'Frauengeschichten'. Die Briefe an Paul Federn - Broch, Hermann

Hermann Broch 

'Frauengeschichten'. Die Briefe an Paul Federn

1939-1949

Hrsg. v. Paul M. Lützeler
Gebundenes Buch
 
versandkostenfrei
innerhalb Deutschlands
23 ebmiles sammeln
EUR 22,80
Sofort lieferbar
Alle Preise inkl. MwSt.
Bewerten Empfehlen Merken Auf Lieblingsliste


'Frauengeschichten'. Die Briefe an Paul Federn

Niemandem vertraute Hermann Broch mehr als Paul Federn, dem väterlichen Freund im amerikanischen Exil, einem der ältesten und loyalsten Schüler Sigmund Freuds. Brochs
und Federns Korrespondenz begann Mitte 1939 mit dem Austausch über Themen wie Massenwahntheorie, Weltbürgertum und Verteidigung der Menschenrechte. Dann aber rückten die vielen Liebesverhältnisse, die Broch zeitweise parallel unterhielt, in
den Mittelpunkt der Briefe: Es sind eher vertrauliche Mitteilungen an einen Freund
als Bitten um psychologischen Rat.
Brochs bis zur Schonungslosigkeit sich selbst gegenüber offene Briefe schildern diese
Liebschaften mit ihren Auf- und Abschwüngen, ihren paradoxen, komischen und tragischen Verwicklungen. Sie werfen nicht nur ein besonderes Licht auf seine Frauenfiguren in Romanen wie den Schlafwandlern und den Schuldlosen. An diesen
"Frauengeschichten" entzünden sich vielmehr Brochs notorische Hauptprobleme, vor allem das Spannungsverhältnis zwischen Produktion und Sexualität, aber auch die
Misere der eigenen Wirtschaftslage, die körperlichen und psychischen Implikationen
des Alterns, die Hilfe für Emigranten und Freunde in Europa und die Angst, mit der
eigenen Arbeit nicht fertig zu werden .
Brochs Briefe (fast alle von Federns Gegenbriefen sind verlorengegangen) bilden das lebensvolle Gegenstück zur 1999 erschienenen, eher theoretisch angelegten Psychischen Selbstbiographie und bieten damit eines der aufschlußreichsten autobiographischen Zeugnisse dieses Autors.


Produktinformation

  • Verlag: Suhrkamp
  • 2007
  • Ausstattung/Bilder: 2007. 214 S.
  • Seitenzahl: 214
  • Best.Nr. des Verlages: 41890
  • Deutsch
  • Abmessung: 206mm x 129mm x 24mm
  • Gewicht: 337g
  • ISBN-13: 9783518418901
  • ISBN-10: 3518418904
  • Best.Nr.: 20949837

Perlentaucher-Notiz zur NZZ-Rezension

Sichtlich amüsiert hat Rezensent Oliver Pfohlmann Hermann Brochs Briefe an seinen Analytiker Paul Federn gelesen, auch wenn er einräumt, dass sie eher von biografischem denn von literarischem Interesse sind. In den meisten Briefen analysiert sich Broch selbst, seine Neurosen, seine Träume und eben seine Frauengeschichten. Hin und her gerissen ist er dabei, wie Pfohlmann ein wenig mitleidlos schreibt, zwischen den "Ansprüchen seines Gewissens und seines Harems, seines Werkes und seines Triebes".

© Perlentaucher Medien GmbH

Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 10.07.2007

Halb zog es ihn, halb glitt er hin
Hermann Brochs Briefe an den Psychoanalytiker Paul Federn

Hermann Broch war ein passionierter Briefschreiber, und selbst als er einmal in jüngeren Jahren ein Tagebuch führte, bestand dieses zur Hälfte aus eingelegten Briefen. Mit dem Psychoanalytiker Paul Federn korrespondierte er, von Juni 1939 an, fast zehn Jahre lang, in oft wechselndem Tempo, aber in zunehmender Intimität. Beide kamen aus gutbürgerlichen Wiener jüdischen Familien, lebten und arbeiteten im amerikanischen Exil (Federn, höchst professionell, in New York, Central Park West, und Broch im elitären Universitätsort Princeton, zunächst im Hause Einsteins).

Die alteuropäische Formalität stand der amerikanischen Unmittelbarkeit lange im Weg, und es dauerte Jahre, ehe Broch von der Anrede "Verehrter lieber Herr Doctor" zum "Lieben, lieben Freund" wechselte. Vom Krieg und Kriegsgeschehen ist wenig die Rede, die Namen Stalingrad oder der Normandie fehlen, aber der Philosoph und Schriftsteller Broch ist, auf andere Art, in seine Zeit verwickelt. Er ist unaufhörlich bemüht, seine großen Projekte zu entwerfen - sei es ein Institut zur …

Weiter lesen

.
Hermann Broch wuchs in Wien auf, leitete zwanzig Jahre lang die Textilfabrik seiner Familie, begann 1927 mit dem Leben als freier Schriftsteller, musste als Jude nach dem 'Anschluss' von 1938 aus Österreich fliehen. Er emigrierte im gleichen Jahr in die USA, wo er anfänglich in New York lebte. 1942 wurde Princeton, New Jersey, sein fester Wohnsitz. 1949 siedelte er über nach New Haven, Connecticut, wo er Kontakte zur Fakultät der Yale University hatte; im dortigen German Department wurde er Lektor ehrenhalber. 1951 erlag er einem Herzschlag.

5 Marktplatz-Angebote für "'Frauengeschichten'. Die Briefe an Paul Federn" ab EUR 13,00

Zustand Preis Porto Zahlung Verkäufer Rating
13,00 1,20 Lastschrift, offene Rechnung, PayPal Ganymed - Wissenschaftliches Versandanti 100,0% ansehen
18,00 1,90 offene Rechnung (Vorkasse vorbehalten), Banküberweisung Antiquariat Wolfgang Rüger 99,6% ansehen
leichte Gebrauchsspuren 19,00 1,50 Banküberweisung Fachbuchhandlung für Psychologie 100,0% ansehen
wie neu 21,60 0,00 sofortueberweisung.de, Selbstabholung und Barzahlung, PayPal, Lastschrift, Banküberweisung Hausmanns Büchershop 98,4% ansehen
wie neu 49,95 0,00 PayPal Quickwork Consultants 100,0% ansehen
Mehr von