Perlentaucher-Notiz zur Sueddeutsche Zeitung-Rezension
Mit dem Plauderton eines alten hellenischen Geschichtenerzählers durchs Krisenland, das lässt sich Helmut Lolhöffel gefallen. Allerdings geht es dem Autor nicht um spießige Griechenland-Schwärmerei, wie uns der Rezensent entwarnend berichtet, auch nicht um Schadenfreude, nein, sondern um einen kritisch distanzierten, wissensreichen Blick, getragen von der Grundsympathie eines Kenners (mit Teilwohnsitz in Skopelos). Auf die Art erfährt der Rezensent über Sirtaki und Dorfbräuche, über mangelnde Steuermoral, Korruption, sich selbst bereichernde Eliten und irrwitzige Rüstungsgeschäfte im schönen Griechenland, aber eben auch über lukrative Waffengeschäfte mit der Bundesrepublik, angestiftet von Herrn Westerwelle.
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 | Besprechung von 07.11.2011 |
Lügner und Betrüger?
Eberhard Rondholz zeigt
das wahre Griechenland
Berühmte Hellenen wie der listenreiche Odysseus, die schöne Helena,
der weise Sokrates, die künstlerische Melina Mercouri, der mächtige
Aristoteles Onassis, der torgefährliche Theofanis Gekas oder die
Figur des Lebenskünstlers Alexis Sorbas prägen unsere Wahrnehmung
von den sagenhaften, den klassischen und den neuzeitlichen
Griechen.
Sie gelten als weltoffen und gastfreundlich, lebensfroh und
improvisationsbegabt. Doch die schönen Fantasien sind getrübt.
Manche tonangebende deutsche Medien stellen seit einiger Zeit die
Griechen als notorische Lügner und Betrüger, unverbesserliche Diebe
und Faulenzer hin und benutzten dafür einen beleidigenden
Wortschatz, den sogar die Bundeskanzlerin in den Mund nahm.
Unbestreitbar ist: die Griechen haben ihre Krise großenteils selbst
verursacht und verschuldet. Aber es gab auch andere Faktoren, die
maßgeblich zu dem Finanzdesaster beigetragen haben wie zum Beispiel
weltweite Spekulationen gegen das Land, glänzende Geschäfte
deutscher Banken mit griechischen Anleihen oder die hässliche
Schmiergeldaffäre des Siemens-Konzerns, was …
Eine Fülle von Details zur Landes-, Parteien-, Kirchen-, Sprach-, Literatur-, Architekturgeschichte sowie, gleichsam als roter Faden, zu den deutsch-griechischen Befindlichkeiten gewährt einen fundierten, von billigen Vorurteilen freien, dringendst gefragten zeitgemäßen Gesamtüberblick. Horst Möller, Schattenblick Was sich angesichts eines bedrohlichen Staatsbankrotts höchst unspektakulär als "Länderporträt" anbietet, ist eine profunde Bestandsaufnahme deutsch-griechischer Befindlichkeiten ohne Schwärmerei und Vorurteile. Mit viel Verständnis werden auch Mentalität und Alltagsleben beschrieben. Ein zeitgemäßer Gesamtüberblick, differenziert und mit Empathie zusammengestellt. Sigurd Schuster-Schmah, ekz Einkaufszentrale der Bibliotheken Eines der inhaltsreichsten und kenntnisreichsten Bücher über Griechenland, das je erschienen ist. Eberhard Rondholz beschreibt Land und Leute, Geschichte und Gegenwart, Politik und Kultur, Tavernen und Gebräuche mit einer unübersehbar herzlichen Grundsympathie, aber vorurteilsfrei, mit kritischer Distanz und ohne philhellenistische Schwärmerei. Helmut Lölhöffel, Süddeutsche Zeitung
Eine Fülle von Details zur Landes-, Parteien-, Kirchen-, Sprach-, Literatur-, Architekturgeschichte sowie, gleichsam als roter Faden, zu den deutsch-griechischen Befindlichkeiten gewährt einen fundierten, von billigen Vorurteilen freien, dringendst gefragten zeitgemäßen Gesamtüberblick. Horst Möller, Schattenblick
Eberhard Rondholz, Jahrgang 1938, Studium der Geschichte, Politischen Wissenschaft und Neugriechischen Philologie in Bonn, Köln und Athen; 1973 - 2000 Rundfunkredakteur beim WDR in Köln. Zahlreiche Rundfunk- und Fernsehfeatures, Zeitungs- und Zeitschriftenbeiträge über Griechenland, für die er 2009 den Ehrenring der Deutsch-Griechischen Gesellschaften erhielt.