Gehirnflüsterer - Dutton, Kevin

Kevin Dutton 

Gehirnflüsterer

Die Fähigkeit, andere zu beeinflussen

Übersetzer: Binder, Klaus; Leineweber, Bernd
Broschiertes Buch
 
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Gehirnflüsterer

Er nimmt uns mit auf eine Reise an die Grenzen unseres Willens und zeigt uns, wie wir andere dazu bringen, zu tun, was sie eigentlich nie tun wollten.

Ständig will uns jemand von irgendetwas überzeugen. Statistisch betrachtet mindestens einige Hundert Mal am Tag, auch wenn wir dies gar nicht mehr wahrnehmen. Oder doch? Manchmal ist es ganz anders. Dann wird von einer Sekunde zur anderen Schwarz zu Weiß.
Warum fallen wir auf manche Mittel oder Tricks herein, auch wenn wir es eigentlich besser wissen? Welche "psychologischen Keulen" werden eingesetzt? Wie kommt es, dass wir manipulierbar sind? Diese Fragen beantwortet Kevin Dutton. Er erklärt, dass sich unser Gehirn, der komplexeste Computer der Welt, manchmal in das komplexeste "Furzkissen" (O-Ton Dutton) verwandelt – auch ein Ergebnis der Evolution.


Produktinformation

  • Verlag: Dtv
  • 2011
  • Ausstattung/Bilder: 2011. 350 S. m. zahlr. Abb.
  • Seitenzahl: 350
  • dtv Taschenbücher Bd.24869
  • Deutsch
  • Abmessung: 211mm x 137mm x 37mm
  • Gewicht: 495g
  • ISBN-13: 9783423248693
  • ISBN-10: 3423248696
  • Best.Nr.: 32575792

Perlentaucher-Notiz zur F.A.Z.-Rezension

Bei aller Beeinflussung durch dieses Buch. Eines hat Ernst Horst sich nicht sagen lassen: Dass jede Menge sachliche Fehler und eine schlampige Übersetzung sexy sind oder gut fürs Gemüt. So weit seine Kritik an diesem mutmaßlich schnell-schnell für den deutschen Markt übertragenen Werkes von Kevin Dutton. Mit sozialer Beeinflussung, da hat Horst wieder nichts zu meckern, kennt der Autor sich zweifellos aus. So lernt Horst etwas über die Überzeugungskräfte des Kindchenschemas oder die Psychotricks von Psychopathen und Sekten. Wer nicht gerade ein Ratgeberbuch erwartet, sondern ein polarisierendes Stück Wissenschaftsliteratur, populär gefasst außerdem, der, meint Horst, ist hier richtig. Überzeugt?

© Perlentaucher Medien GmbH

Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 22.06.2011

Möchten Sie wissen, wie Sie andere beeinflussen können?
Kevin Dutton rekapituliert, was im Gehirn passiert, wenn es sich einer Einflüsterung öffnet oder versperrt

Es war nicht der angenehmste Teil von San Francisco, wo das Hotel stand. Am Kiosk davor versammelten sich die Bettler mit ihren Schildern: "Hungrig und obdachlos", "Vietnamveteran", "Noch sechs Wochen zu leben". Kevin Dutton hatte aufgehört, ihnen etwas zu geben, weil sie das Geld doch nur vertranken. Eines Abends war ein Neuankömmling dabei: "Warum lügen? Ich will Bier." Diese dreiste Ehrlichkeit begeisterte Dutton so, dass er nicht anders konnte, als reichlich zu spenden.

Dutton ist ein Psychologie-Forscher an den Universitäten in Cambridge und Perth. Sein Fachgebiet ist die soziale Beeinflussung. Deshalb dachte er gleich darüber nach, wie der Bier-Schnorrer ihn so perfekt manipuliert hatte. Aus vielen solchen Überlegungen entstand sein Werk "Gehirnflüsterer - die Fähigkeit, andere zu beeinflussen". Das Buch kostet nur 1490 Cent und Sie sollten es sofort kaufen. Entschuldigung, das war jetzt auch so ein Beeinflussungstrick. Wenn man seine Opfer erst verwirrt (Cent statt …

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"Endlich mal ein Psychologe, der komplexe Zusammenhänge wunderbar einleuchtend und mit einer kräftigen Prise Humor beschreibt ... Die Lektüre von Kevin Duttons Buch beschert faszinierende Erkenntnisse über die Funktion unseres Gehirns und wie sich der Verstand immer wieder überlisten lässt. Davon profitiert jeder Leser, egal, ob im beruflichen Alltag oder im Privatleben."<br />Mark Hübner-Weinhold, Hamburger Abendblatt 18. Juni 2011 <br />

»Dieses starke, humorvolle Buch reißt den Leser mit und gibt fast unheimliche Einblicke in (un-)bewusste Methoden des Menschen, andere zum eigenen Vorteil zu manipulieren und auch gruppendymanisch zu wirken. Spannend zu lesen.« Karola Sußbauer, Buchprofile Januar 2012

»Lesen und für die eigene Überzeugungskraft im Beruf nutzen.« Personalmagazin Februar 2012
Kevin Dutton, geboren 1967 in London, ist promovierter Psychologe und Research Fellow am Faraday Institute des St. Edmund's College der Universität Cambridge und lehrt auch an der University of Western Australia in Perth. Sein Spezialgebiet ist soziale Beeinflussung.

