Griechenland - Rondholz, Eberhard

Griechenland

Ein Länderporträt

Eberhard Rondholz 

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Griechenland

Die Auswirkungen der Krise in Griechenland hat bei vielen zuvor begeisterten Urlaubern die Sympathien für das Land gedämpft, aber das Buch von Eberhard Rondholz greift weiter und gibt all jenen einen fundierten Einblick in Politik, Geschichte, Kultur und Alltagsleben, die sich mit oberflächlichen Einschätzungen nicht begnügen wollen.

Griechenlands Image hat im letzten Jahr arg gelitten, seit das Land knapp am Staatsbankrott vorbeigeschlittert ist. Nun wird in Deutschland nur noch über Misswirtschaft und Korruption geredet, wie ehedem von der weiß-blauen Inselherrlichkeit geschwärmt worden war. Zerrbilder das eine wie das andere. Das weiß niemand besser als Eberhard Rondholz, der seit Jahrzehnten über die Vorzüge und die Schattenseiten Griechenlands berichtet. In diesem Buch schreibt er vom Moloch Athen und seinen liebenswerten Seiten, vom Alltag der Neugriechen und ihrem gebrochenen Verhältnis zu den antiken Vorfahren, vom Dauerkonflikt mit der Türkei und dem Umgang mit ethnischen und religiösen Minderheiten, von der Lust der Griechen am Streiken und schließlich von ihrer Gabe, selbst in Zeiten der größten wirtschaftlichen Krise die Kultur der Gastfreundschaft zu pflegen. Ein differenziertes Länderporträt, das sich wohltuend von den allseits gepflegten Klischees abhebt.


Produktinformation

  • Verlag: Links
  • 2011
  • 2. Auflage.
  • Ausstattung/Bilder: 2011. 200 S. m. 1 Übers.-Kte. 205 mm
  • Seitenzahl: 200
  • Deutsch
  • Abmessung: 210mm x 126mm x 22mm
  • Gewicht: 273g
  • ISBN-13: 9783861536307
  • ISBN-10: 3861536307
  • Best.Nr.: 32602012
Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 07.11.2011

Lügner und Betrüger?
Eberhard Rondholz zeigt
das wahre Griechenland
Berühmte Hellenen wie der listenreiche Odysseus, die schöne Helena, der weise Sokrates, die künstlerische Melina Mercouri, der mächtige Aristoteles Onassis, der torgefährliche Theofanis Gekas oder die Figur des Lebenskünstlers Alexis Sorbas prägen unsere Wahrnehmung von den sagenhaften, den klassischen und den neuzeitlichen Griechen.
Sie gelten als weltoffen und gastfreundlich, lebensfroh und improvisationsbegabt. Doch die schönen Fantasien sind getrübt. Manche tonangebende deutsche Medien stellen seit einiger Zeit die Griechen als notorische Lügner und Betrüger, unverbesserliche Diebe und Faulenzer hin und benutzten dafür einen beleidigenden Wortschatz, den sogar die Bundeskanzlerin in den Mund nahm.
Unbestreitbar ist: die Griechen haben ihre Krise großenteils selbst verursacht und verschuldet. Aber es gab auch andere Faktoren, die maßgeblich zu dem Finanzdesaster beigetragen haben wie zum Beispiel weltweite Spekulationen gegen das Land, glänzende Geschäfte deutscher Banken mit griechischen Anleihen oder die hässliche Schmiergeldaffäre des Siemens-Konzerns, was gerne …

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Perlentaucher-Notiz zur Sueddeutsche Zeitung-Rezension

Mit dem Plauderton eines alten hellenischen Geschichtenerzählers durchs Krisenland, das lässt sich Helmut Lolhöffel gefallen. Allerdings geht es dem Autor nicht um spießige Griechenland-Schwärmerei, wie uns der Rezensent entwarnend berichtet, auch nicht um Schadenfreude, nein, sondern um einen kritisch distanzierten, wissensreichen Blick, getragen von der Grundsympathie eines Kenners (mit Teilwohnsitz in Skopelos). Auf die Art erfährt der Rezensent über Sirtaki und Dorfbräuche, über mangelnde Steuermoral, Korruption, sich selbst bereichernde Eliten und irrwitzige Rüstungsgeschäfte im schönen Griechenland, aber eben auch über lukrative Waffengeschäfte mit der Bundesrepublik, angestiftet von Herrn Westerwelle.

© Perlentaucher Medien GmbH
Eberhard Rondholz, Jahrgang 1938, Studium der Geschichte, Politischen Wissenschaft und Neugriechischen Philologie in Bonn, Köln und Athen; 1973 - 2000 Rundfunkredakteur beim WDR in Köln. Zahlreiche Rundfunk- und Fernsehfeatures, Zeitungs- und Zeitschriftenbeiträge über Griechenland, für die er 2009 den Ehrenring der Deutsch-Griechischen Gesellschaften erhielt.

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