Entwürfe zu einem dritten Tagebuch - Frisch, Max

Max Frisch 

Entwürfe zu einem dritten Tagebuch

Herausgegeben von von Matt, Peter
Broschiertes Buch
 
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Entwürfe zu einem dritten Tagebuch

Die Entdeckung glich einer Sensation: Im August 2009 wurde im Max-Frisch-Archiv in Zürich das Typoskript eines bislang unbekannten Werkes des großen Schweizer Autors gefunden. Die Resonanz auf die Veröffentlichung war gewaltig und machte das Buch zum Bestseller.
Nach den legendären Tagebüchern, die 1950 und 1972 erschienen, arbeitete Max Frisch seit 1982 an einem dritten. Wieder werden äußere Ereignisse zu Kristallisationspunkten: Das Verhältnis zu einer viel jüngeren Frau, der Kalte Krieg, der Krebstod eines engen Freundes Frisch verarbeitet sie zu brillanten Nachdenklichkeiten über Leben und Sterben, Momente des Glücks und die Last des Alterns.
Frisch komponiert Augenblicksnotizen und längere reflexive Passagen zu einem kunstvollen Ganzen und hebt das scheinbar flüchtig hingeworfene Notat in den Rang des Literarischen: "ein Lebens- und Todesbuch, ein Glücks- und Verzweiflungsbuch und ein stilistisches Juwel". Andreas Isenschmid, NZZ am Sonntag


Produktinformation

  • Verlag: Suhrkamp
  • 2011
  • Ausstattung/Bilder: 2011. 212 S.
  • Seitenzahl: 212
  • Suhrkamp Taschenbücher Nr.4240
  • Best.Nr. des Verlages: 46240
  • Deutsch
  • Abmessung: 180mm x 108mm x 17mm
  • Gewicht: 136g
  • ISBN-13: 9783518462409
  • ISBN-10: 3518462407
  • Best.Nr.: 32454140
"Das letzte Buch von Max Frisch blieb ungeschrieben. Aber der Entwurf dazu, der Entwurf zu einer letzten Wahrheit im Leben und Schreiben dieses großen Autors, der liegt mit diesem Buch jetzt vor."<br />Volker Weidermann Frankfurter Allg. Sonntagszeitung

»Dieses dritte Tagebuch enthält Notizen von einer Brillanz, wie man sie schon aus den ersten beiden Tagebüchern kennt. ... ein bewegendes Alterswerk, das, zu Lebzeiten veröffentlicht, ein würdiger, krönender Abschluss des Werks von Max Frisch gewesen wäre. Zum Glück lässt es sich jetzt lesen.«

Perlentaucher-Notiz zur FR-Rezension

Anlässlich ihrer Kritik der jetzt publizierten "Entwürfe zu einem dritten Tagebuch" von Max Frisch berichtet Judith von Sternburg auch von dem Streit zwischen Adolf Muschg und Herausgeber Peter von Matt um die Rechtmäßigkeit der Veröffentlichung. Das Typoskript, das Frisch selbst anscheinend vor seinem Tod vernichtet hatte, das aber in einer Durchschrift von Frischs Sekretärin später ans Max-Frisch-Archiv gegeben wurde, ist in ihren Augen insgesamt gesehen ein spannendes und mitunter berührendes Zeugnis eines alternden, politisch aufmerksamen und selbstkritischen Schriftstellers. Die Aufzeichnungen sind innerhalb eines Jahres zwischen 1982 und 1983 entstanden und enden mit dem Abbruch der Liebesbeziehung zur 32 Jahre jüngeren Alice Locke-Carey, teilt die Rezensentin mit. Neben alltäglichen Beobachtungen und Reflexionen aus seinem Leben zwischen Berzona und New York sind immer wieder Notate zum Sterben seines Freundes Peter Noll geschoben, die für Sternburg zu den "stärksten" Passagen dieses Tagebuchs gehören. Dafür findet sie die Notate, die sich um die Partnerin drehen, häufig ziemlich "konventionell" und ihr ist das ansatzweise Kokette …

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Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 10.04.2010

Auch auf Impotenz ist kein Verlass

Unverhofft ist er hier noch einmal zu hören, der Zeitgeist der frühen achtziger Jahre - von einem der Klassiker des Jahrhunderts: Max Frischs "Entwürfe zu einem dritten Tagebuch".

Von Wolfgang Schneider

Der alte Max Frisch wurde zum Virtuosen der Verknappung und Aussparung, er entwickelte seine Schweizer Spielart der Lakonie. Immer spärlichere Werke wurden dem Misstrauen gegenüber dem Erzählen abgewonnen. Dass sein Tagebuch aus den Jahren 1982/83 nun als Zufallsfund veröffentlicht wird, hat angesichts dieser Tendenz zum allmählichen Verstummen und Verschwinden eine gewisse Logik. Der Autor hatte den aufgegebenen Text, weil er ihn für vernichtet hielt, für Nachlassverfügungen überhaupt nicht mehr in Betracht gezogen; vor einiger Zeit wurde in den Unterlagen seiner damaligen Sekretärin eine Abschrift gefunden. So kommt der späteste Frisch auf die Nachwelt: aus dem Abfall geborgen. Lakonischer geht's nicht; vielleicht hätte ihm das sogar gefallen.

