Eros - Krausser, Helmut

Helmut Krausser 

Eros

Roman

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Eros

"Mit 'Eros' ist Helmut Krausser ein großer deutscher Zeitroman gelungen. Das kühnste, ehrgeizigste und zugleich formal strengste Erzählprojekt dieses Bücherjahrs." Focus

"Ein starkes Buch, das seine Geschichte sicher und trickreich erzählt." Spiegel

"Viel mehr kann man von Literatur nicht verlangen!" Frankfurter Rundschau

'Mit 'Eros' ist Helmut Krausser ein großer deutscher Zeitroman gelungen. Das kühnste, ehrgeizigste und zugleich formal strengste Erzählprojekt dieses Bücherjahrs.' Focus ' Ein starkes Buch, das seine Geschichte sicher und trickreich erzählt.' Spiegel ' Viel mehr kann man von Literatur nicht verlangen!' -- Frankfurter Rundschau


Produktinformation

  • Verlag: Btb
  • 2008
  • Ausstattung/Bilder: 2008. 317 S.
  • Seitenzahl: 320
  • btb Bd.73675
  • Deutsch
  • Abmessung: 188mm x 121mm x 28mm
  • Gewicht: 297g
  • ISBN-13: 9783442736751
  • ISBN-10: 3442736757
  • Best.Nr.: 22812156
kulturnews - RezensionBesprechung
Bereitgestellt von kulturnews.de
(c) bunkverlag
Krausser liebt es gewaltig, "Thanatos" oder "Ultrachronos" heißen seine Bücher. Auch "Eros" erzählt nicht irgendeine Liebesgeschichte, sondern die Jahrzehnte umspannende Geschichte einer Obsession. In den Wirren des Zweiten Weltkriegs verliert Alexander von Brücken das Mädchen Sofie und verbringt den Rest seines Lebens damit, die Angebete wiederzufinden. Wie bei Krausser üblich, ist ein Erzähler vor die eigentliche Hauptperson geschaltet, ein Schriftsteller. Das schafft Distanz zu dieser wahnwitzigen, unerfüllten Liebe; das sät auch Zweifel, ob wirklich alles so passiert ist. Gekonnt handhabt der Autor dieses Vexierspiel, doch eigentlich geht es ihm um etwas anderes: um Sofies Weg durch die deutsche Geschichte. Sofie hungert sich durch die Nachkriegsjahre, kifft in den Kommunen der 68, landet in der RAF und taucht schließlich in der DDR unter. Diese wechselnden Orte und Zeiten skizziert Krausser mit leichter Hand, punktgenau und dialoglastig. So ist "Eros" trotz des gewichtigen Titels weniger eine Liebesgeschichte als ein wunderbar leichter Zeitroman geworden. (arm)

Mit Eros ist Helmut Krausser ein großer deutscher Zeitroman gelungen. Das kühnste, ehrgeizigste und zugleich formal strengste Erzählprojekt dieses Bücherjahrs. Focus

"Viel mehr kann man von Literatur nicht verlangen!"

Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 03.09.2006

Der Herbst kann kommen
Zwischen Heimat und Hollywood: Selten war die deutschsprachige Literatur so welthaltig wie heute. Ein Ausblick auf die neuen Bücher

Sie sind alle wieder da in diesem neuesten Herbst, die alten und die neuen Protagonisten aus der Welt der deutschsprachigen Literatur. Die alten Könige, die jungen Streber, die Schaumschläger, die Eindringlinge, die ewigen Platzhirsche und die echten Revolutionäre. Während einige sich vor Jahren in einer Endlosschleife verirrt haben, aus der sie sich ein Leben lang nicht mehr herausschreiben können, jagen andere von Idee zu Idee, von Neuerfindung zu Neuerfindung.

Einer der größten Neuerfinder der deutschen Gegenwartsliteratur ist der Unternehmer und Schriftsteller Ernst-Wilhelm Händler (8). Der sich mit jedem neuen Buch tief in ein neues Gesellschaftssystem hineinfräst und dieses mit den Mitteln der literarischen Tradition umkreist und erleuchtet, wie es kein zweiter kann. Klingt synthetisch, ist aber ungeheuer lebendig und widerständig und klug. Dieses Mal ist es die Welt der Literatur, der sogenannte Literaturbetrieb. Ein alter, mächtiger, patriarchalischer Verleger, nach dem eine …

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Perlentaucher-Notiz zur NZZ-Rezension

