Emergenz - Lückenbüßergottheit für Natur- und Geisteswissenschaften
"Emergenz" ist ein in Natur- wie in Geisteswissenschaften
anzutreffender methodologischer Leitbegriff, der ein nicht
vorhersagbares oder ein induktiv nicht ableitbares, nachträglich
aber mehr oder weniger wissenschaftlich erklärbares Auftauchen von
Neuem bezeichnet. Immer ist der Emergenzbegriff mit weitreichenden
philosophischen Hintergrundüberzeugungen erkenntnis- und
wissenschaftstheoretischer Art verknüpft.
Historische Vorbilder für fachwissenschaftlich wichtige Emergenzen
können in der Evolutionsbiologie Charles Darwins und in der
Völkerpsychologie Wilhelm Wundts gesehen werden. Sie weisen darauf
hin, dass sich emergente Verhältnisse, anders als in den aktuellen,
naturalistischen Emergenztheorien aus der Tradition der
Analytischen Philosophie, methodisch auf die Zweckrationalität von
Akteuren im Prozess von Forschung und Theoriebildung zurückspielen
und dadurch ihres geheimnisvollen Charakters entkleiden
lassen.
Ergänzt wird der Band durch eine Korrespondenz zwischen dem Autor
und einem Evolutionstheoretiker. Sie speist sich aus der Spannung
zwischen einer eher naturalistischen und einer eher
kulturalistischen Sichtweise und ringt mit Problemen der Bestimmung
von Emergenz und Teleonomie bei Kategoriensprüngen in
naturhistorischen Untersuchungen.
Sitzungsberichte der Wissenschaftlichen Gesellschaft an der Johann Wolfgang Goethe-Uni. Frankfurt
Best.Nr. des Verlages: 400009871, 9871
Deutsch
Abmessung: 239mm x 161mm x 13mm
Gewicht: 273g
ISBN-13: 9783515098717
ISBN-10: 3515098712
Best.Nr.: 33304397
Peter Janich ist Professor für Philosophie an der Universität Marburg. Aus dem Konstruktivismus der Erlanger Schule kommend, ist er Mitbegründer des Methodischen Kulturalismus.
Sitemap: 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | 7 | 8 | 9 | 10 | 11 | 12 | 13 | 14 | 15 | 16 | 17 | 18 | 19 | 20