Gefahr und Begierde - Chang, Eileen
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Eileen Chang 

Gefahr und Begierde

Erzählungen

Dtsch. v. Susanne Hornfeck, Wolf Baus u. a.
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Gefahr und Begierde

Eileen Chang, Star der Shanghaier Literaturszene der vierziger Jahre, war im kommunistischen China jahrzehntelang verfemt. Heute wird sie weltweit als literarische Wiederentdeckung gefeiert. Ihre Erzählungen halten den verzweifelten Lebenswillen der chinesischen Metropole fest und bewahren eine versunkene Welt vor dem Vergessen.

Shanghai ist von den Japanern eingenommen. In einem Café wartet nervös eine junge Frau auf den Mann, mit dem sie ein Verhältnis hat: Lao Yi, der mächtige Geheimdienstchef der japanischen Marionettenregierung, soll in dieser Nacht sterben. Die junge Frau soll ihn verraten. Als er vor ihr steht, erkennt sie, dass sie ihn liebt. Sie warnt ihn, und er flieht rechtzeitig. Sie wird verhaftet und hingerichtet. Die von Ang Lee verfilmte Erzählung Gefahr und Begierde fängt das Leben in einer besetzten Stadt ein wie auch Eileen Changs andere Geschichten aus dem Shanghai der vierziger Jahre. Eileen Chang gehört zu den großen modernen Erzählern wie F. Scott Fitzgerald und Marguerite Duras. Gefahr und Begierde erscheint nun erstmals in deutscher Übersetzung.


Produktinformation

  • Verlag: Claassen Verlag
  • 2008
  • Ausstattung/Bilder: 2008. 248 S.
  • Seitenzahl: 248
  • Deutsch
  • Abmessung: 210mm x 130mm x 25mm
  • Gewicht: 370g
  • ISBN-13: 9783546004299
  • ISBN-10: 3546004299
  • Best.Nr.: 23335390

Perlentaucher-Notiz zur NZZ-Rezension

Ludger Lütkehaus sagt den Erzählungen der Chinesin Eileen Chang wahren Tiefgang nach. Ihre Sprache habe eine hohe Suggestivkraft, und sie schaffe es, vertraute Metaphern auf originelle Art zu entfremden. Die Geschichten drehen sich vor allem um "Geschlechter-Wirrsale", um Patriarchismus, um Liebe und Kalkül. Für den Rezensenten war erfreulich, dass Chang kein romantisiertes Bild von China zeichnet. Im Gegenteil: in ihrer Darstellung der politischen und gesellschaftlichen Tumulte im China der dreißiger und vierziger Jahren trete Distanz und Sarkasmus zutage. Am eindrucksvollsten waren für Lütkehaus die Momentaufnahmen zwischenmenschlicher Beziehungen, obwohl die Autorin auch sehr spannend erzählen könne. Der verspätete Ruhm, der Chang jetzt international zuteil wird, sei "hochverdient". Die Autorin verstarb 1995 in San Francisco, wo sie nach der Flucht vor dem gewalttätigen Vater 40 Jahre gelebt hatte, berichtet Lütkehaus.

© Perlentaucher Medien GmbH

»Ihre ausgefeilten psychologischen Charaktere und ihre klare Sprache zeichnen diese Meisterin der modernen chinesischen Literatur aus.« (New York Times)

kulturnews - RezensionBesprechung
Bereitgestellt von kulturnews.de
(c) bunkverlag
"Gefahr und Begierde", 2007 von Ang Lee verfilmt, ist eine jener Kurzgeschichten Eileen Changs, in denen sich die chinesische Autorin mit der Anziehungskraft zwischen Mann und Frau beschäftigt. In diesem Fall ist es Yi, ein Kollaborateur der Japaner, der im besetzten Shanghai der frühen 40er-Jahre der schönen Jiazhi verfällt. Was Yi nicht ahnt: Die junge Frau gehört einer Widerstandsgruppe an und hat den Auftrag, ihn in eine Falle zu locken. "Tatort"-Darstellerin Eva Mattes liest Eileen Changs Erzählung in der ungekürzten Fassung, ihre leicht raue und unaufgeregte Stimme passt zu der ebenso geheimnisvollen wie tragischen Handlung. Das große Problem des Hörbuchs sind jedoch die zahlreichen Figuren. Es erfordert enorme Konzentration, die vielen chinesischen Namen einzelnen Charakteren zuzuordnen, vor allem zu Beginn des 80-minütigen Hörstücks. Ein großer Teil des Zaubers, der der atmosphärischen Vorlage innewohnt, geht dadurch leider flöten. (jul)

Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 04.04.2008

Metropole und Melancholie
Liebe in der gefallenen Stadt: Eileen Changs Erzählungen

Fernab von der auf die Nation und Revolution zentrierten Literatur vieler Zeitgenossen liegt dem Werk der Schanghaier Autorin Eileen Chang (1920 bis 1995) eine Ästhetik der Trostlosigkeit zugrunde. Ihre frühen Erzählungen spielen im bürgerlich-dekadenten Schanghai und Hongkong der 1940er Jahre, zur Zeit der japanischen Besatzung. Als Chang nach dem Sieg der Kommunisten - sie war mit einem Beamten der japanischen Marionettenregierung verheiratet - unter Kollaborationsverdacht geriet, siedelte sie nach Zwischenstationen in Hongkong und Taiwan 1955 endgültig nach Amerika über.

Ihre Alltagshelden changieren zwischen Fatalismus und Aufbegehren, Amour fou und Vernunftehe. Deren Halbwertszeit wird in "Spuren einer Liebe" skizziert, zwischen konfuzianischen Rollenbildern und uneingelösten Verheißungen der Moderne. Die auf Dialoge im Wartezimmer einer Massageklinik reduzierte Erzählung "Warten" ist eine Milieustudie über unter dem Joch der Schwiegereltern leidende Frauen, vorlaute Neureiche oder "jene verschattete Friedfertigkeit, wie sie den Bewohnern enger …

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»Ihre ausgefeilten psychologischen Charaktere und ihre klare Sprache zeichnen diese Meisterin der modernen chinesischen Literatur aus.« (New York Times)<br/><br/>»Changs verstörende Psychogramme zeichnen Analogien zwischen Geschlechterkampf und Krieg, Besatzung und erotischer Abhängigkeit. Gefühlsblockaden gehen mit politischer Vereinnahmung einher, Moralverfall mit äußerer Zerstörung.« (FRANKFURTER ALLGEMEINE ZEITUNG/ 04.04.08/ Steffen Gnam)<br/><br/>»Die ebenso tragische wie sinnliche Geschichte Gefahr und Begierde ist eine von mehreren wunderbaren Erzählungen der chinesischen Schriftstellerin Eileen Chang, die unlängst wiederentdeckt wurde.« (dpa/ 14.04.08)<br/><br/>»Mit der Kühle einer modernen Wissenschaftlerin skizziert und analysiert Eileen Chang ... die sozialen und psychologischen Zeichen der Dekadenz.« (DEUTSCHLANDRADIO KULTUR / 15.05.08)<br/><br/>»Mit einer bildreichen, eindringlichen Sprache kündet Eileen Chang vom verzweifelten Lebenswillen der chinesischen Metropole und bewahrt eine inzwischen versunkene Welt vor dem Vergessen.« (Dresdner Morgenpost/ 07.06.08)<br/><br/>»Nun können sich also auch deutsche Leser ein plastisches Bild machen, warum diese Autorin heute im angloamerikanischen Raum von der chinesischen Exilgemeinde als dichtende Greta Garbo kultisch verehrt wird, warum sie überhaupt als eine der interessantesten Ezählerinnen der klassischen Moderne gilt.« (TAZ, Susanne Messmer/ 07.06.08)<br/><br/>»Changs Beschreibungen sind wundervoll poetisch und beißend zugleich.« (BÜCHER/ 04/08/ GEN)<br/><br/>»Fünf meisterlich subtile Stories.« (VOGUE/ 07/08)<br/><br/>»Ihre literarische Spezialität ist eine theatralische Wahrheit, sind glitzernde Satzperlen im diffusen Setting der Konflikte.« (Literatur Nachrichten Afrika Asien Lateinamerika/ Martin Zähringer/ Sommer 2008)