Helmut Krausser hat mit "Eros" auch ein "Sittenbild der alten Bundesrepublik" geschrieben, erklärt Rezensent Rainer Moritz, doch sein eigentliches erzählerisches Anliegen ist individuell: die Geschichte einer lebenslang unglücklichen Liebe zwischen einem finanzkräftigen Industriellen und einer sich ihm bis zuletzt widersetzenden Frau. Den Rezensenten hat Krausser allerdings nicht überzeugen können: Der Roman mache einen durch und durch überkonstruierten Eindruck und ähnele einem Baukasten "voller Kolportageelemente und voller historischer Füllsel, deren mitunter hölzerne Darbietung sich nicht als Figurenrede entschuldigen lässt". Die Aufgabe des Ich-Erzählers, das Leben des Industriellen sinnfällig aufs Papier zu bringen, scheitere an der nicht zu bewältigenden Komplexität des Lebens und so scheitere auch Kraussers "Eros" und drifte ab ins Unglaubwürdige.

© Perlentaucher Medien GmbH

Einen Bogen über ein halbes Jahrhundert gespannt - mit 'Eros' ist Helmut Krausser ein großer deutscher Zeitroman gelungen. das kühnste, ehrgeizigste und zugleich formal strengste Erzählprojekt dieses Bücherjahrs. FOCUS Ein schwerblütiger, schroffer, aber auch zauberhaft verrückter Roman über ein Königskind und ein Aschenputtel, die nicht zueinanderkommen konnten. KULTUR-SPIEGEL Helmut Krausser gelingt mit 'Eros' eine buchstäblich unglaubliche Liebesgeschichte, die zugleich immer das Große Ganze im Blick behält ( ). Dass er einen derart vielschichtigen Roman mit jener poetischen Originalität und Präzision zu erzählen versteht, die man bei ihm schon gewohnt ist, zeigt ihn einmal mehr als einen der besten Autoren, die wir hierzulande haben. NDR KULTUR Helmut Kraussers neuer Roman 'Eros' ist so intelligent wie verwinkelt konstruiert ( ). Ein starkes Buch, das seine Geschichte sicher und trickreich erzählt und sich zugleich zu dem immer Wirklichkeitsfernen und Bruchstückhaften dieses Erzählens bekennt, denn so sagt es eine der Romanfiguren 'nur Fragmente bewahren sich eine Option auf Wahrheit'. SPIEGEL SPECIAL Helmut Krausser bearbeitet mit 'Eros' das uralte Motiv der unerfüllten Liebe bis zum Tod: ein Roman, der sich schon jetzt wie ein Klassiker liest. PLAYBOY Zeitgeschichte und kluge Erzählkunst in einem Text viel mehr kann man nicht verlangen. FINANCIAL TIMES Helmut Kraussers Roman 'Eros' ist ein virtuoses Spiel mit der Überschneidung denkbar unterschiedlicher Lebensgeschichten. ( ) ein ungeheuer spannender Text, der auch stilistisch nichts zu wünschen übrig lässt. DIE PRESSE Mitreißend, historisch, poetisch, sensibel, sinnlich dieser wunderbare Roman ist all dies und noch viel mehr. EXPRESS

"Einen Bogen über ein halbes Jahrhundert gespannt - mit 'Eros' ist Helmut Krausser ein großer deutscher Zeitroman gelungen. ...das kühnste, ehrgeizigste und zugleich formal strengste Erzählprojekt dieses Bücherjahrs." FOCUS "Ein schwerblütiger, schroffer, aber auch zauberhaft verrückter Roman über ein Königskind und ein Aschenputtel, die nicht zueinanderkommen konnten." KULTUR-SPIEGEL "Helmut Krausser gelingt mit 'Eros' eine buchstäblich unglaubliche Liebesgeschichte, die zugleich immer das Große Ganze im Blick behält (...). Dass er einen derart vielschichtigen Roman mit jener poetischen Originalität und Präzision zu erzählen versteht, die man bei ihm schon gewohnt ist, zeigt ihn einmal mehr als einen der besten Autoren, die wir hierzulande haben." NDR KULTUR "Helmut Kraussers neuer Roman 'Eros' ist so intelligent wie verwinkelt konstruiert (...). Ein starkes Buch, das seine Geschichte sicher und trickreich erzählt und sich zugleich zu dem immer Wirklichkeitsfernen und Bruchstückhaften dieses Erzählens bekennt, denn - so sagt es eine der Romanfiguren - 'nur Fragmente bewahren sich eine Option auf Wahrheit'." SPIEGEL SPECIAL "Helmut Krausser bearbeitet mit 'Eros' das uralte Motiv der unerfüllten Liebe bis zum Tod: ein Roman, der sich schon jetzt wie ein Klassiker liest." PLAYBOY "...Zeitgeschichte und kluge Erzählkunst in einem Text - viel mehr kann man nicht verlangen." FINANCIAL TIMES "Helmut Kraussers Roman 'Eros' ist ein virtuoses Spiel mit der Überschneidung denkbar unterschiedlicher Lebensgeschichten. (...) ein ungeheuer spannender Text, der auch stilistisch nichts zu wünschen übrig lässt." DIE PRESSE "Mitreißend, historisch, poetisch, sensibel, sinnlich - dieser wunderbare Roman ist all dies und noch viel mehr." EXPRESS
Ernst Jacobi, 1933 in Berlin geboren, war schon als Jugendlicher beim RIAS engagiert, ging nach dem Abitur auf die Max-Reinhardt-Schule und begann danach eine steile Karriere als Schauspieler, die ihn von Berlin über München, Wien und Zürich auf die wichtigsten deutschsprachigen Bühnen führte und in vielen Film- und Fernsehproduktionen ihre weiteren Höhepunkte fand.Ernst Jacobi lebt heute in München.

