Fassen Sie sich bitte kurz - Havel, Vaclav

Vaclav Havel 

Fassen Sie sich bitte kurz

Gedanken und Erinnerungen

Zu Fragen von Karel Hvizdala
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Fassen Sie sich bitte kurz

Václav Havel zieht die politische und zugleich sehr persönliche Bilanz eines Dichters, der vom Dissidenten zum Präsidenten wurde und Weltgeschichte schrieb. 'Mir kommt von Zeit zu Zeit mein Schicksal absolut unwahrscheinlich vor. Wie konnte es nur geschehen, dass ich - und gerade ich - mich im Zentrum so wichtiger Ereignisse befand, die das Schicksal vieler Völker und Millionen von Menschen geprägt haben? Warum musste ich, ein Autor absurder Theaterstücke, Hunderte von so absurden Situationen erleben, wie zum Beispiel meinen ersten Besuch im Kreml? Manchmal sage ich mir, dass ich mein Leben wohl nur träume und sehr bald aus all dem erwache...'


Produktinformation

  • Verlag: Rowohlt, Reinbek
  • 2007
  • 2. Aufl.
  • Ausstattung/Bilder: 413 S. m. Fototaf.
  • Seitenzahl: 416
  • Deutsch
  • Abmessung: 222mm x 153mm x 36mm
  • Gewicht: 662g
  • ISBN-13: 9783498029906
  • ISBN-10: 3498029908
  • Best.Nr.: 20944836
Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 13.07.2007

Erinnerungen und Anweisungen
Václav Havel blickt zurück und rechnet mit Václav Klaus ab

Bevor sich am 31. Januar 2003 auf der großen Bühne der Prager Burg der Vorhang senkte - nach nahezu dreizehn Jahren, in denen Václav Havel die Rolle des Staatsoberhauptes innehatte -, vertraute der scheidende Präsident ausländischen Korrespondenten bei einem Gartenfest seine Absicht an, die gewonnenen Erfahrungen in einem Buch zu verarbeiten; vielleicht würden sogar Memoiren daraus werden, "so etwas zwischen Henry Kissinger und Charles Bukowski". Es dauerte lange, bis dieses Buch erschien. Das Schreiben falle ihm nun sehr schwer, notierte Havel am 16. Mai 2005 in Washington in sein Tagebuch, ihn belaste das Gefühl, "dass es langsam zu spät wird, und die zwanghafte Furcht, dass ich etwas nicht schaffe oder nicht zu Ende bringe". Havels Schreibblockaden sind Teil des Subtextes des 2006 in Prag veröffentlichten und nun auf Deutsch vorliegenden Buches. Ihnen verdankt es seine eigenartige Struktur, die aus drei Elementen besteht.

Da ist zunächst ein langes Interview, das der Journalist Karel Hvízdala mit ihm führte. Hvízdala ist ein ausgewiesener …

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Perlentaucher-Notiz zur NZZ-Rezension

Nicht unkritisch, aber mit viel Respekt und Bewunderung berichtet Rudolf Stamm von Vaclav Havels Rückblick auf seine Präsidentschaft. Die Form vor allem erscheint dem Rezensenten nicht ganz glücklich gewählt, der Journalist Karel Hvizdala gebe allein Stichwörter, er frage und hake nicht nach. Rezensent Stamm tröstet sich damit, dass so immer Havels Gedanken unverfälscht zum Ausdruck kämen. Unverkennbar sei, dass diese von Havels Erfahrung der "geistigen Unterdrückung, der Entfremdung und der materiellen Not" in der kommunistischen Tschechoslowakei geprägt sei - und von der Enttäuschung darüber, dass vielen Menschen diese Erfahrung so schnell so unwichtig wurde. Hier nehme Havel vor allem seinen politischen Widersacher Vaclav Klaus in die Pflicht, der den raffgierigen Opportunismus das Wort geredet habe mit seiner Überzeugung, zum Sturz des Kommunismus haben nicht so sehr die Dissidenten beigetragen wie die einfachen Leute, die Loyalität heuchelten und heimlich den Staat beklauten, wie der Rezensent berichtet.

© Perlentaucher Medien GmbH
Václav Havel, am 5. Oktober 1936 in Prag geboren, machte sich in den sechziger Jahren als Theaterschriftsteller einen Namen. 1968 war Havel als Vorsitzender des Clubs der unabhängigen Schriftsteller in der Reformbewegung des Prager Frühlings aktiv und übte scharfe Kritik an der Invasion der Warschauer-Pakt-Truppen in der Tschechoslowakei zur Niederschlagung des Prager Frühlings. Daraufhin erhielt Václav Havel Publikations- und Aufführungsverbot und schlug sich als Hilfsarbeiter in einer Brauerei durch, setzte sich aber trotz vielfältiger Schikanen weiterhin für die Wahrung der Menschenrechte ein. Václav Havel war 1977 Mitbegründer der Bürgerrechtsbewegung Charta 77, und in den folgenden zehn Jahren wurde er mehrfach verhaftet. 1989 stand er an der Spitze des oppositionellen Bürgerforums, das einer der Initiatoren der Massenproteste der Bevölkerung war, die schließlich zum Sturz des kommunistischen Regimes führten. Im Dezember 1989 wurde Václav Havel zum Präsidenten der Tschechoslowakei gewählt. Mit der Teilung der Tschechoslowakei in zwei getrennte Republiken, die Tschechische Republik und die Slowakei, legte Havel am 2. Juli 1992 sein Amt als Präsident der Tschechoslowakei nieder. 1993 war Václav Havel Präsident der neuen Tschechischen Republik. 1989 erhielt er den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels, und 1991 wurde er für seinen Einsatz für die Demokratie und den Frieden unter den Völkern mit dem Internationalen Karlspreis der Stadt Aachen ausgezeichnet. 2003 endete seine zweite Amtszeit.
2010 wurde Václav Havel mit dem Kafka-Preis für sein Werk ausgezeichnet. Er verstarb 2011.

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