»Ihre ausgefeilten psychologischen Charaktere und ihre klare Sprache zeichnen diese Meisterin der modernen chinesischen Literatur aus.« New York Times »Changs verstörende Psychogramme zeichnen Analogien zwischen Geschlechterkampf und Krieg, Besatzung und erotischer Abhängigkeit. Gefühlsblockaden gehen mit politischer Vereinnahmung einher, Moralverfall mit äußerer Zerstörung.« FRANKFURTER ALLGEMEINE ZEITUNG/ 04.04.08/ Steffen Gnam »Die ebenso tragische wie sinnliche Geschichte `Gefahr und Begierde¿ist eine von mehreren wunderbaren Erzählungen der chinesischen Schriftstellerin Eileen Chang, die unlängst wiederentdeckt wurde.« dpa/ 14.04.08 »Mit der Kühle einer modernen Wissenschaftlerin skizziert und analysiert Eileen Chang ... die sozialen und psychologischen Zeichen der Dekadenz.« DEUTSCHLANDRADIO KULTUR / 15.05.08 »Mit einer bildreichen, eindringlichen Sprache kündet Eileen Chang vom verzweifelten Lebenswillen der chinesischen Metropole und bewahrt eine inzwischen versunkene Welt vor dem Vergessen.«  Dresdner Morgenpost/ 07.06.08 »Nun können sich also auch deutsche Leser ein plastisches Bild machen, warum diese Autorin heute im angloamerikanischen Raum von der chinesischen Exilgemeinde als dichtende Greta Garbo kultisch verehrt wird, warum sie überhaupt als eine der interessantesten Ezählerinnen der klassischen Moderne gilt.« TAZ, Susanne Messmer/ 07.06.08 »Changs Beschreibungen sind wundervoll poetisch und beißend zugleich.« BÜCHER/ 04/08/ GEN »Fünf meisterlich subtile Stories.« VOGUE/ 07/08 »Ihre literarische Spezialität ist eine theatralische Wahrheit, sind glitzernde Satzperlen im diffusen Setting der Konflikte.« Literatur Nachrichten Afrika Asien Lateinamerika/ Martin Zähringer/ Sommer 2008 »Durchkomponiert wie ein Musikstück, liefern sie Momentaufnahmen aus dem Shanghei der 40er-Jahre ... Unaufgeregt und kühl seziert die Autorin einander in Hassliebe zugewandte Paare. Scheinbar Banales, Nebensächliches erlangt dabei Symbolkraft und wird zu ergreifenden Bildern verdichtet.« MÜNCHNER MERKUR/ 16.07.08/mr »Knapp, manchmal unerhört drastisch und bei aller chinesischer Manierlichkeit fabelhaft unsentimental.« DER SPIEGEL/ 28.07.08 »Eileen Chang war noch in den Zwanzigern, als ihr Komet den chinesischen Dichterhimmel durchkreuzte und sie die Gesellschaft ihrer Zeit und ihrer Umgebung in scharfen, wild montierten Scherenschnitten festhielt. Doch in ihren Ausdrücken fegte sie mit einer Virtuosität durch die Vorbilder klassischer chinesischer Sprach- und moderner westlicher Kurzgeschichte, als sei sie in früheren Existenzen gleich in mehrere literarische Traditionen hineingeboren worden. Hätte sie in New York gelebt, ein Stammplatz in der berühmten Runde der Autoren im Hotel Algonquin wäre ihr sicher gewesen. Aber auch unter den Dichtern der Tang-Dynastie, mehr als tausend Jahre vor ihrer Geburt, wäre sie nicht als Fremde aufgefallen... Ihre Erzählungen präsentieren ein Stück literarischen Existenzialismus >avant la lettre<.« DIE ZEIT/ Tilman Spengler/ 31.07.08 »Knapp, delikat, meisterhaft« Nürnberger Zeitung/ 01.08.08
Eileen Chang, eigentlich Zhang Ailing, geb. 1920 in Shanghai. Ihre literarische Karriere beginnt 1942 in der von Japanern besetzten Stadt. Es erscheinen zwei Erzählungsbände. 1952 geht sie zunächst nach Hongkong und Taiwan, 1955 dann in die USA, wo sie an verschiedenen Universitäten unterrichtete. Sie stirbt 1995 in San Francisco.

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