Das Experiment gilt als eines der wichtigsten methodischen
Verfahren neuzeitlicher Wissensproduktion. Spätestens seit Ende des
16. Jahrhunderts bildet es eine Form der Erkenntnisgewinnung, die
sich einer eigens hierfür »provozierten« Erfahrung verdankt. Durch
das Zusammenspiel von definierten Voraussetzungen, künstlichem
Eingriff und empirischem Ablauf, an das sich Verfahren der
Aufzeichnung, der Ausdeutung und der Distribution anschließen,
werden neue Erkenntnisse gewonnen. Damit sind in den Prozess des
Experimentierens immer auch rhetorische, narrative und fiktionale
Techniken involviert, durch die sich das Experiment zugleich als
wissenschaftliches und als literarisches Verfahren erweist.
Weitere Bände zum Thema »Experiment und Literatur« widmen sich den
Jahren 1790-1890 (2010) und 1890-2009 (2011).
Aus dem Inhalt:
Wolfgang Krohn: Francis Bacons literarische Experimente
Richard Nate: Zur Topik des Experiments im frühneuzeitlichen
England
Ulrich Stadler: Experimente im Umkreis der Royal Society, bei
Christian Wolff und bei Calderon
Roland Borgards: Kreuzungsversuche bei Rousseau und Bretonne
Thomas Fries: Wissenschaftliches Denken als Dialog: d Alembert,
Diderot und Galiani
Michael Gamper: Lichtenberg und die Elektrizität
Gunhild Berg: J. G. B. Pfeils Versuch in moralischen Erzählungen
»Physik ist Experimental-Physik, Politik ist Experimental-Politik, Denken ist Experimental-Denken. Und auch die Literatur ist - der Band zeigt es facettenreich - eine einzige »Literaturgeschichte de Experiments«.« (Neue Zürcher Zeitung, 16.6.2009)
Michael Gamper, SNF-Förderprofessor für Literaturwissenschaft an der ETH Zürich. Forschungsschwerpunkte: Deutsche Literatur des 18. bis 20. Jahrhunderts im internationalen Kontext, Kollektivphänomene, Literatur und Wissenschaft.
Ein Marktplatz-Angebot für "'Es ist nun einmal zum Versuch gekommen'" für EUR 39,90
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