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Glister
Roman
Aus d. Engl. v. Bernhard Robben
- Einband: Gebunden
- Gebundenes Buch
Videoclip zu "Glister"
Produktinformation
- Verlag: Knaus
- 2009
- Ausstattung/Bilder: 2009. 284 S.
- Seitenzahl: 284
- Deutsch
- Abmessung: 223mm x 146mm x 30mm
- Gewicht: 491g
- ISBN-13: 9783813503494
- ISBN-10: 3813503496
- Best.Nr.: 26333701
Leseprobe zu "Glister"
Bitte klicken Sie auf die Navigation oder das Artikelbild, um in "Glister" von "Burnside, John" zu blättern!
Produktbeschreibung zu "Glister"
Kurzbeschreibung
'Einer der wahrhaft verwegensten und spannendsten Autoren unserer Zeit.' -- Frankfurter Allgemeine Zeitung
Beschreibung
"Mit dem übersinnlichen Thriller Glister erweist sich John Burnside als einer der brillantesten Romanciers unserer Zeit." -- Die Weltwoche
'Ein magisch geheimnisvolles Buch, das in abgründigen Bildern eine Parabel unserer Zeit erzählt.' -- Hamburger Abendblatt
Leseprobe zu "Glister" von John Burnside
"Träumen (S. 191-192)
Alice Morrison in der Polizeidienststelle versucht, nicht zu
träumen. Sie ist jetzt wach, hat aber gemerkt, dass dies kaum einen
großen Unterschied bedeutet, da die Träume selbst dann
wiederkehren, wenn sie den Kopf gesenkt hält, die Hände fest an die
Wand gepresst, die Augen weit offen. Sie hat stets Angst vor dem
gehabt, was jetzt geschieht, Angst davor, dass das Schlottern
einmal nach einigen Stunden oder nach ein, zwei Tagen nicht mehr
verschwinden, sondern bleiben würde, auf immer, ihr ständiger,
wachsamer Begleiter. Jetzt wuchern ihr Gesichter aus dem Boden
entgegen, grinsen sie aus der Wand an, tote, höhnische Gesichter,
immer höhnisch und verzweifelt zugleich, grässliche, unbekannte
Augen und Münder, die ihr entgegenflackern, wo sie sich auch
hinwendet.
Noch schlimmer aber sind die Geräusche im Kopf - keine Stimmen, nie
mehr nur Stimmen, nur das Geräusch von Möbeln, die verrückt werden,
Tischbeine, die über den Boden schleifen, ein Topfdeckel, der
scheppernd auf die Fliesen fällt, oder Klaviersaiten, die im
Dunkeln nachschwingen, als würde jemand am Instrument ruckeln,
immer und immer wieder. Oder …
Leseprobe zu "Glister" von John Burnside
"Wo ich jetzt bin, kann ich noch die Möwen hören. Alles andere
verklingt, wie ein Traum gerade dann verklingt, wenn man aufwacht
und sich an ihn erinnern will, nur die Möwen sind noch da, wild und
heiser krächzend wie immer. Zu Tausenden wogen sie auf und ab und
schreien gellend über die Landzunge, laut und ohne Unterlass,
weshalb ich nur sie hören kann, sie und ein letztes, fahles Echo
der über die Strandkiesel spülenden Flut, ein beharrliches Grollen,
das unter dem Gerufe dieser Geistervögel liegt, die ich kaum
wahrnahm in dem Leben, das ich hatte, ehe ich durch den Glister
ging. Mehr ist von diesem alten Leben auch nicht geblieben: Vögel,
die in lauten Schwärmen hungrig über die Landzungen flirren,
kaltes, graues Wasser, das ans Ufer schlägt. Nichts weiter. Kein
anderes Geräusch und nichts zu sehen als das weite, reine Licht, in
das ich aus freiem Willen immer wieder aufs Neue am Ende einer
Geschichte trete, die ich bereits zu vergessen beginne.
In jener Geschichte heiße ich Leonard, und solange sie geschah,
dachte ich, das Leben sei eine Sache und der Tod eine andere, aber
das dachte ich nur, weil ich noch nichts über den Glister wusste.
Jetzt ist diese …
Leseprobe zu "Glister" von John Burnside
14.10.2009
Das Evangelium nach St. John
Im Stromkreis der Verdammnis: In seinem ungeheuerlichen Roman
"Glister" erzählt der schottische Schriftsteller John
Burnside von Leben und Tod in den Ruinen der Zivilisation, von
Schuld und Erlösung.
Graue Häuser, verseuchte Wälder, kranke, wahnsinnige oder einfach
apathische Menschen. Innertown ist ein biblischer Ort, auch wenn
Gott ihn offenbar schon lange vergessen hat. Sein geheimes Zentrum
liegt außerhalb der Stadtgrenzen. Draußen auf der Landzunge stehen
die verlassenen Hallen einer ehemaligen Chemiefabrik.
