Erkämpfte Freiheit - Küng, Hans

Hans Küng 

Erkämpfte Freiheit

Erinnerungen

Broschiertes Buch
 
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Erkämpfte Freiheit

Hans Küngs großer Lebensbericht: Seine Kindheit und Jugend in der Schweiz, seine Eliteausbildung am päpstlichen "Collegium Germanicum", sein Weg zum jungen Theologen des Konzils. Küng schildert seinen unerbittlichen Kampf um die Freiheit des Denkens ebenso wie seine Begegnungen mit Päpsten, Präsidenten und Menschen in allen Erdteilen. Hans Küngs großer Lebensbericht über seine Ausbildung am päpstlichen Eliteinstitut "Collegium Germanicum", seinen Weg zum jungen Theologen des Konzils und seine Begegnungen mit Päpsten, Präsidenten und mit Menschen in allen Erdteilen.

In Rom kannte sie jeder: Die "cardinaletti", die Studenten des Collegium Germanicum in ihren roten Roben. Unter den Augen des Papstes wurden sie zur künftigen Elite ausgebildet: Sieben Jahre lang Studium, in Latein selbstverständlich, ein streng reglementierter Tagesablauf, genaueste Vorschriften über Benehmen, Auftreten, ja Denken. Der junge Hans Küng erfährt am eigenen Leib das Zwanghafte des römischen Systems: Der Kampf um Freiheit wird sein Lebensthema. Sehr persönlich erzählt er hier über seine Schweizer Jugend und den Entschluß, Priester zu werden, über manche Zweifel und Kämpfe in Rom und Paris und seine Erfahrungen als junger Professor. Zum prägenden Erlebnis wurde das Konzil, bei dem er Einblicke über die Kämpfe hinter den Kulissen gewann. Begegnungen mit Präsidenten wie John F. Kennedy, mit Päpsten wie Johannes XXIII. und Paul VI. und mit Menschen aus allen Erdteilen schildert er zugleich mitreißend und analytisch. Eine ebenso gedankenreiche wie glänzend erzählte Autobiographie über Küngs erste vier Jahrzehnte und seinen Kampf um ein ursprüngliches Christentum.


Produktinformation

  • Verlag: Piper
  • 2004
  • Ausstattung/Bilder: 2004. 620 S. m. Fototaf.
  • Seitenzahl: 620
  • Serie Piper Bd.4135
  • Deutsch
  • Abmessung: 189mm x 121mm x 37mm
  • Gewicht: 542g
  • ISBN-13: 9783492241359
  • ISBN-10: 3492241352
  • Best.Nr.: 12401876
Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 08.10.2002

Er kennt sich nicht vor Kampfbegier
Ich aber schreibe euch: Hans Küng legt den ersten Band seiner Memoiren vor / Von Eberhard Jüngel

Ich schreibe meine Memoiren - so tief bin ich gesunken", antwortete der alte Karl Barth, als ich ihn bei einem von der DDR-Regierung überraschenderweise gestatteten Besuch fragte, womit er sich zur Zeit beschäftige. Sein Schweizer Landsmann Hans Küng, der Karl Barth als väterlichen Freund erfahren hat, dürfte das anders sehen. Seinen Erinnerungen, deren ersten Teil er unter dem Titel "Erkämpfte Freiheit" soeben publiziert hat, merkt man an, daß er, wohin er auch kommt, allemal "den höchsten Punkt" sucht - und das wohl nicht nur, "um so Ausblick, Überblick und Einblick zu erhalten", sondern doch wohl auch deshalb, weil er da oben außer dem lieben Gott niemanden mehr über sich hat. Seine Memoiren dokumentieren Seite für Seite überlegte Überlegenheit.

