Epos Zeitgeschichte - Hürter, Johannes; Zarusky, Jürgen (Hrsg.)

Johannes Hürter Jürgen Zarusky (Hrsg.) 

Epos Zeitgeschichte

Romane des 20. Jahrhunderts in zeithistorischer Sicht. 10 Essays für den 100. Band

Herausgegeben von Hürter, Johannes; Zarusky, Jürgen
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Produktinformation

  • Verlag: Oldenbourg
  • 2010
  • Ausstattung/Bilder: 2010. 197 S.
  • Seitenzahl: 197
  • Schriftenreihe der Vierteljahrshefte für Zeitgeschichte Bd.100
  • Deutsch
  • Abmessung: 24 cm
  • Gewicht: 360g
  • ISBN-13: 9783486592351
  • ISBN-10: 3486592351
  • Best.Nr.: 28025534

Perlentaucher-Notiz zur Sueddeutsche Zeitung-Rezension

Die Idee der Zeitschrift zur Zeitgeschichte, zehn Historiker je einen Roman auf seinen zeitgeschichtlichen Gehalt untersuchen zu lassen, beklatscht Willi Winkler schon mal als "blendenden" Einfall. In seine Kritik des Hefts mischt sich dann aber doch der spöttische Ton des "Philologen" gegenüber den zu lesenden literarischen Urteilen, und er vermeint hier einen gewissen Neid der Historiker auf das "Kunstrichtertum der Germanisten" zu bemerken. Insgesamt aber gesteht er ohne weiteres zu, dass sich der Band auf der Höhe der zeithistorischen Forschung bewegt und gewinnbringende Lektüre darstellt. Warum Horst Möller sich in seinem Beitrag zu Hans Falladas "Bauern, Bonzen und Bomben" allerdings vor allem an die Biografie des Autors hält, statt sich intensiv mit den politischen Hintergründen der Weimarer Republik zu befassen, die den Kontext dieses Romans darstellen, ist für Winkler unverständlich. Belustigung hat Udo Wengsts Aufsatz zu Wolfgang Koeppens Roman "Das Treibhaus" ausgelöst, wenn dieser dem Autor wie den Schriftstellern seiner Zeit insgesamt eine "nörgelnde Kritik" an den westdeutschen Verhältnissen vorwirft.

© Perlentaucher Medien GmbH

Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 01.06.2010

Verlässliche Nörgler
Leidenschaft und Kritik: Was Romane Zeithistorikern verraten
In seiner Monographie „Die Adenauer-Ära“ (1991) stellt Kurt Sontheimer zunächst die „Repräsentanten der Ära“ vor. Es sind, nicht weiter überraschend, Konrad Adenauer, der erste Bundeskanzler, Theodor Heuss, der erste Bundespräsident, und Kurt Schumacher, der glücklose, aber charismatische Oppositionsführer. Und noch einen vierten nennt Sontheimer, den Abgeordneten Keetenheuve. Den hat es zwar nie gegeben, „doch repräsentiert er jene die ganze Adenauer-Ära durchziehende kritische Strömung, die der Entwicklung der Bundesrepublik unter Adenauers Führung misstrauisch und enttäuscht gegenüberstand“.
Der Abgeordnete Felix Keetenheuve ist die Hauptfigur in Wolfgang Koeppens Roman „Das Treibhaus“ (1953), der noch immer als der bedeutendste politische Roman der fünfziger Jahre gilt. Literatur und Politik fliehen sich naturgemäß und sind doch auf seltsame Weise voneinander fasziniert. Der Politikwissenschaftler Sontheimer war besonders dafür begabt, Literatur und Politik zusammenzusehen, hatte er sich doch in Gestalt von Thomas Mann bereits mit …

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Johannes Hürter, geboren 1963, ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Zeitgeschichte München-Berlin. Außerdem ist er Dozent an der Universität der Bundeswehr München-Neubiberg und Privatdozent an der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz.