Falsche Bilder - Echtes Geld - Koldehoff, Stefan; Timm, Tobias

Stefan Koldehoff Tobias Timm 

Falsche Bilder - Echtes Geld

Der Fälschungscoup des Jahrhunderts - und wer alles daran verdiente

Gebundenes Buch
 
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Falsche Bilder - Echtes Geld

Neues vom Fälscher: Ein Doku-Krimi enthüllt jetzt die ganze Wahrheit Kaum begonnen, ging der spektakulärste Kunstfälscherprozess Europas mit einem strafmildernden Deal auch schon zu Ende. Über 25 Jahre hatten der erfolglose Maler Wolfgang Beltracchi und seine Komplizen selbst gemalte Bilder als verschollene Kunstwerke großer Maler der Moderne (Max Ernst, Georges Braque, Fernand Léger u. a.) ausgegeben und für Millionensummen verkauft. Quer durch den Kontinent waren ihnen Kunsthändler, Museen, Sammler und Experten auf den Leim gegangen, teilweise mit erstaunlicher Arglosigkeit. Nicht wenige verdienten mit Gutachten und Vermittlungen viel Geld an den Bildern. Der Prozess zeigte bestenfalls die Spitze des Eisbergs aus Leichtgläubigkeit, Schludrigkeit und Geldgier in der Branche. 170 Zeugen wurden gar nicht erst gehört, tausende Seiten akribischer Ermittlungsarbeit blieben unbeachtet. In einem Buch, das sich wie ein Krimi liest, liefert das Autorenduo Koldehoff/Timm nun nach, was im Prozess unter den Tisch fiel: Es rekonstruiert den Coup der Fälscherbande, ein kriminelles Bravourstück von großem Unterhaltungswert und erheblicher Dreistigkeit. Und die Autoren bringen erstmals in vollem Umfang ans Licht, wie es in der in honorige Händler und zwielichtige Geschäftemacher gespaltenen Kunstbranche zugeht.Eine Branche, die dringend einen Verhaltenskodex braucht, denn eine Vielzahl gefälschter Bilder kursiert dort noch immer.

Der gewiefte Coup eines Fälschers bringt die Kunstwelt ins Wanken.

Neues vom Fälscher: Ein Doku-Krimi voller pikanter Fakten enthüllt jetzt die ganze Wahrheit.

Kaum begonnen, ging der spektakulärste Kunstfälscherprozess Europas mit einem strafmildernden Deal auch schon zu Ende. 25 Jahre lang hatten der erfolglose Maler Wolfgang Beltracchi und seine Komplizen selbst gemalte Bilder als verschollene Kunstwerke großer Maler der Moderne (Max Ernst, Georges Braque, Fernand Léger u. a.) ausgegeben und für Millionensummen verkauft. Quer durch den Kontinent waren ihnen Kunsthändler, Museen, Sammler und Experten auf den Leim gegangen. Einige von ihnen durchaus willig, denn sie verdienten mit Beltracchis Bildern viel, viel Geld. Der Prozess zeigte bestenfalls die Spitze des Eisbergs aus Leichtgläubigkeit, Schludrigkeit und Geldgier in der Branche. 170 Zeugen wurden gar nicht erst gehört, tausende Seiten akribischer Ermittlungsarbeit blieben unbeachtet. In einem Buch, das sich wie ein Krimi liest, liefert das Autorenduo Koldehoff/Timm nun nach, was im Prozess unter den Tisch fiel: Es rekonstruiert den Coup der Fälscherbande, ein kriminelles Bravourstück von großem Unterhaltungswert und erheblicher Dreistigkeit. Und die Autoren bringen erstmals in vollem Umfang ans Licht, wie es in der in honorige Händler und reine Geschäftemacher gespaltenen Kunstbranche zugeht. Eine Branche, die dringend einen Verhaltenskodex braucht, denn Dutzende gefälschter Bilder kursieren dort noch immer.