Auf nahezu sechshundert Seiten erinnert sich Hans Küng an die ersten vierzig Jahre seines Lebens. Eingeteilt in neun Kapitel, erzählt er von der politischen Freiheit, in die er als Schweizer hineingeboren wurde: ererbte Freiheit. Doch "was du ererbt von …

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»Man kann dieses Zeitdokument, das gewiss nicht mit Polemik spart und dennoch von Aufrichtigkeit sprüht, nur mit Bewegung lesen. Es ist wie ein Schicksalsbuch der katholischen Kirche in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts.« Christ in der Gegenwart

Aus ungewöhnlicher Perspektive<br /> Der Mann schreibt Bestseller. Und zwar seit mehr als 40 Jahren. Sein Thema ist die zeitgenössische katholische Theologie. Seine Bücher stehen in den Bücherregalen von Christen und Nichtchristen, von Katholiken und Angehörigen der evangelischen Kirche. Sie heißen "Die Kirche", "Unfehlbar?", "Christ sein" oder "Existiert Gott?". Seine ökumenische Perspektive wird von den Menschen verstanden und zieht sich wie ein roter Faden durch Leben und Werk. Das beginnt mit der Dissertation im Jahre 1955. Bereits hier kündigt sich Küngs Tendenz an, sich Problemen auf ungewöhnliche Weise zu nähern. Sie bringt ihn immer wieder in Konflikt mit Rom, von wo ihm schließlich 1979 die kirchliche Lehrbefugnis entzogen wird.<br /> Kein Respekt vor Gesslerhüten<br /> Küng schildert im ersten Teil seiner Lebenserinnerungen, wie er zu dem wurde, was er ist: der Wert der Heimat am Sursee, die Liebe zur Familie, das Interesse am Lernen, der Abschied vom "Ghetto-Katholizismus", die Matura im liberalen Luzern, das Studium in Rom, am berühmten Collegium Germanicum. Die Kindheit in der Nazizeit wird prägend, denn schon hier stellte sich die Frage nach Anpassung oder Widerstand. Er sagt von sich, dass die geschichtlichen Erfahrungen der Schweiz, z.B. der Rütli-Schwur und das Widerstandsrecht des Urschweizers, ihn wesentlich beeinflussten: "Wie oft werde ich mich später darauf berufen: kein Respekt vor Gesslerhüten - weder weltlichen noch geistlichen!"<br /> Die richtigen Fragen<br /> Dabei behauptet der Autor von sich, nicht etwa besonders streitlustig auf die Welt gekommen zu sein. Aber mit seinem kritischen, wachen, offenen Geist hat er stets auf die Probleme seiner Zeit reagiert, die richtigen Fragen gestellt. Im Alter von 32 Jahren erhielt er eine ordentliche Professur an der Uni Tübingen. Diese Stadt wurde ihm zur zweiten Heimat, hier war er nach seinem Lehrverbot bis zu seiner Emeritierung im Jahre 1996 Direktor des Instituts für ökumenische Forschung.<br /> (Mathias Voigt, literaturtest.de)

Perlentaucher-Notiz zur Sueddeutsche Zeitung-Rezension

Vorsicht, dieser Band enthält 600 Seiten, die hier und da ein "Gefühl des Uferlosen" erzeugen, warnt Matthias Drobinski. Zum "Platzfresser im Bücherregal" wird sich aber wohl bald noch ein zweiter Band hinzugesellen, denn der Tübinger Theologe Hans Küng hat seine Autobiografie im ersten Band gerade mal bei seinem 40. Lebensjahr enden lassen. Trotz der Gewichtigkeit des Werks und "farbarmer" Berichte über Vortragsreisen findet der Rezensent die Autobiografie überwiegend "spannend". Denn ohne Zweifel, denkt Drobinski, kann Küng auf ein interessantes und kontroverses Leben zurückblicken, brachten ihm doch seine revolutionären Ideen über eine umfassende Kirchenreform 1979 ein Lehrverbot ein. Das allerdings, so Drobinski, hat sich für Papst Johannes Paul II. gerächt und für Küng ausgezahlt. Denn schließlich stehe der heute besser da als der Papst. Die Erinnerungen des Theologen jedenfalls geben detaillierten Aufschluss über den Lebensweg Küngs und dessen intellektuelle Entwicklung. Es ist schon beeindruckend, staunt der Rezensent, wie konsequent der Theologe "einen geraden Weg" gegangen ist.

