Hello Kitty muss sterben - Choi, Angela S.

Angela S. Choi 

Hello Kitty muss sterben

Roman

Dtsch. v. Brammertz, Ute
Broschiertes Buch
 
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Hello Kitty muss sterben

'Ein Buch wie ein Wunderkugel-Kaubonbon: Süße Oberfläche, saure Füllung! Bitterböse und originell erzählt.' -- WDR 5 / Bücher

'Wer auf Tarantino steht, für den ist dieser schrille Roman das richtige' bolero 'Rasant, rotzig, komisch!' -- Superillu

Eine Frau sieht rosa Eine junge Chinesin in San Francisco: Den Traditionalismus ihrer Eltern im Kreuz und die Herausforderung totaler Freiheit vor sich, trifft Fiona Yu einen alten Schulfreund wieder, der sich vom Außenseiter zum eleganten Serienkiller gemausert hat. Gemeinsam erleben sie eine rasante Zeit jenseits aller gängigen Klischees von Leidenschaft und Sex. Dass eine gehörige Zahl von Menschen für diese Vision mit dem Leben bezahlt, ist es ihnen wert.Fiona Yu ist eine hochintelligente junge Frau. In dem Anwaltsbüro, in dem sie arbeitet, ist sie ständig unterfordert. Aber Fiona ist ein bisschen verwirrt, was ihr Frausein angeht. Denn sie kommt aus einem freundlichen, aber sehr traditionellen chinesischen Elternhaus. Und sie lebt in San Francisco, einer freundlichen, aber sehr freiheitssüchtigen Stadt. Fiona will nicht länger die "Hello-Kitty-Rolle" spielen, die ihre Eltern von ihr erwarten: stumm sein, keine Emotionen zeigen, einen chinesischen Mann heiraten. So unternimmt sie einiges, um ihr Jungfernhäutchen loszuwerden, wirklich aber bricht sie mit ihrem alten Leben erst, als sie dem Schönheitschirurgen Sean Killroy begegnet. Sie beginnt eine Beziehung mit ihm, die zu ihrer Freude ohne diesen hässlichen Sexdings-Zwang auskommt. Denn Sean hat eine ganz andere Leidenschaft: Er ist ein passionierter Serienkiller. Dass er all die Leute umbringt, die ihr blöd kommen, ist Fiona zunächst unangenehm, dann aber versteht sie es immer mehr als Ausdruck seiner Liebe. Den gezielten Gnadenmord entdeckt sie schließlich auch für sich als praktisches Mittel gegen die, klar, total gut gemeinte Verheiratungspolitik ihrer Eltern. Doch irgendwann beginnen die beiden, Fehler zu machen ...


Produktinformation

  • Abmessung: 207mm x 135mm x 28mm
  • Gewicht: 390g
  • ISBN-13: 9783630873398
  • ISBN-10: 3630873391
  • Best.Nr.: 29500641
"Wer auf Tarantino steht, für den ist dieser schrille Roman das richtige"

"Wer auf Tarantino steht, für den ist dieser schrille Roman das richtige"
Angela S. Choi, geboren in Hongkong, lebt heute in San Francisco. Ihre spitze Zunge funktioniert auf Englisch ebenso gut wie auf Kantonesisch. Sie praktizierte als Anwältin, bis sie beschloss, ihr Leben nicht länger im branchenüblichen Sechs-Minuten-Takt zu führen. Im Alter von dreißig fasste sie deshalb den Entschluss, Schriftstellerin zu werden.

Leseprobe zu "Hello Kitty muss sterben"

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Leseprobe zu "Hello Kitty muss sterben" von Angela S. Choi

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Leseprobe zu "Hello Kitty muss sterben" von Angela S. Choi

Es fing alles mit meinem fehlenden Jungfernhäutchen an.

Eine Woche vor meinem achtundzwanzigsten Geburtstag beschloss ich, mich selbst mithilfe eines Silikondildos zu entjungfern, der mit einer Schicht aus zweiprozentigem Lidocaingel eingeschmiert war.

Silikondildos sind am besten. Fest, glatt, leicht zu reinigen, und vor allem lassen sie sich in Wasser kochen. Wir Chinesen lieben es, Dinge abzukochen. Unsere Essstäbchen, unsere Teetassen, unsere Töpfe und Pfannen und ganz besonders unser Trinkwasser. Nichts gelangt in unseren Körper, ohne zuerst in Wasser abgekocht worden zu sein.

Silikondildos sind zudem die ideale Wahl für Allergiker.

Ich habe viele Allergien. Abgesehen davon gefiel mir die Vorstellung nicht, einen Unfallarzt zu bitten, Glasscherben aus meiner Vagina zu entfernen. Und wie die Verkäuferin sagte, wären Glasdildos "alles andere als ideal" für meine gegenwärtigen Absichten.

Ich wählte einen purpurfarbenen Dildo mittlerer Größe mit ausgestelltem Sockel, der ihn handlicher machte. Da er nicht an einem Männerkörper angebracht war, hielt ich es für ratsam, ihn fest im Griff zu haben. Nicht dass er irgendwohin hätte verschwinden können außer da wieder raus, wo er auch reingekommen war, aber trotzdem.

