Grimms Wörter - Grass, Günter

Günter Grass 

Grimms Wörter

Eine Liebeserklärung

Illustrator: Grass, Günter
Gebundenes Buch
 
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Grimms Wörter

Die Brüder Grimm erhalten im Jahr 1838 einen ehrenvollen Auftrag: Ein Wörterbuch der deutschen Sprache sollen sie erstellen. Voller Eifer machen sie sich ans Werk. Aberwitz, Angesicht, Atemkraft fleißig sammeln sie Wörter und Zitate, in wenigen Jahren sollte es zu schaffen sein. Barfuß, Bettelbrief, Biermörder sie erforschen Herkommen und Verwendung, sie verzetteln sich gründlich. Capriolen, Comödie, Creatur am Ende ihres Lebens haben Jacob und Wilhelm Grimm nur wenige Buchstaben bewältigt.
Günter Grass erzählt das Leben der Brüder Grimm auf einzigartige Weise als Liebeserklärung an die deutsche Sprache und die Wörter, aus denen sie gefügt ist. Er schreibt über die Lebensstationen der Märchen-Brüder, über ihre uferlose Aufgabe und die Zeitgenossen an ihrer Seite: Familie und Verleger, Freunde, Verehrer und Verächter.
Spielerisch-virtuos spürt Grimms Wörter dem Reichtum der deutschen Sprache nach und durchstreift die deutsche Geschichte seit der Fürstenherrschaft und den ersten Gehversuchen der Demokratie. Von der Vergangenheit mit ihren politischen Kämpfen und ganz alltäglichen Sorgen schlägt Günter Grass manche Brücke in seine eigene Zeit.


Produktinformation

  • Verlag: Steidl
  • 2010
  • 2. Aufl.
  • Ausstattung/Bilder: 360 S.
  • Seitenzahl: 360
  • Deutsch
  • Abmessung: 243mm x 166mm x 33mm
  • Gewicht: 908g
  • ISBN-13: 9783869301556
  • ISBN-10: 3869301554
  • Best.Nr.: 29976207

Perlentaucher-Notiz zur NZZ-Rezension

Gutes hat Rainer Moritz über dies jüngste und, so raunt sein Verfasser, möglicherweise auch letzte Buch von Günter Grass zu sagen. Schlechtes allerdings auch. Das Gute betrifft vor allem jene (vorderen) Teile, in denen es tatsächlich um die Brüder Grimm und dabei wiederum ihr großes, zu Lebzeiten sehr unvollendetes Wörterbuch-Projekt geht. Bald aber und allzu merklich schiebe sich dann eine andere Figur in den autobiografischen Vordergrund, die sich erstens für bedeutend, zweitens für beinahe unfehlbar und drittens auch noch für verhöhnt und verspottet halte Ecce Günter Grass. Dessen Stärken sieht der Rezensent im wortreichen Spiel mit der Sprache; allerdings neige er dabei leider auch stets zu Überschwang und Barock ohne rechtzeitigen Stopp. Bleibt also, summa summarum, ein sehr gemischtes Vergnügen.

© Perlentaucher Medien GmbH

Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 22.08.2010

Literatur Klar, dass er das alles noch mal kurz aufschreiben musste. Wie er in Kalkutta die Armut gesehen hat, wie er Willy Brandt zum Kanzler gemacht hat, wie ihm die Kritik ein Leben lang unrecht getan hat, wie er in dieser DDR-Sache ein Leben lang recht gehabt hat, wie es überhaupt so ist, ein Leben lang recht zu haben. Wie gut einem der Schnaps da schmeckt und wie leicht einem die ganze Schreiberei von der Hand geht. Ja, blöd nur, diese kleine Sache mit der Waffen-SS. Aber so viel hatte er eigentlich damit gar nicht zu tun: "Es geschah auf einer winterstarren Waldlichtung." Viele Jahre ist dieser Mann den Berg der Selbstgerechtigkeit emporgewandert. Mit diesem Buch hat er den Gipfel erreicht (Günter Grass: "Grimms Wörter - Eine Liebeserklärung". Steidl, 357 Seiten, 29,80 Euro).

vw

Alle Rechte vorbehalten. © F.A.Z. GmbH, Frankfurt am Main
Günter Grass wurde am 16. Oktober 1927 in Danzig geboren, absolvierte nach der Entlassung aus amerikanischer Kriegsgefangenschaft eine Steinmetzlehre, studierte dann Grafik und Bildhauerei in Düsseldorf und Berlin. 1956 erschien der erste Gedichtband mit Zeichnungen, 1959 der erste Roman 'Die Blechtrommel'. 1965 erhielt der Autor den Georg-Büchner-Preis, 1994 den Karel-Capek-Preis. 1999 wurde ihm der Nobelpreis für Literatur verliehen und 2009 wurde er zum Ehrenpräsidenten des P.E.N. ernannt. Grass lebt in der Nähe von Lübeck.

