Heiße Beute / Stephanie-Plum-Roman Bd.8 - Evanovich, Janet

Janet Evanovich 

Heiße Beute / Stephanie-Plum-Roman Bd.8

Roman

Übers. v. Thomas Stegers
Broschiertes Buch
 
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Heiße Beute / Stephanie-Plum-Roman Bd.8

Stephanie Plum kann sich zwischen den zwei Männern in ihrem Leben nicht entscheiden, hat eine verrückte Großmutter, einen Hamster, der in einer Suppendose wohnt, und sie verdient ihren Lebensunterhalt als Kopfgeldjägerin. Doch statt Jagd auf flüchtigeÜbeltäter zu machen, sucht sie diesmal nach Evelyn Soder und deren Tochter Annie, die wie vom Erboden verschluckt sind. Allerdings ist auch der Gangster Eddie Abruzzi hinter den beiden her und tut alles, um Stephanies Recherchen zu behindern. Der Killer im Häschenkostüm beweist, wie ernst es ihm damit ist...


Produktinformation

  • Verlag: GOLDMANN
  • 2005
  • Ausstattung/Bilder: 2005. 352 S.
  • Seitenzahl: 352
  • Goldmann Taschenbücher Bd.45831
  • Deutsch
  • Abmessung: 187mm x 118mm x 27mm
  • Gewicht: 270g
  • ISBN-13: 9783442458318
  • ISBN-10: 3442458315
  • Best.Nr.: 12847421
kulturnews - RezensionBesprechung
Bereitgestellt von kulturnews.de
(c) bunkverlag
Stephanie Plum wird von einem Killer in Hasenkostüm verfolgt, ständig gehen ihr Verbrecher mitsamt Handschellen durch die Lappen {was ganz schön ins Geld geht), auf ihrem Sofa sitzt ein durchgesägter Toter, und ihre Autos explodieren so regelmäßig, wie ihr Ex-Freund Morelli ihr aus der Patsche hilft und ihr cooler Kollege Ranger ihr schwache Knie verursacht. Stephanie ist die tollpatschigste Kopfgeldjägerin der Welt in einem absurden Mikrokosmos - und das nun schon achtmal in Folge. Originelle Dialoge, ironische Selbstbetrachtungen, weibliche Figuren wie aus guten Sitcoms, eine kräftige Portion Erotik und Sex sewie flapsige Analysen der Bewohnerschaft des all-east-coast-suburb Burg haben die Reihe recht kurzweilig und vergnüglich gemacht. Diesmal aber ist der Inhalt endgültig der Form geopfert, und die trägt das nicht. Zuviel von Stephanies heißgeliebten tiefgefrorenen Teigkringeln sind ja auch nicht gut. (cor)

"Spannend und gleichzeitig schreiend komisch!"<br />(Brigitte)<br/><br/>"Die ungekrönte Königin des Slapstickkrimis hat wieder zugeschlagen. Auch im achten Band ist es Janet Evanovich gelungen, auf gleich bleibend hohem Niveau Screwball-Krimis zu schreiben. Stephanie Plum macht einfach süchtig: Kaum hat man das neueste Abenteuer verschlungen, schon wartet man ungeduldig auf das nächste Buch."<br />(Bücherschau)<br/><br/>"Originelle Dialoge, ironische Selbstbetrachtungen und eine kräftige Portion Erotik und Sex!"<br />(Kulturnews)

"Die ungekrönte Königin des Slapstickkrimis hat wieder zugeschlagen. Auch im achten Band ist es Janet Evanovich gelungen, auf gleich bleibend hohem Niveau Screwball-Krimis zu schreiben. Stephanie Plum macht einfach süchtig: Kaum hat man das neueste Abenteuer verschlungen, schon wartet man ungeduldig auf das nächste Buch."