Und wie alles andere auch war er "Made in China". Eine Tatsache, die meine Eltern gewiss zu schätzen wüssten. Sie mögen alles, was in der Heimat hergestellt wurde.

Ich nannte meinen Dildo Mr Happy. Das schien mir ein angemessener Name für etwas, das das Privileg genießen sollte, die Ehre meiner Familie zu zerstören, welche ich beinahe drei Jahrzehnte lang gehorsam zwischen meinen Beinen aufrechterhalten hatte.

Die Existenz dieser unberührten Membran ließ jeden amerikanischen Jungen die Flucht ergreifen, vor allem wenn ich ihm sagte, dass wir erst dann miteinander schlafen könnten, wenn wir verheiratet wären. Da mich niemand beim dritten Date heiraten wollte, war mein Beharren auf einem intakten Jungfernhäutchen meinem Liebesleben alles andere als zuträglich. Wären meine Eltern und ich in Hongkong geblieben, wäre es kein so großes Problem gewesen. Traditionsbewusste Chinesen missbilligen vorehelichen Sex.

Doch wir waren nicht in China. Wir lebten in der Heimatstadt der Schwestern der Perpetuellen Indulgenz, die "San Franciscos Wertvorstellungen seit 1979 definierten". Wir lebten im goldenen Staat Kalifornien, der die zweithöchste Rate schwangerer Teenager aufzuweisen hatte. Wir lebten in den Vereinigten Staaten von Amerika, dem Land von Girls Gone Wild, in dem dieser dünne Gewebefetzen keiner Familie ein zusätzliches Stück Vieh einbrachte. Stattdessen sorgte er dafür, dass ich meine Freitag- und Samstagabende zu Hause verbrachte.

Als ich also Chip kennenlernte, beschloss ich, mich der Ausschweifung und dem Laster anzupassen, auf amerikanische Art und Weise in verbotene Früchte zu beißen. Nicht weil Chip Mr Right war, sondern weil er zufälligerweise Mr There-At-The-Right-Time war. Allerdings gab es da ein Problem: meinen Vater.

"Du kommt heute Abend nicht nach Hause, Fiona?"

"Wichtiges Projekt. Das ganze Büro schlägt sich die Nacht um die Ohren."

"Okay. Arbeite fleißig."

Und der Sünde stand nichts mehr im Weg.

Gott sei Dank haben die Chinesen nichts für Ehrenmorde übrig - wenigstens würde man mich nicht auf den Dorfplatz schleppen und steinigen, erstechen oder in Brand stecken. Ich hatte Glück.

Es würde lediglich meine Mutter zum Weinen bringen.

Leider war mein Jungfernhäutchen anderer Meinung. Das Dutzend Kondome, das ich gekauft hatte, lag unbenutzt auf dem Nachttisch, neben einer Packung der Pille danach. Hosenträger und Gürtel für mich! Ich bin eine Frau, die sich lieber doppelt versichert. Doch meine Sicherheitsmaßnahmen erwiesen sich als unnötig, denn mein Jungfernhäutchen wollte sich einfach nicht zerstören, zerstoßen, vernichten lassen. Sein Widerstand gegenüber Chips dreimaligen Versuchen war nicht zwecklos gewesen. Das Ganze führte dazu, dass er im Dunkeln vor sich hin winselte. Und ich mich in Dr. Ngs Behandlungszimmer wiederfand.

"Sein Zipfel ist aus mir rausgehüpft, als hätte ich da unten ein Trampolin. Ich muss ein ganz schön widerstandsfähiges Jungfernhäutchen haben. Vielleicht sollten Sie es aufschneiden. Das können Sie doch, oder?", fragte ich. Ich lag mit dem Rücken auf dem mit Papier bedeckten Operationstisch und zählte die kleinen Löcher in den Deckenkacheln, während Dr. Ng mich mit einem langen Wattestäbchen untersuchte.

"Sie sind eigentlich schon offen. Ich sehe da wirklich kein Problem", erwiderte Dr. Ng unter meinem Bademantel.

"Nein, ernsthaft, er ist nicht reingekommen. Ich habe ihn immer wieder gefragt, was zum Teufel mit seiner Ausstattung los ist. Vielleicht ist er zu klein. Er ist genauso groß wie ein Tampon mit leichter Saugfähigkeit. Meinen Sie, das macht einen Unterschied?"

"Ähm, nein, es sollte trotzdem funktionieren."

"Das habe ich mir schon gedacht. Aber wie dem auch sei, ich habe ihm jedenfalls gesagt, es sei nicht seine Schuld, denn das habe Gott ihm eben mitgegeben. Da ist er schlaff geworden."

"Das haben Sie ihm gesagt?"

"Aber ja, ich habe versucht, ihn aufzumuntern."

"Beim nächsten Mal, Fiona, versuchen Sie nicht, ihn aufzumuntern."

"Oh, ein nächstes Mal wird es nicht geben, Dr. Ng."

"Warum das denn?"

"Er hat sich von mir nicht mit einem Alkoholtupfer abwischen lassen. Sie wissen schon, um den Bereich keimfrei zu machen, bevor man das Kondom überzieht."