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Kundenbewertungen zu "Grimms Wörter" von "Günter Grass"

3 Kundenbewertungen (Durchschnitt 5 von 5 Sterne bei 3 Bewertungen ***** ausgezeichnet)
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Bewertung von MaWiOr aus Halle am 11.03.2012 ***** ausgezeichnet
Im Jahr 1838 erhielten die Gebrüder Wilhelm und Jakob Grimm von den Leipziger Verlegern Reimer und Hirzel den ehrenvollen Auftrag: ein „Deutsches Wörterbuch“ zu erstellen. Voller Eifer machten sie sich an das Werk, unterstützt von mehr als achtzig Mitarbeitern, die über 600.000 Belege beschafften. Sie arbeiteten nach Buchstaben: Aberwitz, Angesicht … Barfuß, Bettelbrief … Capriolen, Comödie …

Doch die Gebrüder unterschätzten den gigantischen Umfang des Vorhabens, denn zu jedem Wort erforschten sie Herkommen und Verwendung. Zu ihren Lebzeiten bewältigten sie nur wenige Buchstaben (A bis F). Nach ihrem Tode wurde die Arbeit von mehreren Forschungsgenerationen fortgesetzt, bis das „Opus Magnum“ 1961 nach über 120 Jahren endlich vollständig war.

Günter Grass erzählt in seinem neuen Roman „Grimms Wörter“ die Lebensgeschichte der Brüder, wobei auch die Familie und Verleger, Freunde, Verehrer und Verächter ihre Be-achtung finden. Es ist jedoch keine Biografie, vielmehr verfolgt Grass die Stationen der Geschichte des Wörterbuches von Buchstaben zu Buchstaben. Er schildert die unendliche Arbeit an diesem Projekt. Diese „Liebeserklärung“, wie es im Untertitel heißt, ist der deutschen Sprache gewidmet, die für den Nobelpreisträger ebenfalls ein Leben lang die eigentliche Heimat war.

Grass verbleibt in seiner wortgewaltigen Schilderung jedoch nicht in der Mitte des 19. Jahrhunderts, immer wieder reflektiert er Zeitläufte der deutschen Geschichte danach bis in die jüngste Gegenwart. Daneben schlägt der Autor auch so manche Brücke in seine eigene Biografie und in sein eigenes umfangreiches literarisches Schaffen. Neben der lebenslangen Mühsal der Gebrüder Grimms steht als Parallel der Kraftakt des Grass'schen Schreibens.

Manfred Orlick

Diese Bewertung bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Broschiertes Buch

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Bewertung von waldschrat aus Bad Harzburg am 17.09.2010 ***** ausgezeichnet
Wie immer ist die Lieferung zu absoluter Zufriedenheit erfolgt: Zuverlässigkeit, Schnelligkeit, Vollständigkeit der Bestellung sowie Unversehrtheit der Ware - alles das spricht für Buchversand durch buecher.de.
Nun muss das Buch nur noch gelesen werden. Durch seine schöne Gestaltung lädt es wirkungsvoll dazu ein. Ein echtes Prunkstück.

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Bewertung von marialaach am 03.09.2010 ***** ausgezeichnet
Günter Grass : Grimms Wörter

dass ich hier alles klein schreibe, ist neben den märchen ein vermächtnis der brüder Grimm. leider wurde es nicht in die rechtschreibreform einbezogen, aber das kann ja noch kommen. grass hat in seiner bewunderung für beide auch nicht getan, dafür hat ein buch geschrieben, dass den beiden ein exzellentes denkmal setzt. beschreibung ihrer methode, das inventar der deutschen sprache zu erheben und zu sichern war ein lebenswerk, dessen vollendung erst mitte des 20. jahrhunderts gelang. Grass stellt ihr leben dar, ihr leiden und verschränkt es mit seinem leben, indem er punktuell auf seine literarischen, poltischen und moralischen ambitionen abhebt; dezent und präzise in diktion und absicht. ein vermächtnisbuch, vielleicht sein letztes, wie er andeutet, kaum zu glauben bei diesem fabulierkünstler. reflexionen über seinen, den tod lassen tiefgründige philosophische aspekte aufscheinen. durchgängiges prinzip ist aber nicht nur seine biograpgische verschränkung mit den grimms, nein er entfaltet literaturgeschichtliche, philosophische und geistesgeschichtliche kontexte auf eine solch spielrische art, dass es ein genuss ist, das lesen auf den grund der wörter hin, der wörter grimms, zu erleben. Grimms Wörter ist kein märchenbuch, obwohl es märchenhaft geschrieben ist. wenn ich einen wunsch frei hätte: es sollte nicht Grass letztes buch sein!?

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