Heißester Sommer - Bank, Zsuzsa

Zsuzsa Bank 

Heißester Sommer

Erzählungen

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Heißester Sommer

Etwas ist zu Ende: eine Frauenfreundschaft, eine alte Liebe, eine Kindheit in der Vorstadt, eine Reise ans Meer, ein ganzes Leben. Etwas hat sich verschoben, unmerklich, und alles geht weiter und nichts bleibt wie es war. – Zsuzsa Bánk erzählt von Menschen, die eines Tages einfach die Tür hinter sich ins Schloss fallen lassen. Von Larry, dem koksenden Dreizentnermann, der Gedichte schreibt. Von Lydia, die der Wind mitnimmt. Von Lisa, die für einen Nachmittag in das winzige italienische Bergdorf zurückkehrt, das ihre Mutter einst verließ – mitten im heißesten Sommer.


Produktinformation

  • Abmessung: 212mm x 134mm x 20mm
  • Gewicht: 264g
  • ISBN-13: 9783100052216
  • ISBN-10: 3100052218
  • Best.Nr.: 14042643
kulturnews - RezensionBesprechung
Bereitgestellt von kulturnews.de
(c) bunkverlag
Kinder ziehen fort. Beziehungen gehen in die Brüche. Man spürt, dass man einem alten Freund nur noch wenig zu sagen hat. Zuzsa Bánks Erzählungen haben eigentlich nur ein Thema: Abschied, mal als schmerzhafter Schnitt, mal als trauriges, hilfloses Auseinanderleben. Das gibt "Heißester Sommer" einen Zug ins Gleichförmige, auch ins Öde: Wenn man beim ersten Zusammentreffen zweier Menschen sofort spürt, dass diesen nicht mehr widerfahren wird als die baldige Trennung, dann interessiert man sich eigentlich auch nicht so recht für sie. Andererseits kommt Bánk auf diesem Weg immer wieder zu einer Sprache der Sprachlosigkeit, gelingt ihr, das Verstummen ihrer Figuren mit dem Verstummen des Textes zusammenfallen zu lassen. Der feste Partner eines alten Freundes wird in der Erzählung "Unter Hunden" so beschrieben: "Man kann nicht sagen, dass wir Tim nicht mochten. Er hatte etwas Rührendes. Wir wollten nur, dass er wieder ging." Und das ist dann so bitter, dass man den Bettina-von-Arnim-Preis für "Unter Hunden" sofort gerechtfertigt findet, auch wenn der gesamte Band dieses Niveau nicht durchgängig hält. (fis)

Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 02.11.2005

Von Lebenstrauer umrandet
Vollkommen verschwommen: Erzählungen von Zsuzsa Bánk

Darin besteht wohl das Wunder der Literatur: daß der Leser, der sonst vor allem in seine eigenen Belange verstrickt ist, voller Anteilnahme den Wegen fabulierter Existenzen folgt, mit denen ihn nicht mehr verbindet als ein paar Seiten guter Prosa.

Anna ist sehr wahrscheinlich Wissenschaftlerin. Sie hält sich in einer namenlosen, vermutlich osteuropäischen Stadt zu Kongreßzwecken auf. Sie spricht auch einmal im Radio. So wird eine frühere Freundin, Marti, auf sie aufmerksam und paßt sie dann bei einer öffentlichen Veranstaltung ab. In den nächsten Tagen trifft man sich wieder, Marti bringt Eltern und Geschwister mit, offenbar war das Verhältnis einmal sehr familiär. Nach Annas Abreise (zurück in den Westen?) schreibt man sich regelmäßig bedeutsame, heitere, eigentlich aber doch von Lebenstrauer umrandete Briefe. Irgendwann trifft bei Anna eine Todesnachricht ein: Martis ältere Schwester, Annas Jugendfreundin, ist an Krebs gestorben. Der Leser kratzt sich am Kopf - er hat das Gefühl, bei einer eigentlich nicht für ihn bestimmten …

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Perlentaucher-Notiz zur NZZ-Rezension

Zsuzsa Bank hat es sich für ihr zweites Buch nicht leicht gemacht, gesteht Christiane Zintzen, einen durchkomponierten Band von zwölf Erzählungen, die alle vom Abschied erzählen, vom Ende der Kindheit und der Melancholie des Erwachsenwerdens. "Reduzierte Lexik" und "verknappte Information", so Zintzen, erzeugen den Eindruck von "Kühle und stummem Schmerz". Zumindest in den ersten beiden Geschichten, denn bei der dritten und vierten Geschichte verliert dies seinen Reiz, meint die Rezensentin, die angesichts eines beständig "leiernden Zeitenwechsels" zwischen dem Damals und dem Jetzt bald Ermüdungserscheinungen zeigte. Auch manches Klischee - koksweiße Weihnacht bei der Boheme in der Großstadt, Autobahn-Tristesse in der Provinz störten Zintzens Lesegenuss, die nun auf Banks drittes Buch warten muss.

© Perlentaucher Medien GmbH

Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 27.09.2005

Das Geheimnis dünner Beine
Zsuzsa Bánk und ihr Erzählband „Heißester Sommer”
Während die meisten anderen mit Erzählungen anfangen, mit kleinen atmosphärischen Fallstudien, begann Zsuzsa Bánk gleich mit einem ausgewachsenen Roman. „Der Schwimmer” wurde landauf, landab wegen seiner eigentümlichen Sprache gelobt, da war so etwas Ungarisches, Sommerliches, Kindheitliches, mit all den Schattierungen von Vergangenheit und Melancholie. Jetzt aber, mit ihrem zweiten Buch, holt Zsuzsa Bánk just jene Erzählungen nach: kleine atmosphärische Fallstudien, wie wir sie in den letzten Jahren als Dutzendware ins Haus geliefert bekommen haben.
Wenn eine Geschichte gleich so anfängt, mit diesem wehmütig dahinplätschernden Vornamen-Sound, dann hat man das Gefühl, das schon viel zu oft gelesen zu haben: „Lisa und ich und die anderen”. So beginnt die Titelerzählung „Heißester Sommer”, und der Satz geht mit diesem allzu bekannten Sich-Verlieren in der Gegenwart weiter: „wir haben die Autobahn verlassen”. Wäre dieses Buch Ende der neunziger Jahre erschienen, hätte es noch am Anfang des neuen Generationenfeelings gestanden, wäre es im Judith …

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Zsuzsa Bánk, geboren 1965, arbeitete als Buchhändlerin und studierte anschließend in Mainz und Washington Publizistik, Politikwissenschaft und Literatur. Heute lebt sie als Autorin in Frankfurt am Main. Für ihren ersten Roman "Der Schwimmer" wurde sie mit dem aspekte-Literaturpreis, dem Deutschen Bücherpreis, dem Jürgen-Ponto-Preis, dem Mara Cassens Preis sowie dem Adelbert-von-Chamisso-Preis ausgezeichnet.

Leseprobe zu "Heißester Sommer"

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