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Endspiel
Die Revolution von 1989 in der DDR
- Einband: Gebunden
- Gebundenes Buch
Produktinformation
- Verlag: Beck
- 2009
- Ausstattung/Bilder: 2009. 602 S.
- Seitenzahl: 602
- Deutsch
- Abmessung: 222mm x 156mm x 46mm
- Gewicht: 930g
- ISBN-13: 9783406583575
- ISBN-10: 3406583571
- Best.Nr.: 25053000
Produktbeschreibung zu "Endspiel"
Beschreibung
Der Untergang der DDR lässt sich weder erklären noch verstehen ohne die vielfältigen Krisenerscheinungen zu berücksichtigen, die sich in ihren letzten Lebensjahren häuften. "In der DDR ist alles grau, nur die Flüsse sind bunt", lautete einer der sarkastischen Witze, mit denen die Ostdeutschen die desolaten Zustände aufs Korn nahmen. Angesichts der verheerenden wirtschaftlichen Lage und der politischen Reformunfähigkeit des SED-Regimes wandten sich immer mehr Menschen von dem System ab. Lebendig und anschaulich zeigt Kowalczuk, wie schließlich 1989 eine revolutionäre Situation heranreifte, die gleichermaßen von Zusammenbruch, Massenflucht, neuen Bürgerbewegungen und Massendemonstrationen gekennzeichnet war - ein beeindruckendes Panorama der untergehenden DDR und eine packende Geschichte der Revolution.
11.10.2009
Blättern in Beitrittsgebieten
Zwanzig Jahre Mauerfall - wer soll das bitte alles lesen? Ein
Eilmarsch durch das Buchgebirge
Plötzlich war die Mauer wieder da. Aufgebaut aus Büchern zu zwanzig
Jahren Mauerfall, DDR-Agonie, Wiedervereinigung. Und wer sitzt
dahinter, ganz alleine, während alle anderen sich sonst wo
rumtreiben dürfen: ich natürlich. Warum interessiert das eigentlich
sonst keinen, frag' ich mich manchmal. Und dann muss ich mich
aber auch fragen: Interessiert es denn mich überhaupt?
Feministische Schriften werden im Wesentlichen auch nur von Frauen
gelesen und oft nicht mal von denen. Nennen wir es also
Pflichtbewusstsein aus Betroffenheit, gelegentlich dann aber doch
wieder übergehend in brennendes Interesse: Das alles hat
schließlich mit einem zu tun, man war dabei, es hat alles
verändert; und direkt darauf wieder dieser entsetzliche Überdruss:
Man war ja, wie gesagt, dabei, hat alles tausendmal gelesen und
noch öfter selbst erzählt, es hat einem das Leben verändert - und
das spricht ja im Zweifel schon mal gegen einen. Es ist mit diesen
Büchern, kurz gesagt, wie mit der Sache selbst.
Fangen wir mal mit dem Erfreulichen …
31.07.2009
Sachbücher des Monats August
Empfohlen werden nach einer monatlicherstellten Rangliste Bücherder Geistes-, Kultur- und Sozialwissenschaften sowie angrenzender Gebiete.
1. CORRADA AUGIAS: Die Geheimnisse Roms. Eine andere Geschichte der ewigen Stadt. Übersetzt von Sabine Heymann. Osburg Verlag, 544 S., 26,90 Euro.
2. LWL RÖMERMUSEUM: 2000 Jahre Varusschlacht. Imperium – Konflikt – Mythos. Theiss Verlag, 3 Bände, ca. 1200 S., 79,90 Euro.
3. EVA ILLOUZ: Die Errettung der modernen Seele. Therapien, Gefühle und die Kultur der Selbsthilfe. Übers. von Michael Adrian. Suhrkamp Verlag, 412 S., 26,80 Euro.
4.-5. ALEXANDER BAHAR: Folter im 21. Jahrhundert. Auf dem Weg in ein neues Mittelalter? dtv, 300 Seiten, 16,90 Euro.
INGE JENS: Unvollständige Erinnerungen. Rowohlt Verlag, 320 Seiten, 19,90 Euro.
6.-8. ALEXANDER VON HUMBOLDT: Die Entdeckung der Neuen Welt. Übers. von Julius Ludwig Ideler, Nachwort von Ottmar Ette. Insel Verlag, 2 Bände, 781 S., 98 Euro.
WALTER MUSCHG: Die Zerstörung der deutschen Literatur und andere Essays. Diogenes Verlag, 956 S., 32,90 Euro.
HARRO ZIMMERMANN: Friedrich …
Kundenbewertungen zu "Endspiel" von "Ilko-Sascha Kowalczuk"
Bewertung von lak aus plauen am 26.12.2009
Von Plauen ging das Erdbeben aus
„Endspiel“ - Buch würdigt die Stadt
Frühjahr diesen Jahres erschien neben zahlreichen anderen Büchern anlässlich des bevorstehenden 20-jährigen Jubiläums von politischer friedlicher Revolution, politischer Wende und Mauerfall beim renommierten auf historische Themen spezialisierten Verlag C.H. Beck ein Buch mit dem Titel „ENDSPIEL – Die Revolution von 1989 in der DDR“ von Ilko-Sascha Kowalczuk. Der Autor, Jahrgang 1967 war sachverständiges Mitglied der Enquete-Kommission „Überwindung der Folgen der SED-Diktatur“ des Deutschen Bundestages und Arbeitet als Projektleiter in der Forschungsabteilung der Birthler-Behörde.
