Geht so - Hein, Peter

Peter Hein 

Geht so

Wegbeschreibungen

Fotograf: Kirsten, Alexander
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Geht so

Nach seinen Songtexten und den irgendwo verstreuten Beiträgen nun also das Buch: Peter Hein, Sänger und Texter der Fehlfarben, flaniert durch Städte und Städtchen und schreibt in seiner zum Teil typisch laxen, zum Teil erhellend negativen, zum Teil aber auch poetischen Art, was ihm begegnet (und er dazu meint).

Ob das die hohe Kunst des Flanierens ist oder nicht: Peter Hein pflegt es zu tun. Er streift durch die Städte, in die es ihn aus irgendwelchen Gründen verschlägt, und studiert von der Bahnhofskaschemme bis zum Alten Meister im Museum alles, was zwischen den nächsten ungenehmen Aufenthalt bei Espresso und Bier paßt. Von A wie Augsburg und Asbestsanierung bis Z wie Zürich und Zechpreller hat er viel gesehen, viel zu erinnern, viel zu loben und vieles zu benörgeln. Seine schweifenden Texte und sein persönlicher Blick sind sicherlich als Reiseführer unbrauchbar, aber der Flaneur steht eben im Widerspruch zum Prinzip der geführten Reise: Er geht bewußt ins Blaue, um das Kleine, das Individuelle und das Geheime zu finden. Oder auch einfach nur den besten Platz zum "Bohemisieren".


Produktinformation

  • Verlag: Lilienfeld Verlag
  • 2007
  • Ausstattung/Bilder: 2007. 125 S. m. Fotos v. Uwe A. Kirsten.
  • Seitenzahl: 125
  • Deutsch
  • Abmessung: 210mm x 136mm x 19mm
  • Gewicht: 240g
  • ISBN-13: 9783940357038
  • ISBN-10: 3940357030
  • Best.Nr.: 22927525

Perlentaucher-Notiz zur F.A.Z.-Rezension

Die Rechercheträgheit und die eher prosaische Triebkraft der "Unterhopfung" lässt Richard Kämmerlings dem Autor gerne durchgehen, genau wie den "schnoddrigen" Ton. Schließlich hat es der Rezensent nicht mit Kulturbanausentum zu tun, sondern mit einer "fast stadtsoziologisch kühlen", mitunter aber auch in Hassliebe getränkten Perspektive auf deutsche (Un-)Orte. Dass der Fehlfarben-Frontmann Peter Hein der Blamage (Poplegende schreibt Buch) mittels geschickter, popliterarisch gefärbter Beschreibung, spezieller geschichtsphilosophischer Dialektik und unbilliger Haltung auch dem Hässlichen und Provinziellen gegenüber entgeht, rechnet der Rezensent ihm hoch an. Und findet diesen "Lo-Fi Cicerone" noch in seiner Inkonsequenz "lehrreich".

© Perlentaucher Medien GmbH

Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 30.11.2007

Immer bei den kleinen Gleisnummern raus

Fremdenführer im Eigenen: Peter Hein, bekannt als Sänger der Band Fehlfarben, reist durch Deutschland und schreibt ein Wintermärchen im Geist der Popliteratur.

Darf man das denn? Das darf man doch nicht: ein Buch über deutsche Orte schreiben und erklärtermaßen nichts dafür recherchieren wollen. In einer unbekannten Stadt nette Lokale suchen und keinen Einheimischen um Auskunft bitten: "Wer fragt, hat Angst", schreibt Peter Hein einmal und schlägt sich mit Bordmitteln durch, in Augsburg beispielsweise: "Erster Eindruck durchs Busfenster: ein trostlos überdimensioniertes Proberaum-Gelände. Kaum noch Spuren der ,verdammten Besatzer', außer der endlosen Weite, die die Truppen der Schutzmacht wohl an die Heimat erinnern sollte."

Der Sänger der Band Fehlfarben hat nichts als seine Vorurteile und sein allerdings ziemlich gutes Gedächtnis im Gepäck, wenn er sich auf den Weg macht und, learning by doing, sich ein eigenes Bild von der Baumarkt- und Bahnhofsstraßenhölle deutscher Klein- und gelegentlich auch Großstädte macht: "Mit steigender Hoffnung an einer nahegelegenen Bushalte eine gewisse …

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"Ein kurzweiliges, höchst empfehlenswertes Stück Literatur, das vom Leben im globalisierten Deutschland handelt, aber auch vom Triumph des menschlichen Geists über die neuen Technologien." Ulrich Gutmair, taz "Ein höchst lesenswertes Buch über Deutschland, in dem sich ein 'fremder', fast stadtsoziologisch kühler Blick mit Geschichtsbewusstsein verbindet." Richard Kämmerlings, FAZ "Peter Hein hat wenig von seiner früheren Wut verloren. Das ist sehr angenehm in Zeiten, da es auf dem Buchmarkt wimmelt von glatt gebügelten Ich-Expeditionen krisengeschüttelter Übrigbleiber." Hans Hoff, Welt am Sonntag "Hein bringt das Punkding zurück ins blass gewordene Literaturspielfeld, Gott sei Dank!" Jan Drees, 1Live

"Peter Hein hat wenig von seiner früheren Wut verloren. Das ist sehr angenehm in Zeiten, da es auf dem Buchmarkt wimmelt von glatt gebügelten Ich-Expeditionen krisengeschüttelter Übrigbleiber." (Hans Hoff, Welt am Sonntag)"Hein bringt das Punkding zurück ins blass gewordene Literaturspielfeld, Gott sei Dank!" (Jan Drees, 1Live)
Peter Hein (alias Janie J. Jones), Jahrgang 1957, gehört zu den Protagonisten der deutschen Punkbewegung der späten 70er Jahre. Er wurde als Sänger und Texter von Mittagspause, den Fehlfarben und Family 5 bekannt. Die Qualität seiner Songtexte und sein eigen-einzigartiger Gesangsstil beeinflussen die Pop- und Rockmusik bis heute. Von Fans wird Peter Hein als Punklegende und Erfinder des deutschen Songtextes verehrt, und zahlreiche Musikerkollegen berufen sich immer wieder gerne auf seine Kunst.

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