© Perlentaucher Medien GmbH
Hans Küng, geboren 1928 in Sursee/Schweiz, studierte an der Päpstlichen Universität in Rom Philosophie und Theologie, nahm als Experte am Zweiten Vatikanischen Konzil teil, ist katholischer Priester und Professor emeritus für Ökumenische Theologie an der Universität Tübingen und Präsident der Stiftung Weltethos. Ihm wurde 1979 - wegen kritischer Äußerungen - vom Papst die kirchliche Lehrbefugnis entzogen. 2012 wurde Hans Küng mit dem italienischen "Nonino-Kulturpreis" ausgezeichnet.

Leseprobe zu "Erkämpfte Freiheit" von Hans Küng

Zum Gespräch beim Großinquisitor

Auf Donnerstag, 14. Oktober 1965, 12 Uhr hat er mich bestellt - in den Palazzo des Sanctum Officium im ersten Stock. Sein Auftritt hätte nicht theatralischer inszeniert werden können: Beim ersten mächtigen Glockenschlag der Peterskirche werden die beiden Flügeltüren des Saales gleichzeitig mit einem Knall von einem Monsignore aufgestoßen, und im Türrahmen steht er in seiner ganzen purpurnen Pracht: der vielgefürchtete Großinquisitor, der Chef des Sanctum Officium, Kardinal Alfredo Ottaviani. Und schlägt das Kreuz und betet laut: "Angelus Domini nuntiavit Mariae - der Engel des Herrn brachte Maria die Botschaft." Ich antworte mit fester Stimme auf Latein: "Et concepit de Spiritu Sancto - Und empfing vom Heiligen Geist." Und so abwechselnd der ganze "Angelus Domini" mit seinen drei Ave Maria. Ich kann den Gedanken nicht verscheuchen, wie da wohl andere, an solche fromme römische Sitten nicht gewöhnt, verdattert dagestanden hätten.

Erst dann begrüßt mich der Kardinal, und wir setzen uns auf die barocken rot-goldenen Sessel. Das eine Auge aufgrund einer Altersschwäche halb geschlossen, starrt er mich mit dem anderen umso mehr an - aber wieviel sieht er? Ich möge nicht gleich anschließend auf der Piazza di San Pietro eine Pressekonferenz abhalten, meint er einleitend. Nichts fürchtet man in der Tat bei der Inquisition so sehr wie die Öffentlichkeit. Dann spricht der Kardinal mich mit deutlich lokalrömischer Aussprache des Italienischen ("romanaccio") an auf meinen kritischen Artikel nach der dritten Konzilssession. Besonders regt ihn auf, daß ich behauptet habe, die Glaubwürdigkeit des Papstes sei infolge der Ereignisse der "settimana nera" auf Null abgesunken. Er belehrt mich über die Bedeutung des Papsttums in schwieriger Zeit. Ich sei schließlich in Rom groß geworden, hätte hier sieben Jahre gelebt und studiert und viel empfangen. Da dürfe man doch erwarten, daß ich treu zum Papst stehe, ganz und gar loyal in uneingeschränkter Solidarität. Ich höre den Kardinal an, ohne zu unterbrechen. Er gilt als wandelndes Lexikon aller römischen Vorschriften, Dogmen, Prinzipien - ohne jedes Sensorium jedoch für das, was heute so viele Katholiken zutiefst aufwühlt.

