Geister - Steinaecker, Thomas von
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Thomas von Steinaecker 

Geister

Mit Comics von Daniela Kohl

Illustrator: Kohl, Daniela
Broschiertes Buch
 
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Geister

"Thomas von Steinaecker beweist auch in Geister ein hervorragendes Gespür für Situationen, Stimmungen und für die Anstrengungen, die nötig sind, um bis zum Kern des Ichs vorzudringen." -- Jenny Hoch, Spiegel online

"Wie schon in seinem Debüt zeigt Thomas von Steinaecker auch in Geister, dass er viel mehr will, als der jüngere deutsche Durchschnittsroman sich üblicherweise vornimmt." -- Hubert Spiegel, Frankfurter Allgemeine Zeitung

"Es ist die subkutane Intelligenz in der Beschreibung eines nicht besonders schlau wirkenden Durchschnittsmenschen, es ist die Darstellung jener kleinen Momente der Entwirklichung, für die Thomas von Steinaecker ein besonderes Sensorium hat." -- Deutschlandradio, Wolfgang Schneider

Von einem Shooting-Star des Literaturbetriebs Die sechsjährige Ulrike ist eines Tages nicht mehr von der Schule zurückgekehrt und seitdem spurlos verschwunden. Für Jürgen, der seine große Schwester nie kennengelernt hat, wird sie zum blinden Fleck in seiner Biografie. Doch nicht nur Ulrike, auch die Menschen in dem Wellness-Center, in dem er als Physiotherapeut arbeitet, haben für Jürgen etwas Gespenstisches. Da begegnet er eines Tages der Comic-Zeichnerin Cordula. In ihrem Comic-Strip Ute greift sie Ulrikes Schicksal auf und erweckt die Verschwundene wieder zum Leben. Von da an lässt sich Jürgen mehr und mehr auf die geheimnisvolle Cordula ein und taucht ab in die bunten Phantasiereiche ihres Comics, die ihn vom Chiemsee bis ins indische Auroville führen.

Mit zahlreichen Comics.


Produktinformation

  • Verlag: Btb
  • 2010
  • Ausstattung/Bilder: 2010. 204 S. m. farb. Comics v. Daniela Kohl. 187 mm
  • Seitenzahl: 208
  • btb Bd.73974
  • Deutsch
  • Abmessung: 187mm x 118mm x 20mm
  • Gewicht: 220g
  • ISBN-13: 9783442739745
  • ISBN-10: 3442739748
  • Best.Nr.: 27947197
»Es ist die subkutane Intelligenz in der Beschreibung eines nicht besonders schlau wirkenden Durchschnittsmenschen, es ist die Darstellung jener kleinen Momente der Entwirklichung, für die Thomas von Steinaecker ein besonderes Sensorium hat.«

"Es ist die subkutane Intelligenz in der Beschreibung eines nicht besonders schlau wirkenden Durchschnittsmenschen, es ist die Darstellung jener kleinen Momente der Entwirklichung, für die Thomas von Steinaecker ein besonderes Sensorium hat." -- Deutschlandradio, Wolfgang Schneider

kulturnews - RezensionBesprechung
Bereitgestellt von kulturnews.de
(c) bunkverlag
2007 schaffte es Thomas von Steinaecker mit seinem Debüt "Wallner beginnt zu fliegen" unter die Top sechs beim Deutschen Buchpreis, in diesem Jahr steht er mit "Geister" nicht mal auf der Longlist. Vielleicht war der ollen Literaturkritik eine Mischung aus Comic und Roman einfach zu abgedreht. Dabei baut der 31-jährige Münchener zunächst einen recht konventionellen Plot: Jürgen leidet sein Leben lang unter der Abwesenheit seiner großen Schwester Ulrike. Als Sechsjährige ist sie eines Tages nach der Schule spurlos verschwunden und wurde vermutlich ermordet. Im lockeren Plauderton erzählt von Steinaecker, wie seine Hauptfigur das Leben mit einem dunklen Fleck in der Biografie meistert. Am Anfang ist Jürgen halbwüchsiger Heavy-Metal-Fan, dann Familienvater und schließlich einsame Seele in der bayerischen Provinz. Hier nimmt die geheimnisvolle Comiczeichnerin Cordula mit ihm Kontakt auf, die in ihren Strips das Leben seiner verschwundenen Schwester weiterspinnt. Und erst im letzten Drittel, wenn die Comics von Daniela Kohl den Roman durchsetzen, verwandelt sich die recht dröge Charakterstudie in ein eindringliches Psychogramm, bei dem die Grenze zwischen Realität und Fiktion verschwimmt. Doch allein das letzte Drittel hätte einen Platz auf der Longlist gerechtfertigt. (cs)

Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 15.10.2008

Im Daumenkino der Möglichkeiten
Geborgte Leben: Thomas von Steinaecker schickt seinen Helden in den Schnellvorlauf / Von Hubert Spiegel

Sein Fall ist, in Kürze, dieser: Es ist ihm völlig die Fähigkeit abhandengekommen, über irgendetwas zusammenhängend nachzudenken oder zu sprechen. Jürgen Kämmerer, die Hauptfigur des zweiten Romans des 1977 geborenen Schriftstellers Thomas von Steinaecker, ist ein Lord Chandos unserer Tage. Wie Hugo von Hofmannsthal, der sich 1902 als junger erfolgreicher Schriftsteller die Maske eines anderen jungen und erfolgreichen Schriftstellers aufsetzte, um wortgewaltig über das Verstummen zu reden, treibt auch Thomas von Steinaecker ein Spiel mit Rollen und Masken. Aber wo Hofmannsthal seinem Chandos die Worte im Mund zerfallen ließ wie modrige Pilze, geht es bei von Steinaecker in erster Linie um Bilder. Denn jetzt, nach dem iconic turn, sind es die Bilder, die uns zu Staub zerfallen, weil es immer schwerer fällt, im Bildarchiv in unseren Köpfen das Erlebte vom Ersehnten, die Realität von der Fiktion und die Vergangenheit von ihrer Fixierung in den verschiedenen Bildmedien zu unterscheiden.

"Was du nicht …

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Perlentaucher-Notiz zur NZZ-Rezension

Recht eingenommen ist Beatrice von Matt von Thomas von Steinaeckers zweitem Roman. Wie in dem Vorgänger "Wallner beginnt zu fliegen" sieht sie auch in "Geister" einen Protagonisten im Mittelpunkt, der an mangelnder Bodenhaftung, an Unfähigkeit im wirklichen Leben zu leben, es wirklich zu erleben, leidet. Sie bescheinigt dem Autor, ein "plausibles Psychogramm" dieses Mannes zu entwerfen, das zugleich ein Epochen- und Generationenbild darstellt. Mehr noch als die Figur des Jürgen hat sie die der Comiczeichnerin Ute berührt, die Jürgens Leben zeichnet, so dass dieser erstmals wirklich erfährt, wie er lebt und fühlt. "Ein komplexes Gebilde zwischen Schrift und Zeichnung", so von Matt, "erzählt diesen ergreifenden Teil der Geschichte." Die Figur der Ute verdeutlicht für sie einmal mehr, dass gerade die Frauenfiguren des Autors dessen Könnerschaft als Schriftsteller bezeugen.

© Perlentaucher Medien GmbH

Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 08.12.2008

Keine Erlösung trotz Kunst und Liebe
Thomas von Steinaecker erzählt von einem armen Kerl und startet ein literarisches Experiment. „Geister” muss man vielleicht nicht als „Graphic Novel” bezeichnen, aber Gattungsgrenzen werden schon mal überschritten
Mit dem Sprechen hat Jürgen so seine Schwierigkeiten. Öffnet er den Mund, purzeln die Worte mitunter wie ungeordnete Bauklötze hervor. Mühelos gelingt es ihm aber, Bilder in seinem Kopf zu entwerfen. Schon als Schüler imaginiert er bis ins Detail seine Zukunft: Er wird Psychologie studieren, eine Künstlerin, die Installationen macht, heiraten, schließlich an Lungenkrebs sterben. Später, als er sich beruflich und privat arg verfranst hat, sehnt er sich nach einer Existenz als Guru: „Wie man ohne Nahrung lebt, wie man levitiert, wie man heilt, durch bloßes Handauflegen, Jürgen kann das jetzt alles, er beschließt, damit kein Geld zu verdienen und nicht nach Deutschland zurückzukehren, er wandert, durch Indien, nach China, Tibet, wird legendär, die Einwohner der Dörfer flüstern ehrfürchtig seinen Namen, »Jogi«.”
Als „Schnellvorlauf” bezeichnet Jürgen für sich dieses Ausleben eines …

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Thomas von Steinaecker, geboren 1977 in Traunstein, studierte Literaturwissenschaft in München und Cincinatti und promovierte über literarische Foto-Texte.

Leseprobe zu "Geister" von Thomas von Steinaecker

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