"Als ich mit den ersten Theaterinszenierungen anfing - wir
haben das damals Filmtheater genannt, eine ursprüngliche
Bezeichnung für Kino - wollte ich einerseits einfach Filme machen
dürfen, welche sich um andere Motive als Wirtschaftlichkeit kümmern
können. Gleichzeitig dachte ich, dass die Bewegung des Kinos der
Bühne nutzen könnte, denn dadurch könnte man die grotesken
Verrenkungen des traditionellen Theaters loswerden. Das waren
relativ naive Überlegungen. Aber sie generierten eine interessante
Art von Maschine, mit der ich sehr gerne arbeite. (Bauersima im
Interview mit Andrea Grudda) Igor Bauersima gehört spätestens seit
"norway.today" zu den jungen Theatermachern, die ihren
inszenatorisch-auktorialen Pas de deux an der Schnittstelle von
Cyberspace, Medienphilosophie und Theaterformen erproben. Anhand
von drei ausgewählten Inszenierungen - "Forever Godard"
(1998), "norway.today" (2000) und "Dantons Tod"
(2003) - untersucht Alexandra Freund unter Berücksichtung medien-
und schauspieltheoretischer Aspekte das dramatische und
inszenatorische Schaffen des Gegenwartsautors und -regisseurs.