Über viele Jahre hinweg war die schottische Kleinstadt von der
Fabrik abhängig. Als sie eines Tages zumachte, hinterließ sie nicht
nur Arbeitslosigkeit und eine riesige Industriebrache.
"Urplötzlich traten unerklärliche Häufungen seltener
Krebserkrankungen auf. Kinder litten unter grässlichen Gebrechen
und entwickelten seltsame Verhaltensstörungen. Außerdem
verzeichnete man eine unerklärliche Zunahme an Depressionen, eine
wahre Blütezeit dessen also, was in alter Zeit der reinste Irrsinn
genannt worden wäre." Nicht nur die Menschen leiden, sondern
auch die Natur: Innertown ist gesäumt von …
22.01.2010
Mächtiges Gleißen
John Burnside erzählt vom Glister. Aber was nur ist das?
„Glister”, sagt das Wörterbuch, ist archaisches Englisch für „funkeln, glänzen, gleißen, glitzern”. Was ist aber ein „Glister”, und was hat er seinerseits mit der aufgegebenen Chemiefabrik und dem übrigen Elend von Innertown zu tun? Und wie hängt der Glister mit einem gewissen G. Lister zusammen, dessen Firma vor vielen Jahren einmal gute Geschäfte am traurigen Chemiestandort machte? „Glister”, der düster glühende Roman des Schotten John Burnside, gibt Rätsel in Fülle auf, und nicht allen winkt eine Auflösung.
Der Glister jedenfalls, ein Apparat wie aus Kafkas „Strafkolonie”, ein „Hochofen” vielleicht oder eine „Gaskammer”, steht ganz am Ende des Romans im Innern der stillgelegten, aber immer noch böse strahlenden Chemiefabrik im verseuchten Ödland vor Innertown und gleißt. „In spätestens vierundzwanzig Stunden würde dieser Apparat bereit sein (. . .) – und wir, oder ich (. . .) irgendjemand jedenfalls wird durch die rostige alte Tür gehen und – etwas – betreten. Eine andere Welt, eine andere Zeit.”
Meisterschaft …
22.01.2010
Was ist das, Glister? Christoph Bartmann nimmt an, es handle sich
um eine Art Apparat wie aus Kafkas "Strafkolonie", düster
glühend wie der Text insgesamt. Allerdings bleibt das sagenhafte
Gerät auch so schimärenhaft wie der ganze Roman, und das lässt
Bartmann am Ende der Lektüre ziemlich unbefriedigt zurück. Dabei
jagt ihm John Burnside ganz schön gekonnt die Schauer über den
Rücken, schafft Bilder des Unfasslichen und Grauenhaften.
Bedauerlich nur, dass er auf die Handlung und die
Nachvollziehbarkeit seiner Fantasien nicht so viel Sorgfalt
verwendet. So erscheint dem Rezensenten das Schauerspektakel um die
seelen- und körperversehrende Chemieindustrie im schottischen
"Outertown" disparat und beiläufig und unglaubwürdig. Dem
Leser bloß einen Schrecken einzujagen, reicht dann doch
nicht.
© Perlentaucher Medien GmbH
Rezension
"Eingebettet in einen ewigen Kreislauf, kann der Leser nichts
Besseres tun, als am Ende sofort von neuem mit der Lektüre dieses
ungeheurlichen und tiefgründigen Romans zu beginnen." (FAZ,
Literaturbeilage)
"Einer der wahrhaft verwegensten und spannendsten Autoren
unserer Zeit." (Frankfurter Allgemeine Zeitung)
Rezensionen und Kritik
"Ein magisch geheimnisvolles Buch, das in abgründigen Bildern eine Parabel unserer Zeit erzählt."
Rezensionen und Kritik
"Ein magisch geheimnisvolles Buch, das in abgründigen Bildern eine Parabel unserer Zeit erzählt."
Rezensionen und Kritik
"Eingebettet in einen ewigen Kreislauf, kann der Leser nichts
Besseres tun, als am Ende sofort von neuem mit der Lektüre dieses
ungeheurlichen und tiefgründigen Romans zu beginnen." (FAZ,
Literaturbeilage)
"Einer der wahrhaft verwegensten und spannendsten Autoren
unserer Zeit." (Frankfurter Allgemeine Zeitung)
Autorenporträt zu "John Burnside"
John Burnside, geb. 1955 in Schottland, ist einer der profiliertesten Autoren der britischen Gegenwartsliteratur. Der Lyriker und Romancier wurde vielfach ausgezeichnet.
Mehr von
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