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Erkämpfte Freiheit
Erinnerungen
- Einband: Kartoniert/Broschiert
- Broschiertes Buch
Produktinformation
- Verlag: Piper
- 2004
- Ausstattung/Bilder: 2004. 620 S. m. Fototaf.
- Seitenzahl: 620
- Serie Piper Bd.4135
- Deutsch
- Abmessung: 189mm x 121mm x 37mm
- Gewicht: 542g
- ISBN-13: 9783492241359
- ISBN-10: 3492241352
- Best.Nr.: 12401876
Produktbeschreibung zu "Erkämpfte Freiheit"
Kurzbeschreibung
Hans Küngs großer Lebensbericht: Seine Kindheit und Jugend in der Schweiz, seine Eliteausbildung am päpstlichen "Collegium Germanicum", sein Weg zum jungen Theologen des Konzils. Küng schildert seinen unerbittlichen Kampf um die Freiheit des Denkens ebenso wie seine Begegnungen mit Päpsten, Präsidenten und Menschen in allen Erdteilen. Hans Küngs großer Lebensbericht über seine Ausbildung am päpstlichen Eliteinstitut "Collegium Germanicum", seinen Weg zum jungen Theologen des Konzils und seine Begegnungen mit Päpsten, Präsidenten und mit Menschen in allen Erdteilen.
Beschreibung
Leseprobe zu "Erkämpfte Freiheit" von Hans Küng
Zum Gespräch beim Großinquisitor
Auf Donnerstag, 14. Oktober 1965, 12 Uhr hat er mich bestellt - in
den Palazzo des Sanctum Officium im ersten Stock. Sein Auftritt
hätte nicht theatralischer inszeniert werden können: Beim ersten
mächtigen Glockenschlag der Peterskirche werden die beiden
Flügeltüren des Saales gleichzeitig mit einem Knall von einem
Monsignore aufgestoßen, und im Türrahmen steht er in seiner ganzen
purpurnen Pracht: der vielgefürchtete Großinquisitor, der Chef des
Sanctum Officium, Kardinal Alfredo Ottaviani. Und schlägt das Kreuz
und betet laut: "Angelus Domini nuntiavit Mariae - der Engel
des Herrn brachte Maria die Botschaft." Ich antworte mit
fester Stimme auf Latein: "Et concepit de Spiritu Sancto - Und
empfing vom Heiligen Geist." Und so abwechselnd der ganze
"Angelus Domini" mit seinen drei Ave Maria. Ich kann den
Gedanken nicht verscheuchen, wie da wohl andere, an solche fromme
römische Sitten nicht gewöhnt, verdattert dagestanden hätten.
Erst dann begrüßt mich der Kardinal, und wir setzen uns auf die
barocken rot-goldenen Sessel. Das eine Auge aufgrund einer
Altersschwäche halb geschlossen, starrt er mich mit dem anderen …
Detailinfo
08.10.2002
Er kennt sich nicht vor Kampfbegier
Ich aber schreibe euch: Hans Küng legt den ersten Band seiner
Memoiren vor / Von Eberhard Jüngel
Ich schreibe meine Memoiren - so tief bin ich gesunken",
antwortete der alte Karl Barth, als ich ihn bei einem von der
DDR-Regierung überraschenderweise gestatteten Besuch fragte, womit
er sich zur Zeit beschäftige. Sein Schweizer Landsmann Hans Küng,
der Karl Barth als väterlichen Freund erfahren hat, dürfte das
anders sehen. Seinen Erinnerungen, deren ersten Teil er unter dem
Titel "Erkämpfte Freiheit" soeben publiziert hat, merkt
man an, daß er, wohin er auch kommt, allemal "den höchsten
Punkt" sucht - und das wohl nicht nur, "um so Ausblick,
Überblick und Einblick zu erhalten", sondern doch wohl auch
deshalb, weil er da oben außer dem lieben Gott niemanden mehr über
sich hat. Seine Memoiren dokumentieren Seite für Seite überlegte
Überlegenheit.