Natürlich hätte ich nun im einzelnen erklären können, nicht den Papst lehne ich ab, sondern den Papalismus, nicht das römische Zentrum, sondern dessen - nun auch im Konzil kritisierten - Zentralismus, Juridismus und Triumphalismus. Aber soll ich mich auf eine theologische Diskussion einlassen mit einem Kirchenrechtler und Dogmatiker, der weder von Exegese noch von Dogmengeschichte etwas versteht und der vor dem Konzil kirchlichen Buchzensoren erklärt hatte, die moderne katholische Theologie komme ihm vor "wie ein Kreuzworträtsel"? Der aber trotzdem der Überzeugung ist, er, der oberste Glaubenshüter, sei in jedem Fall - selbst gegenüber dem Konzil - im Recht, weil er für den Papst selber steht? Ottaviani lebt und denkt - so werde ich es freilich erst später analysieren können - in einem anderen "Paradigma", lebt noch ganz in der mittelalterlich-gegenreformatorisch-antimodernen Konstellation von Kirche und Gesellschaft. Und deswegen kann ich mit ihm von meinem modern-postmodernen Paradigma aus so schwierig diskutieren wie ein Vertreter des modernen kopernikanischen Weltbildes mit einem Vertreter des alten ptolemäischen. Sonne, Mond und Sterne, Gott, Christus und die Kirche sind zwar für uns beide dieselben, aber wie wir diese Größen sehen, ist ganz und gar verschieden, verschieden eben je nach der "Konstellation", dem Paradigma. Wir leben in der selben Kirche und doch in einer anderen Welt.

Ich beobachte den Kardinal mit seinem Cäsarenkopf aufmerksam, während er seinen Monolog hält und fühle mit ihm beinahe so etwas wie Mitleid. Er, der den gefährlichen Spruch "Semper idem - immer derselbe" im Wappen trägt, ist im Dienst der Kurie alt geworden, fast erblindet und hoffnungslos hinter der Entwicklung von Theologie und Kirche zurückgeblieben. Doch nicht einmal eine Eiche kann "immer dieselbe" sein, wenn sie sich nicht "immer wieder verändert", Blätter abwirft und neue sprießen läßt und wächst.

Ihm gegenübersitzend, erinnere ich mich an die geradezu tragische Szene, wie Ottaviani schon am Ende der ersten Session das letzte seiner vier Schemata mit dem bezeichnenden Titel "De ecclesiae militantis natura - über die Natur der streitenden Kirche" vorgetragen hatte mit einem scharfen Kapitel über Autorität und die absolute Notwendigkeit der römischen Kirche für das Heil. Während er jedoch bei seiner ersten Konzilsrede am 14. Oktober selbstbewußt und selbstsicher geredet hatte, so jetzt eher gedämpft und traurig, wohl wissend, daß er die Zielscheibe der meisten, auch grausamen Konzilswitze ist ("o Gott, schließe seine Augen in deiner Allmacht auf ewig"). Doch mit seinem völlig aussichtslosen Schema wollte er zumindest mit Würde untergehen und sagte: "Ich erwarte die üblichen Litaneien von euch allen zu hören: es ist nicht ökumenisch und ist zu scholastisch, es ist nicht pastoral und zu negativ und ähnliche Klagen. Dieses Mal will ich euch ein Geständnis machen: diejenigen, die schon gewöhnt sind zu sagen 'tolle, tolle, substitue illud - nimm es weg und ersetze es', sind schon bereit zur Schlacht. Und ich will auch etwas anderes offenbaren: Schon bevor dieses Schema verteilt wurde, war ein alternatives Schema vorbereitet. So ist alles, was mir bleibt, zu verstummen. Denn wie die Schrift sagt: 'wo niemand hört, ist es sinnlos zu reden' (Acta I,4 p.9)." Der Kardinal hatte das Mikrophon eingeschaltet gelassen und sich aus der Aula unter allgemeiner Heiterkeit entfernt. Er wußte, im Konzil hatte er verloren. Nicht aber in der Kurie.

Was soll ich dem Chef des Offiziums nun sagen? Nachdem ich ihm sehr lange zugehört habe, unterbreche ich ihn freundlich: "Eminenza, darf ich nun auch etwas sagen?" Er: "Sì, sì, si capisce." Ich: "Eminenza, Lei sa: sono ancora giovane. - Sie wissen, ich bin noch jung." Da geht plötzlich ein Leuchten über das zerfurchte Gesicht des halbblinden 75jährigen Bäckersohnes aus Trastevere, der sich durch all die Jahre um ein dortiges Waisenhaus kümmerte: "Sì, sì, questo è vero, Sie sind noch jung, und als ich noch jung war, da hab ich auch viele Dinge gemacht, die ich später nicht mehr machte ..." Und so redet er weiter - offenkundig war er doch nicht so ganz "immer derselbe". Ich hatte zu seinem Herzen gesprochen, und er hat es mir ein wenig geöffnet. Dann versuche ich ihm einiges verständlich zu machen, wie ich zu Rom und dem Papst stehe.