Dabei enthält dieses Tagebuch durchaus nicht nur Mäßiges und Unfertiges, sondern auch sorgfältig bearbeitete und verdichtete Texte, große …

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Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 10.04.2010

In jedes Zwielicht dringt ein Scheinwerfer
Max Frischs drittes Tagebuch und der Streit um seine Veröffentlichung: Die Geschichte eines Mannes, der sich selbst entgleitet
In diesem schmalen Buch ist ein Typoskript gedruckt, auf dessen Titelseite der Autor Max Frisch notiert hat: „Tagebuch 3 Ab Frühjahr 1982 Widmung: Für Alice New York, November 1982”. Wann genau das Typoskript ins Max Frisch-Archiv in Zürich gelangt ist, weiß niemand ganz genau, es soll um das Jahr 2001 gewesen sein, zehn Jahre nach dem Tod von Max Frisch. Aber die Herkunft ist klar. Es stammt aus dem Besitz der langjährigen Sekretärin des Schriftstellers Rosemarie Pribault. Ihr hatte es der Autor diktiert, sein eigenes Handexemplar des Textes, auf Basis dessen das Diktat erfolgte, ist nicht überliefert. Er hat es womöglich vernichtet. Es ist im übrigen unklar, ob ihm klar war, dass sich ein Doppelexemplar im Besitz seiner Sekretärin befand, als er im April 1991 starb. Es gibt jedenfalls keine Verfügung des Autors darüber, wie damit zu verfahren sei.
Weil alles dies so ist, wie es ist, hat es im Max Frisch-Archiv Streit über das Buch gegeben, in dem nun das Typoskript erstmals der …

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»... es stellt sich immer wieder, und sei es für wenige Sätze, der charackteristische Max-Frisch-Sound ein: sorgsam verdichtete, knappe, andeutende und aussparende, stets wieder aufs Neue infrage gestellte Selbstbefragungen.«
Max Frisch wurde am 15. Mai 1911 in Zürich geboren und starb am 4. April 1991 an den Folgen eines Krebsleidens in seiner Wohnung in Zürich. 1930 begann er sein Germanistik-Studium an der Universität Zürich, das er jedoch 1933 nach dem Tod seines Vaters (1932) aus finanziellen Gründen abbrechen musste. Er arbeitete als Korrespondent für die Neue Zürcher Zeitung. Seine erste Buchveröffentlichung Jürg Reinhart. Eine sommerliche Schicksalsfahrt erschien 1934 in der Deutschen Verlags-Anstalt Stuttgart. 1950 erscheint Das Tagebuch 1946-1949 als erstes Werk Frischs im neugegründeten Suhrkamp Verlag. Zahlreiche weitere Publikationen folgten.

Kundenbewertungen zu "Entwürfe zu einem dritten Tagebuch" von "Max Frisch"

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Bewertung von MaWiOr aus Halle am 04.06.2010 ***** ausgezeichnet
Im August 2009 wurde im Max-Frisch-Archiv Zürich das Typoskript eines bisher unbekannten Werks des berühmten Schweizer Autors gefunden. Auf der Titelseite hatte Frisch selbst notiert: "Tagebuch 3. Ab Frühjahr 1982". Seine bisher erschienenen Tagebücher (1946 bis 1949 und 1966 bis 1971) zählen zu zentralen Werken seines Schaffens.

Nun liegen 19 Jahre nach seinem Tod die „Entwürfe zu einem dritten Tagebuch“ vor, die in den Jahren 1982/83 entstanden. Max Frischs Sekretärin, die die Texte vom Band oder am Telefon mitschrieb und übertrug, und auch der langjährige Leiter des Max-Frisch-Archivs an der ETH Zürich hatten bis zum Sommer des vergangenen Jahres die Veröffentlichung abgelehnt. Erst dann hatte der Stiftungsrat der Max-Frisch-Stiftung eine Publikation befürwortet. Dieses Rohmaterial hat der Suhrkamp-Verlag jetzt veröffentlicht.

Max Frisch lebte zu Beginn der 80er Jahre in New York, zusammen mit seiner Lebensgefährtin Alice Locke-Carey. Der Leser begegnete ihr bereits in seiner Erzählung „Montauk“, die 1975 erschien. Die komplizierte, intensive Liebesgeschichte des 71jährigen Autors zu der deutlich jüngeren Alice steht auch im Mittelpunkt dieser Tagebuchaufzeichnungen. Der abrupte Abbruch der Aufzeichnungen steht sicher im Zusammenhang mit der Trennung des Paares im Frühjahr 1983.

Dieses „Dritte Tagebuch“ setzt das Muster der ersten beiden Tagebücher fort: in mitunter bruchstückhaften Notizen oder in mehrseitigen Passagen, dann wieder in Momentaufnahmen und Erinnerungen äußert der Autor seine Gedanken und Ansichten. Hauptthemen sind dabei sein Verhältnis zu den Frauen und der gesellschaftspolitische Zustand der USA, jedenfalls wie er ihn als Europäer wahrnimmt. Die Angst vor einem neuen Krieg, der vor allem Europa treffen würde, ist ein ebenfalls ein Thema, das Frisch verschiedentlich erörtert. Auch Bemerkungen über seine Reisen und Wohnorte lässt er in seine Texte einfließen.

Literarische Betrachtungen finden sich selten, breiten Raum nimmt dagegen die Aus-einandersetzung mit Krankheit und Tod ein. So setzt er sich ausführlich mit dem Krebserkrankung des Schriftstellerkollegen Peter Noll auseinander. Max Frisch hatte seinen Freund in dessen letzten Monaten intensiv bei seinem Sterben begleitet.

In seinem begrenzten Umfang und in der unfertigen Form reicht dieses „Dritte Tagebuch“ natürlich nicht an seine Vorgänger heran, dennoch vermitteln Frischs Notierungen des alltäglichen Lebens und seine geäußerten Bekenntnisse dem Leser autobiografische Neuigkeiten zum Leben und Werk des Autors.
Manfred Orlick

Diese Bewertung bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Gebundenes Buch

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