Genie und Geld - Klauß, Jochen

Genie und Geld

Goethes Finanzen

Jochen Klauß 

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Genie und Geld

Er habe es geradezu "abscheulich" gefunden, schreibt Goethe in Dichtung und Wahrheit, seine Poesien "gegen Geld umzutauschen". Diese Selbstdarstellung steht in krassem Widerspruch zu seinem tatsächlichen und später so erfolgreichen merkantilen Durchsetzungswillen. Jochen Klauß veranschaulicht die materielle Basis für Goethes Werke, sein Vermögen, seine Ausgaben im Haushalt und auf Reisen, Honorare und andere Einkünfte. Und auch in Goethes Werk spiegelt sich das Verhältnis des Dichters zum Geld wider.


Produktinformation

  • Verlag: Artemis & Winkler
  • 2009
  • Ausstattung/Bilder: 2009. 219 S.
  • Seitenzahl: 219
  • Deutsch
  • Abmessung: 22 cm
  • Gewicht: 430g
  • ISBN-13: 9783538072541
  • ISBN-10: 353807254X
  • Best.Nr.: 25704566
Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 25.02.2009

Goethe im Selbstverlag

Goethe hat seinen "Götz von Berlichingen" selbst verlegt. Anonym und in einer vermutlichen Auflage von fünfhundert Exemplaren erschien das Werk, das in Darmstadt gedruckt worden war, wie der Historiker Jochen Klauß in seinem Buch "Genie und Geld" beschreibt. Klauß zeichnet nach, wie Goethe seinen Lebensunterhalt finanzierte und insbesondere, wie der Dichter und Staatsmann sich seine Reisen leisten konnte, parallel dazu eine umfängliche Kunstsammlung zusammenkaufte und trotzdem genügend Geld für den eigenen Lebensalltag übrig hatte. Die Anfänge waren mühsam. Der "Götz" jedenfalls, so Klauß, habe Goethe ganz und gar nicht reich gemacht. Sehr mühsam sei es gewesen, das 1773 in den Druck gegebene Werk anschließend zu verteilen. Schon allein daran sei der Selbstverlag letztendlich gescheitert. Überdies wurden kurz darauf zwei Raubdrucke in Umlauf gebracht, die Goethe zwar bekannter machten, zugleich jedoch Einnahmen abschöpften. "Schon im Sommer musste sich Goethe Geld borgen, um einen Teil der Schulden für das Papier begleichen zu können." Auch die "Leiden des jungen Werthers", die ein Jahr nach dem "Götz" erschienen, haben …

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Perlentaucher-Notiz zur Sueddeutsche Zeitung-Rezension

Fasziniert zeigt sich Rezensent Gustav Seibt von Jochen Klauß' Studie über die Finanzen Goethes, der auch in monetärer Hinsicht reich gesegnet war. Auf Autorenhonorare war der Dichter, der über ein stattliches Vermögen verfügte und zu den höchstbezahlten Beamten im Herzogtum Weimar zählte, nie angewiesen. Selten ist für ihn die Sozialgeschichte deutscher Literatur derart gut durchleuchtet worden wie hier von Klauß, vom Geldwesen des 18. Jahrhunderts bis zu den Kosten für Ärzte und Medizin. Besonders hebt Seibt den Vorschusspoker beim buchhändlerischen Großprojekt um Goethes Lebenswerk hervor. Die Darstellung zeichnet sich für ihn auch dadurch aus, dass sie Licht auf Goethes Charakter wirft, einen "realistischen, die Welt klar einschätzenden Kopf, dem die zeittypische Spekulationswut und Projektemacherei tief suspekt war". Etwas schade findet Seibt nur, dass Klauß sein Wissen nicht auch dazu nutzt, Goethes Denken zum Geldwesen näher zu beschreiben.

© Perlentaucher Medien GmbH

Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 20.08.2009

Keine Spekulation
Jochen Klauß’ vorzügliche Studie über Goethes Finanzen
Ein Repräsentant des bürgerlichen Zeitalters war Goethe auch dadurch, dass er mit Geld umgehen konnte. Aus einer vermögenden Familie stammend, die ihn schon als Studenten mit großzügigen Wechseln ausstatten konnte, trat er nach den ersten literarischen Sensationserfolgen in den Dienst des Herzogtums Weimar, wo er bald zu den höchstbezahlten Beamten aufstieg. So war er von Anfang an unabhängig von Autorenhonoraren, die unter den buchhändlerischen Bedingungen des 18. Jahrhunderts – ein einklagbares Urheberrecht fehlte – keinem deutschen Schriftsteller auf Dauer den Lebensunterhalt sichern konnten. Geldnöte wie Schiller oder Friedrich Schlegel kannte Goethe nie, was seiner Produktion ihren mählichen, von Publikumserwartungen unabhängigen Gang erlaubte – punktuelle Erfolge wie das Epos „Herrmann und Dorothea” eingeschlossen.
Ein üppiger Hausstand, weite, bequeme Reisen, riesenhafte Privatsammlungen von Kunstwerken und Naturalien, eine vorzügliche Tafel, elegante Garderobe, eigene Kutsche zeigten aller Welt den Wohlstand eines alteuropäischen Staatsmannes mit …

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Jochen Klauß Jahrgang 1951, promovierter Germanist und Historiker, ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Goethe-Nationalmuseum, Stiftung Weimarer Klassik. Zahlreiche Buchpublikationen zu Weimar und Goethe.

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