Ethik der Entwicklungspolitik - Kesselring, Thomas

Thomas Kesselring 

Ethik der Entwicklungspolitik

Gerechtigkeit im Zeitalter der Globalisierung

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Ethik der Entwicklungspolitik

"Ethik hat etwas mit der Kunst zu tun, vom eigenen Standpunkt zu abstrahieren", sagt Thomas Kesselring und verdeutlicht in diesem Buch, wie notwendig diese Kunst gerade in Zeiten der sich rasch entfaltenden Globalisierung ist. Denn die Zunahme des Entwicklungs- und Armutsgefälles und die anhaltende Zerstörung unserer natürlichen Lebensgrundlagen führt heute gerade auch den reichen Industrienationen deutlich vor Augen, daß man diesem Trend nicht tatenlos zuschauen darf.
Kesselring entwickelt aus philosophischer Perspektive eine Ethik der Entwicklungszusammenarbeit, die theoretisch fundiert ist, die praktische Analyse aber nie aus den Augen verliert. Für seine breit angelegte Studie erörtert er sowohl verschiedene philosophische Theorien zu den Themen Gerechtigkeit und wirtschaftlicher Kooperation, analysiert Konzept und Praxis der Globalisierung, bespricht die Vor- und Nachteile des Freihandels und geht ausführlich auf die ökologische Dimension der internationalen Vernetzung ein.
Daraus ergibt sich seine Vision, wie eine ernst gemeinte Entwicklungszusammenarbeit das Zusammenleben der Menschen und Völker gerechter und nachhaltiger gestalten kann. Denn wenn die reichen Nationen jetzt nicht von selbst handeln, werden sie die Konsequenzen bald spüren - die Ausbreitung des internationalen Terrorismus ist vielleicht nur ein erster Vorbote.


Produktinformation

  • Verlag: Beck
  • 2003
  • Ausstattung/Bilder: 323 Seiten
  • Seitenzahl: 323
  • Ethik im technischen Zeitalter
  • Deutsch
  • Abmessung: 218mm x 139mm
  • Gewicht: 460g
  • ISBN-13: 9783406509209
  • ISBN-10: 3406509207
  • Best.Nr.: 11731101
Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 05.02.2004

Mehr Offenheit
Wie aus Entwicklungspolitik Entwicklungsgerechtigkeit wird

Thomas Kesselring: Ethik der Entwicklungspolitik. Gerechtigkeit im Zeitalter der Globalisierung. Verlag C. H. Beck, München 2003. 321 Seiten, 24,90 [Euro].

Die Diskussion um Entwicklungshilfe und Gerechtigkeit wird nicht nur hierzulande seit den sechziger Jahren geführt, und es fehlt nicht an Warnungen vor den Konsequenzen im Falle eines Nichthandelns gerade der reichen Nationen in dem als Nord-Süd-Konflikt bezeichneten Kampf um die soziale Ungleichheit in der Welt. Kesselrings Studie reiht sich in den Kanon derer, die diese Ungleichheit und ihre stete Zunahme in drei Dimensionen registrieren: in ökonomischer Hinsicht, im Hinblick auf die Entwicklungschancen der Dritten Welt und bezüglich der Verteilung von Macht.

Armut und Elend, so der Autor, seien trotz fünf Jahrzehnten Entwicklungspolitik keineswegs verschwunden. Zur Jahrtausendwende verfügen 2,8 Milliarden Menschen, fast die Hälfte der Weltbevölkerung, über ein Tageseinkommen unterhalb von zwei Dollar, praktisch ohne Perspektive auf Zugang zu den Märkten. Seit dem Zweiten Weltkrieg hat sich das …

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Perlentaucher-Notiz zur F.A.Z.-Rezension

Nach Ansicht von Rezensent Stefan Fröhlich reiht sich diese Studie in den Kanon derer ein, welche die Ungleichheit in der Welt und ihre stete Zunahme in drei Dimensionen registrierten: "in ökonomischer Hinsicht, im Hinblick auf die Entwicklungschancen der Dritten Welt und bezüglich der Verteilung von Macht". Um den dritten Aspekt angemessen zu behandeln, unternehme Autor Thomas Kesselring zunächst "einen Ritt durch vier Jahrzehnte Gerechtigkeits- und Entwicklungsdiskussion", die Fröhlich bei John Rawls enden sieht. Eine hochkomplexe Aufgabe stellt für Kesselring auch der Aufbau von Industrien in den Entwicklungsländen dar, sowie der Erschließung interner Absatzmärkte für Landwirtschafts- und Industrieprodukte. Der zweite Teil des Buches befasst sich, den reichlich trockenen Angaben des Rezensenten zufolge, mit einer ethischen Gerechtigkeitsdiskussion. Auch die Frage nach den Möglichkeitsbedingungen für Demokratie sieht Fröhlich gestellt, auf staatlicher wie globaler Ebene.

© Perlentaucher Medien GmbH
Thomas Kesselring, geboren 1948, lehrt Ethik und Philosophie an der Universität Bern. Nach seiner Habilitation an der FU Berlin war er mehrere Jahre Gastprofessor an der Bundesuniversität Rio Grande do Sul, Brasilien.

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