"Die ungekrönte Königin des Slapstickkrimis hat wieder zugeschlagen. Auch im achten Band ist es Janet Evanovich gelungen, auf gleich bleibend hohem Niveau Screwball-Krimis zu schreiben. Stephanie Plum macht einfach süchtig: Kaum hat man das neueste Abenteuer verschlungen, schon wartet man ungeduldig auf das nächste Buch."
Janet Evanovich, die mit jedem ihrer Romane in den USA einen Nummer-1-Bestseller landet, stammt aus South River, New Jersey, und lebt heute in New Hampshire. Die Autorin wurde von der Crime Writers Association mit dem "Last Laugh Award" und dem "Silver Dagger" ausgezeichnet und erhielt bereits zweimal den Krimipreis des Verbands der unabhängigen Buchhändler in den USA.

Leseprobe zu "Heiße Beute / Stephanie-Plum-Roman Bd.8"

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In letzter Zeit habe ich mich häufig mit Männern am Boden gewälzt, die meinten, ein erigierter Schwanz sei Ausdruck von persönlichem Wachstum. Mit Sex hatte das Ganze rein gar nichts zu tun. Ich wälze mich am Boden, wenn ein Zugriff danebengeht und ich einen letzten halsbrecherischen Versuch unternehme, einen üblen Kunden mit angeborenem Dachschaden außer Gefecht zu setzen.

Mein Name ist Stephanie Plum, und die Ergreifung flüchtiger Personen betreibe ich beruflich, genauer gesagt, ich bin Kautionsdetektivin, tätig für meinen Vetter Vincent Plum. Eigentlich kein schlechter Job, wenn es nicht in erster Linie darum ginge, jemanden festzunehmen, denn genau das lassen sich Kautionsflüchtlinge in der Regel nicht gefallen. Wen wundert's. Damit die Betreffenden auf dem Weg zum Knast nicht auf dumme Gedanken kommen, überrede ich sie, sich Fußfesseln und Handschellen anlegen zu lassen. Meistens gehen die Typen darauf ein. Wenn man es richtig anpackt, hält sich das Herumwälzen in Grenzen.

Heute war leider eine Ausnahme von der Regel. Martin Paulson, drei Zentner Lebendgewicht, verteilt auf ein Meter siebzig Körpergröße, war wegen Kreditkartenbetrugs festgenommen worden und weil er auch sonst ein widerlicher Mensch war. Vergangene Woche war Martin nicht zu seinem Gerichtstermin erschienen, das brachte ihn auf meine Fahndungsliste. Es war nicht weiter schwierig gewesen, ihn zu finden, denn Martin gehört nicht zu den Klügsten. Er war zu Hause und machte gerade das, was er am besten beherrscht: mit gefälschten Kreditkarten im Internet einkaufen. Es war mir gelungen, Martin in Handschellen und Fußfesseln in meinen Wagen zu bugsieren, ja, es war mir sogar gelungen, Martin zur Polizeiwache in der North Clinton Avenue zu fahren. Aber als ich dann versuchte, ihn aus meinem Wagen wieder herauszukriegen, stolperte er leider über seine Füße und landete auf dem Bauch. Der Kerl sah aus wie eine dressierte Weihnachtsgans und kam von alleine nicht mehr hoch.

Wir befanden uns auf dem Parkplatz neben dem Rathaus, in dem auch das Gericht untergebracht ist. Das Büro des Beamten, der die Prozessliste führt, war nur wenige Meter entfernt. Natürlich hätte ich um Hilfe rufen können, aber dann wäre ich tagelang das Gespött der Polizisten gewesen. Ich hätte die Hand- und Fußfesseln lösen können, aber ich traute Paulson nicht. Er war total stinkig und puterrot im Gesicht, fluchte in einem fort und stieß dazu noch obszöne Drohungen und animalische Laute aus.

Ich stand daneben, schaute zu, wie Paulson sich abmühte, und fragte mich, was ich bloß machen sollte, denn wohl nur ein Gabelstapler hätte Paulson von der Erde aufheben können. In dem Moment fuhr Joe Juniak auf den Parkplatz. Juniak war früher Polizeichef gewesen, heute ist er Bürgermeister von Trenton. Er ist ein paar Jahre älter als ich und einen knappen Kopf größer. Ziggy, Juniaks Vetter zweiten Grades, ist mit meiner angeheirateten Kusine Gloria Jean liiert. Man könnte also sagen, er gehört entfernt zur Familie.

