Emmas Glück - Schreiber, Claudia

Claudia Schreiber 

Emmas Glück

Roman

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Emmas Glück

Ein Unfall führt sie zusammen: Emma, die allein und hoch verschuldet auf ihrem Bauernhof lebt, findet eines Nachts in einem schrottreifen Ferrari das, was ihr im Leben fehlte: einen Sack voll Geld und einen Mann. Der junge, aber todkranke Städter Max wollte eigentlich nach Mexiko verschwinden, als seine rasante Fahrt an einem Baum ihr abruptes Ende fand. Und nach einer Weile gesellt sich das Glück zu den beiden, wenn auch auf recht ungewöhnliche Weise ...


Produktinformation

  • Verlag: Goldmann
  • 2005
  • Ausstattung/Bilder: 2005. 187 S.
  • Seitenzahl: 192
  • Goldmann Taschenbücher Bd.45867
  • Deutsch
  • Abmessung: 188mm x 118mm x 16mm
  • Gewicht: 170g
  • ISBN-13: 9783442458677
  • ISBN-10: 3442458676
  • Best.Nr.: 12848312
kulturnews - RezensionBesprechung
Bereitgestellt von kulturnews.de
(c) bunkverlag
Vegetarier sollten dieses Hörbuch meiden! Immerhin ist die Hauptfigur von Claudia Schreibers Roman eine junge Bäuerin, die auf ihrem Hof in Hessen eigenhändig Schweine schlachtet. In mehreren Kapiteln von "Emmas Glück" ist akribisch genau beschrieben, wie so ein Schwein getötet, in seine Einzelteile zerlegt und zu Wurst verarbeitet wird. Darüber hinaus aber erzählt der Roman eine herrlich unkitischige Liebesgeschichte: Der totkranke Max landet bei einem Unfall mit einem geklauten Ferrari auf Emmas Hof. Der chaotischen Landwirtin kommt der hübsche Fremde gerade Recht; erstens braucht sie einen Mann, zweitens ist sie hoch verschuldet und kann die 50 000 Dollar gut gebrauchen, die sie auf dem Beifahrersitz seines Wagens findet. Max schüchtert Emmas robuste Art zunächst ein - doch nach und nach findet auch er Gefallen an ihr und ihrem ungewöhnlichen Lebensstil. Die Autorin selbst trägt ihre tragikomische Geschichte mit fast kindlicher Stimme, sehr ruhig und betont vor. Als ungekürzte Lesung erscheint "Emmas Glück" zum Sonderpreis - parallel zur aktuellen Verfilmung des Romans mit Jürgen Vogel und Jördis Triebel in den Hauptrollen. (jul)

"Ein schönes kluges Märchen. Witzig und spannend, ideal für verregnete Tage." Subway

"Eine der schrägsten Liebesgeschichten der letzten Jahre."<br />(Buchmarkt)<br/><br/>"Temporeich, anschaulich und unterhaltsam."<br />(Der Spiegel)

"Temporeich, anschaulich und unterhaltsam."

"Sie ist menschenscheu und sensibel, etwas verschroben und anarchisch, fährt gern auf dem Mofa durch ihre nordhessische Heimat und liebt nichts mehr, als "auf ihrem eigenen Hof ein Schwein zu sein" - Emma ist die bizarre Protagonistin von Claudia Schreibers zweitem Roman "Emmas Glück", der vor zwei Jahren ein Verkaufserfolg im Reclam Verlag Leipzig war. In dieser Woche beginnen die Dreharbeiten für die tragikomische Liebesgeschichte um die wackere Schweinezüchterin. Unter besten Voraussetzungen: Die Herstellung übernimmt die Wüste Filmproduktion ("Gegen die Wand"), Regie führt Sven Taddicken ("Mein Bruder der Vampir"), und Fördergelder gibt es auch. Ein Problem bereitete nur die Suche nach der richtigen "Emma". Aber auch das ist nun gelöst: Die 27-jährige Berlinerin Jördis Triebel, die vor drei Jahren den begehrten Kurt-Hübner-Preis erhielt und bisher vor allem das Theaterpublikum begeisterte, könnte mit ihrer sinnlichen Präsenz eine Idealbesetzung für die so brachial wie empfindsam agierende Hauptfigur sein." (Der Spiegel)
Claudia Schreiber, geboren 1958, arbeitete als Redakteurin, Reporterin, Autorin und Moderatorin für Hörfunk und Fernsehen. Heute lebt sie als freie Journalistin und Buchautorin in Köln. Ihr Roman Emmas Glück, für den sie den Euregio-Schüler-Literaturpreis 2006 erhielt, wurde 2006 mit Jürgen Vogel und Jördis Triebel in den Hauptrollen verfilmt.

