Feuer brennt nicht - Rothmann, Ralf

Ralf Rothmann 

Feuer brennt nicht

Roman

Buch mit Leinen-Einband
 
versandkostenfrei
innerhalb Deutschlands
20 ebmiles sammeln
EUR 19,80
Sofort lieferbar
Alle Preise inkl. MwSt.
Bewerten Empfehlen Merken Auf Lieblingsliste


Feuer brennt nicht

Berlin, fast zwanzig Jahre nach dem Mauerfall. Kreuzberg ist gesichtslos geworden, in den Szenebezirken lebt man auf zu dünnem Eis ( man hört es leise knacken, wenn sie die Deckel ihrer Laptops schließen ), und so ziehen Alina und Wolf an den grünen Rand der Stadt. Am Müggelsee, wo die Unterschiede zwischen Ost und West noch nicht verwischt sind, dem Ort erstaunlicher Begegnungen mit Menschen aus der untergegangenen Republik, sieht Wolf sich aber zunehmend überfordert von dem alltäglichen Zusammenleben mit Alina, den Details der Zweisamkeit , der Enge trotz komfortabler Wohnung.
Als plötzlich Charlotte auftaucht, eine Geliebte aus der Vergangenheit, ergreift er die Flucht in neue, vom offensiven Eros der Professorin befeuerte Sensationen getarnt als Ausflüge mit seinem Labrador Webster. In dessen Fell hält sich der fremde Parfümduft jedoch unvermutet lange. Alina wird skeptisch, und so überwindet Wolf die Hölle der Verheimlichung und ist überrascht: Seine Frau akzeptiert das Verhältnis zu der Anderen nicht nur, sie ermuntert ihn sogar dazu ... Heute noch etwas erfinden heißt, der Wahrheit verloren gehen. Ralf Rothmann hat einen Roman über das behutsame Zusammenwachsen von Ost und West und eine Chronik des erotischen Begehrens geschrieben, eine dunkel-glühende Liebesgeschichte.


Produktinformation

  • Verlag: Suhrkamp
  • 2009
  • Ausstattung/Bilder: 2009. 303 S.
  • Seitenzahl: 303
  • Best.Nr. des Verlages: 42063
  • Deutsch
  • Abmessung: 205mm x 130mm x 28mm
  • Gewicht: 402g
  • ISBN-13: 9783518420638
  • ISBN-10: 3518420631
  • Best.Nr.: 25550071
Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 02.06.2009

Dichterflügel, frisch gestutzt

Poesie ist eine wundersame Panzerung: Ralf Rothmann, einer der subtilsten Erzähler seiner Generation, setzt in "Feuer brennt nicht" alles auf eine Karte.

Von Hubert Spiegel

Ob Engel beten? Das ist eine Frage, an der sich Kirchenväter die Zähne ausbeißen könnten. Warum sollten sie, vielleicht um zu beichten? Man kann sich das Bild mühelos vorstellen, die Hände vor der Brust gefaltet, die Fittiche auf dem Rücken bescheiden angelegt, der Blick unter langen Wimpern hervor ist gesenkt. Aber auf dem leuchtend weißen Gefieder ist ein kleiner schwarzer Fleck, der nicht vergehen will. Die schöne Wendung vom "Dreck am Flügel" hat Ralf Rothmann vor acht Jahren geprägt, als er in seinem Erzählungsband "Ein Winter unter Hirschen", dezent auf Walter Benjamin anspielend, das Bild vom Engel des Erzählens entwarf. In seinem neuen Roman schwingt sich dieser Engel zur Hauptfigur auf, aber der Dreck am Flügel ist größer und größer geworden und wiegt nun zuweilen bleischwer. Und jetzt ist auch zu erkennen, was da so schwarz und schmierig das schöne Gefieder verklebt: Es ist ein Gemisch aus Nektar und Ambrosia, Blut, …

Weiter lesen

Perlentaucher-Notiz zur NZZ-Rezension

Beatrice von Matt bedenkt Ralf Rothmanns neuen Roman "Feuer brennt nicht" mit viel Lob. Für sie ist der Autor längst zum einem "Großmeister seiner Zunft" herangewachsen, vergleichbar mit Handke, Genazino, Martin Walser. Besonders schätzt sie seine erzählerische Virtuosität, seine präzisen Beobachtungen, sein Talent, leichthändig Atmosphäre zu schaffen. Im vorliegenden Fall die von Friedrichshagen bei Berlin, wo die Hauptakteure, ein Schriftsteller und seine Freundin und seine Geliebte leben. Die Sexualität der Paare findet Matt ebenso "schonungslos" beschrieben wie die Symptome des Alterns des Schriftstellers Wolf. Einziger Kritikpunkt der Rezensentin ist, dass die beiden Frauen lange "ohne Eigenleben" bleiben. Wenn Rothmann ihnen dann aber Leiden zumutet, rettet er nach Ansicht Matts das Buch und läuft - im letzten Drittel - zu großer "Meisterschaft" auf.