Produktinformation

  • Verlag: Galiani, Berlin
  • 2012
  • Ausstattung/Bilder: 2012. 274 S. m. z. Tl. farb. Bildttaf.
  • Seitenzahl: 304
  • Deutsch
  • Abmessung: 217mm x 142mm x 33mm
  • Gewicht: 489g
  • ISBN-13: 9783869710570
  • ISBN-10: 3869710578
  • Best.Nr.: 34744637
Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 12.05.2012

Wie man Augen betäubt und daraus Gewinn zieht
Über Kunsthändler, Fälscher, Experten, Anleger und die Gier nach Sensationen: Stefan Koldehoff und Tobias Timm erzählen den Fall Beltracchi
Die Befürchtungen, die der Berliner Galiani-Verlag in den letzten Tagen verbreitet hat, sollten das Werk zusätzlich interessant machen. Das Erscheinen sei um einige Tage vorgezogen worden, hieß es da, denn eine einstweilige gerichtliche Verfügung könnte in letzter Minute das Erscheinen verzögern – oder gar ganz verhindern. Der mögliche Skandal des ungelesenen Verschwindens sollte zur Steigerung des vermeintlich kurzfristigen Verkaufs beitragen.
Was steht in dem von den Journalisten Stefan Koldehoff und Tobias Timm verfassten Band ( Falsche Bilder, Echtes Geld. Galiani Verlag, Berlin 2012. 275 S. 19,99 Euro ) über den Kunstfälscher Beltracchi, das der aufmerksame Zeitungsleser, Rundfunkhörer, Fernseher und Internetsurfer nicht längst wüsste? Koldehoff und Timm haben in der Wochenzeitung Die Zeit ausführlich über den Fall berichtet und wurden für ihre Recherchen mit dem Giacometti-Preis belohnt. Die Kritik der Autoren an den Usancen des …

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Perlentaucher-Notiz zur F.A.Z.-Rezension

Gar einen Sittenspiegel unserer Zeit möchte Rose-Maria Gropp in dem Buch von Stefan Koldehoff und Tobias Timm erblicken. Dass die Autoren den interessierten Leser mit ihrem fix geschriebenen, wie Gropp vermerkt, medial anschlussfähigen Text auf den Stand der Dinge in der causa Beltracchi bringen, ist das eine, sämtliche Hintergründe und Fakten der Indizienkette übrigens inbegriffen. Gropp aber erkennt im Blick hinter die Fassade neben der puren Spannung auch das moralische Moment. Spätestens, wenn Koldehoff und Timm einen Kunsthandelskodex fordern.

© Perlentaucher Medien GmbH

Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 18.06.2012

Von der Notwendigkeit, Ernst zu machen

Der Prozess um den Fälscher Wolfgang Beltracchi deckte die Schwachstellen des internationalen Kunsthandels auf. Stefan Koldehoff und Tobias Timm fragen in ihrem neuen Buch, was daraus folgen muss.

Dieses Buch ist mit heißer Nadel gestrickt, und es ist auf dem aktuellen Stand der Dinge. Naturgemäß kann es den Fälschungsskandal nicht erschöpfend klären, der im vergangenen Jahr die Gemüter bewegt hat und als der "Fall Beltracchi" in die einschlägige Historie eingehen wird. Das Buch schließt direkt an ein alertes Interesse von Medien und Öffentlichkeit an, man erinnert sich: Wolfgang Beltracchi und seine Mittäter - seine Frau, ein gewisser Otto Schulte-Kellinghaus und Beltracchis Schwägerin - haben eine noch immer unbekannte Zahl von gefälschten Gemälden in den Kunstmarkt geschleust, der sich über Jahre hin als dafür blind erwies. Allerdings ging das Interesse kaum über die deutschen Grenzen hinaus. Beltracchi who?, fragt schon jeder Brite. Dies, obgleich der selbsternannte "Meisterfälscher" außer Deutschland auch England, Frankreich und selbst die Vereinigten Staaten mit seinen Falsifikaten erreichte. …

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"Es ist ein spannendes Buch geworden, eine Indiziengeschichte und vielleicht sogar überhaupt ein Sittenspiegel unsererGesellschaft.", FAZ

"Es ist ein spannendes Buch geworden, eine Indiziengeschichte und vielleicht sogar überhaupt ein Sittenspiegel unsererGesellschaft.", FAZ
Stefan Koldehoff, geboren 1967, ist Kulturredakteur beim Deutschlandfunk in Köln und schreibt u. a. für die ZEIT, Die Welt, die Sonntagszeitung (Zürich) und ARTnews (New York). 2008 wurde er für seine investigativen Recherchen mit dem puk-Journalistenpreis des Deutschen Kulturrats ausgezeichnet.

Tobias Timm, geboren 1975, studierte Stadtethnologie, Geschichte und Kulturwissenschaften in Berlin und New York. Seit 2006 arbeitet er von Berlin aus für das Feuilleton der ZEIT, schreibt über Kunst, Architektur und den Kunstmarkt. Zuvor arbeitete er als Autor für die Süddeutsche Zeitung.

