Gottesdienst / Evan Delaney Bd.1 - Gardiner, Meg
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Meg Gardiner 

Gottesdienst / Evan Delaney Bd.1

Thriller. Deutsche Erstausgabe

Aus d. Amerikan. v. Stefan Rohmig
Broschiertes Buch
 
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Gottesdienst / Evan Delaney Bd.1

"Gardiner ist auf ihrem Weg an die Spitze." The Bookseller

"Eine fesselnde Story um Mord, Terrorismus und eine Menge dunkler Geheimnisse." Publishing News

""Gottesdienst" hat mich von der ersten Seite an gefesselt." Stephen King


Produktinformation

  • Verlag: Heyne
  • 2008
  • Ausstattung/Bilder: 2008. 492, 14 S.
  • Seitenzahl: 512
  • Heyne Bücher Nr.67553
  • Deutsch
  • Abmessung: 187mm x 120mm x 40mm
  • Gewicht: 412g
  • ISBN-13: 9783453675537
  • ISBN-10: 3453675533
  • Best.Nr.: 23817206
»Die beste Krimireihe der letzten zwanzig Jahre.« Stephen King<br/><br/>"Eine fesselnde Story um Mord, Terrorismus und eine Menge dunkler Geheimnisse." Publishing News

"Ihre fünf Romane sind, kurz gesagt, die beste Krimireihe der letzten zwanzig Jahre."

"Ihre fünf Romane sind, kurz gesagt, die beste Krimireihe der letzten zwanzig Jahre."
Meg Gardiner wuchs mit zwei Schwestern und einem Bruder im kalifornischen Santa Barbara auf. Nach dem Abschluss des Jurastudiums an der Stanford Law School praktizierte sie zunächst als Anwältin, bevor sie ihren Beruf aufgab und nach England übersiedelte. Dort begann sie zu schreiben und veröffentlichte im Jahr 2002 ihr Romandebüt. 2008 wurde sie für den Roman "Gottesdienst" mit dem Edgar Award ausgezeichnet. Heute lebt sie mit ihrem Mann und ihren drei Kindern nahe London.

Leseprobe zu "Gottesdienst / Evan Delaney Bd.1" von Meg Gardiner

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Leseprobe zu "Gottesdienst / Evan Delaney Bd.1" von Meg Gardiner

1. Kapitel

Bei der Begrüßung hielt sich Pete Wyoming nicht lang mit Händeschütteln auf. Seine Ausstrahlung traf die Leute wie das Geschoss aus einer Steinschleuder. Stocksteif und von hagerer Statur, trug er das Haar militärisch kurz. Als ich ihn zum ersten Mal sah, trug er außerdem ein Protestplakat vor sich her und kochte vor Wut. Auf dem Plakat stand: "Gott hasst Huren". Er reckte es den Trauergästen entgegen, als wir aus der Kirche in die Herbstsonne hinaustraten. Hinter ihm schwenkten seine Anhänger weitere Schilder mit Aufschriften wie: "Aids ist die gerechte Strafe". Die Tochter der Verstorbenen ging hinter dem Sarg und umklammerte die Hand ihres Ehemannes. Kaum hatte Wyoming sie erspäht, fing er an zu skandieren: "Huren haben hier nichts verloren, Claudine wird in der Hölle schmoren!"

Zu diesem Zeitpunkt beging ich meinen ersten Fehler. Ich tat ihn als bigotten Maulhelden ab, als einen Mann, der ganz einfach Probleme mit Frauen hatte. Und damit unterschätzte ich ihn gewaltig.

Wyoming war Pastor einer Kirchengemeinde namens Die Standhaften, die sich als letzte Gottesfürchtige in einer von Eitergeschwüren übersäten Welt betrachteten. Santa Barbara, diese Bilderbuchstadt mit ihrem acrylblauen Himmel und den roten Ziegeldächern, mit ihren Kaffeebars und Stränden und der mexikanisch-amerikanischen Herzlichkeit ihrer Einwohner, hielten sie für das Schleusentor im Abfluss zur Hölle. Und sie verliehen ihrer Einschätzung Nachdruck, indem sie bei Beerdigungen von Aids-Opfern auftauchten und sie verhöhnten.

Nikki Vincent, die Tochter der Verstorbenen, hatte gewusst, dass sie da sein würden, und uns empfohlen, sie einfach zu ignorieren. Wie Kakerlaken, die einem unter den Schuh geraten sind.

Jetzt legte sie eine kaffeebraune Hand auf den Sarg, als wollte sie sagen: Mach dir keine Sorgen, Mama, ich schaff das schon. Vielleicht wollte sie auch ein letztes Mal Kraft bei ihrer Mutter schöpfen. Claudine Girard hatte nie klein beigegeben. Die Frau mit dem französisch-haitianischen Akzent war schon in der Aids-Aufklärung aktiv, als die Krankheit sich noch nicht in ihren Körper gefressen hatte. Außerdem war sie meine Professorin an der Universität gewesen. In ihren Literaturvorlesungen hatte sie uns immer dazu aufgefordert, Mut zu fassen und uns dem Leben zu stellen. Es war unfassbar, dass sie nicht mehr bei uns war.