Leseprobe zu "Emmas Glück" von Claudia Schreiber

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Leseprobe zu "Emmas Glück" von Claudia Schreiber

Als Max aufwachte, lag er in einem fremden Bett. Eine dicke Federdecke drückte ihn tief in die weiche Matratze. Der Bettbezug, ein piefiges lila Blümchenmuster, war alt und verwaschen. Max schien in tiefer Ohnmacht gelegen zu haben, denn er hatte den Hahn nicht gehört, der Emma schon vor Stunden geweckt hatte. Unbeweglich lag er unter der schweren Bettdecke und starrte hoch. Über ihm spielten Stubenfliegen Fangen, flogen im spitzen Winkel hin und her. Schlugen eine andere Richtung ein und flogen zurück und wieder vor, ohne Unterbrechung. Er beobachtete das Spiel lange, so etwas hatte er noch nie gesehen.

Max bewegte nur die Augen. Lenkte sie nach rechts. Da bemerkte er neben dem Bett eine alte Arzttasche ohne Verschluss. Sie war geöffnet, Zeitungen, Werbeprospekte und Briefe stapelten sich darin. Der Papierstapel wurde von einer Lampe beschwert, deren Schirm fehlte. Auf dem Fußboden erkannte er Tassen, von weiß bis grün mit Schimmel in unterschiedlichen Reifegraden gefüllt, und anderen Müll. Außerdem eine offene Dose Melkfett, Parfümproben aus der Drogerie, verwachsene Wurzeln und ein getrockneter Fliegenpilz. Gegenüber dem Bett sah er letzte Reste von einem Schrank, aus dem die Kleidungsstücke nur so herausquollen, alle elendig bunt. Und links von ihm lag eine umgekippte Flasche Bier in ihrer eigenen Pfütze. Nicht Rotwein. Der Teppich darunter war allerdings nicht so schön wie seiner, sondern abgeschürft und braungrau. Ob das seine ursprüngliche Farbe war oder der Dreck von hundert Jahren, war vom Bett aus nicht auszumachen. Aber Bier verursachte auch keine Flecken.

Voller Kummer schloss Max wieder die Augen. Er war also in der Hölle. Gestorben und in der Hölle gelandet. So schnell. Als er sich aber rührte, fühlte er was. Prellungen. Seinen Kopf. Der Nacken schmerzte höllisch. Schmerzen?

Er lebte noch! Max schlug die Decke hoch und sah, dass er nackt war. Übersät mit blauen und grünen Flecken. Jemand musste ihn vollständig ausgezogen haben. Hergeschleppt. Aus dem Auto geholt. Er hatte einen Unfall gehabt. Er hatte Hans bestohlen, einen Ferrari geklaut, er wollte nach Mexiko und er war unheilbar krank. Würde jämmerlich sterben. Wer auch immer ihn in dieses Bett gelegt hatte, war kein Retter, sondern ein Idiot. Wäre er nur tot!

Max versuchte aufzustehen. Seine Rippen! Es tat höllisch weh. Dennoch riss er sich hoch und stützte sich am Bettrand ab. Suchte etwas zum Anziehen, schob eine vergilbte eingerissene Gardine beiseite und sah aus dem Fenster. War der schwarz-braune Klumpen da unten etwa der Ferrari?

