Hybridität gehört heute zu einem der Schlüsselbegriffe in den
Kulturwissenschaften, der aus dem Theoriearsenal nach dem
'Postcolonial Turn' stammt. Beschrieben wurden damit
ursprünglich Verständigungsformen im interkulturellen Dialog,
jedoch wird der Begriff inzwischen viel breiter zur Strukturanalyse
der bürgerlichen Gesellschaft wie überhaupt der Moderne verwandt.
Die Exilforschung wird von diesem Theorem ebenso herausgefordert.
Der vorliegende Band versammelt Beiträge, die seine Validität und
Reichweite prüfen und dabei der Frage nachgehen, was gegenüber dem
theoretischen Verständnis und den methodischen Ansätzen der
bisherigen Forschung neu ist. Das soll nicht autochthon auf die
eigenen Arbeitsfelder ausgerichtet bleiben, vielmehr enthält der
Band ebenso Aufsätze aus anderen Gegenstandsbereichen und von
anderen Disziplinvertretern.
Die Beiträge des Buches zielen in dieser komparativen Perspektive
auf einen Anschluss der Exilforschung an kritische Analysen der
überkommenen Nationalstaatskonzepte sowie auf die Öffnung hin zu
den neueren Ansätzen der Migrations- und Einwanderungsforschung.
Claus-Dieter Krohn, geboren 1941 in Hamburg, ist Professor für Neuere Geschichte und lehrt im Fachbereich Kulturwissenschaften der Universität Lüneburg.
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