Leseprobe zu "Geliebter Che" von Ana Menendez
Wenn ich auf Reisen bin, verbringe ich gern den letzten Tag vor dem Rückflug in der Altstadt, um mich dort stundenlang in Trödelläden herumzutreiben, die anscheinend überall auf der Welt gleich sind: voller staubiger Regale, in denen sich alte Zeitschriften und Bücher und vergilbte Fotografien stapeln. Das Fliegen macht mich immer nervös, aber durch das Stöbern in fremden Erinnerungen gelingt es mir, meine Flugangst vor der Abreise zu beschwichtigen. Vor allem die Fotografien von Unbekannten versetzen mich zuverlässig in eine friedliche Stimmung, und im Lauf der Jahre habe ich mir eine ansehnliche Sammlung seriös wirkender und förmlich dreinblickender Gesichter angelegt, Momentaufnahmen von wildfremden Menschen. In vielen dieser alten Porträts ist mir ein ernster Schatten um den Mund aufgefallen, als wehrten sich die Fotografierten bereits gegen die Behauptung, diese Bilder gäben ihr wahres Ich wieder. An manchen Abenden, wenn die blaue Stunde hereinbricht, hole ich das eine oder andere Foto hervor und stelle mir vor, die auf das Papier gebannte Person sei eine fast schon vergessene alte Tante oder eine Urgroßmutter, die ihre Zigaretten mit einer langen silbernen Spitze rauchte. Aber ich weiß natürlich, dass es nur ein Spiel mit der Geschichte ist. Allen Fantasien zum Trotz bleibt jedes dieser Bilder ein Geheimnis für sich, von den Jahren zwischen uns abgestumpft und für immer zum Schweigen gebracht.
Vor einigen Jahren begann ich mich für die Fotos zu interessieren, die Flüchtlinge aus Kuba ins Exil mitgebracht hatten. Diese Fotos, stellte ich fest, waren häufig gerahmt oder liebevoll in Alben eingeklebt und wurden von Zeit zu Zeit, wenn Freunde zu Besuch waren, wieder hervorgeholt. Ich kam auf die Idee, aus diesen Fotos eine Wanderausstellung zusammenzustellen. Es gelang mir sogar, die nötige Finanzierung für das Projekt aufzutreiben, doch als es zur Sache ging, stieß ich auf allerlei unerwartete Hindernisse. Viele Familien, erfuhr ich zu meiner Bestürzung, wollten sich nicht von ihren Bildern trennen, nicht einmal für ein paar Tage. Und als ich mich – in aller Unschuld – einverstanden erklärte, stattdessen die Fotos von Exilanten zu verwenden, die vor Batista geflohen waren, gerieten meine politischen Motive ins Zwielicht, und das gesamte Projekt zerstob.
Ernüchtert gab ich mein Vorhaben auf und hakte die Vergangenheitsverklärung der Exilkubaner als eine der vielen destruktiven kubanischen Eigenschaften ab. Miami schien mir damals rückwärts gewandt. Die Leute benannten sogar ihre Geschäfte nach den Läden, die sie verloren hatten; auch die fanatischen Radiosender hießen so wie einst die Sender in Kuba, als wären sie die verschrobenen Söhne einer ehemals berühmten Familie. Dieses endlose Schmachten nach der Vergangenheit kam mir wie eine Form von Wahnsinn vor; so als vegetierte jeder in einem Irrenhaus, aus dem Leben vertrieben, und keiner wagte es offen auszusprechen.
Heute frage ich mich, ob der rückwärts gerichtete Blick des Exilanten – des kubanischen vor allem, der so hysterisch und leicht zu karikieren ist – nicht vielleicht ein Gegengift zu einer neuen und noch schrecklicheren Form von Wahnsinn sein könnte. Gleichgültig, unter welchen Umständen er sein Land verlassen hat, wacht der Exilant vielleicht eines Nachts auf, wie ein Reisender in einem fremden Raum, und fragt sich, wohin er seine Füße setzen, in welcher Richtung er die Tür suchen soll, durch die er hereingekommen ist. Vielleicht ist dieses Trennungstrauma – das im Augenblick unserer Geburt beginnt – der normale Lauf der Dinge, und es braucht Jahre geduldigen Lernens, bis man sich losgelöst hat und sich frei in der Welt bewegen kann, ohne sehnsüchtig zurückzublicken; und selbst dann drehen wir uns vielleicht eines Tages um und stellen fest, dass die Jahre eine dunkle Schlucht unter unseren Füßen ausgehöhlt haben.