Das Fenster auf der Fahrerseite glitt herunter. Juniak grinste mich an und beäugte dabei Paulson. "Gehört der zu dir?"

"Ja."

"Er steht im Parkverbot. Sein Hintern ragt über die weiße Linie hinaus."

Ich stieß Paulson mit der Fußspitze an. "Er sitzt fest."

Juniak stieg aus seinem Wagen und richtete Paulson mit einem Griff unter die Achselhöhlen auf. "Du hast doch nichts dagegen, dass ich die Geschichte etwas ausschmücke und sie in der Stadt herumerzähle, oder?"

"Und ob ich was dagegen habe! Vergiss nicht, ich habe dir meine Stimme gegeben", sagte ich. "Außerdem sind wir weitläufig miteinander verwandt."

"Das wird dir auch nichts nützen, Süße. Polizisten lieben doch solche Geschichten über alles."

"Ich dachte, du bist kein Polizist mehr."

"Einmal Bulle, immer Bulle."

Juniak stieg wieder in seinen Wagen und brauste davon.

"Ich kann in diesen Dingern nicht laufen", jammerte Paulson und sah an sich hinunter auf die Fußfesseln. "Ich falle sowieso wieder hin. Mein Gleichgewichtssinn ist gestört."

"Kennen Sie nicht den Kopfgeldjägerslogan? Her mit dem Gesuchten, tot oder lebendig."

"Klar, kenne ich den."

"Dann bringen Sie mich nicht in Versuchung."

Eigentlich ist es absolut verpönt, einen toten Kautionsflüchtling abzuliefern, aber für eine leere Drohung schien mir hier und jetzt genau der richtige Zeitpunkt zu sein. Es war Nachmittag, wir hatten Frühling, und ich konnte mir noch etwas anderes vorstellen, als stundenlang auf Paulson einzureden, er solle endlich seinen Arsch in Bewegung setzen.

Am liebsten hätte ich irgendwo am Strand gelegen und in der Sonne gebrutzelt, bis meine Haut wie eine Brathähnchenkruste ausgesehen hätte. Zugegeben, zu dieser Jahreszeit wäre das nur in Cancun möglich gewesen, und eine Reise nach Cancun ließ mein Geldbeutel nicht zu. Ich will damit nur sagen, dass ich keine Lust hatte, mich länger mit Paulson auf diesem blöden Parkplatz herumzutreiben.

"Wahrscheinlich haben Sie nicht mal eine Pistole dabei", sagte Paulson.

"Halten Sie das Maul. Ich will hier nicht den ganzen Tag mit Ihnen verplempern. Ich habe Besseres zu tun."

"Und das wäre?"

"Das geht Sie nichts an."

"Ha! Sie haben gar nichts Besseres zu tun!"

Ich trug Jeans und T-Shirt und schwarze Caterpillar-Boots, und ich verspürte den unwiderstehlichen Drang, meine Cats Größe neununddreißig in seine Kniekehlen zu rammen.

"Was haben Sie denn vor?"

"Ich habe meinen Eltern versprochen, um sechs Uhr zum Abendessen zu Hause zu sein."

Paulson prustete los vor Lachen. "Ach Gottchen, mir kommen die Tränen. Mir kommen echt die Tränen." Das Lachen ging über in einen Hustenanfall. Paulson beugte sich vor, schwankte bedenklich nach rechts und links und fiel erneut hin. Ich versuchte ihn aufzufangen, aber es war zu spät. Wieder war er auf dem Bauch gelandet und führte uns seine Nummer als gestrandeter Wal vor.

Meine Eltern wohnen in einer Doppelhaushälfte, in einem Viertel von Trenton, das Burg heißt. Wäre Burg ein Speisegericht, müsste man sich Pasta vorstellen - Penne rigate, Ziti, Fettucini, Spaghetti und Makkaroni, die in Tomaten- oder Käsesoße schwimmen oder mit Mayonnaise angemacht sind. Deftiges, solides Essen, das zu allen Gelegenheiten passt, das ein Lächeln auf dein Gesicht zaubert und Fettpolster auf deinen Hintern. Burg ist ein Viertel, in dem alles bleibt, wie es ist. Die Menschen dort kaufen ihre Häuser und bleiben darin wohnen, bis ihr letztes Stündlein geschlagen hat.

