Gerücht und Revolution - Selbin, Eric

Eric Selbin 

Gerücht und Revolution

Von der Macht des Weitererzählens

Übersetzer: Rhoese, Leandra Viola
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Gerücht und Revolution

Warum finden Revolutionen statt? Jahrzehnte der Forschung haben uns kaum weitergebracht, wenn es darum geht, wo, wann und in welchen Milieus sie vorkommen. In diesem bahnbrechenden Buch erläutert Eric Selbin, dass wir über die ökonomischen, politischen und sozialen Strukturen hinausblicken sollten - auf die Gedanken und Gefühle der Menschen. Wir sollten Geschichten von früheren Ungerechtigkeiten und Kämpfen, die den gegenwärtigen Auseinandersetzungen um eine bessere Zukunft ähneln, verstehen lernen, weil Menschen diese immer wieder untereinander austauschen und verarbeiten.


Produktinformation

  • Abmessung: 229mm x 154mm x 22mm
  • Gewicht: 525g
  • ISBN-13: 9783534236534
  • ISBN-10: 353423653X
  • Best.Nr.: 30539778
Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 08.02.2011

Wenn die das können, können wir Ägypter es auch
Der US-Politologe Eric Selbin erklärt, wie die Erinnerung an Revolutionen aktuelle Revolutionen befeuert
Wieder einmal hat es die Politikwissenschaften eiskalt erwischt. Erst kamen der Fall der Berliner Mauer und der Zusammenbruch des Ostblocks für sie vollkommen überraschend. Nun stehen sie staunend vor den Umbrüchen in Tunesien und Ägypten. Zwar verfügt der Westen über Legionen von Nahostexperten. Aber vorhergesagt wurden die Ereignisse in Tunis und Kairo von ihnen nicht. Jahrzehnte der Forschung scheinen die Politikwissenschaften kaum weitergebracht zu haben, wenn es darum geht zu erklären, wo, wann und in welchen Milieus Revolutionen stattfinden.
Eric Selbin hat zumindest den Grund für diese analytische Schwäche seiner Zunft herausgefunden: Anstatt allein die ökonomischen, politischen und sozialen Strukturen von Ländern zu betrachten, bezieht der in Georgetown, Texas, an der Southwestern University lehrende Politologe explizit auch die Gedanken und Gefühle der Menschen mit in seine Studien ein. Damit dürfte er sich weitaus näher an den heutigen Realitäten der jungen, von den Social …

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Perlentaucher-Notiz zur Sueddeutsche Zeitung-Rezension

Dass sich die Politikwissenschaften demnächst besser in den Blogs umsehen und sich unbedingt Social-Media-Kompetenz aneignen sollten, um Geschehnisse wie die in Tunesien und Ägypten besser voraussagen zu können, scheint Thomas Speckmann nach der Lektüre von Eric Selbins Thesen zu Mythos und Nachahmung von Revolutionsgeschichten durchaus nachvollziehbar. Schließlich ist Revolutionsgeschichte nicht nur politisch und ökonomisch bedingt, sondern auch  durch die Gefühle und Gedanken der Menschen. Speckmann folgt Selbin und den von ihm herausgearbeiteten vier Typen von Revolutionsgeschichten (demokratisierende Revolution, Sozialrevolution, befreiende und vergessene Revolution) und staunt, wie ihm der Autor die Rezeption (und Transformation) dieser Geschichten durch die Betroffenen vor Augen führt. Ein großer Wurf, findet er. Tunesien, Kairo - alles gar nicht so überraschend.

© Perlentaucher Medien GmbH

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