Über meine Herkunft weiß ich nicht viel. Ich wurde von meinem Großvater in einem kleinen Haus, das sich von den anderen Häusern in der Straße praktisch nicht unterschied, in einem Vorort am westlichen Stadtrand von Miami aufgezogen. Jeden Morgen brachte er mich zu Fuß zur Schule, und jeden Nachmittag kamen wir zusammen wieder nach Hause. Wenn er etwas sagte, dann nur, um mich auf eine besondere Baumart aufmerksam zu machen, die ich kennen sollte, oder um mir den Namen einer Blume zu nennen, die in einem Vorgarten wuchs. Abends saß er auf seinem ungepolsterten gelben Stuhl und las, stundenlang, ohne ein Wort zu sagen. Später, wenn ich schon im Bett war, schaltete mein Großvater das Kurzwellenradio ein, das er im Schrank aufbewahrte, und ich schlief jeden Abend zu den Tönen anschwellender und wieder verklingender Radiosendungen ein, einem eigenartigen Gewinsel, das hin und wieder vom monotonen Gebrumm auf Spanisch verlesener Nachrichten unterbrochen wurde oder von den heiseren Klängen eines danzón, abgespielt über Entfernungen hinweg, die für mich noch unvorstellbar waren.
Im Haus meines Großvaters gab es keinen Fernseher, keine Zeitschriften, keine Fotos, nur Bücher und das wortlose Umblättern der Seiten. Über meine Eltern, wie über das meiste, sprach er wenig. Ich wuchs mit der Gewissheit auf, dass mein Vater im Gefängnis gewesen und dort gestorben war und meine Mutter mich in ihrem Kummer fortgeschickt hatte. Falls ich als Kind meinen Großvater überhaupt je nach meiner Mutter gefragt hatte, so weiß ich nicht mehr viel davon. Vielleicht spürte ich schon damals, dass eine große Enttäuschung mit ihr verbunden war, dass sie zu den vielen Dingen der Vergangenheit gehörte, über die man möglichst nicht sprach. Dazu kommt, dass mein Großvater in den Jahren meiner Kindheit die gesamte Welt verkörperte, die ich kannte. Doch trotz seiner verdrängten Sorgen hatte er es irgendwie fertig gebracht, mir eine ereignisarme, sogar angenehme Kindheit zu bieten; woran ich mich jetzt am besten erinnere, sind die ganz normalen Bestandteile des Heranwachsens:an das Plantschen in einem Plastikbecken mit den Nachbarskindern, an meine Uniform von der katholischen Schule und das tröstliche Gefühl, zu einer Gruppe zu gehören, die sich in den wesentlichen Fragen des Daseins einig ist. Vielleicht hatte sich mein Großvater im Licht der eigenen Erinnerungen an Aufruhr und Chaos vorgenommen, mir ein langweiliges, gewöhnliches Leben zu ermöglichen; oder vielleicht ist dies das Leben, das einer führt, der es aufgegeben hat, den Ereignissen einen Sinn abzuringen.