"Fiona, warum um alles in der Welt Weil er seinen Penis von mir nicht zuerst in Wasser hat abkochen lassen.

An allem war Listerine schuld - oder vielleicht Neosporin. All diese Werbespots mit übergroßen Zeichentrickbakterien in knalligen Buntstiftfarben mit Stacheln, Schwänzen und kleinen Mäulern, die an der Zunge und am Zahnfleisch herumfressen. All diese Geißeln, die dicke Mikroben auf der Haut umhertreiben. All diese mikroskopisch kleinen Spiralen, Kugeln und Zylinder des Todes und der Krankheit, die nur auf eine Gelegenheit warten, einem in den Körper zu schlüpfen. Kein Wunder, dass sich Listerine so gut verkauft. Vielleicht würde sich der nächste Typ mit minzig-frischem Mundwasser bespritzen lassen. Ich würde ihm die Sorte anbieten, die nicht brennt.

"Sie sind dünn, hübsch und gescheit. Machen Sie sich keine Sorgen. Sie werden schon jemanden finden, Fiona", sagte Dr. Ng, während ich meine langen Haare zu einer Banane hochsteckte.

Das war nicht der springende Punkt. Beinahe drei Jahrzehnte lang hatten Kultur, Eltern und Erziehung mein Selbstwertgefühl mit meinem Jungfernhäutchen verflochten. Wenn es tatsächlich derart kostbar war, sollte ich es eigentlich herausreißen, in einem kleinen Plastikfläschchen gefrierlagern und in meinem Testament verfügen, dass man mich damit begraben solle. Entweder das, oder ich könnte es in ein kleines Glasröhrchen stopfen und um den Hals tragen, wie Angelina Jolie es mit Billy Bobs Blut getan hat.

Alles, außer es mir von jemand anderem wegnehmen lassen. Und mein Bild auf seiner MySpace-Seite zu haben neben den anderen entjungferten Mädels. Oder zu erleben, dass mein blutbefleckter Slip in der Jungenumkleide herumgereicht wurde.

Nein danke.

Dann schlug Dr. Ng die Lösung mit dem Dildo vor. Keine Eile, keine Angst vor Geschlechtskrankheiten oder Schwangerschaft, kein anderer Mensch mit von der Partie, kein erdrückender Gestank nach menschlicher Wärme. Nichts als eine ewige, unerschöpfliche Erektion, die sich zu meiner Zufriedenheit drehen und biegen ließe und die ich mit kochendem Wasser keimfrei machen könnte. Gott segne Dr. Ng.

Doch die Idee mit dem zweiprozentigen Lidocaingel stammte von mir. Ich bestand darauf, eine besonders große Packung verschrieben zu bekommen, damit ich genug hätte, um Mr Happy und mich mehrmals damit einzuschmieren. Da uns eine große Anzahl Betäubungsmittel zur Verfügung steht, sah ich keinerlei Grund, auch nur die geringsten Schmerzen zu ertragen. Es war ja nicht so, als hätte ich um eine PDA gebeten. Das wäre irrsinnig gewesen. Aber das hier? Ein bisschen Gel und keine Schmerzen. Gott segne Lidocain.

Ich glaube nicht, dass Chip sich von mir überall mit Lidocain hätte einschmieren lassen. Doch Mr Happy machte seinem Namen alle Ehre und stand mir froh zu Diensten.

Kerle. So was von überbewertet.

Ich entfernte den Deckel der Lidocainflasche mit den Zähnen und fragte mich, ob die Hersteller geahnt hatten, wie ihre Kunden ihr Produkt verwenden würden. Die Flasche hatte eine lange, schmale Applikatorenspitze wie eine Tube Sekundenkleber. Bei jedem Drücken kam das Gel in einem dünnen, zarten Kringel heraus.

Ich hielt Mr Happy horizontal und bespritzte ihn mit einer Linie Lidocain, immer vor und zurück im Zickzack wie scharfen Senf auf meine Sheboygan-Bratwurst im AT&T Park Baseballstadion. Ich strich das Gel glatt und glasierte die rutschige Silikonoberfläche wie einen Krispy Kreme Donut.

Das Internet hatte recht. Die Verkäuferin bei Good Vibrations hatte recht. Silikondildos sind am besten.

Dr. Ng hatte vorgeschlagen, ich solle mir eine Flasche K-Y Jelly kaufen, ursprünglich für mein Gesicht, um die trockene Haut zu behandeln, die von meiner Neurodermitis herrührte, die ihr während der Untersuchung aufgefallen war. Geh zu einer Dermatologin, und du kriegst Elidel Creme fürs Gesicht. Geh zu einer Gynäkologin, und du kriegst K-Y Jelly.

Die kleine Sechzig-Milliliter-Flasche hatte bei mir zu Hause einiges Aufsehen erregt. Meine Mutter weigerte sich zu glauben, dass ich sie mir fürs Gesicht gekauft hatte. Das konnte ich ihr nicht verübeln. Wer läuft schon mit Gleitmittel im Gesicht herum? Man beginnt den Tag mit Clean & Clear oder Noxzema. Gefolgt von Clinique, Origins oder Chanel - nicht K-Y.

