Gerechtigkeit siegt - aber nur im Film - Taschner, Rudolf

Rudolf Taschner 

Gerechtigkeit siegt - aber nur im Film

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Gerechtigkeit siegt - aber nur im Film

Was ist denn schon gerecht? Der Ort unserer Geburt? Unsere Herkunft? Unsere Gene, die scheinbar Schicksal spielen? Der Zufall, der uns vor einem Unglück bewahrt, oder uns über Nacht zum Millionär werden lässt? Sind wir nicht alle gleich? Gerechtigkeit gibt es nicht!, rufen die traurigen, hoffnungslosen Realisten. Es ist eine wunderschöne Illusion, die uns hoffen und schaffen lässt, die anderen.
Rudolf Taschner wird Ihnen keinen Schiedsspruch über Gerechtigkeit liefern, er wird keinen Freibrief für Vorurteile ausstellen, kein Machtwort über Geld, Gesetz, Geschichte und Gewissen sprechen. Aber er wird Sie fühlen lassen, dass Ihr Glück nicht davon abhängt, wie groß Ihr Stück vom Kuchen ist.


Produktinformation

  • Verlag: Ecowin Verlag
  • 2011
  • Ausstattung/Bilder: 2011. 226 S. 215 mm
  • Seitenzahl: 226
  • Deutsch
  • Abmessung: 218mm x 154mm x 25mm
  • Gewicht: 430g
  • ISBN-13: 9783711000040
  • ISBN-10: 3711000045
  • Best.Nr.: 32678091
Er öffnet die Tore weit für die nicht Eingeweihten, und die scheinbaren Mysterien werden durch seine Begabung, das Komplizierte nicht einfacher als es ist, aber so klar wie möglich zu machen, plötzlich durchschaubar, durch seine Hilfe erkennen wir, dass wir mehr verstehen, als wir uns selbst zugetraut hätten, und wir schöpfen Mut, uns, in den alten und schönen Worten Immanuel Kants, der eigenen Vernunft auch ohne Anleitung zu bedienen. Daniel Kehlmann

Perlentaucher-Notiz zur F.A.Z.-Rezension

Angetan zeigt sich Michaela Seiser von Rudolf Taschners Untersuchung verschiedener Formen und Spielarten von Gerechtigkeit in Geschichte und Gegenwart. Das angenehm zu lesende Buch bietet in ihren Augen instruktive Ausflüge in diverse Wissenschaftsdisziplinen von der Biologie und Physik über die Philosophie, die Wirtschaftswissenschaften bis zur Rechtswissenschaft und der Theologie. Der Autor verleugnet seine eigene Profession - die Mathematik - nicht, was für Seiser etwa an der Darlegungen der Rentenproblematik anhand mathematischer Modelle deutlich wird. Dass der Markt nicht gerecht ist (wenn er auch nicht gleich ungerecht ist) scheint ihr nicht unbedingt neu, dass aber auch das Glück ungerecht sein soll, findet sie schon ein wenig desillusionierend.

© Perlentaucher Medien GmbH

Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 30.05.2011

Gerechtigkeit ist eine Illusion
Frühe Investitionen in Bildung sind besser als spätere Transfers

Ist der Markt gerecht? Nein, sagt der österreichische Mathematiker Rudolf Taschner und fügt hinzu: "Der Markt ist aber auch nicht ungerecht. Das wäre er nur, wenn er ungerechte Unterschiede schaffen wollte." Aber der Markt besitze keinen zielgerichteten Willen. Vielmehr scheine das Marktgeschehen chaotisch zu sein. Taschner führt Aktienkurse als Beleg an, die er als wirre auf und ab strebende Kurven in einem Koordinatensystem bezeichnet. Der Wissenschafter hat sich in seinem Buch "Gerechtigkeit siegt - aber nur im Film" auf die Suche nach der Gerechtigkeit gemacht und ist dabei gescheitert, wie er gleich zu Beginn seines Buchs feststellt: "Es gibt keine Gerechtigkeit, zumindest nicht auf Erden."