Irgendwann jedoch stellte mich das Schweigen meines Großvaters über meine Mutter nicht mehr zufrieden. Schon als Kind hatte ich begonnen, ein Vakuum hinter mir zu spüren, und je älter ich wurde, desto mehr machte mir der leere Raum zu schaffen, den meine Mutter hätte ausfüllen sollen. Später, als Jugendliche, brachte ich immer mehr Zeit damit zu, an sie zu denken, mir Geschichten über sie auszumalen, und in jeder Fantasie wurde sie schöner und aufregender, war der Frau, zu der ich selbst mich entwickelte, immer weniger ähnlich. Über den fraglosen Respekt und die Liebe, die ich meinem Großvater entgegengebracht hatte, legten sich nach und nach Frustration und Misstrauen. Je mehr Fragen ich an ihn hatte, desto mehr schien er sich in die Stille seiner Bücher zurückzuziehen. Als ich einmal von ihm wissen wollte, weshalb er kein einziges Foto von meiner Mutter besaß, das er mir zeigen konnte, antwortete er bloß, sie habe ihm nie eines gegeben.
Doch die Unstimmigkeiten zwischen uns machten stets an der Grenze unserer Einsamkeit Halt, und mir wurde klar, dass ich ihn nie im Stich lassen konnte. Sogar als ich mich an der Universität eingeschrieben hatte, kam ich jeden Samstag nach Hause, um mit ihm zu Mittag zu essen. Wenn es draußen schön war, setzte er sich manchmal nach dem Essen auf die Veranda, um eine Zigarre zu rauchen. Einmal beschloss ich, mich gleich zu ihm zu gesellen, statt wie sonst zuerst das Geschirr zu spülen, und ich nahm mir nach kurzem Zögern ebenfalls eine Zigarre. Für den Bruchteil einer Sekunde weiteten sich seine Augen ein wenig, doch er sagte nichts. Ich saß reglos da und blickte in den Garten hinaus. Nach ein paar Minuten dämpfte er seine Zigarre aus, und ich tat es ihm gleich. Ein Vogel schrie und verstummte wieder. Etwas raschelte im Gras. Am Morgen hatte es geregnet, und der Wind wehte jetzt den Geruch feuchter Erde vor sich her, der uns daran erinnert, dass wir auf lebendigen Boden treten.
Ich begann ihm zuerst von meinen Vorlesungen zu erzählen. Er stellte mir ein paar Fragen zu den Büchern, die ich las. Er hörte zu, dann sagte er: In der Literatur kann niemand den Russen das Wasser reichen, nicht mal Shakespeare. Nur die Russen haben begriffen, dass der Mensch seine Natur nicht ändern kann. Ich sah ihn an, aber er drehte sich nicht zu mir um. Also braucht man es gar nicht erst zu versuchen, sagte ich. In meiner Kehle brannte es unangenehm, sodass in meinem Ton vielleicht ein Ärger mitschwang, den ich nicht beabsichtigt hatte. Mein Großvater zuckte die Achseln. Man muss also einfach alles hinnehmen, hakte ich nach. Nun drehte er sich doch zu mir und sagte sehr leise: Du hast keinen Grund, böse auf mich zu sein. Auf wen denn sonst?, fragte ich, bemüht, ebenso leise zu sprechen. Mein Großvater gab keine Antwort. Ich verstehe einfach nicht, sagte ich langsam, wieso du so viele Jahre lang kein einziges Mal versucht hast, dich mit ihr in Verbindung zu setzen. Nach einer Pause fügte ich hinzu: Wenigstens meinetwegen. Mein Großvater rührte sich nicht, und ich sprach weiter, hastig jetzt, um die Stille zu verdrängen: Ich verstehe nicht, wieso du kein Foto von ihr hast, keinen Brief, kein einziges Dokument. Für mich sieht es so aus, als wäre ich in einer einzigen Lüge aufgewachsen – wieso sollte ich nicht denken, dass du mich vielleicht gekidnappt hast oder dass du überhaupt nicht mein Großvater bist? Mit meiner letzten Bemerkung war ich zu weit gegangen, das wusste ich, und ich verstummte. Nach einer langen Weile sagte mein Großvater: Dokumente willst du, Fotografien. Das ist für dich die Wahrheit? Ich gab keine Antwort. Ich hörte meinen Großvater mit dem Stuhl rücken, dann waren wir beide still. Als ich ihm den Kopf zuwandte, sah ich, dass seine Hand, die er an die Wange gelegt hatte, zitterte.