Ich beschloss, den Lidocain-bedeckten Dildo nicht mit K-Y zu übergießen. Erstens wollte ich nicht die Wirksamkeit des Lidocains abschwächen. Zweitens hatte mir K-Y Jelly bereits genug Ärger eingebracht. Ein echter Unruhestifter. Und drittens wollte ich die Wirksamkeit des Lidocains wirklich nicht abschwächen. Lidocain über alles.

Auf einmal kam mir in den Sinn, dass das, was ich tat, absurd war. Ich fragte mich, wie viele Frauen auf der Welt wohl dieses Ritual durchführten und sich selbst entjungferten. Ich fragte mich, wie viele Rezepte für Lidocain zu diesem Zweck ausgestellt worden waren. Wie viele Dildos auf diese Weise benutzt worden waren.

Absurd, wahnsinnig, brillant.

Nachdem ich etwas Lidocain in mich hineingeschmiert hatte, wartete ich darauf, dass die Wirkung des gnadenreichen Gels einsetzte, während ich meinen iPod anschloss, um Nirvana zu hören. "Smells Like Teen Spirit" schien dem Anlass gemäß. Für mich ist das Kennzeichen eines jeden großen Songs seine Fähigkeit, viele Stunden lang Repeat i auszuhalten, ohne mich in einen Rausch der Gewalt zu treiben. Trifft auf Nirvana zu; nicht auf The Doors. Meine Mitbewohnerin im Studentenwohnheim hatte einmal einen ganzen Abend lang "Light My Fire" auf Repeat i abgespielt. Ich musste Lorazepam einwerfen, um sie nicht im Schlaf mit dem Stromkabel ihrer Stereoanlage zu erdrosseln.

Ich knipste das Licht in meinem Schlafzimmer aus.

With the lights out, it's less dangerous Wie recht du hast, Kurt. Es im aschfahlen Schein der Energiesparlampe zu tun, wirkte obszön. Bei ausgeschaltetem Licht wirkte es weniger lächerlich. Also kletterte ich rasch aufs Bett und lehnte mich mit dem Rücken gegen die Wand. Zusammengekauert wie ich war, die Knie angewinkelt und weit gespreizt, musste ich wie ein Frosch ausgesehen haben, während ich auf meinem Bett hockte und Mr Happy unten am Rand festhielt und ständig drehte, damit das Lido- caingel nicht heruntertropfte.

Zwanzig Minuten.

Hello, hello, hello, how low?

Tiefer.

Ich zwickte mich, um zu sehen, ob ich auch schön betäubt war. In freudiger Erregung, weil ich nur meine Fingerspitzen spürte, richtete ich Mr Happy auf die Öffnung des Aller- heiligsten.

Mr Happy, dring in Galaxien vor, die noch nie ein Mann zuvor gesehen hat.

Meine unendlichen Weiten.

Und dann ging's drauf und dran. Genau wie es bei Chaucer heißt. Das war mal ein echter Dichter.

Ich erwartete etwas. Irgendetwas. Ein Ziehen, ein Reißen, ein lautes Bersten, ein Zerfetzen, ein heftiges Durchstechen wie bei einem platzenden Luftballon. Aber da war nichts dergleichen. Nach einem bisschen Widerstand am Anfang fühlte es sich einfach an, als führte ich einen übermäßig mit Gleitgel eingeschmierten, riesengroßen purpurfarbenen Tampon ein. Ich teilte mich wie das Rote Meer. Moses wäre stolz auf mich.

Als ich nach unten sah, war Mr Happy in der geheiligten Dunkelheit verschwunden. Der ausgestellte Fuß, der einzige noch sichtbare Teil, schmiegte sich eng an mich und stellte ein leichtes Entfernen sicher.

Beim Anblick meines Erfolgs biss ich mir auf die Lippen und versuchte, ein freudiges Juchzen zu unterdrücken. Ich hatte mich bezwungen. Am liebsten hätte ich eine Kerbe in das Kopfteil meines Bettes geschnitten. Ich hatte meine eigene Jungfräulichkeit gepflückt. Ich war von eigener Hand defloriert worden. Ich, meine Ehre, mein Ein und Alles würden in alle Ewigkeit mir gehören. Meine Jungfräulichkeit wird immer mein sein.

Von wegen Penisneid, ihr Loser!

Ich drückte gegen Mr Happys Fuß, damit er fest in mir stecken blieb. Nach dieser ganzen Tortur wollte ich sicherstellen, dass mein Jungfernhäutchen so richtig ruiniert war und dass es auch so blieb. Ich wollte nicht, dass es sich wieder schloss wie ein Ohrloch, wenn man den Ohrring zu früh entfernte.

"Drehen und desinfizieren. Zweimal täglich sechs Wochen lang."

Das hier war weniger mühsam.

Ich griff rasch nach einem quadratischen Mullläppchen und machte mich bereit, die Ehre meiner Familie aufzusaugen. Ich wollte jeden Tropfen einfangen, wie es dieser Mann in Die Geisha tut. Der Sammler mit seinen Glasfläschchen voll asiatischer Jungfräulichkeit in seiner schwarzen Tasche. Ich wäre meine eigene Sammlerin. Eine Sammlung, die aus einem einzigen Exponat bestand.