In Santa Barbara war sie weithin bekannt. Insofern war es kein Wunder, dass sich zahlreiche Reporter unter den sich im Wind wiegenden Palmen um die spanische Kirche drängten. Sie wollten Action. Und Wyoming war dabei, sie ihnen zu geben. Er straffte seinen Kordelschlips und fixierte Nikki, die sich, im siebten Monat schwanger, auf ihren Ehemann stützte, bereit für den Spießrutenlauf.

Wyoming erhob sein Plakat. "Ding, dong, die Hexe ist tot! Welche Hexe?"

Die Standhaften fielen in sein Lied ein: "Die Voodoo-Hexe!"

Es waren ungefähr zwanzig Meter bis zum Leichenwagen, der am Bordstein wartete - ein weiter Weg. Der Leiter des Bestattungsunternehmens, der sich bisher unauffällig im Hintergrund gehalten hatte, rang bestürzt die Hände. Beerdigungen, bei denen es zu Ausschreitungen kam, waren keine gute Reklame für seinen Betrieb. Nun schob er die Sargträger vorwärts. Nikki hob das Kinn und schloss sich ihnen an, ihr Gesicht zeigte keine Regung, eine Sonnenbrille verbarg ihre vom Weinen geschwollenen Lider.

Eine stupsnasige Frau drängte sich plötzlich aus der Menge nach vorne. "Hurenböcke! Schwulenliebchen! Haut ab mit eurem Hokuspokus nach Haiti!"

Die Trauergäste ignorierten die Demonstranten. Wir waren eine bunt gemischte Gruppe: Kollegen von der Universität, Claudines Familie aus der Karibik und Freunde wie ich, mit meinen keltischen Gesichtszügen, den Mittelklassemanieren und dem Aufruhr, der in meinem Inneren tobte. Meine eigene Religion war so etwas wie ein unterirdischer Katholizismus, der lediglich bei Todesfällen und an Feiertagen ans Licht drängte. Gott als Drohgebärde - das war mir fremd. Ich spürte, wie ich ganz allmählich die Fassung verlor, aber um Nikkis willen richtete ich meinen Blick in die Ferne und marschierte weiter.

Verärgert, dass niemand von uns auf die Provokation reagierte, zeigte ein aknegesichtiger Mann mit Bürstenhaarschnitt auf Nikki. "Wir reden mit dir, du Hexe!"

Das brachte das Fass zum Überlaufen. Nikkis Ehemann Carl, ansonsten eher mit dem Mut und dem Temperament eines Buchhalters ausgestattet, drehte sich zu ihm. "Wie können Sie es wagen, so mit meiner Frau zu sprechen?"

Peter Wyoming richtete sich auf. "Frau? Sie meinen wohl Ihre Hure?"

Seine Anhänger lachten, feuerten ihn an und schwenkten ihre Plakate.

Carls dicke Brille saß ihm schon ganz schief im Gesicht. "Ihr Schweine! Ihr nennt euch Christen? Schämt euch!"

Wyoming blinzelte wie eine Eidechse, die blassblauen Augen direkt auf Nikki gerichtet. "Der Herr spricht: Ich habe gesehen deine Ehebrecherei, deine Geilheit, deine freche Hurerei."

Carls Muskeln zuckten unter seinem Nadelstreifenanzug. "Nicht!", rief Nikki. Sie machte einen Schritt auf Wyoming zu und blickte mich dann hilfesuchend an. "Evan... -"

Wir hängten uns gleichzeitig an Carls Arme. Mittlerweile war er nur noch wenige Zentimeter von Wyoming entfernt und holte zu einem Schlag aus, den wir nicht hätten stoppen können. Aber dann hörte ich Nikkis Stimme, die beruhigend auf Carl einredete, gerade so laut, dass Wyoming es hören konnte.

"Er ist doch bloß ein hirnloser Hinterwäldler. Er ist es nicht wert."

Die ruhige Würde, die aus ihren Sätzen sprach, brachte ihn zur Besinnung. Er ließ die Fäuste sinken und wandte sich ihr zu. Das verächtliche Grinsen in Wyomings Gesicht, weil kein richtiger Mann sich von zwei Frauen zurückhalten ließ, überging er.

"Sie denken, dass Claudine was Besonderes war und dass sie sich immer für >Mitgefühl< und >Heilung< und >Bildung< eingesetzt hätte", sagte Wyoming laut. "Aber das sind alles nur schöne Worte für Hurerei."

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Kundenbewertungen zu "Gottesdienst / Evan Delaney Bd.1" von "Meg Gardiner"

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Bewertung von Alex aus Lehrte am 04.12.2008 ***** ausgezeichnet
Das Buch ist einfach nur hammer. Die Geschichte hält einen fest am Buch und man will nicht mehr aufhören zu lesen. Von der ersten Seite an ist es sehr spannend geschrieben. Ich kann es nur empfehlen

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Bewertung von Meyer aus Kiel am 30.10.2008 ***** ausgezeichnet
Eine fesselnde Story um Mord, Terrorismus und eine Menge dunkler Geheimnisse. Sehr empfehlenswert!

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