Kundenbewertungen zu "Falsche Bilder - Echtes Geld"

2 Kundenbewertungen (Durchschnitt 5 von 5 Sterne bei 2 Bewertungen ***** ausgezeichnet)
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Bewertung von Volker M. am 23.07.2012 ***** ausgezeichnet
Kunst am Abgrund

Es ist DER Kunstskandal der letzten hundert Jahre. Ein Betrug von bisher ungekanntem Ausmaß, mit List und krimineller Energie eingefädelt, ein mafiöses Netzwerk aus Fälschern, Gutachtern, Kunsthändlern, Museen und Auktionshäusern, die mal mehr, mal weniger bewusst ihre ahnungslosen Kunden hinters Licht führten. Kunden, die Millionen für angebliche Meisterwerke der klassischen Moderne zahlten.

Als der Fall Beltracchi 2010 vor Gericht landet, ist das Medieninteresse entsprechend groß. 30 Jahre hat der Fälscher den internationalen Kunsthandel "bedient" und es ist bis heute unklar, wie viele von ihm gefälschte Bilder in Umlauf gerieten und wie hoch der Gesamtschaden eigentlich ist. Und dann endet der Prozess nach nur neun Verhandlungstagen mit einem windelweichen Vergleich. Alle Beteiligten hatten erkennbar kein Interesse daran, dass die kriminellen Strukturen des internationalen Kunsthandels in aller Öffentlichkeit diskutiert werden und so kommt ein geständiger Millionenbetrüger und seine Helfershelfer mit einer vergleichsweise milden Gefängnisstrafe davon. Dass hier ein Kölner Gericht zuständig war, hat zumindest ein "Geschmäckle".

Stefan Koldehoff und Tobias Timm haben mit kriminalistischer Präzision die Fakten analysiert und in einen Abgrund aus Lügen und gezielten Vertuschungen geblickt. Geniale Selbstdarsteller, ahnungslose Handlanger, undurchsichtige Museumsdirektoren, eitle Experten geben sich die Klinke in die Hand und jeder hat ein bisschen mitverdient im großen Spiel. Aber keiner hat so abgesahnt wie Wolfgang Beltracchi, der sich protzige Villen in Frankreich und Freiburg errichten ließ. Sein medienwirksam vermarktetes Selbstbild als "Eulenspiegel" der Kunstszene bekommt angesichts der tatsächlichen Fakten mehr als nur ein paar Risse.

Die Autoren nennen Namen und es sind einige darunter, die in der internationalen Kunstszene einen guten Klang haben. Oder muss man jetzt sagen: hatten? Keineswegs. Die Geschäfte laufen weiterhin glänzend, auch wenn vielleicht die Interessenten für Max Ernst in Zukunft doch lieber einen anderen Experten heranziehen, nachdem der bisherige offenbar keine einzige Beltracchi-Fälschung identifizierte. Man kann sicher sein, die Lücke wird bald gefüllt werden. Die Auktionshäuser setzen 2012 soviel um, wie nie zuvor.

Stellenweise bekommt man den Mund nicht zu, wenn die Autoren die Dreistigkeit beschreiben, mit der die Fälscherbande Museumsleute für ihre Zwecke einspannt, Gutachter mit einem handschriftlichen Satz auf der Rückseite eines Fotos aus einem Stück Leinwand ein Millionenobjekt machen und Auktionatoren beide Augen zudrücken, auch wenn mehr als nur ein leichter Zweifel an der Echtheit eines Objekts besteht. Wenn auch nur die Hälfte der Angaben stimmt, müsste eigentlich der gesamte Kunsthandel kollabieren. Dem Kunsthändler seines Vertrauens sollte man zumindest ab jetzt sehr genau auf die Finger schauen. Große Namen finden sich in Koldehoff und Timms Bericht genauso wieder wie kleine Fische.

Ein brillant recherchiertes Buch, vollgestopft mit Fakten, belegt durch Polizeiberichte und Zeugenaussagen, ein kriminalistisch analysiertes Netzwerk des organisierten Verbrechens. Atemberaubend und absolut desillusionierend.

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Bewertung von Abbi aus Uetersen am 23.07.2012 ***** ausgezeichnet
Das Buch liest sich wie ein Krimi. Ich habe es nicht aus der Hand legen koennen. Vieles in der kunstwelt war mir bekannt, aber alle Beteiligten sind ja noch raffiger. Da koennen wohl nur noch Banken mithalten.

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