Genügend Nahrung für alle? Diese Frage stellt Franz Nuscheler,
Direktor des Instituts für Entwicklung und Frieden (INEF), in
seinem einleitenden Artikel. 800 Millionen Menschen hungern, zwei
Milliarden Menschen leiden an Ernährungsdefiziten. Wie ist das
möglich, wenn allein an Getreide weltweit 3.000 Kilokalorien pro
Person und Tag erzeugt werden? Welche Antworten geben die
Regierungen der Industrie- und Entwicklungsländer, welche Wege
gehen Nichtregierungsorganisationen - wie zum Beispiel Misereor und
seine Partner in den südlichen Ländern - in der
Entwicklungszusammenarbeit? Die Beiträge dieses Sammelbandes
beleuchten kritisch die Grüne Revolution und andere, alternative
Strategien gegen den Hunger (etwa auf den Philippinen), die Rolle
der Bio- und Gentechnologie oder das Konzept der standortgerechten
Landnutzung. Sie gehen auf Landsicherung als Voraussetzung der
Ernährungssicherheit ein, auf subventionierte Agrarimporte aus den
Industrieländern, auf die Rolle der Frauen in der
Nahrungsmittelproduktion. 'Das Recht auf Nahrung ist ein
Menschenrecht, weil Menschenrechte mit dem Überleben beginnen',
stellt Franz Nuscheler am Ende seines Beitrags fest. Und: 'Es
liegt nicht am Wissen und Können, sondern am politischen Wollen,
wenn für alle Erdenbürger ausreichend Nahrung zur Verfügung
gestellt werden soll.'
Petra Gaidetzka, geb. 1958; Dipl.-Theologin, freie Autorin und Referentin in der Erwachsenenbildung; zahlreiche Veröffentlichungen zu pastoralen und liturgischen Themen.
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