Schlachten ist für den Autor "Schlachter Karl Stecher"
das schönste, was es gibt. Stolz präsentiert er seine
"leckeren" Gerichte und erklärt fachmännisch, wie diese
entstanden sind - von der Verladung der Tiere über die Tötung bis
hin zum Endprodukt "Fleisch".
In der eiskalten Sprache der Fleisch-"Hersteller" und
-vermarkter zeigt uns Schlachter Karl Stecher, wie aus einem Tier
eine duftende Grillwurst, ein knuspriger Braten oder ein saftiges
Ragout wird. Dabei spart er nicht mit "Humor" und
verhöhnt seine Opfer, wo es geht. Wie ätzend und verachtend die
Sprache der Tierverwerter tatsächlich ist, merkt man oft erst, wenn
sie dem Leid der Tiere direkt gegenüber gestellt wird. Im Buch wird
dieses dokumentiert durch Fotos von sich wehrenden, gefolterten und
getöteten Tieren. Das Buch zeigt deutlich, dass Fleischkonsum und
das Leid der Tiere unmittelbar zusammenhängen. Die Bilder von
Fleischspießen, Würsten und Hamburgern stellt der Autor direkt
neben die Fotos von leidenden Tieren - und Schlachter Stecher
versucht gar nicht erst, etwas zu vertuschen - er ist stolz darauf!
Im Alltag werden uns unangenehme Bilder vorenthalten. Statt dessen
werden die verächtlichen Sprüche und "leckeren" Rezepte
gepaart mit bizarren Abbildern lustiger Schweine und Hühner, die
einen Kochlöffel oder Spieß halten und sich am liebsten selbst
auffressen würden. Auf diese Weise soll den Verbrauchern suggeriert
werden, dass die Opfer des Fleischkonsums ohnehin vollkommen
verblödet sind und sich wie wahnsinnig darauf freuen, geschlachtet
zu werden. Derartig lächerlich gemacht soll den
"Nutz"-Tieren jegliche Würde genommen werden, damit die
Kunden sie mit ruhigem Gewissen kaufen und aufessen können. So wie
gefühllose Waren, nicht wie empfindsame Lebewesen.
Da die Sprache der Kunstfigur "Schlachter Karl Stecher"
den Fleischkonsum aber nicht anklagt, sondern ihn (satirisch)
hochleben lässt, ist dieses Buch auch für Fleischesser verdaulich.
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