Ich tupfte mich ab und fing nichts als dicke Kleckse Lidocaingel auf. Mit dem Betäubungsmittel hatte ich wirklich übertrieben. Aber besser übertreiben als untertreiben. Eine halbe Flasche gut, eine ganze Flasche besser. Orwell hat es verdreht.

A mulatto, an albino, a mosquito, my libido Cobain war ein Genie. Ich fragte mich, was er geschrieben hätte, wenn er mich so gesehen hätte, wie ich mit einer Mullkompresse begierig darauf wartete, die Überreste meines Jungfernhäutchens einzusammeln.

Ich überlegte mir, mein blutiges Mullläppchen auf eBay zu versteigern. Mindestpreis $ 19,95. Ich fragte mich, wie viele Gebote bei mir eingehen würden.

Meine Knie taten weh. Ich stand auf und versuchte, Mr Happy in mir stecken zu lassen, während ich meine Beine, den Rücken und die Arme streckte. Keine gute Idee. Mr Happy schlug dumpf auf dem Hartholzboden des Schlafzimmers auf und rollte unter mein Bett, wobei Fusseln, Samenhülsen und schwarze Haarsträhnen an seinem mit Li- docain glasierten Schaft kleben blieben.

Pepito, mein Wellensittich, wachte auf und schlug mit den Flügeln an die Käfigstäbe, um gegen die heftige Ruhestörung während seines Schlafes zu protestieren. Wellensittiche brauchen zehn bis fünfzehn Stunden Schlaf pro Tag, sonst kratzen sie ab. Ich fühlte mich schlecht.

I feel stupid and contagious Ich ließ Mr Happy liegen, damit er Bekanntschaft mit den Wollmäusen unter meinem Bett schließen konnte, und sprang auf und ab, um zu versuchen, noch den letzten Tropfen Ehre aus mir herauszuschütteln. Als sich der Tupfer vor Flüssigkeit ganz schwer anfühlte, entfernte ich ihn, das Glasfläschchen parat.

Doch das Mullläppchen glänzte nur in einem seidigen, strahlenden Weiß. Weiß, ein leuchtendes Weiß, wie es zum Porzellangott gehörte, zu unschuldigem Schnee, zu Jungfrauen.

"Manche Menschen werden ohne Jungfernhäutchen geboren", hatte Dr. Ng gesagt. "Manche zerreißen es sich beim Turnen, beim Reiten, bei Roundhouse-Kicks, als Cheerleader."

Ich hatte nie einen Spagat gemacht oder auf einem Pferd gesessen. Ich hatte nie einen Tornado-Kick ausgeführt. Ich musste noch nie einen Flying Herkie springen und dabei mit Pompoms herumwedeln.

Und dennoch bot mir dieses Weiß die Stirn. Kühn, unerschrocken, nicht im Geringsten reumütig.

Kein Blut.

Keine Ehre. Meine Familie besaß keine Ehre.

Ich war ohne Ehre geboren worden. Ich hatte eine Ehre geschützt, bewahrt und verteidigt, die es noch nicht einmal gegeben hatte.

Hi, ich heiße Fiona Yu. Man nennt mich Fi.

Here we are now, entertain us Ich freue mich sehr, deine Bekanntschaft zu machen. Ach, übrigens, ich vermisse ein Jungfernhäutchen.

KAPITEL 2 Es nennt sich Hymenwiederherstellung oder Hymenalrekons- truktion.

Kein Witz. Ja, in New York City ist es mittlerweile so beliebt, dass der Preis in mehreren Kliniken von fünftausend auf achtzehnhundert Dollar gesunken ist. Nasenkorrekturen sind out. Hymenkorrekturen sind in.

Und sie werden von richtigen Chirurgen durchgeführt, nicht von perversen Pfuschern in einem dunklen Hinterzimmer ohne Sterilisator.

Im Internet wimmelt es von Werbung von Hymenwiederherstellungschirurgen. "Dr. Sean Killroy. Hochqualifiziert in Hymenalchirurgie. San Francisco."

"Hochqualifiziert" klang gut.

Also griff ich nach dem Telefon, um einen Termin zu vereinbaren. Ich wollte das Jungfernhäutchen, das die Evolution mir vorenthalten hatte. Ich brauchte keines für eine Hochzeitsnacht. Ich musste mich nicht davor retten, in meinem Dorf gesteinigt zu werden. Ich wollte bloß ein bisschen Familienehre, die ich in blutige Stückchen zerfetzen und um den Hals tragen konnte.

Ein bisschen wie Frauen, die herausfinden, dass sie keine Kinder kriegen können. Der Arzt erklärt ihnen, ihr Fortpflanzungsapparat sei defekt, und auf einmal ist es das Einzige, was sie wollen. Ein weinendes, schreiendes Baby. Bloß weil sie keines haben können. Wir wollen, was wir nicht haben, nicht haben können. Wir beschließen, dass wir es haben müssen. Dass wir ohne nicht leben können.

Ich auch.

"Zwei Wochen?", rief ich ins Telefon.

"Das ist der früheste Termin, der bei Dr. Killroy frei ist", erwiderte die kehlige Stimme.