Einleitend wird ausgiebig die niederschmetternde wirtschaftliche, gesellschaftliche und politische Lage in der DDR Ende der 80er Jahre ebenso geschildert, wie die Folgen des aus dem Ruder laufenden Prozess von Glasnost und Perestroika in der UdSSR unter Gorbatschow. Der Autor zeichnet ein Chronik der sich besonders im Umfeld der evangelischen Kirche der DDR langsam organisierenden Opositionsbewegungen und der staatlichen Repressionsmassnahmen dagegen. Er weist nach, dass „die Wende“ eine – wenn auch friedliche - vollgültige Revolution nach einschlägigen wissenschaftlichen Kriterien war. Er sieht die Staatssicherheit „Schild und Schwert der Partei“ und nicht als „Staat im Staat“. Diese sei von den Repräsentanten der SED und ihren Nachfolgeorganisationen zur eigenen Entlastung und Existenzsicherung als Sündenbock aufgebaut worden, obwohl die Entscheidung, nicht auf die Demonstranten feuern zu lassen eher von einem resignierenden Mielke als von vorgeblichen Reformkadern der SED wie Krenz, Schabowski, Modrow und Gysi getroffen worden sei.
Ausführlich würdigt Kowalczuk der damit auch kürzlich in einem SPIEGEL-Artikel zum Thema zitiert wurde die Rolle Plauen, als Ort der ersten friedlichen Massendemonstration in der DDR mit deutlich über 10.000 Teilnehmern. Diese sei „das eigentliche Erdbeben“ am 40. Jahrestag der DDR gewesen. Der Aufruf zu dieser Demonstration, der nur in wenigen Exemplare zirkulierte wird über zwei Buchseiten im kompletten Wortlaut wiedergegeben. Plauen sei nur deswegen „nicht zur Heldenstadt erklärt worden, weil die Tragweite der Ereignisse ohne westliche Fernsehkameras nicht bekannt wurde“. Bis heute sei nur wenigen bewusst, „dass diese Stadt die erste war wo der Wille zur Revolution UND ZUR DEUTSCHEN EINHEIT massenhaft auf der Straße bekundet wurde“. „An diesem Tag beteiligten sich prozentual so viele Bürger der Stadt an den Protesten wie in keiner andern Stadt.“ Der Abschnitt endet mit der Aussage, dass Plauen wochenlang die Stadt in der DDR blieb, die allen anderen jeweils einen Schritt voraus war. „Hätte irgend ein verantwortlicher Politiker in Ost oder West im Oktober auf Plauen geschaut“, hätte er gewusst, „wohin und wie schnell die Reise gehen würde.“ Joachim Gauck, der erste Leiter der Stasi-Unterlagenbehörde wird zitiert: „Die Massen waren stürmisch erwacht. Plauen sei Dank! Sie wollten Endspiel. Götterdämmerung war angesagt.“
Dem Buch von Ilka-Sascha Kowalczuk ist Verbreitung, Aufmerksamkeit und Beachtung zu wünschen, auch um die Wahrnehmung der historischen Rolle Plauens und der Plauener Bürger beim Ausbruch der friedlichen Revolution 1989 auch über die Grenzen der Stadt und des Vogtlandes hinaus zu verstärken und zu verankern. lak
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10.06.2009
Rundum glücklich ist Peter Voss mit Ilko-Sascha Kowalczuks Buch
über die DDR-Revolution von 1989, deren Geschichte nach seiner
Einschätzung in der deutschen Öffentlichkeit noch immer wenig
bekannt sei. Umso erfreuter ist er über vorliegendes Werk, das
zahlreiche Wissenslücken diesbezüglich schließt. Die Schilderung
der Bürgerrechtsbewegung, der verschiedenen Phasen des Protests,
des Rücktritts Honeckers und des Demokratisierungsprozesses findet
er überaus spannend. Zug um Zug entfalte der Autor das
"Endspiel zwischen Regime und Regimegegnern". Das
Funktionieren von Staat und Partei wird für Voss dabei ebenso
deutlich wie die Fülle von menschenfeindlichen Methoden der Stasi.
Überhaupt lobt er die sachliche, präzise, differenzierte, aber nie
leidenschaftslose Art der Darstellung, die ohne jede Nostalgie
auskommt.
© Perlentaucher Medien GmbH
Autorenporträt zu "Ilko-Sascha Kowalczuk"
Ilko-Sascha Kowalczuk, geb. 1967, Dr. phil., Historiker, war sachverständiges Mitglied der Enquete-Kommission 'Überwindung der Folgen der SED-Diktatur im Prozess der deutschen Einheit' und arbeitet seit mehreren Jahren als Projektleiter in der Forschungsabteilung der Birthler-Behörde. Er hat zahlreiche Bücher zur DDR-Geschichte veröffentlicht.
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