© Perlentaucher Medien GmbH

Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 25.04.2009

Der Pakt mit dem Schreiben
Und die Witterung des Ostens: Ralf Rothmann erzählt von einem alternden Berliner Schriftsteller
Dies ist der Roman einer großen Erschöpfung. Vor allem aber der Flucht vor dieser Erschöpfung. Hinter seinem Titel zeichnet sich beschwörend die Formel „Das Feuer brennt noch” ab, und er enthält Sätze, die auf den Kopf zugesagt bekommen wollen, sie seien glutvolle Prosa. Aber diese Glut lebt von der Asche, aus der sie noch einmal angefacht wurde, und es kommt andauernd neue Asche hinzu. Denn diesen Roman hat ein alternder Schriftsteller geschrieben, der nicht nur seinem Altern Paroli bieten will, sondern auch der Kunst, der er doch in allen seinen Büchern gehuldigt hat, der Kunst des Erzählens, der Form des Romans.
Manchmal überfällt den alternden Schriftsteller die Angst, die letzte Vorstellung, den Punkt des Aufhörens verpasst zu haben. Dann unterbricht er seinen Roman mit Aphorismen („Todsünde des Schriftstellers: Über Mozart schreiben”) oder Reflexionen wie dieser: „Die Unwahrheit fängt mit dem Kunstwillen an, dem Arrangement, aber das merkt man zunächst nicht. Er kommt mit den Jahren, der Überdruss an der …

Weiter lesen

"Ralf Rothmanns neuer Roman Feuer brennt nicht ist anders als die früheren Werke des 1953 geborenen Schriftstellers, der längst als einer der wichtigsten, besten Erzähler der Gegenwart etabliert ist. Feuer brennt nicht (ist) radikaler, angreifbarer, von existenzieller Wucht. ... Ralf Rothmann hat eine große Reflexion über Altern und Männlichkeit, Liebe und Begehren, Freiheit und Abhängigkeit geschrieben."<br />Felicitas von Lovenberg Frankfurter Allgemeine Zeitung

»Wie Rothmann das Scheitern beschreibt, macht aus Feuer brennt nicht einen großen Text.«

"Ralf Rothmanns neuer Roman Feuer brennt nicht ist anders als die früheren Werke des 1953 geborenen Schriftstellers, der längst als einer der wichtigsten, besten Erzähler der Gegenwart etabliert ist. Feuer brennt nicht (ist) radikaler, angreifbarer, von existenzieller Wucht. ... Ralf Rothmann hat eine große Reflexion über Altern und Männlichkeit, Liebe und Begehren, Freiheit und Abhängigkeit geschrieben."<br />Felicitas von Lovenberg Frankfurter Allgemeine Zeitung

»Ralf Rothmann ist längst zu einem Großmeister seiner Zunft herangewachsen.«
Ralf Rothmann wurde 1953 in Schleswig geboren und wuchs im Ruhrgebiet auf. Nach der Volksschule (und einem kurzen Besuch der Handelsschule) machte er eine Maurerlehre, arbeitete mehrere Jahre auf dem Bau und danach in verschiedenen Berufen (unter anderem als Drucker, Krankenpfleger und Koch). Seit 1976 lebt Ralf Rothmann in Berlin und veröffentlichte bereits einige Romane, Erzählungen und Gedichte, für die er mit mehreren Preisen, u.a. Märkischer Kulturpreis (1986), Förderpreis des Bundesverbandes der Industrie (1989), 19. Stadtschreiber von Bergen-Enkheim (1992), Literaturpreis für das Ruhrgebiet (1996), Hermann-Lenz-Preis (2001), Kranichsteiner Literaturpreis (2002), Evangelischer Buchpreis (2003), Wilhelm Raabe Literaturpreis (2004) und Heinrich-Böll-Preis (2005), Max-Frisch-Preis (2006) und dem Literaturpreis der Konrad-Adenauer-Stiftung (2008) ausgezeichnet wurde. 2010 erhielt er den Walter-Hasenclever-Literaturpreis der Stadt Aachen.

12 Marktplatz-Angebote für "Feuer brennt nicht" ab EUR 3,30

Zustand Preis Porto Zahlung Verkäufer Rating
wie neu 3,30 1,20 Banküberweisung berend 99,4% ansehen
leichte Gebrauchsspuren 3,80 1,20 Banküberweisung jean-thomasch 99,8% ansehen
leichte Gebrauchsspuren 4,00 2,00 offene Rechnung (Vorkasse vorbehalten) anthea 100,0% ansehen
wie neu 4,50 1,10 Banküberweisung büchersammelsur ium 100,0% ansehen
wie neu 4,79 1,10 Banküberweisung Clemens Dolch 100,0% ansehen
leichte Gebrauchsspuren 5,00 1,10 Banküberweisung Florian.Zietz 100,0% ansehen
wie neu 5,00 4,25 Banküberweisung antiquariat spaziergang. 99,2% ansehen
7,50 1,90 offene Rechnung (Vorkasse vorbehalten), Banküberweisung Antiquariat Wolfgang Rüger 99,5% ansehen
wie neu 7,99 1,50 Banküberweisung rosettastone 100,0% ansehen
Sehr gut, Umschlag: Tadelloser Schutzums 8,10 1,90 offene Rechnung (Vorkasse vorbehalten), Selbstabholung und Barzahlung Versandantiquariat Rainer Kocherscheidt 100,0% ansehen
wie neu 10,00 2,00 Banküberweisung Volkers Volksbühne 100,0% ansehen
wie neu 15,00 2,50 Banküberweisung boing 100,0% ansehen
Mehr von