In San Francisco musste eine Epidemie ausgebrochen sein, die Jungfernhäutchen zerstörte. Eine Woge im Nachhinein bereuten vorehelichen Geschlechtsverkehrs. Entweder das, oder es ging wieder einmal ein Serienvergewaltiger um. Dergleichen wüsste ich nicht. Ich sah mir nie die Nachrichten an, sie deprimierten mich nur. Es gab immer einen Vergewaltiger, Pädophilen oder Psychokiller, der Gottes Werk verrichtete.

"Okay, ich nehme ihn."

"Wunderbar, ich notiere Sie für den letzten Termin des Tages. Halb fünf."

"Großartig. Dann brauche ich mir nicht den ganzen Tag freizunehmen. Oh, wie viel wird die Sache eigentlich kosten?"

"Hängt davon ab, was Sie gemacht bekommen wollen."

"Mein Jungfernhäutchen fehlt. Ich will eines eingesetzt bekommen."

"Oh, Sie sind ohne geboren worden?", fragte sie, die Stimme voller Mitgefühl, als hätte ich ihr eben eröffnet, ich sei schrecklich entstellt zur Welt gekommen.

"Anscheinend."

"Tja, meine Liebe, das ist keine Hymenwiederherstellung. Es gibt nichts wiederherzustellen. Sie brauchen eine Hymenneuschaffung. Das ist teurer."

"Wie viel kostet es also?"

"Das macht etwa zweieinhalbtausend Dollar, mehr bei komplizierten Fällen."

Ich hatte keine Ahnung, ob ich ein komplizierter Fall war, doch ich ließ mir den Termin geben. Zweieinhalbtausend Dollar kostet es, sich in San Francisco ein funkelnagelneues Jungfernhäutchen zu besorgen. Zweieinhalbtausend Dollar, und man ist so rein wie ein neugeborenes Kind. Zweieinhalbtausend Dollar für die Familienehre. Zum gleichen Preis könnte man sich die neueste Handtasche von Chanel zulegen. Es hängt wohl ganz von den eigenen Prioritäten ab.

Ich wollte lieber ein Jungfernhäutchen als eine Handtasche von Chanel, auch wenn sie gut zu all meinen Nadelstreifenanzügen passen würde.

Ich bin Firmenanwältin.

Ich habe die juristische Fakultät besucht, weil ich nicht Kinderärztin oder Gynäkologin werden wollte wie all die anderen chinesischen Mädchen aus meiner Klasse. Ich wollte nicht die weibliche Unterwelt erforschen oder Säuglinge auffangen, wenn sie aus dem Geburtskanal geschossen kommen. Ich wollte keinen Rotz von laufenden Nasen wischen oder mich mit schreienden Babys herumplagen.

Stattdessen beschloss ich, mich mit schreienden Seniorpartnern herumzuplagen.

Ich beschloss, mir einen Vorrat an Mundwasser anzulegen für die ganze Speichelleckerei, zu der ich gezwungen war, wenn ich gerade keine Stunden abrechnete. Abertausende abrechenbare Stunden. Das Verderben des Juristenstandes. Das Joch aller Anwälte im privaten Sektor.

Am ersten Tag meines Jurastudiums hieß uns der Dekan mit einer motivierenden Begrüßungsrede willkommen. "Wenn Sie uns mit Ihrem Abschluss in der Tasche verlassen, werden Sie über ungeheuer viel Macht und Privilegien verfügen."

Der Dekan musste eine andere Definition von Macht im Sinn gehabt haben als mein Seniorpartner Jack.

Jack von Toller & Benning LLP, Land der Loser und Parasiten. Der dicke, glatzköpfige, unflätige Jack. Ein Meter fünfundachtzig. Achtundfünfzig Jahre jung. Mit erdbeerfarbener Säufernase. Dem Gesicht einer Bulldogge. Der Staranwalt und Darling des Konzerns.

Als Junganwältin in der Abteilung für Firmenrecht und Wertpapiere innerhalb einer Kanzlei mit über fünfhundert Anwälten genoss ich das zweifelhafte Privileg, Jack stets zu Diensten zu sein. So wie wir alle. Wir besaßen die Macht, seine Jasager zu sein, seine Kriecher, seine Lakaien. Im Gegenzug erwies er uns die Ehre, dass wir all seine Handlangerdienste zum beeindruckenden Stundensatz von $ 275 erledigen durften, sowie das Vergnügen, über achtzig Stunden die Woche in teuren Anzügen und dicken Nylonstrümpfen zu arbeiten.

Dekan Perry, ich will mein Geld zurück.

"Macht ist, wenn der andere mit einem dämlichen Grinsen dahocken muss, während man ihm mitten ins Gesicht ejakuliert", sagte Jack und zog an seinen Hosenträgern.

Netter Kerl, dieser Jack.

Macht ist, wenn man sich einfach ein Jungfernhäutchen für $ 2500 kaufen kann, ohne sich Gedanken machen zu müssen, ob man sich trotzdem leisten kann, die Woche essen zu gehen.

