Er erzählt, wie die
Banditen sein Dorf überfielen, seine Schwester massakrierten und
ihn zwingen wollten, seine Verwandten zu töten. Wie er floh, den
Weg in die große Stadt fand und Anführer einer Bande von
Straßenkindern wurde. Vor allem aber erzählt er vom Leben dieser
schwarzen Kinder. Von Mandioca, der Tomaten und Zwiebeln in seinen
Taschen wachsen lässt, und von Deolinda, einem Albinomädchen, das
die sexuellen Fantasien der Jungen erregt. Vom Geheimnis des
Reichtums erzählt er, einer vertrockneten Eidechse in einem
gestohlenen Aktenkoffer und einem nächtlichen Besuch beim
Präsidenten. Und vom Paradies, das auf keiner Landkarte verzeichnet
ist und das man doch finden kann.
Henning Mankell, 1948 als Sohn eines Richters in Stockholm geboren, wuchs in Härjedalen auf. Als 17-jähriger begann er am renommierten Riks-Theater in Stockholm, das Regiehandwerk zu lernen. 1972 unternahm er seine erste Afrikareise. Sieben Jahre später erschien sein erster Roman "Das Gefangenenlager, das verschwand". In den kommenden Jahren arbeitete er als Autor, Regisseur und Intendant an verschiedenen schwedischen Theatern. 1985 wurde Henning Mankell eingeladen, beim Aufbau eines Theaters in Maputo, Mosambik, zu helfen. Er begann zwischen den Kontinenten zu pendeln und entschied sich schließlich, überwiegend in Afrika zu leben. Dort ist auch der größte Teil der Wallander-Serie entstanden. Außerdem schrieb Henning Mankell Jugendbücher, von denen mehrere auch in Deutschland ausgezeichnet wurden. 2009 erhielt er den Erich-Maria-Remarque-Friedenspreis.
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