Auf seiner Suche unternimmt Taschner Ausflüge in so ziemlich jede Wissenschaftsdisziplin, angefangen von der Biologie und Physik über die Philosophie, die Wirtschaftswissenschaften bis zur Rechtswissenschaft und endet schließlich bei der Religion. Ganz verbergen kann Taschner seinen Brotberuf aber nicht: Anhand vereinfachter mathematischer Modelle …

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"Er öffnet die Tore weit für die nicht Eingeweihten, und die scheinbaren Mysterien werden durch seine Begabung, das Komplizierte nicht einfacher als es ist, aber so klar wie möglich zu machen, plötzlich durchschaubar, durch seine Hilfe erkennen wir, dass wir mehr verstehen, als wir uns selbst zugetraut hätten, und wir schöpfen Mut, uns, in den alten und schönen Worten Immanuel Kants, der eigenen Vernunft auch ohne Anleitung zu bedienen." Daniel Kehlmann
Univ.-Prof. Dr. Rudolf Taschner, geb. 1953 in Ternitz, studierte an der Universität Wien Mathematik und Physik. 1977 begann er seine Arbeit an der Technischen Universität Wien, an der er nach einem Zwischenaufenthalt in Stanford bis heute als Professor tätig ist. Rudolf Taschner gründete und betreibt zusammen mit seiner Frau und Kollegen der TU Wien math.space, einen Veranstaltungsort im Wiener MuseumsQuartier, der Mathematik als kulturelle Errungenschaft präsentiert und sowohl in Österreich als auch international größte Anerkennung als höchst innovative Einrichtung gefunden hat. 2004 wurde Rudolf Taschner zum Wissenschaftler des Jahres gewählt.

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Bewertung von narnia aus Alt Ruppin am 08.03.2011 ***** ausgezeichnet
Es mag ernüchternd klingen, aber die Erkenntnis, dass es hier auf Erden keine Gerechtigkeit für jedermann gibt, führt uns mitten in unseren Alltag. Rudolf Taschner bringt dazu in seinem Buch nicht nur eine Vielzahl von Beispielen, sondern er verspricht auch: "Dieses Buch beleuchtet den Begriff "Gerechtigkeit" aus den verschiedensten Blickwinkeln."

Seit Anbeginn der Menschheit sehnt sich diese nach Gerechtigkeit, spätestens nach diesem Buch ist klar, es wird sie nie geben. Der Autor geht weit in die Geschichte zurück um sich den Begriff Gerechtigkeit anzuschauen. Egal ob Camus oder die Unabhängikeitserklärung der USA von 1776, das Ergebnis ist immer wieder ernüchternd: Gerechtigkeit für alle ist nicht umsetzbar. Letzten Endes sind doch nicht alle gleich. Immer wieder sind einige etwas gleicher . . .

Obwohl Rudolf Taschner den Begriff Gerechtigkeit im Zusammenhang mit der Literatur, Philosophie, Geschichte und Politik immer wieder neu definiert und dabei die Suche nach Gerechtigkeit für jedermann nicht aufgibt, findet er sie letztlich nicht.

Besonders spannend war für mich sein letztes Buchkapitel "Gerechtigkeit und Gnade" zu lesen. Hier bringt der Autor Gerechtikeit mit dem Gericht Gottes in Zusammenhang. Wird sich die Gerechtigkeit für uns Menschen denn wenigstens in den himmlischen Gefilden finden lassen?

Wie immer wenn ein Thema auch theologisch betrachtet wird und es um Glaubensdinge geht, trifft man auf Dinge die die Menschheit trennt. So war Augustinus ein gestrenger Verfechter von Recht und Gesetz und längst nicht bereit für viele die himmlischen Tore zum Paradies zu öffnen. Origenes dagegen sah die Frage nach der Gerechtigkeit wesentlich entspannter. Er bringt die Gnade mit ins Spiel. Ganz sicher ist sie ein wesentlicher Schritt zu mehr Gerechtikeit, aber Gerechtigkeit für jedermann scheint mir auch hier nicht aufindbar zu sein.

Wem dieses Thema liegt, der wird dieses Buch verschlingen. Rudolf Taschner schreibt wie immer: Nicht wie ein trockner Professor, sondern gut verständlich und lebensnah! Ein fertiges Rezept für Gerechtigkeit kann auch Taschner nicht liefern, dafür jedoch gute Gedankenanstöße.


Christian Döring, www.buecherveraendernleben.npage.eu

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