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13 (S. 193-194)

Ich sah die Menschen von der Tribüne alle nur von hinten, das war das Problem. Ist es schon nicht leicht, einen vertrauten Menschen auf diese Weise zu erkennen, umso schwieriger jemanden, den man nur bei zwei Gelegenheiten kurz gesehen hat. Lula ließ sich auf den Platz neben mir plumpsen. »Du glaubst es nicht«, sagte sie. »Gerade habe ich dem Leibhaftigen in die Augen geschaut.« Sie hielt ihren Wettschein fest umklammert, mit der freien Hand bekreuzigte sie sich. »Du lieber Himmel. Jetzt sieh sich einer das an. Ich bekreuzige mich. Was soll das? Ich bin Baptistin. Baptisten machen nicht dieses Brimborium ums Kreuz.« »In die Augen des Leibhaftigen?«, fragte ich. »Abruzzi. Abruzzi ist mir über den Weg gelaufen.

Ich hatte mir gerade mein Geld abgeholt und eine neue Wette abgeschlossen, da wäre ich beinahe mit ihm zusammengestoßen. Eine Fügung. Er sah an mir herab, ich sah ihm in die Augen, und beinahe hätte ich mir in die Hose gemacht. Wenn ich in diese Augen schaue, gefriert mir das Blut in den Adern.« »Hat er was zu dir gesagt?« »Nein. Er hat mich angelacht. Schrecklich. Ein Lachen, das aussieht wie ein Schlitz in einer Gesichtsmaske. Es reicht nicht bis zu den Augen. Und dann, seelenruhig, dreht er sich um und geht weg.« »War er allein? Was hatte er an?« »Er war wieder in Begleitung von diesem Darrow.

Ich glaube, Darrow ist so ein Schlägertyp. Was Abruzzi anhatte? Keine Ahnung. Wenn der Mann zwei Meter vor mir steht, setzt mein Gehirn aus. Als würden mich diese unheimlichen Augen aufsaugen.« Lula schüttelte sich. »Buah.« Jedenfalls wusste ich jetzt, dass Abruzzi hier war und auch, dass er zusammen mit Darrow hier war. Wieder bahnte ich mir meinen Weg durch die Menge der Pferdenarren, und ich erkannte einzelne Personen wieder. Erst strömten sie zu den Wettschaltern, dann schritten sie gemächlich zurück zu ihren angestammten Plätzen an der Bahn. Es waren Leute aus New Jersey, die Jüngeren in T-Shirt und Jeans, die Älteren im Freizeitanzug aus Polyester und Strickhemden mit Knopfleiste. Ihre Mienen waren gespannt und ihre Körper mit einer kräftigen Schutzschicht aus tiefgefrorener Fischkost, Würstchen und Bratfett gepolstert. Aus den Augenwinkeln sah ich, dass Lula sich schon wieder bekreuzigte. Sie erhaschte meinen Blick.

»Ein Trost«, sagte sie. »Die Katholen haben da echt eine trickreiche Entdeckung gemacht. « Das dritte Rennen hatte angefangen, und Lula schoss wie eine Rakete von ihrem Platz auf. »Lauf, Damenwahl, lauf!«, brüllte sie. »Da! Men! Wahl! Da! Men! Wahl!« ›Damenwahl‹ gewann um eine Nasenlänge, und Lula war wie vom Donner gerührt. »Ich habe schon wieder gewonnen«, sagte sie. »Irgendwas ist hier faul. Sonst gewinne ich nie.« »Warum hast du auf ›Damenwahl‹ gesetzt?« »Das lag irgendwie nahe. Ich bin auch eine Dame, und ich musste eine Wahl treffen.« »Hältst du dich wirklich für eine Dame?« »Und ob!«, sagte Lula. Diesmal folgte ich ihr von der Tribüne hinunter zum Wettschalter. Sie bewegte sich vorsichtig, sah sich um, da sie ein zweites Zusammentreffen mit Abruzzi vermeiden wollte. Ich sah mich aus gegenteiligem Grund um. Plötzlich blieb sie wie angewurzelt stehen.

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