In das ausgedehnte Schweigen hinein sagte mein Großvater: In unserem Innenhof hatten wir einen Zitronenbaum. Es war ein kleiner Baum, er wuchs im Topf. Aber er gab gute Früchte. Als deine Mutter ein Kind war, pflückte sie die Zitronen und aß sie mit kleinen Bissen auf, eine nach der anderen. Wieder verstummte mein Großvater. Schon damals war sie so schön, dass sie machte, was sie wollte. Vor Überwindung verzerrte sich ihr Gesicht, aber das hielt sie nicht davon ab, hineinzubeißen. Mein Großvater sah mich an. Er senkte den Blick, doch er brachte ein Lächeln zu Stande, das die Furchen in seinem Gesicht vertiefte. Dann lehnte er sich zurück und stieß einen tiefen Seufzer aus. Dieser Regen tut dem Farn gut, sagte er. Kurze Zeit später fragte ich: Warum? Ich sagte es so leise, dass er mich vielleicht nicht gehört hatte. Er blieb noch eine Weile sitzen, dann stützte er beide Hände auf die hölzernen Armlehnen seines Stuhls und stemmte sich in die Höhe. Die Glasschiebetür hinter mir öffnete sich und schloss sich wieder.
Die Schatten wurden länger, dann breiteten sie sich aus. Nach und nach wurde mir bewusst, dass ich Musik hörte, sie kam aus dem Kurzwellenradio, und ich erkannte die traurige Stimme von Toña la Negra. Als das Lied vorbei war, begann ein anderes und danach wieder ein anderes, und alle drangen mir als Geraune ans Ohr. Ich hatte mich kaum bewegt. Seit einigen Jahren nahm ich eine merkwürdige Distanziertheit an mir wahr, eine Ziellosigkeit. Ich konnte stundenlang dasitzen und nichts tun, nichts empfinden. Jetzt hörte ich jedes kleine Rascheln im Gras, jedes mühselige Ameisengetrippel.
Ich blieb auf der Veranda, bis es fast dunkel war. Hinter mir öffnete sich die Schiebetür, und ich drehte mich um.
Mein Großvater hielt ein abgegriffenes, vergilbtes Stück Papier in der Hand.
Es war ihre Idee, sagte er, als er sich wieder auf seinem Stuhl niedergelassen hatte. Ich wollte dich ihr nicht wegnehmen, aber sie bestand darauf. Sie sagte, sie wolle dich außer Landes haben. Mein Großvater zündete die kleine Kerze zwischen uns an. Dann nahm er das Stück Papier erneut in die Hand, und als er sich zurücklehnte, ragte sein Schatten hünenhaft hinter ihm auf. Ich habe jahrelang versucht, mich mit ihr in Verbindung zu setzen. Jedes Jahr im Mai habe ich ihr zum Geburtstag geschrieben. Dass ich dir keine Briefe von ihr zeigen kann, liegt daran, dass sie nie geantwortet hat. Vor ein paar Jahren, fuhr mein Großvater nach einer Pause fort, als ein Freund nach Havanna reiste, habe ich ihn gebeten, ein Päckchen für sie mitzunehmen. Mein Großvater wandte sich zu mir: Es waren ein paar Bilder, die du gemalt hattest, und ein Schulfoto von dir. Aber als der Freund zu dem Haus kam, wohnten fünf verschiedene Familien darin, und von deiner Mutter Teresa war keine Spur.
