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| Bewertung von streuner am 07.03.2012 | |
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Juhu, die Post ist da! Eine Büchersendung. Voller Vorfreude mache ich mich ans Auspacken. "Gargoyle!"…Na, da bin ich ja mal gespannt. Ich blättere durch die ersten Seiten und…bin geschockt! Ich habe einen Fehldruck erwischt, schießt es mir durch den Kopf. Lauter geschwärzte Stellen. Wo ist meine Lesebrille? Ah, hier! Ich schaue genauer hin. Erleichterung! Innerhalb der dicken schwarzen Balken geben sich in heller Blockschrift Wörter und Sätze zu erkennen. Mein Interesse ist sofort geweckt; ich muss auf der Stelle wissen, was Sinn und Zweck dieser schwarzen Balken ist und schon hat Andrew Davidson sein Lasso nach mir ausgeworfen und mich direkt eingefangen. Kurz zum Inhalt: Ein erfolgreicher und äußerst attraktiver Pornostar (der im ganzen Roman namenlos bleibt) verunglückt mit seinem Wagen unter Alkohol- und Drogeneinfluss. Er trägt schwerste Verbrennungen davon und verbringt die kommenden Monate im Krankenhaus. Während sich Ärzte und Pflegerinnen um seinen Körper sorgen, malt sich der, nicht nur physisch, sondern in zunehmendem Maße auch psychisch Schwerstverletzte aus, wie er nach seiner Entlassung seinem Leben ein Ende setzen kann. Auf dem Höhepunkt der Selbstmordgedanken besucht ihn eines Tages Marianne Engel, selbst ehemalige Patientin im Krankenhaus, allerdings in der Psychiatrie. Sie erzählt ihm Geschichten und besteht darauf, dass sie vor siebenhundert Jahren ein Liebespaar waren. Sie, obwohl ganz offensichtlich verrückt, wird zu seinem ganz persönlichen Engel und…das sollten sie selbst lesen! Mein Fazit: Der Roman wird aus Sicht des Schwerstverletzten erzählt und die Emotionen kochen hier tatsächlich hoch. Ich denke jeder, der das Buch gelesen hat, ist tief beeindruckt von den Schilderungen der Verbrennung. Ich empfinde sie aber keineswegs als "eklig", sondern als medizinische Notwendigkeit und mein Verständnis für die Schwierigkeiten und Probleme von Verbrennungsopfern ist durch dieses Buch noch einmal ein ganzes Stück gewachsen. Besonders gut haben mir die kleinen Geschichten gefallen, die Marianne Engel dem einstigen Pornostar erzählt. Oft traurig, aber auch sehr romantisch und tröstlich. Als zum Beispiel Francesco aus seinem und Grazianas Ehering eine Pfeilspitze schmiedet, sind sicher nicht nur mir erste Tränen aus den Augen gekullert, um sich keine Seite später wieder in Lachtränen zu verwandeln. Auch die anfangs mysteriösen schwarzen Balken, die sich als seine "Rückgradschlange" herausstellen, waren treffend gesetzt und suggerierten es sei noch eine weitere Person gegenwärtig, die ihre Meinung kundtut. Der Schreibstil ist einfach großartig und absolut mitreißend. Dieser Debütroman von Andrew Davidson, der sich eigentlich in kein Genre so richtig einfügen will, wird mir sicher immer in Erinnerung bleiben und ist auch für mich ein Buch, dem ich mehr als fünf Sterne geben würde - ein absolutes Highlight am Bücherhimmel. |
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Bewertung von Bella von www.bellaswonderworld.de aus Karlsruhe am 20.07.2011 |
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Beschreibung: Ein junger Mann überlebt einen haarscharf einen Unfall und trägt schwerste Verbrennungen davon. Entstellt durch die verschiedenen Verbrennungsgrade liegt er im Krankenhaus und hat nur noch einen Gedanken: Wie kann ich den perfekten Selbstmord begehen? Doch da taucht eine ihm unbekannte Frau namens Marianne Engels am Krankenbett auf. Marianne ist eine schöne junge Bildhauerin die von jedem für verrückt gehalten wird. Sie behauptet einst vor siebenhundert Jahren in Deutschland gelebt zu haben und mit einem Söldner auf der Flucht gewesen zu sein. Diese und viele anderen Geschichten erzählt sie dem Mann am Krankenbett und gibt ihm neuen Mut. Meine Meinung: Andrew Davidson erzählt in Gargoyle die dramatische