Freya von Moltke - Tempel, Sylke

Sylke Tempel 

Freya von Moltke

Ein Leben. Ein Jahrhundert

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Freya von Moltke

Ein Jahrhundertleben: die erste Biographie der großen Widerstandskämpferin Freya von Moltke.

Freya von Moltke (1911-2010) war eine Symbolfigur des bürgerlichen Widerstands gegen Hitler: Gemeinsam mit ihrem Mann Helmuth James bildete sie den Kern des "Kreisauer Kreises". Heimlich trafen sich die Regimegegner auf dem Gut der Familie, um Pläne für ein demokratisches Deutschland zu schmieden. Während ihr Mann Anfang 1944 verhaftet und später zum Tode verurteilt wurde, fand Freya mit den zwei Söhnen Zuflucht zuerst in Südafrika, dann in den USA. Nicht nur hielt sie als eine der letzten Zeitzeuginnen das Andenken an die Widerstandskämpfer wach, sie spielte auch eine maßgebliche Rolle im schwierigen Prozess der deutschpolnischen Annäherung - und wurde zu einer der herausragenden Frauengestalten des letzten Jahrhunderts. Auf der Grundlage bisher nicht beachteter Quellen zeichnet Sylke Tempel das wechselvolle Leben Freya von Moltkes nach: von den frühen Jahren im Kölner Bankiershaushalt, ihrer Studienzeit im Hitler-Deutschland, die sie mit einer juristischen Promotion abschloss, bis hin zu ihrer Schlüsselrolle im deutschen Widerstand und ihrem Wirken nach dem Krieg. Das Lebensporträt einer beeindruckenden, mutigen Frau - und ein lebendiges Panorama der deutschen Geschichte des 20. Jahrhunderts.


Produktinformation

  • Verlag: Rowohlt, Berlin
  • 2011
  • Ausstattung/Bilder: 2011. 220 S., 8 Fototaf.
  • Seitenzahl: 224
  • Deutsch
  • Abmessung: 221mm x 148mm x 22mm
  • Gewicht: 396g
  • ISBN-13: 9783871346972
  • ISBN-10: 3871346977
  • Best.Nr.: 32474705

Perlentaucher-Notiz zur F.A.Z.-Rezension

Im wesentlichen ist Karina Urbachs Doppelbesprechung zweier neuer Freya-von-Moltke-Biografien (die andere ist von Frauke Geyken) eine Schilderung des außergewöhnlichen Lebens einer Frau, die zunächst einmal vor allem als Ehefrau und Witwe bekannt ist: die nämlich des von den Nazis hingerichteten Widerstandskämpfers Helmuth James Graf von Moltke. Beide Biografien betonen allerdings die große "Unabhängigkeit", die Freya von Moltke zeit ihres langen Lebens bewies, ihre "unwiderstehlich starke Persönlichkeit". Sylke Tempels Buch wird dabei als "süffig" gelobt, als einzigen Mangel beurteilt die Rezensentin, dass die Zusamenhänge des Kreisauer Kreises etwas zu kurz kommen.

© Perlentaucher Medien GmbH

Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 11.02.2011

„Ich trug Dich so fest bei mir. Das war sehr schön zu fühlen.“
Bewegende Zeugnisse hoher Gesinnung: Freya von Moltke im posthum erschienenen Gefängnis-Briefwechsel mit ihrem Mann und in zwei neuen Biographien
„Wie fest trage ich Dich bei mir, mein Herz, ganz ganz fest und mit der felsenfesten Sicherheit, daß daran auch Dein Tod nichts ändern kann. Das hat mich der liebe Gott, und hast auch Du, mein Herz, gelehrt.“ So schreibt Freya von Moltke am 23. Januar 1945. Doch der Mann, an den diese Worte gerichtet sind, wird den Brief nicht mehr erhalten. Helmuth James von Moltke wird zur selben Stunde in Berlin-Plötzensee ermordet. Am Morgen hat ihn der Tegeler Gefängnispfarrer, Harald Poelchau, noch gesehen; als der Geistliche mittags vorbeikommt, ist die Zelle leer.
Helmuth James von Moltke (1907- 1945) ist eine der beeindruckendsten Gestalten des deutschen Widerstands gegen das Naziregime. Er ist der Begründer des Kreisauer Kreises – benannt nach Moltkes Heimatgut Kreisau, wo er und seine Mitverschwörer Pläne für ein besseres Deutschland nach Hitler entwerfen. Als Sachverständiger für Kriegs- und Völkerrecht im Amt Ausland/Abwehr des …

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Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 12.03.2011

Eine Frau mit Bedeutung

Das Leben der Freya Gräfin von Moltke war geprägt von innerer Unabhängigkeit. Zum 100. Geburtstag am 29. März liegen eine süffig geschriebene und eine akribisch recherchierte Biographie vor.

Von Karina Urbach

Zwei Frauen begeben sich auf die Suche nach einer dritten. Da es sich bei der Gesuchten um eine veritable Heldin handelt, könnte dies leicht zu einer hagiographischen Irrfahrt werden. Doch Frauke Geyken und Sylke Tempel kämpfen in ihren Biographien über Freya von Moltke tapfer gegen diese Versuchung an. Ihr Untersuchungsobjekt gibt postum die Methodik vor - da Freya selbst jegliches Pathos ablehnte, treffen auch ihre Biographinnen fast immer den richtigen Ton. Bis kurz vor ihrem Tod 2010 war sie "nur" die Ehefrau von Helmuth James Graf von Moltke. Von der Öffentlichkeit wurde sie als ewige Witwe wahrgenommen, doch sie war alles andere als eine "Frau ohne Bedeutung". Das lag vor allem an ihrer geerdeten Lebenseinstellung und dem früh gefassten Entschluss, sich von nichts erschüttern zu lassen.

Als ihr Vater Carl Theodor Deichmann 1931 seine Bank samt Privatvermögen verlor, kommentierte die Tochter …

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Sylke Tempel, geboren 1963 in Bayreuth, studierte Geschichte, Politische Wissenschaften und Judaistik. Nach ihrer Promotion wurde sie Nahostkorrespondentin der "Woche", später Redakteurin der "Jüdischen Allgemeinen". Seit 2008 ist sie Chefredakteurin der Zeitschrift "Internationale Politik". Zahlreiche Buchveröffentlichungen.

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