Die vorliegende Studie behandelt das von der germanistischen
Literaturwissenschaft bisher nur wenig beachtete Feld
der"Totenlieder"- und zwar speziell im Bereich der
geistlichen Volkslieder. Dieses Liedgut befindet sich im
Schnittpunkt literaturwissenschaftlichen, theologischen und
volkskundlichen Interesses.Der Schwerpunkt der Untersuchung liegt
auf den Toten- und Sterbeliedern der Barockzeit. Die Produktion
dieser Lieder erreicht im 17. Jahrhundert ihren Höhepunkt, wobei
insbesondere der Gedanke der"Vanitas"vielfach variiert
wird. Emblematische Todesgestalten wie der"Schnitter"und
der"Schütze"oder der den Totentanz
anführende"Spielmann"sind in Liedern und auf Flugblättern
allgegenwärtig.Da diese Motive schon Jahrhunderte früher in Texten
und Bildern auftreten und auch über das 17. Jahrhundert hinaus
weiterexistieren, greift der Verfasser auf die Geschichte der
Totenlieder und ihrer wesentlichen Motive zurück und schlägt einen
Bogen von den Todesvorstellungen der Antike und der alt- und
neutestamentlichen Verkündigung über das Denken des Mittelalters
bis hin zur Gegenwart. Dabei wird differenziert zwischen
vorreformatorischer bzw. katholischer und evangelischer
Traditionslinie, aber auch zwischen theologischem Denken und den
jeweiligen zeittypischen Vorstellungen
des"Volksglaubens". Im Mittelpunkt der Studie steht die
Analyse ausgesuchter Textbeispiele, die auf die Vorstellungen von
Sterben, Tod und Auferstehung hin befragt werden. So lassen sich
sowohl sprachlich-ästhetische als auch mentalitätsgeschichtliche
Veränderungen in Entstehung und Rezeption der Totenlieder
nachverfolgen. - Ein umfangreicher Anhang mit Liedtexten und
Flugblattdrucken ergänzt die Darstellung.
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