Geschichte eines Verbrennungsopfers und dessen vermeindlichem rettenden Engel. Der Theatherschauspieler Stefan Kamiski schlüpft in die Rolle des verbrannten Mann, der gleichzeitig Erzähler der Geschichte ist und im ganzen Verlauf namenlos bleibt. Mit viel sprachlichem Geschick ist es Stefan Kaminski gelungen die Schmerzen, Gefühle und Gedanken des Mannes zu transpotieren und die Dramtik des Ganzen in den Vordergrund zu stellen. Eine weitere große Rolle spielt die hübsche Bildhauerin Marianne Engels die viel von ihrer Vergangenheit vor siebenhundert erzählt und daher von allen für verrückt gehalten wird. Doch Marianne gibt dem zerschundenen Mann neue Kraft und hilft ihm ins Leben zurück. Sacha Maria Icks haucht Marianne Engels Figur mit ihrer Stimme Leben ein, die perfekte Ergänzung zu Stefan Kaminskis erzählerischer Meisterleistung! In der Hörbuchumsetzung des Hörverlags und des hessischen Rundfunks von Andrew Davidsons dramatischer Leidens- und Liebesgeschichte Gargoyle kommen die abwechslungsreichen Nuancen und der melancholischen Tiefgang besonders gut zum tragen. Daher vergebe ich für dieses fesselnde Hörbuch-Werk 5 von 5 Sterne! Mein Fazit: Ein fesselndes Hörereignis mit viel Spannung, Schmerz und Liebe. Diese Bewertung bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Audio CD |
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Bewertung von Everett aus Barsinghausen am 30.05.2011 |
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Wo soll man diesen Roman einordnen? Auch nach dem Lesen fällt es mir schwer. Dieses Buch ist eine Liebegeschichte, hat etwas von einem historischen Roman und auch Fantasy. Eine tolle Kombination, in der auch Geschichten in der Geschichte erzählt werden, die dann wieder alle zusammen gehören. Der Ich-Erzähler (wobei ich immer noch nicht weiß, wie er heißt, vielleicht auch einfach überlesen) erzählte von seinem Unfall, der sein Leben radikal verändert. Er verbringt eine lange Zeit auf der Verbrennungsstation im Krankenhaus und lernt dort Marianne Engel kennen. Ist diese psychisch krank, oder wie viel Wahrheit steckt hinter ihren Geschichten? Der Erzähler klärt über sein Vorleben, vor dem schrecklichen Unfall, auf, und krasser kann der Ge-gensatz gar nicht mehr sein. Allein bei den Verbrennungen fragt man sich, wie er das psychisch übersteht. Doch gerade dort erfährt er eine Wende in seiner oberflächlichen Art, er lernt Menschen kennen, die ihm wichtig sind, und die sich um ihn kümmern. Dabei erzählt er oft zynisch über sich selbst. Ein sehr gut geschriebener Roman, der mich nach anfänglichen Schwierigkeiten sehr gefesselt hat, und er ein wahnsinnig breites und vielschichtiges Spektrum aufweist. Dabei sehr gut geschrieben, ohne großartige Längen, und wirklich mal etwas anderes. |
1 von 1 Kunden fanden diese Rezension hilfreich. War diese Bewertung für Sie hilfreich? |
Bewertung von BlueNa aus Remchingen am 17.04.2011 |
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Ein Engel in Menschengestalt Ein Mann erleidet bei einem schlimmen Autounfall unter Drogeneinfluss schwerste Verbrennungen und überlebt nur knapp. Nun beginnen die heftigsten Stunden seines bisherigen Lebens, starke Schmerzen, Abschabungen und Hauttransplantationen bestimmen seinen Tagesablauf. Alle seine Freunde haben sich, nachdem sie einen Blick auf sein entstelltes Äußeres geworfen haben, von ihm abgewandt. Seinen eigenen Selbstmord nach der Entlassung aus dem Krankenhaus hat er schon bis ins Detail geplant. Da taucht plötzlich aus dem Nichts eine fremde Frau auf, die sich als Marianne Engel vorstellt und meint, sie wären schon im mittelalterlichen Deutschland ein Liebespaar gewesen. Sie weicht fortan nicht von seiner Seite, erzählt Geschichten, liest aus Dantes „Hölle“ vor und schenkt ihm neuen Lebensmut. Doch was ist dran an ihrer Geschichte, die angeblich vor 700 Jahren im Kloster Engelthal seinen Anfang nahm? Nachdem ich Andrew Davidsons Erstlingswerk „Gargoyle“ zugeklappt habe, war mein erster Gedanke, was für ein besonderes Buch es doch gewesen war. Nicht allein die Schilderungen des Unfalls, bei dem der Mann den Großteil seiner Haut, sowie ein paar Fußzehen, Finger und seinen Penis eingebüßt hat oder seine Leidensgeschichte, der Kampf ums Überleben im Krankenhaus machen den Reiz dieses Buches aus. Sondern die Schilderungen Marianne Engels, was in ihrem früheren Leben im mittelalterlichen Deutschland geschah und auch ihre Erzählungen, die sie geschickt einbringt, sind äußerst spannend, unterhaltsam und rührend. So hat mich z.B. die Geschichte des Wikingers oder die der Bauersfrau Vicky besonders gut gefallen. Um was es hier genau geht, darauf mag ich nicht weiter eingehen, um nichts vorwegzunehmen. Der Erzählstil des Autors ist zu Beginn sehr dramatisch und heftig, als der Ich-Erzähler seinen Unfall erlebt, das ebbt aber im weiteren Verlauf der Geschichte ein wenig ab, was nicht bedeutet, dass er weniger detailliert ist. Man muss sich auf sehr genau beschriebene Behandlungsmethoden zur Heilung von Verbrennungsopfern einstellen, ich fand dies aber total interessant! Durch die Erzählungen von Marianne Engel wird der Storyverlauf schön aufgelockert, vor allem weil sich hier ein weiterer Ich-Erzähler zu dem des verbrannten Mannes gesellt. Dieser, wie auch der Perspektivwechsel, der in den Geschichten, die Marianne Engel erzählt, zum auktorialen Erzähler wechselt, gibt der Geschichte eine Tiefe, schafft intensive Spannungsmomente und Augenblicke voller Gefühl. Die Charaktere sind sehr detailliert ausgearbeitet. Vom verbrannten Mann erfährt man im Verlauf der Geschichte so ziemlich alles, seine Gedanken, seine Gefühle und seine komplette Lebensgeschichte, aber niemals seinen Namen! Durch Marianne findet er neuen Lebensmut, aber auch eine Gefährtin, eine Liebe, die er in seinem bisherigen Leben nie gekannt hat. Marianne Engel selbst ist eins sehr zwiegespaltene Persönlichkeit, eine Bildhauerin, die Felsbrocken Gargoyles entlockt, und war schon wegen psychischer Probleme in klinischer Behandlung. Dennoch oder gerade deswegen liebe ich ihren Charakter, in dem so viel Persönlichkeit steckt! Auch die Nebendarsteller sind sehr stark ausgearbeitet und strahlen eine Präsenz aus, wenn sie auf der Bildfläche erscheinen. Die Umschlaggestaltung des Hardcovers ist eine der Schönsten, die ich seit langem gesehen habe. Ein schemenhafter, menschlicher Körper mit Engelsflügeln ziert das dunkle Coverbild, auf dem der Titel des Buchs, der Name des Autors, sowie ein gotisch gestaltetes großes G erhaben ins spiegelnder, silberner Schrift aufgeprägt sind. Mein Fazit lautet: Eine großartige abwechslungsreiche Geschichte von einem Neubeginn mit viel Tiefgang, die mich zum Schluss in melancholischer Stimmung zurückgelassen hat. Irgendwie hatte ich eine Leere im Herzen, dabei hatte Marianne Engel so viel Liebe zu geben! Diese Bewertung bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Gebundenes Buch |
2 von 2 Kunden fanden diese Rezension hilfreich. War diese Bewertung für Sie hilfreich? |
| Bewertung von olivia am 01.06.2009 | |
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Kurz und bündig! Ich habe selten ein so genial geschriebenes Buch gelesen! Wenn man einmal angefangen hat, kann man nicht mehr aufhören zu Lesen. Spannend von der ersten bis zur letzten Seite!!! Diese Bewertung bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Gebundenes Buch |
1 von 1 Kunden fanden diese Rezension hilfreich. War diese Bewertung für Sie hilfreich? |
Bewertung von Dany am 22.05.2009 |
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Ich durfte nun auch in den Genuss kommen und diese wunderbare Buch lesen. Sprachlich war es ein Feuerwerk. Davidson schaffte es von der ersten Seite an, mich für sein Buch einzunehmen. Die Protagonisten sind stilistisch schön gezeichnet, alle sind glaubwürdig und auch, oder gerade wegen, ihrer Teils schrulligen Art, sehr sympathisch. Er schreibt schonungslos von der Zeit im KH, lässt kein Detail, der immensen Verbrennungen aus, genauso wie den ganzen schmerzhaften Genesungsprozess, versucht aber nicht Mitleid heischend zu wirken. Das hat mir sehr gut gefallen. Die Geschichten (Tatsachen) die Marianne Engel erzählt, haben mir sehr gut gefallen, wobei ich die Erzählungen der Liebenden noch etwas schöner fand, als diese aus der, vermeintlichen, gemeinsamen Vergangenheit. Alles in allem, ist es ein grandioses Buch, eine wunderbare Liebesgeschichte, frei von jedem Kitsch und dennoch herrlich emotional. 10 Punkte! Diese Bewertung bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Gebundenes Buch |
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Bewertung von Uli Geißler aus Fürth/Bay. am 18.04.2009 |
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Wie Liebe Schicksal und Zeit überwindet Ein Fantasy-Roman … nein, ein Historischer Roman … eher ein Thriller … auf jeden Fall eine Liebesgeschichte … oder eine Biographische Krankheitsgeschichte … irgendwie von alledem ist „Gargoyle“ ein gelungenes Debüt des Autors Andrew Davidson. Fast grausig detailfreudig beschreibt er die Folgen eines Autounfalls seines Protagonisten. Schwerstens Brandverletzt ist er dem Krankenhausgeschehen und –personal ausgeliefert. Entsetzlich entstellt hadert er immer wieder mit seinem Leben, denkt an Suizid. Erst als ein Engel erscheint – nun gut, es ist erst einmal lediglich eine Zufallsbekanntschaft mit der hilfsbereiten und an ihm irgendwie interessierte Bildhauerin, Marianne Engel – beginnt sich in ihm eine perspektivische Zukunft zu entwickeln. Dennoch verschlägt es ihn durch sie eher in die mittelalterliche Vergangenheit, denn sie berichtet von ihrer 700 Jahre zurückliegenden Liebesbeziehung. So verschwimmen die fiktive Realität der Gegenwart und die visionären Ereignisse der Vergangenheit und bieten den Lesenden die eingangs angedeutete in gewisser Weise Genre übergreifende, ausgesprochen wechselseitige Erzählung. Erstaunlich und geradezu unangenehm nah empfindet man nicht nur die in der Ich-Form erzählten medizinischen Deskriptionen der Verbrennungsfolgen und die Operationsnachsorge sondern auch die emotionalen Empfindungen des langsam Gesundenden. Und hat man sich in der aufregenden, Zeiten überwindenden Geschichte einigermaßen zurechtgefunden, bekommt sie einen weiteren Schub an Spannung. Als der übrigens vor dem Unfall als Porno-Star und -Produzent erfolgreich Gewesene entlassen wird, nimmt ihn die geradezu heilige Marianne bei sich auf. Doch dort vollzieht sie eine im wahrsten Sinn der Wortes Bedeutung wahnsinnige Wandlung, welche den von den Ereignissen und Erlebnissen heftig Gebeutelten schwer als Freund, Helfer, Sinnspender und Liebenden beansprucht. Das Buch ist eine außergewöhnlicher Sammelung miteinander verwobener und sich gegenseitig ergänzende aber auch deutende Geschichten. Trotzdem wirken sie als Ganzes und berühren zutiefst. © 04/2009, Redaktionsbüro Geißler, Uli Geißler, Freier Journalist, Fürth/Bay. Diese Bewertung bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Gebundenes Buch |
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| Bewertung von Golex aus Berlin am 20.03.2009 | |
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Das Besondere an Gargoyle ist, es wirkt nach. Es bleiben nicht nur eindringliche Bilder und aufwühlende Momente in Erinnerung, vielmehr hat dieses Buch die Kraft den Leser zu erschüttern und zu zwingen, sich den großen Themen des Lebens – Liebe und Tod – erneut zu stellen. Dieses Buch ist definitiv nichts für Überempfindliche, dass macht Davidson schon auf den ersten Seiten klar. Jeder der schon mal einen schweren Unfall hatte, wird sich in diesen dunklen Stunden wiederfinden. Die brutal‐präzise Schilderung des Unfallgeschehens in der Eröffnungsszene und der verheerenden Folgen kann sich sicher niemand entziehen. Der namenlose Protagonist ist mit einem ideal