Schließlich sagt er: Ich hätte doch an der Gregoriana studiert, deshalb solle ich dort mit zwei meiner Professoren reden, mit P. Bertrams, dem Kirchenrechtler, und mit P. Hentrich, früher zweiter Privatsekretär Pius XII. So werde ich denn in Gnaden ungestraft entlassen. Acht Tage später gehe ich an die Gregoriana und spreche mit den beiden Jesuiten, die mir ins Gewissen reden, aber - von einem kleinen Zornanfall des sonst so ruhigen P. Bertrams abgesehen - mich in keiner Weise bedrohen. Eines habe ich dabei eingesehen: Ich habe in meiner scharfen Kritik am Papst unterlassen zu erwähnen, daß er von seinem Standpunkt aus durchaus in guter Absicht gehandelt habe. Das hatte man mir vorgehalten: Was ich den Protestanten immer ausdrücklich zugestehe, hätte ich ja doch auch dem Papst zugestehen können. Das sehe ich ein. Aber daß ich es nicht getan hatte, geschah nicht, weil ich des Papstes gute Absichten bezweifelte, sondern weil ich sie als selbstverständlich voraussetzte. Giovanni Battista Montini ist für mich der Gefangene des römischen Systems!

Schon nach Veröffentlichung meiner kritischen Analyse der "settimana nera" in der dritten Konzilsperiode hatte ich am 17. Februar 1965 an den persönlichen Theologen des Papstes, jetzt als Bischof Sua Eccellenza Carlo Colombo, geschrieben: "Was ich über den Papst und seine Haltung geschrieben habe, tat ich, um gerade den Papst in seinen ursprünglichen Intentionen zu stützen. Niemand bezweifelt seine guten Absichten und sein ehrliches Wollen zum Heil von Kirche, Christenheit und Menschheit. Viele fürchten nur und immer mehr, daß manche Leute um ihn sich den entschiedenen Aktionen, welche man entsprechend diesen Intentionen in der ganzen Welt erwartet, entgegenstellen. Dem Mißtrauen, welchem der Papst heute in sehr weiten und sehr wichtigen Kreisen von Kirche und Welt begegnet, muss mit allen Mitteln entgegengearbeitet werden. - So hoffe ich, daß mein Beitrag als zwar kritische, aber in seiner ganzen Zielsetzung konstruktive Hilfe erkannt wird. Nichts würde mich mehr freuen, als wenn ich für den Papst im Dienst an der Kirche noch mehr tun könnte. Ich möchte es Ihnen überlassen, diesen Artikel - falls Ihnen dies richtig erscheint - Seiner Heiligkeit weiterzugeben. Es wäre mir außerordentlich daran gelegen, nicht nur daß mir eine bona fides zugebilligt wird, sondern auch, daß die in diesem Artikel ausgedrückten Anliegen so vieler Menschen in ihrer positiven Ausrichtung verstanden werden. Ich kann gar nicht sagen, wie viel die Kirche, die Christenheit, die Welt gerade von Papst Paul VI. erwarten."

Aber ich kann nicht leugnen, daß ich es in meinem - ohnehin schon überlangen - publizierten Artikel versäumt habe, die guten Intentionen Pauls VI. hervorzuheben. Und so nehme ich mir vor, diese in Zukunft stets zu erwähnen. Jedenfalls ist dies mit ein Grund, weswegen ich nun dem Papst selber Ende November 1965 einen erklärenden Brief schreibe. Ich möchte, wenn möglich, noch einmal mit ihm persönlich Kontakt haben und über die noch immer nicht entschiedene Frage der Geburtenregelung reden, bevor das Konzil am 8. Dezember zu Ende geht und ich nach Tübingen zurückkehre. Eine Audienz zu erreichen, dürfte freilich außerordentlich schwer sein. Denn in diesen letzten Tagen des Konzils ist er, da er unter anderem alle Bischofskonferenzen einzeln verabschiedet, überbeschäftigt. Ich lasse meinen Brief über seinen Privatsekretär Don Pasquale Macchi an den Papst gehen, und zu meinem Erstaunen erhalte ich innerhalb dreier Tage die Antwort. Sie ist positiv. Papst Paul VI. - ganz anders als später sein polnischer Nachfolger - ist sofort bereit, mich zu empfangen und nicht wie so oft in einer kleinen Gruppe (Spezialaudienz), sondern unter vier Augen (Privataudienz).

