Obwohl Filmmusik keineswegs mehr ein Randgebiet
musikwissenschaftlicher Forschung ist und inzwischen einige
Veröffentlichungen zu diesem Thema vorliegen, fehlt bisher ein
Grundlagenwerk zu den Wirkungen von Filmmusik. Dies will das
Lehrbuch sein und darüber hinaus erstmalig einen umfassenden und
aktuellen Überblick zu empirischen Ergebnissen im Bereich
audiovisueller Wirkungsforschung liefern. In verständlicher und
übersichtlicher Form, unterstützt durch zahlreiche Abbildungen und
ein umfangreiches Register, gibt das interdisziplinär angelegte
Werk zuverlässig Auskunft und Orientierung in bezug auf
Filmmusiktheorien und psychologische Grundlagen.
Philosophie und Psychologie der Filmmusik – beeindruckend<br/><br/>Filmmusik ist ein weites Feld, ein Buch, das dieses gesamte Feld abdeckt, dementsprechend schwer zu finden bzw. zu schreiben. Daher ist der Autorin Claudia Bullerjahn, die sich mit ihrem Buch weit in das Gebiet der Filmmusik hineinarbeitet und eine ausführliche Analyse ihrer möglichen Wirkungen, der Mittel und der Ursachen/Ursprünge bietet, höchster Respekt zu zollen. Sicher kann auch sie nicht alle Themenkomplexe bis ins letzte Detail ausleuchten, doch die Themen, die sie vorstellt, wurden sehr tiefgehend von ihr ausgearbeitet. Die Entwicklung des Films, der Filmmusik und deren Techniken wird von der Autorin zumeist diachronisch aufgearbeitet. So findet die Stummfilmmusik ebenso Platz wie die Musik zu Sergej Eisensteins, Alfred Hitchcocks oder Peter Greeneways Filmen. Musiker wie Michael Nyman kommen zu Wort, Philosophen wie Theodor Adorno und Hanns Eisler werden zitiert, die wichtigsten Theorien der philosophischen und psychologischen Analyse von Filmmusik werden vorgestellt und beurteilt. Nach einer<br/><br/>filmmusikalischen Grundlagenanalyse dringt Bullerjahn tief in die hermeneutisch-philosophische und kognitiv-psychiologische Ebene der möglichen Wirkungen von Filmmusik ein. Der Rezipient der Musik rückt dabei im Laufe ihrer Betrachtungen immer weiter in den Vordergrund. Begleitet wird der Text von anschaulichen und aufschlussreichen Diagrammen und Tabellen, die manchmal sogar überraschende Einsichten erlauben. Ergo: Ein wundervolles und ausführliches Buch für alle, die sich für Filmmusik interessieren.<br/><br/>(co-forgotten aus Kühnhaide, Sachsen, Internetrezension bei Amazon.de, 02.01.03)
Dr. Claudia Bullerjahn studierte an der Hochschule für Musik und Theater Hannover (Schulmusik, pädagogische Psychologie, Philosophie, Klavierpädagogik, Musikwissenschaft / Musikpädagogik) und an der Universität Hannover (Biologie); seit 1990 ist sie am Institut für Musik und Musikwissenschaft der Universität Hildesheim tätig, derzeit als wissenschaftliche Assistentin.
Einleitung – Kategorisierung von akustischen Ereignissen im Film – Beziehungen zwischen Filmmusik und Bildinhalten – Beschreibung und Kategorisierung der Funktionen von Filmmusik – Filmmusiktechniken – Physiologische Grundlagen der audiovisuellen Wahrnehmung – Entwurf eines übergreifenden Modells zur Wirkung von Filmmusik – Wirkungen von Filmmusik: Bannung und Vereinnahmung; Strukturelle Wahrnehmung; Emotionale Einfühlung; Aneignung von Wissen und Informationsspeicherung; Kognitive Schema-Anwendung; Urteils- und Meinungsbildung; Konditionierung und Motivation von Verhalten – Zusammenfassung und Schlussbetrachtung – Summary and conclusion
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