schönen Körper, vergleichbar dem einer antiken Statue ausgestattet, innerlich ebenso steinern und kalt. Aus diesem und naheliegenden Gründen will ich ihn im folgenden David nennen. Pflegeeltern, deren Emotionen sich auf die Gier nach Drogen beschränkten und die Einsamkeit des nicht geliebten Kindes ließen schon früh seine Seele erstarren. So macht der erwachsene David auf der Suche nach Nähe reichlich Gebrauch von den Vorzügen seines Marmorpimmels. Er ist ein Star im Pornobusiness –bis er kopfüber im Auto hängend verbrannt wird. Äußerlich nun schwer entstellt, keine Familie oder Freunde und ein Leben als von Schmerz geplagtes Monster vor sich, bleibt ihm nur die Hoffnung sich möglichst bald töten zu können. Doch so schnell erholt sich kein Schwerstverbrannter. Davidsons detaillierte Beschreibung des Klinikaufenthalts mit allen Facetten der zermürbenden Behandlungen gibt die Bühne für Marianne Engel. Eine mystische Gestalt, die vorgibt, nach 700 Jahren zu ihm zurückgekehrt zu sein. Ihren Besuchen kann sich der zertrümmerte David nicht entziehen, wie auch ihrer unbedingten und für ihn unerklärlichen Zuwendung nicht. Liebe? Die hat er nie kennengelernt und so erzählt ihm Marianne Geschichten über diese. Vier davon hat Davidson eingebunden, jede für sich wunderschön und in meinem Exemplar mit Lesezeichen markiert! Keine Prosa dagegen ist für Marianne Engel die Zeit im mittelalterlichen Deutschland. Hier verband sie mit David in Gestalt eines desertierten und schwerverletzen Söldners eine tiefe Liebe. Sie selbst war Nonne im Kloster Engelthal, pflegte ihn gesund und ermöglichte ihm die Flucht. Sehr lebendig und kenntnisreich geschildert ist dieser historische Handlungsteil mit dem „Realen“ auf magische Art kunstvoll verknüpft. Einzig manchmal etwas schwerfällige formulierte Passagen (Übersetzung?) störten hier: „Aber du bestandest darauf. Du sagtest, du spürtest die Behandlung sei notwendig, du spürtest es daran, wie beim Heben der Arm schmerze.“ {S.277, Hardcover}. Nach der Entlassung nimmt Marianne David bei sich auf. Sie ist eine besessene Bildhauerin, ausschließlich Gargoyles sind ihr Thema. In einer Art Countdown holt sie diese aus dem Stein, arbeitet ekstatisch schonungslos und wahnhaft. In seiner wachsenden Sorge um sie scheint David nun selbst zu Liebe fähig zu werden. Mit dem letzten Werk, einem Abbild des verbrannten David, hat sie alles gegeben. Nun ist es an ihm den Kreis zu schließen und Marianne frei zu geben. Mit diesem Opfer erhebt er ihre Verbindung zu wahrer Liebe und vollendet seine eigene Metamorphose. Es ist schon erstaunlich was Davidson in seinem ersten Werk untergebracht hat, ein exzellent recherchierter historischer Roman, eine tiefgründige Liebesgeschichte die nie kitschig wirkt. Dazu noch die vier Kurzgeschichten. Alles miteinander meisterhaft verwoben mit wie Déjà‐vus wiederkehrenden Objekten und Charakteren. Dieses Buch macht nicht nur Kino im Kopf, es schickt den Leser auf eine Reise ins eigene ich und lässt nicht mehr los! Das kann süchtig machen – ich werd gleich nochmal die Geschichte von Sigurd dem schwulen Wikinger lesen! Diese Bewertung bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Gebundenes Buch |
3 von 3 Kunden fanden diese Rezension hilfreich. War diese Bewertung für Sie hilfreich? |
| Bewertung von justdic aus zuhause am 05.02.2009 | |
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Nun, oft macht der Buchhandel ja viel Wirbel um einen "Erstling", wie auch in diesem Fall. Davon sollte Leser/-in sich nicht beeinflussen lassen. Hier jedoch ist die Anpreisung nicht übertriebn und auch dem Klappentext auf der Rückseite kann man ruhigen Gewissens Glauben schenken. Kurzweilige, gute Unterhaltung, spannend von der ersten bis zur letzten Seite und eine mal "etwas andere Geschichte". Mehr davon! Diese Bewertung bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Gebundenes Buch |
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