Leseprobe zu "Eros"

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Leseprobe zu "Eros" von Helmut Krausser

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Leseprobe zu "Eros" von Helmut Krausser

"Die letzten Tage des Eispalastes

Stellen Sie sich eine kurzgeschorene, sehr gepflegte Wiese vor. Darauf ein Pavillon im pseudochinesischen Stil, darunter eine sehr gepflegte deutsche Familie im Sonntagsstaat: Der Vater, die Mutter, ich, etwa dreizehn Jahre alt, und meine Schwestern, die Zwillinge, drei Jahre jünger. Dahinter ein großes Haus, eine große weiße Villa im Sonnenlicht. Es ist hell, eine fast gleißende Helle umgibt jene Menschen. Man sitzt um einen runden zartgrünen Marmortisch. Darauf stehen sechs Eisbecher mit Zitroneneis. Es sind sechs Stück, weil Keferloher zu Gast ist. Keferloher war es, der in dieser Sekunde unserer Allacher Villa, der riesigen weißen Jugendstilvilla im Norden Münchens den Namen Eispalast gab, scherzhaft, an jenem Augustnachmittag, an dem er mit meinen Eltern im Gartenpavillon Zitroneneis zu sich nahm und die Farbe dessen, was er aß, verglich mit der Farbe dessen, was er in der Sonne leuchten sah. Eispalast! rief ich, trunken von dem schönen Wort, und meine schwesterlichen Papageien griffen es mit ihren grellen Stimmchen auf: Eispalast! Eispalast! Cosima und Constanze hießen sie, benannt nach Komponistenwitwen. Ich nannte sie meistens Coco Eins und Coco Zwei. Keferloher war damals geschäftsführender Direktor in den Fabriken meines Vaters, Fabriken für Metallverarbeitung und Vulkanisiermaschinenbau, die ein Jahr nach Kriegsbeginn auf die Produktion von Rüstungsgütern aller Art umgestellt worden waren. Mein Vater betrat die Gebäude so selten wie ungern, ausschließlich zum Zweck der Repräsentation. Das Wort Fabrikbesitzer klang ihm verhaßt, als Beruf gab er stets, sogar bei den Behörden, Architekt an. Ohne je irgendwo ein Diplom abgelegt zu haben. Dennoch zu Recht. Wenn jemand für die Architektur gelebt hat, war es mein Vater; die Frage, ob er Talent besaß oder nicht, rückt in den Hintergrund vor so viel Passion. Er entwarf Kirchen, Brücken, Parkanlagen... Alles für die Schublade. Oder für eine ferne Zukunft - nach dem Krieg. Im Eispalast waren eine Köchin, zwei Putzfrauen, ein Diener, ein Gärtner und drei Erzieher angestellt. Kein Chauffeur. Das lohnte sich nicht. Papa fuhr immer selbst, wenn er fuhr, auch wenn das unsere Mutter entsetzlich fand. Mama litt unter gelegentlichen Ohnmachtsanfällen. Niedriger Blutdruck. Das war ihr peinlich, aber ansonsten ging es uns gut, mustergültig gut. Ein viertes Kind hätte ihr das Mutterkreuz beschert; sie legte keinen Wert darauf. Es ging uns so gut, daß Papa in jedem Jahr Familienfotos knipsen ließ und diese, wie Kunstwerke gerahmt, an die Wendeltreppe zum ersten Stock nageln ließ."

6 Marktplatz-Angebote für "Eros" ab EUR 1,00

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