Heißer Streit und kalte Ordnung - Hassauer, Friederike (Hrsg.)

Friederike Hassauer (Hrsg.) 

Heißer Streit und kalte Ordnung

Epochen der 'Querelle des femmes' zwischen Mittelalter und Gegenwart

Hrsg. v. Friederike Hassauer
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Heißer Streit und kalte Ordnung

Heißer Streit und kalte Ordnung meint die Jahrhunderte alte heftige Debatte um den Vorrang der Geschlechter. Wer ist besser in Wissenschaft und Literatur, in Alltag und Moral Mann oder Frau? Wer darf sprechen, wer darf wissen? Solche Kampfrhetorik trägt den Streit um Geschlechterwissen aus der Vormoderne in die Moderne. Die Querelle hat eine große Texttradition und eine große Wirkungsmacht auf kulturelle Milieus. Ob Medizin, Recht, Theologie, Philosophie Kunst oder Pädagogik: Überall bringt die Politik des öffentlichen In-Streit-Stellens die alten Ordnungen in Fluss.Die Autorinnen und Autoren erforschen den Geschlechterstreit in Europa und Amerika mit Schwerpunkt Spanien und Hispano-Amerika. Dabei reicht der Forschungshorizont vom Mittelalter bis zum spanischen Postfrankismus.


Produktinformation

  • Verlag: Wallstein
  • 2008
  • Ausstattung/Bilder: 2008. 400 S.
  • Seitenzahl: 400
  • Deutsch
  • Gewicht: 635g
  • ISBN-13: 9783835301245
  • ISBN-10: 3835301241
  • Best.Nr.: 23329658
Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 07.05.2008

Frauen im Geröll
Spanische Spiele: Der weibliche Kampf gegen Unterdrückung
Der Titel dieses Buches fordert in seiner Rätselhaftigkeit zum Nachdenken heraus: Die „kalte Ordnung” bezeichnet die von Männern gemachte Entmündigung der Frau, der „heiße Streit” ihr seit dem Mittelalter einsetzendes Bemühen, diese Ordnung in Frage zu stellen und diskursiv zu unterhöhlen. „Querelle des femmes” ist ein diffuser Begriff, da sein zweiter Bestandteil als Genitivus subiectivus oder obiectivus verstanden werden kann: Es streiten die Frauen für ihre Rechte – aber es wird auch über die Rechte der Frauen gestritten.
Die Zahl der Publikationen zum Gegenstand hat in den letzten dreißig Jahren sprunghaft zugenommen. Angesichts der Inflation literatur-, kultur- und geisteswissenschaftlicher Arbeiten stellt sich die Frage, ob Texte, in denen Frauen ihre Rechte einklagen, nur ein „Geröll im Flussbett der Literaturhistorie unter so vielem anderen Geröll” darstellen (Peter Roos), oder ob sie besondere Aufmerksamkeit verdienen. Die in Wien lehrende Romanistin Friederike Hassauer beschäftigt sich seit vielen Jahren mit Theorie und Praxis der Frauenliteratur …

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Perlentaucher-Notiz zur Sueddeutsche Zeitung-Rezension

Dem von Friederike Hassauer herausgegebenen Sammelband mit Beiträgen von 21 Wissenschaftlerinnen zur spanischen Frauenliteratur seit dem Mittelalter entnimmt Rezensent Frank-Rutger Hausmann nicht nur, dass Frauen in Spanien sich bereits seit dem 14. Jahrhundert schriftlich gegen männliche Unterdrückung auflehnen. Deutlich wird für den Rezensenten in den Beiträgen, die hauptsächlich Texte aus dem Mittelalter, der Renaissance und der Aufklärung untersuchen, dass es den Schriftstellerinnen nicht um die Nivellierung der Geschlechterunterschiede, sondern um die Stärkung von Frauenrechten ging. Somit kann man auch die frühen Texte durchaus als aktuell bezeichnen, betont der Rezensent, der insbesondere das Vorwort der Herausgeberin als "methodisch wie sprachlich" brillant preist.

© Perlentaucher Medien GmbH
Friederike Hassauer, geboren 1951, lebt als Kulturpublizistin in Marktheidenfeld und ist Ordinaria für Romanische Literaturwissenschaft an der Universität Wien.

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