Leseprobe zu "Gehirnflüsterer" von Kevin Dutton

"5 Beeinflussung durch Menge (S. 163-164)

Ein Ire liegt auf dem Sterbebett. Sein Sohn sitzt bei ihm. Der alte Mann schaut ihn an und sagt: »Sohn, es ist Zeit, du musst mir einen Pastor holen.« Der Sohn kann es nicht glauben. »Aber Papa, du bist nicht bei Sinnen. Dein ganzes Leben warst du ein frommer Katholik. Du willst einen Priester, keinen Pastor.«

Der Alte lächelt schwach und schüttelt den Kopf. »Sohn, es ist meine letzte Bitte. Hol mir bitte einen Pastor.« – »Papa«, ruft der Sohn, »du als guter Katholik! Und mich hast du auch so erzogen. Du kannst nicht ausgerechnet jetzt einen protestantischen Pastor wollen.« Der alte Mann gibt nicht nach. »Sohn, wenn du deinen Vater ehrst und liebst, dann holst du jetzt einen Pastor.« Der Sohn gibt nach. Er holt einen Pastor und der macht den alten Mann zum Konvertiten. Als der Pastor geht, begegnet er am Hauseingang dem katholischen Priester. Innerlich erheitert sieht er ihn feierlich an.

»Tut mir leid, Pater, Sie sind zu spät«, sagt er. »Er ist jetzt Protestant.« Der Pater rennt nach oben und platzt ins Zimmer. »Seamus, Seamus«, ruft er, »was hast du getan? Du warst so ein guter Katholik. Wir sind gemeinsam in die Kirche gegangen. Du warst schon dabei, als ich meine erste Messe gelesen habe. Wie in aller Welt konntest du so was tun?« Der alte Mann sieht seinen Freund eindringlich an. »Na, Patrick«, sagt er, »ich dachte, wenn schon jemand sterben muss, dann besser einer von DENEN als einer von UNS.«

Großer Auftrag


Als ich einmal am Londoner City-Airport ankam, herrschte totales Chaos. Das elektronische System war zusammengebrochen. Alle Passagiere mussten manuell eingecheckt werden. Die riesige Check-in-Halle war voll mit Leuten, die in Reihen Schlange standen. Niemand kam schnell irgendwohin. Manche kamen nirgendwohin. Vor mir in der Schlange stand einer, der dringend zum Flieger wollte. Er hatte schon ein paar Mal lautstark telefoniert und jetzt hatte er genug. Er marschierte, nein, stürmte vor zum Schalter an die Spitze der Schlange. Er knallte seine Prada- Tasche auf den Counter und wollte sofort eingecheckt werden.

Die Dame vom Bodenpersonal zeigte sich unbeeindruckt. Langsam erhob sie sich aus ihrem Stuhl, kletterte in aller Ruhe auf den Tisch und richtete sich auf. Dann sprach sie ihn von oben herab mit lauter, gemessener und extrem angewiderter Stimme an: »Was veranlasst Sie zu der Annahme, dass Sie anders behandelt werden sollten als alle anderen hier auf diesem Flughafen?« Er erreichte seinen Flug nicht. Bisher ging es um kognitive Suggestion, darum, wie es Großmeistern der Überzeugung nicht nur gelingt, die Art der Information zu beeinflussen, die unser Gehirn überhaupt aufnimmt, sozusagen das Rohmaterial, sondern auch die Art, wie wir damit umgehen, wenn wir sie aufgenommen haben. Aber Geschichten wie die von der Dame vom Flughafen-Counter führen zu einer anderen Art von Einfluss.

Dieser Einfluss speist sich weniger aus der Macht der Information als aus dem Sog, den zwischen - menschliche Beziehungen ausüben. Nehmen wir den Fall Jonestown. Am 18. November 1978 sprach der Sektenführer Reverend Jim Jones eine Rede von 44 Minuten aufs Band, in der er die über 900 Mitglieder seiner Sekte People’s Temple anwies, mit Zyankali versetzten Fruchtsaft zu trinken."

Videoclip zu "Gehirnflüsterer"

Trailer lädt den Film

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