Auf nahezu sechshundert Seiten erinnert sich Hans Küng an die
ersten vierzig Jahre seines Lebens. Eingeteilt in neun Kapitel,
erzählt er von der politischen Freiheit, in die er als Schweizer
hineingeboren wurde: ererbte Freiheit. Doch "was du ererbt von
…
Kundenbewertungen zu "Erkämpfte Freiheit" von "Hans Küng"
Bewertung von Tarzan von Aquin aus München am 08.04.2008
Bewertung von Tarzan von Aquin aus München am 08.04.2008
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07.10.2002
Vorsicht, dieser Band enthält 600 Seiten, die hier und da ein
"Gefühl des Uferlosen" erzeugen, warnt Matthias
Drobinski. Zum "Platzfresser im Bücherregal" wird sich
aber wohl bald noch ein zweiter Band hinzugesellen, denn der
Tübinger Theologe Hans Küng hat seine Autobiografie im ersten Band
gerade mal bei seinem 40. Lebensjahr enden lassen. Trotz der
Gewichtigkeit des Werks und "farbarmer" Berichte über
Vortragsreisen findet der Rezensent die Autobiografie überwiegend
"spannend". Denn ohne Zweifel, denkt Drobinski, kann Küng
auf ein interessantes und kontroverses Leben zurückblicken,
brachten ihm doch seine revolutionären Ideen über eine umfassende
Kirchenreform 1979 ein Lehrverbot ein. Das allerdings, so
Drobinski, hat sich für Papst Johannes Paul II. gerächt und für
Küng ausgezahlt. Denn schließlich stehe der heute besser da als der
Papst. Die Erinnerungen des Theologen jedenfalls geben
detaillierten Aufschluss über den Lebensweg Küngs und dessen
intellektuelle Entwicklung. Es ist schon beeindruckend, staunt der
Rezensent, wie konsequent der Theologe "einen geraden
Weg" gegangen ist.
© Perlentaucher Medien GmbH
Rezensionen und Kritik
»Man kann dieses Zeitdokument, das gewiss nicht mit Polemik spart und dennoch von Aufrichtigkeit sprüht, nur mit Bewegung lesen. Es ist wie ein Schicksalsbuch der katholischen Kirche in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts.« Christ in der Gegenwart
Rezension
Aus ungewöhnlicher Perspektive
Der Mann schreibt Bestseller. Und zwar seit mehr als 40 Jahren.
Sein Thema ist die zeitgenössische katholische Theologie. Seine
Bücher stehen in den Bücherregalen von Christen und Nichtchristen,
von Katholiken und Angehörigen der evangelischen Kirche. Sie heißen
"Die Kirche", "Unfehlbar?", "Christ
sein" oder "Existiert Gott?". Seine ökumenische
Perspektive wird von den Menschen verstanden und zieht sich wie ein
roter Faden durch Leben und Werk. Das beginnt mit der Dissertation
im Jahre 1955. Bereits hier kündigt sich Küngs Tendenz an, sich
Problemen auf ungewöhnliche Weise zu nähern. Sie bringt ihn immer
wieder in Konflikt mit Rom, von wo ihm schließlich 1979 die
kirchliche Lehrbefugnis entzogen wird.
Kein Respekt vor Gesslerhüten
Küng schildert im ersten Teil seiner Lebenserinnerungen, wie er zu
dem wurde, was er ist: der Wert der Heimat am Sursee, die Liebe zur
Familie, das Interesse am Lernen, der Abschied vom
"Ghetto-Katholizismus", die Matura im liberalen Luzern,
das Studium in Rom, am berühmten Collegium Germanicum. Die Kindheit
in der Nazizeit wird prägend, denn schon hier stellte sich die
Frage nach Anpassung …
Autorenporträt zu "Hans Küng"
Hans Küng, geboren 1928 in Sursee/Schweiz, studierte an der Päpstlichen Universität in Rom Philosophie und Theologie, nahm als Experte am Zweiten Vatikanischen Konzil teil, ist katholischer Priester und Professor emeritus für Ökumenische Theologie an der Universität Tübingen und Präsident der Stiftung Weltethos. Ihm wurde 1979 - wegen kritischer Äußerungen - vom Papst die kirchliche Lehrbefugnis entzogen. 2012 wurde Hans Küng mit dem italienischen "Nonino-Kulturpreis" ausgezeichnet.
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