Emma war im Badehaus, als sie hörte, wie der Mann die Haustür zuschlug. Jetzt ging's also los. Sie stellte sich hinter die Saunatür und beobachtete ihn durch das kleine Glasfenster. Er hatte sich einen ihrer Kittel übergezogen, den gelben mit den roten Blumen. Sie musste die Hand vor den Mund halten, um nicht laut aufzulachen. Stachlig behaarte Beine schauten unter dem Rock hervor. Er sah aus wie Rumpelstilzchen, und so hopste er auch. Lief barfuß und schien das nicht gewohnt zu sein. Der Staub ekelte ihn, mit Storchenbeinen hüpfte er im Zick-zack, als würden dadurch die Füße weniger schmutzig. Im Gegenteil, es wurde nur schlimmer: Er trat in Pfützen, rutschte in Hühnerkacke aus, schrie und fluchte. Es war zu komisch. Emma weidete sich an seinem Anblick. Schließlich entdeckte er das, was von dem roten Auto übrig geblieben war. Nun hüpfte er noch doller, noch höher. Mit quiekender Stimme rief er: "Ja, das ist ja, das nein! Immer ich warum, wo?"

Emma krümmte sich vor Vergnügen. Ihr liefen Tränen die Wangen hinunter. Der Mann in ihrem Kittel! Er suchte im Wagen, er suchte das Geld! Als er merkte, dass alles verbrannt war, schrie er so auf, dass Emma ihren Spaß daran verlor. Sie knöpfte ihren Kittel ordentlich zu, schlüpfte in riesige grüne Gummistiefel und lief über den Hof auf ihn zu. Sahen die Kittel an ihr auch so dämlich aus? Zum ersten Mal sah sie ihre Kleidung an einem andern: Wie eine mit Farbe bekleckerte Wurstpelle, aus der Kopf, Arme und Reste vom Bein herausbaumeln. Noch nie hatte sie sich für ihren Aufzug geschämt, nun tat sie es. Sie stand vor ihm. Schöne braune Augen hatte er.

Er fragte: "Was ist passiert, was ist denn passiert?"

Dabei fuchtelte er mit schlaksigen dürren Armen wild in der Luft herum und heulte hemmungslos.

Seine Stimme war weich, und er schämte sich nicht für seine Tränen. Emma hatte noch nie einen Mann weinen sehen.

Gern hätte sie ihn in den Arm genommen und ihm das Geld zurückgegeben. Aber sie brauchte es doch so dringend. Also log sie, der Not gehorchend. Dass das Auto zu brennen anfing, kurz nachdem sie ihn rausgeholt hatte. "Wieso brannte das Auto? Wieso das denn?"

Emma zog die Schultern hoch, sie wisse auch nicht wieso.

"War da nicht noch was im Auto? Auf dem Beifahrersitz?", fragte der Mann. "Was soll da noch gewesen sein?"

Emma scharrte mit ihren Stiefeln im Dreck. "Irgendwas halt."

Er sagte nicht Geld. Nicht Plastiktüte. Also hatte er es gestohlen, er war ein Dieb. Gut so. Das hieß, er würde nicht fortgehen, er würde sich verstecken müssen. Auf ihrem Hof. Sie musste es nur geschickt anstellen. Dann blieb er.

"Es hat in Strömen geregnet, als ich Sie da rausgeholt habe. Als ich Sie ins Haus brachte, da brannte es plötzlich, von ganz allein." Sein Blick flammte auf:

"Es regnete und brannte gleichzeitig?" Emma zog ihre Schulter hoch.

Der Mann sackte auf den Holzklotz, auf dem die Hühner geköpft wurden. Saß in dem getrockneten Hühnerblut. Ach wie gut, dass er nicht wusste. Das würde ihn so schocken, dass er wieder anfangen würde zu heulen. Allmählich gewann Emma ihre Sicherheit zurück. Er konnte sich ruhig mal bedanken, schoss es ihr durch den Kopf. Schließlich hatte sie ihn gerettet gestern Nacht. "Haben Sie irgendwo Schmerzen?", fragte sie.

Er schüttelte den Kopf.

