Ist Leipzig nur ein Klein-Paris? Nein, es ist auch ein
Klein-London, ein Klein-Australien oder Klein-Amerika. Das haben
Studenten der Anglistik herausgefunden. Von A bis Z haben sie
Leipzig und die nähere Umgebung durchforstet und sind auf Reisende
gestoßen die australische Schriftstellerin, den amerikanischen
Lyriker oder die Kinder, die aus Leipzig mit dem sogenannten
Kindertransport 1938-39 in die Freiheit gelangten, den führenden
britischen Architekturhistoriker, der im Musikviertel aufwuchs.
Aber auch eine andere Seite tat sich auf: die vielen Leipziger, die
in die englischsprachigen Länder zogen oder deren Ruhm sich dort
ausbreitete: Mendelssohn, Bach, Wagner, Eisler, Pevsner, Hahnemanns
Homöopathie und der Streifen des Herrn Möbius und auch Shakespeare
hat einen Roman über Leipzig geschrieben.
Ein staubtrockenes Lexikon ist so nicht entstanden. Vielmehr ein
kreativer Umgang mit Kulturgeschichte: Detektivsuche wie
Briefroman, Interview, Reisebericht und Porträt.
Elmar Schenkel, geb. 1953 bei Soest/Westf., lebt seit 1993 in Leipzig als Anglist, Schriftsteller und Übersetzer. Arbeiten zu John Cowper Powys, Hugo Kükelhaus, zur modernen Lyrik, Reiseliteratur, Phantastik und zum Verhältnis von Literatur und Naturwissenschaften. Übersetzungen britischer Lyrik.