Kundenbewertungen zu "Erkämpfte Freiheit" von "Hans Küng"

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Bewertung von Tarzan von Aquin aus München am 08.04.2008 ***** weniger gut
Früher hieß es immer Muhammed Ali ist der Größte aber nach der Lektüre diese Buches wissen wir, dass dieser Rang allein Hans Küng gebührt. Der Schuhhändlersohn aus einer schweizer Provinz besserwissert sich durch seine Erinnerungen und bepöbelt nachträglich so ziemlich jeden, der den Dunstkreis dieses Altgermanikers streifen mußte. Viele Weggefährten werden es bereut haben, mit Hans Küng ein vertrauliches Gespräch geführt zu haben, denn nahezu jedes angeblich gehörtes Wort wird zuungunsten von Gegnern und zugusten von Hans Küng angeführt. Zugegebenermaßen sind diese subjekten Darlegungen aus einer entscheidenden Phase der katholischen Kirche im XXten Jahrhundert gut geschriebener Gossip - aber ohne Beklemmungsgefühle ob des permanenten und unverhohlenen Selbstlobs kommt der Leser hier nicht raus. Man fragt sich wie ein solcher Mann jemals Priester werden durfte angesichts eines derart eklatanten Mangels an gesundem Selbstzweifel oder guten Willen gegenüber dem Nächsten. Sicherlich besitzt Küng eine intellektuelle Brilianz die seinesgleichen sucht, aber sein offensichtlich unguter Charakter deformiert diese derart, dass man sich auch fragen muss, ob es nicht an Masochismus grenzt, sich selbst so unvorteilhaft darzustellen. Wer einen solchen Lektor hat, braucht keinen Feind mehr. Fazit: Lesenswert aber für gut erzogene Menschen schwer verdaulich. CT

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Bewertung von Tarzan von Aquin aus München am 08.04.2008 ***** weniger gut
Früher hieß es immer Muhammed Ali ist der Größte aber nach der Lektüre diese Buches wissen wir, dass dieser Rang allein Hans Küng gebührt. Der Schuhhändlersohn aus einer schweizer Provinz besserwissert sich durch seine Erinnerungen und bepöbelt nachträglich so ziemlich jeden, der den Dunstkreis dieses Altgermanikers streifen mußte. Viele Weggefährten werden es bereut haben, mit Hans Küng ein vertrauliches Gespräch geführt zu haben, denn nahezu jedes angeblich gehörtes Wort wird zuungunsten von Gegnern und zugusten von Hans Küng angeführt. Zugegebenermaßen sind diese subjekten Darlegungen aus einer entscheidenden Phase der katholischen Kirche im XXten Jahrhundert gut geschriebener Gossip - aber ohne Beklemmungsgefühle ob des permanenten und unverhohlenen Selbstlobs kommt der Leser hier nicht raus. Man fragt sich wie ein solcher Mann jemals Priester werden durfte angesichts eines derart eklatanten Mangels an gesundem Selbstzweifel oder guten Willen gegenüber dem Nächsten. Sicherlich besitzt Küng eine intellektuelle Brilianz die seinesgleichen sucht, aber sein offensichtlich unguter Charakter deformiert diese derart, dass man sich auch fragen muss, ob es nicht an Masochismus grenzt, sich selbst so unvorteilhaft darzustellen. Wer einen solchen Lektor hat, braucht keinen Feind mehr. Fazit: Lesenswert aber für gut erzogene Menschen schwer verdaulich. CT

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