Reglos saßen wir da. In der Stille zirpte eine ferne Grille, gefolgt vom Rauschen des Abendwinds, der brauste wie ein Feuer. Sie selbst hat alles so arrangiert, fuhr er fort. Sechs Monate später wollte sie nachkommen. Mein Großvater seufzte und befühlte den Rand des mürben Papiers. Im Kerzenlicht sah er viel älter aus, die Schatten ließen seine Finger knochiger, die Haut über seinen Knöcheln brüchiger wirken. Als ich den Ausreiseantrag gestellt hatte, fuhr er fort, beschlagnahmte der Staat mein Haus. Ich musste aber noch auf unsere Visa warten. Also blieb mir nichts anderes übrig, als zu ihr zu ziehen, in das Haus, das ich ihr geschenkt hatte. Nachts hörte ich dich schreien. In manchen Nächten hast du pausenlos geschrien. Ich weiß nicht, ob sie dich einfach hat liegen lassen oder ob du in ihren Armen geschrien hast. Ich habe mein Zimmer nie verlassen. Es war Dezember, sagte er. Am Tag der Abreise brachte sie dich in mehrere Decken gehüllt zu mir. Sie legte dich aufs Bett, und du hast dich nicht gerührt, du warst eingewickelt wie ein kleiner Kokon, große Augen, die sich im ganzen Zimmer umsahen und hin und wieder bei einem Gegenstand verharrten: fast wie bei einer Bestandsaufnahme. Sie gab mir eine Tasche mit deinen Sachen – ein paar Kleidungsstücken, Babyflaschen und dem braunen Teddybär, den du dann später auf dem Jahrmarkt verloren hast. Weißt du noch, wie du geweint hast? Und wie ich sagte, es sei nicht so schlimm, wir würden dir einen neuen kaufen. Aber du kannst dir vorstellen, wie das auch mir zu Herzen ging.
Mein Großvater faltete den Zettel auseinander. Irgendwann unterwegs, fuhr er fort, wickelte ich dich aus der Decke. Aber erst als wir in Miami angekommen waren, merkte ich, dass deine Mutter eine Nachricht an deinem Pullover befestigt hatte. Ich warf den Zettel weg, ohne ihn zu lesen. Aber am Abend holte ich ihn wieder aus dem Abfall. Ich wollte ihn dir nie zeigen. Was nützt es, so etwas aufzuheben? Mein Großvater glättete das Papier auf seinem Schoß, dann reichte er es mir, und seine Hand zitterte noch immer.
Ich hielt die Nachricht lange in den Händen, bis ich mich endlich darüber beugte, um sie im gelben Kerzenlicht zu lesen.
Lebwohl, doch du wirst bei mir sein, wirst mitgehen, drinnen in einem Tropfen Blut, der kreist in meinen Adern.
Ich las die Zeilen mehrmals hintereinander. Dann faltete ich den Zettel wieder zusammen und starrte in den dunklen Garten hinaus, bis mein Großvater aufstand und sagte, die Feuchtigkeit des Abends sei nicht gut für uns.
Ein paar Monate später gab ich mein Studium auf und begann zu reisen. An einem windigen Tag im Dezember fuhr ich die Küste entlang nach Sebastian Inlet. Ich nahm mir ein Zimmer in einem kleinen Hotel, in dem ich der einzige Gast war. Am ersten Morgen ging ich mit einer Zeitschrift zum Strand, und dort saß ich den ganzen Tag, in eine Decke gewickelt, und lauschte der Brandung. Kurz vor Sonnenuntergang stieg ein Schwarm Möwen vor dem dunkler werdenden Himmel auf wie hundert Abendsterne, und ich blieb da und sah ihnen zu, bis die Nacht hereinbrach.
Im Lauf der Monate, dann der Jahre zog ich immer weitere Kreise, mein Bedürfnis, mich fortzubewegen, war immer stärker als meine kleine Furcht vor Flugzeugen, als meine Furcht vor der Abreise. Ich war in Indien, als mich die Nachricht vom Tod meines Großvaters erreichte. Die Rückkehr nach Miami dauerte drei Tage, und als ich dort ankam, war er schon beerdigt. Ein paar Tage wohnte ich bei Freunden, ehe ich ins Haus meines Großvaters ging, um seine Habe zu sichten. In der ersten Nacht allein im Haus wurde ich das Gefühl nicht los, dass er jeden Moment um die Ecke biegen und mir in seiner scheuen Art zuwinken würde. Es herrschte eine neuartige Stille im Haus, die anscheinend sogar meine Versuche zu trauern durchkreuzte. Da ich unmöglich schlafen konnte, saß ich die ganze Nacht auf seinem Stuhl und las eines seiner Bücher über Aufzucht und Pflege von Farnen.