"Wollen Sie, dass ich Sie zu einem Arzt bringe oder einen herhole?" Wieder schüttelte er nur den Kopf.

"Möchten Sie sich entspannen? Ich habe eine Sauna, es ist angeheizt. Dort liegt auch Männerkleidung für Sie. Wollen Sie die anziehen?" Er nickte, rührte sich aber nicht.

"Kommen Sie, ich zeig's Ihnen." Sie ging voraus, er folgte teilnahmslos.

Kundenbewertungen zu "Emmas Glück" von "Claudia Schreiber"

9 Kundenbewertungen (Durchschnitt 3.3 von 5 Sterne bei 9 Bewertungen **** gut)
***** ausgezeichnet
 
(4)
***** sehr gut
 
(1)
***** gut
 
(1)
***** weniger gut
***** schlecht
 
(3)
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Bewertung von Jochen aus Bad Salzungen am 26.07.2010 ***** ausgezeichnet
Eine tolle Geschichte sehr kurzweilig erzählt. Es kommt keine lange Weile auf, man möchte das Buch nicht wieder weg legen sondern in einem Ritt durchlesen. Die Charaktere sind treffend beschrieben und die Story fesselt den Leser. Trotz der Ernsthaftigkeit des Themas ist die Geschichte doch recht lustig geschrieben, auch enn es nicht wirklich ein Happy End gibt.

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Bewertung von unbekanntem Benutzer am 28.02.2009 ***** gut
schöne Geschichte... bei der man/frau einmal eine nicht so typische Romanhauptfigur hat....

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Bewertung von Mariesche aus Tübingen am 17.02.2009 ***** sehr gut
Sehr humorvolles Buch mit tollen Charaktären, Witz und auch Tiefgründigkeit.
Schön zum zwischendurch lesen!

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Bewertung von Maria aus Barcelona am 05.02.2008 ***** ausgezeichnet
Lustige und frische Geschichte. Ich habe das Buch sehr genossen. Ich kann aber auch verstehen, dass nicht jeder Emmas Stil zu schätzen weiss. Ich empfehle das Buch an alle, die am liebsten den ganzen Tag in Gummistiefeln und mit bunten Klamotten rumlaufen würden. Hühner und Schweine sind eben in manchen Sachen interessanter als Menschen.

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Bewertung von bluesscream am 02.06.2007 ***** ausgezeichnet
Christel Brings versucht offenbar, hier ein persönliches Problem zu lösen, gleich drei mal negativ bewerten ... was soll das?
Hat Claudia Schreiber wirklich nicht verdient. Lange nicht mehr so was Leckeres aus deutschen Landen... Ich fühle mich verpflichtet, dreimal positiv zu werten. Na gut, wer mit Anarchie pur nichts anzufangen weiß und Wert auf political correctness legt, soll die Finger davon lassen.

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Bewertung von Krueger, Barbara aus Giessen am 21.06.2006 ***** ausgezeichnet
-Ein warmes, humorvolles Buch, dass von der ersten bis zur letzten
Seite fesselt.

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Bewertung von christel brings aus erkrath am 11.05.2006 ***** schlecht
Habe dieses Buch nur gelesen wiel es mir als witzig empfohlen wurde.
Ich würde es niemals verschenken. Weder der Inhalt noch der Sprachstil konnten mich
überzeugen.

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Bewertung von christel brings am 20.03.2006 ***** schlecht
habe vielleicht nicht den richtigen humor.mir wurde dieses buch als witzig und kurzweilig
empfohlen. manche passagen fand ich abstossend und unnötig.
ich habe aber weiter gelesen,immer mit der hoffnung auf etwas tiefgang oder wenigstens
witzige dialoge.
ich würde dieses buch keinem ernsthaften bücherfreund empfehlen

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Bewertung von christel brings am 20.03.2006 ***** schlecht
Das beste an diesem Buch ist das Titelbild. manche Passagen fand ich sogar abstossend. Habe trotzdem weiter gelesen, da ich immer noch hoffte ,dass ich die angekündigte Heiterkeit oder etwas Tiefsinniges fände. Ich würde es nicht weiterempfehlen.

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