Um das neue Jungfernhäutchen bezahlen zu können, musste ich wie angewachsen vor dem Computerbildschirm in meinem Büro im zweiundzwanzigsten Stock mit Blick auf die Stadt sitzen. Ich musste mich selbst in einen Turm aus Stahl und Glas sperren.

Doch ich bewahrte Kleinigkeiten an meinem Arbeitsplatz auf, die mir ins Gedächtnis rufen sollten, dass es mehr im Leben gab als Jack, Absichtserklärungen, Kaufverträge und Verkaufsvereinbarungen.

Ted Bundy grinste mich von meinem Computerdesktop an - dieses attraktive, Zähne zeigende Grinsen in Schwarz-Weiß. Ein echter Psychopath. Charmant, ungezwungen und erbarmungslos.

"Wer ist der Süße? Ist das dein Freund?", erkundigte sich die hübsche Sekretärin, die interessiert mein Desktopbild betrachtete.

"O nein, der ist ein paar Nummern zu groß für mich."

Sie lachte. "Ich würde ihn um den kleinen Finger wickeln."

"Oh, er würde dich wahrscheinlich auffressen."

Den kleinen Finger eingeschlossen.

Kein Wunder, dass wir Amerikaner unsere Serienmörder derart lieben, den Inbegriff von Freiheit und Macht. Als Nation der schnellen Autos, des Fastfoods und der makellosen Zähne sind wir besessen von Menschen, die völlig frei sind von Angst, Mitleid und Gewissen.

Leseprobe zu "Hello Kitty muss sterben" von Angela S. Choi

"KAPITEL 11 (S. 82-83)

Ein leeres Büro ist schlecht fürs Geschäft. Anwaltskanzleien zahlen hohe Mieten für schicke Räumlichkeiten, um Mandanten zu beeindrucken. Und wenn in einem Büro kein Anwalt sitzt und wie wild Stunden abrechnet, verliert die Kanzlei Geld. Viel Geld. Ein leeres Büro bereitet außerdem den anderen Anwälten Unbehagen. Es ist wie ein leichter Schluckauf in der Welt halbmonatlicher dicker Gehaltsschecks, abgestufter Tarife, festgesetzter Prämien, unbegrenzter Rechtsrecherche bei Westlaw, unbegrenzter Stifte, Büroklammern, Notizblöcke, Haftnotizen, unbegrenzten Trinkwassers von Alhambra.

David Keeners Tod verursachte Beamer & Hodgins LLP Schluckauf. Jack Betner wusste das. Jack musste Keeners Büro mit jemandem füllen. Mit einem Dr. jur. von einer ordentlichen Uni, der gewillt war, sich für ein sechsstelliges Gehalt von ihm schikanieren zu lassen und neunzig Stunden pro Woche abzurechnen. Jemand wie ich. »Und, spielen Sie Golf, Fiona?« »Nein, Mr Betner, das tue ich nicht.« »Nennen Sie mich Jack. Und gut. Dann werden Sie jedes Wochenende hier sein, anstatt auf dem Golfplatz herumzulungern.« Nein, ich werde stattdessen arrangierte Dates haben, die mein Vater angeleiert hat.

Doch es handelte sich um eine Fangfrage, typisch für ein Bewerbungsgespräch in einer Anwaltskanzlei. Unmöglich zu wissen, auf welche Antwort Jack aus war. Und es war im Grunde egal. Ob ich die Frage nun so oder so beantwortete, Jack wusste bereits, was er sagen würde. Das ist ein Kennzeichen eines großen Anwalts. Oh, gut. Ich spiele selbst gern Golf. Was ist Ihr Handicap? Oder Oh, gut. Dann werden Sie jedes Wochenende hier sein, anstatt auf dem Golfplatz herumzulungern. Seine Entscheidung. Er wählte Letzteres, da er jemanden in Keeners Büro stecken musste. »Okay, als Nächstes werden Sie mit Steve sprechen, Fiona.«

Kundenbewertungen zu "Hello Kitty muss sterben" von "Angela S. Choi"

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Bewertung von dreamer aus http://the-dreamerland.blogspot.com/ am 17.11.2011 ***** gut
Jetzt geht es Hello Kitty an die Schnurrhaare

Fiona Yo, eine chinesische Anwältin die möchte vieles im Leben, aber auf keinem Fall will sie eine zahnlose, maulfaule, immer hübsch lächelnde Hello Kitty sein. Sie hasst Hello Kitty und die Kerle die ihr ihr Vater ständig in die Arme schanzen will, weil sie mit 28 noch unverheiratet ist und zu Hause wohnt. Die ständigen Verkuppelungsversuche die ihr Vater unternimmt, werden zur wahren Tortur, denn was in China vollkommen normal ist, ist im Amerika der heutigen Zeit totaler Schwachsinn und genau da lebt die Familie Yo.

Neben ihrem fehlenden Jungfernhäutchen und einem richtigen Mann fehlt es Fi nicht unbedingt an viel außer Spannung und Aktion. Als sie einen Freund aus Kindertagen wiedertrifft ergeben sich plötzlich völlig neue Optionen in ihrem Leben. Sean zeigt ihr ein Leben und die Liebe wie sie beide noch nie zuvor kennengelernt hat, ohne diesen hässlichen Sexdings-Zwang, aber mit viel mehr Leichen im Keller.

