Elisabeth Langgässer - Hilzinger, Sonja

Sonja Hilzinger 

Elisabeth Langgässer

Eine Biografie

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Elisabeth Langgässer

Die Schriftstellerin Elisabeth Langgässer (1899-1950) stand als Katholikin jüdischer Herkunft in der Tradition der christlichen Mystikerinnen. Langgässers produktivste Schaffenszeit fiel in die Jahre des NS-Regimes, das sie als Halbjüdin mit Publikationsverbot belegte. Während dieser Zeit entstand ihr nach dem Ende des Dritten Reiches veröffentlichtes Hauptwerk, der Roman "Das unauslöschliche Siegel", der sie nach dem Krieg kurzzeitig zu einer viel beachteten Autorin machte. Nach ihrem frühen Tod im Sommer 1950 wurde sie zwar mit dem Büchner-Preis ausgezeichnet, geriet aber bald in Vergessenheit.

Die Bedeutung Elisabeth Langgässers gründet heute weniger in ihrem Werk, sondern vielmehr in der Stellung, die sie im intellektuellen Milieu von derWeimarer Republik bis in die Nachkriegszeit hatte. Die Namen ihrer Freunde, Bekannten und Briefpartner sind ein Who s Who der zeitgenössischen literarischen Szene: Als junge Frau war sie eingebunden in linkskatholische Kreise um die Frankfurter Rhein-Mainische Zeitung. In Berlin befreundete sie sich mit Alfred Kantorowicz, Peter Huchel, Ina Seidel und Emanuel Bin Gorion. Sie führte intensive Briefwechsel mit Kollegen innerhalb Deutschlands wie Wilhelm Lehmann und im Exil wie WaldemarGurian,Werner Milch, Erich Fried und anderen. Nach dem Krieg nahm sie an Schriftstellerkongressen in Deutschland und Frankreich teil, begegnete Jean-Paul Sartre und Simone de Beauvoir, Paul Celan und Manès Sperber und traf erneut mit Anna Seghers und Alfred Döblin, Marieluise Kaschnitz und Hermann Kasack zusammen.Sonja Hilzinger legt die erste umfassende Biografie Elisabeth Langgässers vor. Sie schöpft ihr Material einerseits aus Briefen und anderen Dokumenten, andererseits aus den zeit- und kulturgeschichtlichen Kontexten, die für Langgässers Lebensgeschichte bedeutsam waren.


Produktinformation

  • Abmessung: 217mm x 154mm x 38mm
  • Gewicht: 770g
  • ISBN-13: 9783866502505
  • ISBN-10: 3866502508
  • Best.Nr.: 25642851

Perlentaucher-Notiz zur F.A.Z.-Rezension

Sehr angetan ist Thomas Meissner von Sonja Hilzingers Biografie der Schriftstellerin Elisabeth Langgässer. In lobenswerter Akribie hat die Autorin die Zerrissenheit und die inneren Widersprüche der Schriftstellerin herausgearbeitet und zeigt sich dabei zudem urteilsfreudig, so der Rezensent angetan. So kann man viel über den Umgang der Katholikin mit ihren jüdischen Wurzeln, ihre widersprüchliche Haltung zur Frauenrolle - als alleinerziehende, berufstätige Frau vertrat sie gleichzeitig Ideale von Mutterschaft und Unterordnung der Frau gegenüber dem Mann, liest Meissner mit Befremden - und ihren verdrängten "homoerotischen Neigungen" lesen, lobt der Rezensent. Manche Wiederholung, die Meissner vor allem der strengen chronologischen Erzählung zur Last legt, hätte er gern gekürzt gesehen, und er findet, dass deshalb auch die "Leitlinien" dieser durchaus erhellenden Biografie mitunter aus dem Blick geraten.

© Perlentaucher Medien GmbH

Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 14.10.2010

Diese armen, armen Hühner
Komplex und abgründig: Die Biographie der Schriftstellerin Elisabeth Langgässer zeigt eine Frau zwischen allen Stühlen

"Wir könnten ruhig 99 Prozent dieser Mädchen in ihre Kindergärten zurückschicken, denn das geistige Niveau der meisten geht nicht über die ,Tante' hinaus. Wenn man doch nur all diese Mädels verheiraten könnte - vielleicht fänden sie dann ihr inneres Gleichgewicht wieder und gäben den Ehrgeiz auf, ,geistige Frauen' zu sein, diese armen, armen Hühner."

Diese dezidierte Ablehnung weiblicher Bildung, dieses Plädoyer für eine Beschränkung der Frau auf ihre traditionelle Rolle stammt nicht aus männlicher Feder, sondern von Elisabeth Langgässer, die in den zwanziger Jahren als Dozentin am Sozialpädagogischen Seminar in Berlin arbeitete und Kindergärtnerinnen unterrichtete. Dass sie als berufstätige Frau, die ihre uneheliche Tochter von anderen erziehen lässt, ihrem eigenen Standpunkt diametral zuwiderhandelt, ist typisch für ihr Leben voller Widersprüche.

Ihre Biographin Sonja Hilzinger zeigt einige Konstanten ihres Lebens und literarischen Werks auf. Prägenden Einfluss …

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Dr. Sonja Hilzinger ist Autorin, Lektorin und Wissenschaftsberaterin in Berlin und hat unter anderem Biografien von Anna Seghers (Stuttgart 2000), Inge Müller (Berlin 2005) und Christa Wolf (Frankfurt/M. 2007) veröffentlicht.
PD Dr. Sonja Hilzinger ist Privatdozentin für Neuere deutsche Literatur an der Universität Mainz, Fachfrau für DDR- und Exilliteratur, seit ihrer 1986 bei Metzler erschienenen Monographie als Kennerin des Werkes von Christa Wolf anerkannt. 1996 gab sie bei dtv ein Lesebuch mit Erzählungen von Anna Seghers heraus; zu der 13-bändigen Seghers-Taschenbuchausgabe im Aufbau Verlag schrieb sie die Nachworte. Derzeit arbeitet sie an einem Buch über Inge Müller. Sie lebt in Berlin.

Leseprobe zu "Elisabeth Langgässer"

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Inhaltsangabe

Die Bedeutung Elisabeth Langgässers gründet heute weniger in ihrem Werk
sondern vielmehr in der Stellung
die sie im intellektuellen Milieu von derWeimarer Republik bis in die Nachkriegszeit hatte. Die Namen ihrer Freunde
Bekannten und Briefpartner sind ein Who's Who der zeitgenössischen literarischen Szene: Als junge Frau war sie eingebunden in linkskatholische Kreise um die Frankfurter Rhein-Mainische Zeitung. In Berlin befreundete sie sich mit Alfred Kantorowicz
Peter Huchel
Ina Seidel und Emanuel Bin Gorion. Sie führte intensive Briefwechsel mit Kollegen innerhalb Deutschlands wie Wilhelm Lehmann und im Exil wie WaldemarGurian
Werner Milch
Erich Fried und anderen. Nach dem Krieg nahm sie an Schriftstellerkongressen in Deutschland und Frankreich teil
begegnete Jean-Paul Sartre und Simone de Beauvoir
Paul Celan und Manès Sperber und traf erneut mit Anna Seghers und Alfred Döblin
Marieluise Kaschnitz und Hermann Kasack zusammen.Sonja Hilzinger legt die erste umfassende Biografie Elisabeth Langgässers vor. Sie schöpft ihr Material einerseits aus Briefen und anderen Dokumenten
andererseits aus den zeit- und kulturgeschichtlichen Kontexten
die für Langgässers Lebensgeschichte bedeutsam waren.
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