***Meine Meinung***
Was man sich hinter so einem Titel wohl vorstellt? Das fragt ihr mich? Ich hatte selbst keine Ahnung bis ich es zum Geburtstag bekam und selbst da habe ich den Inhalt nicht wirklich gewusst als ich den Klappentext gelesen haben. "Hello Kitty muss sterben" (eng. "Hello Kitty must die") kann ich im nachhinein nur als kurios bezeichnen. Das Warum dazu erfahrt ihr gleich.

Zuallererst: alle Achtung zu Titel und Cover. Wer auf solche Ideen kommt gehört ja normalerweise schon belohnt. Diese Totenkopf-Hello Kitty finde ich absolut gut, genauso wie das grellpinke Cover das einen förmlich ins Gesicht springt. Der Titel überzeugt schließlich jeden und obwohl man nicht weiß (woher auch?) um was es in dem Buch geht, kommt wohl jedem der das Buch ein erstes Mal sieht ein schmunzeln aus.

Der Schreibstil der Autorin ist alles andere als gewöhnlich oder literarisch sehr hochwertig. Hier wird aus der Sicht von Fiona erzählt und die denkt, trotz Anwaltsjob, normalerweise wirklich nicht gerade tiefsinniges. Hier geht es doch sehr umgangssprachlich zu und von wirklich schönen berührenden Szenen ist hier weit und breit nichts zu entdecken, einfach weil die Autorin auf so etwas nicht abzielt.

Mir kam es vor als würde sie ihre eigene Kultur (selbst Chinesin) durch den Kakao ziehen, mit einer nicht gerade traditionsbewussten, eigenständig denkenden Frau die alles aufwirbelt. Oft musste ich den Kopf schütteln, als Fi und ihr Vater wieder mal eines ihrer Gespräche hatten, die großteils nur aus: "Trag Lippenstift" und "Sei nicht unhöflich" bestanden, ganz zu schweigen von seiner Taubheit gegenüber Fionas eigenen Plänen - keine arrangierte Ehe! Ich war echt erstaunt wie oft Fiona niemand auch nur zuhören wollte sobald sie nein dazu sagte.

Was die Story an sich betrifft war ich ehrlich gesagt etwas enttäuscht. Zuerst dachte ich das ich hier ein zweites "Feuchtgebiete" in der Hand hielt, wobei ich doch auch froh war das dies nicht der Fall war, aber es handelt sich eigentlich nur um ein Buch mit Traditionskonflikten und vor allem einem Haufen Leichen. Nicht gerade das was ich erwartet hatte, wenn man davon absieht das diese Todesfälle nicht wirklich spannend waren und man am Ende schon fast riechen konnte auf was alles zuläuft. Das Ende fand ich dann schon fast sehr langweilig. Tiefgang ist hier praktisch nicht existent.

***Fazit***

Ein Buch für zwischendurch um ein wenig zu schocken, aber auch nicht mehr. Von mir gibt es 3,5 von 5 Wölkchen.

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Bewertung von Tina am 12.02.2011 ***** sehr gut
"Es fing alles mit einem fehlenden Jungfernhäutchen an.", so der erste Satz von "Hello Kitty muss sterben". Eben dieses Thema beherrscht auch die ersten beiden Kapitel, was bei mir den Eindruck erweckte, es handelt sich hierbei um einen Roman ala "Feuchtgebiete" mit einer zarten unschuldigen Hauptperson. Doch weit gefehlt. Schon bald entpuppt sich die junge Anwältin Fiona als gar nicht so "Hello Kitty", wie es ihre traditionsbewusste chinesische Familie gerne hätte.
Zusammen mit ihrem alten Schulfreund Sean arbeitet sie auf ebenso skurrile wie makabere Weise an Ihrem Image und widersetzt sich dabei so einige Male ihrem Vater.
Die Obsession Seans zieht Fiona, genannt Fi, in ihren Bann und auch sie spielt bald schon eben jenes diabolische Spiel.


Fazit:
Ein kurzweiliger, etwas anderer Roman mit viel schwarzem Humor aber auch deutlicher Kritik an dem traditionellen Lebensmodell des American Dreams.
Leider jedoch (noch nicht?) als preisgünstigeres Taschenbuch erhältlich.

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Bewertung von Silke Schröder, hallo-buch.de aus Hannover am 03.11.2010 ***** ausgezeichnet
Wie rebelliert man gegen Eltern, die einfach locker über jeden sittsam formulierten Protest hinweggehen? Dieses Problem hat die chinesisch-stämmige Fiona, die in San Francisco geboren und aufgewachsen ist. Ihr wird klar, dass sie sich nur gegen die Konventionen ihrer Eltern wehren kann, wenn sie ihr braves Ich, die Hello Kitty-Fiona sterben lässt und ein ganz neues Format gewinnt. Und das macht sie auf eine ebenso amüsante wie makabre Art. Wer den schwarzen Humor liebt und die Dinge gerne auch mal leicht überdreht sieht, liegt hier genau richtig. „Hello Kitty muss sterben“ ist irrwitzig komische und skurril-abgedrehte Unterhaltung.

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