Elementarteilchen - Houellebecq, Michel

Michel Houellebecq 

Elementarteilchen

Roman. Ausgezeichnet mit dem Internation IMPAC Dublin Literary Award 2002

Aus d. Französ. v. Uli Wittmann
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Produktbeschreibung zu Elementarteilchen

Ein literarisches Zeitbild der letzten Jahrzehnte dieses Jahrhunderts: Die einsamen und verstörten Halbbrüder Michel und Bruno teilen ein glückloses Leben mit einer lieblosen Mutter. Bruno wird Opfer seiner verzweifelten sexuellen Besessenheit. Michel lebt ein autistisches Forscherleben als Molekularbiologe, bis er das unsterbliche und geschlechtslose menschliche Wesen klont - die Vision jenseits des Egoismus und sexuellen Elends. "Frankreichs Literatur hat wieder einen großen Namen, eine Affäre, eine Debatte... Stillschweigend hat hier ein literarisches Werk den gewohnten Blickwinkel auf das Menschenbild verschoben." (J. Hanimann, Frankfurter Allgemeine Zeitung.)

Produktinformation


  • Verlag: Dumont Buchverlag
  • 2001
  • 9. Aufl.
  • Ausstattung/Bilder: 356 S.
  • Seitenzahl: 356
  • Deutsch
  • Abmessung: 21, 5 cm
  • Gewicht: 545g
  • ISBN-13: 9783832148799
  • ISBN-10: 3832148795
  • Best.Nr.: 08094226
Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 12.10.1999

Man muss auf allen Fronten angreifen
Nur die schwachen Tiere meiden den Kampf, und Poesie ist ein Schlag in die Magengrube: Michel Houellebecq, Jahrgang 1958, und sein großer Roman "Elementarteilchen"

In diesem Herbst gibt es ein Buch, das auf beunruhigende, ja erschreckende Weise anders ist: der Roman "Elementarteilchen" des französischen Schriftstellers Michel Houellebecq. Mehr denn je erscheinen historische Romane, fett, menschlich, schicksalsschwer. Daneben stehen die Exerzitien der Selbstreflexion, der Erinnerung. Und nun dieses Buch: ein Ideenroman, der wie ein Kriegstagebuch aus der Inneren Mongolei ist, eine Abrechnung mit dem modernen Menschen, dessen letzte Epoche 1968 begann.

Die Aufregung, die dem Erscheinen dieses Buches folgt, verrät eines: dass in diesem Buch von einem Verdacht die Rede ist, den die Gesellschaft sich selbst gegenüber hegt. Die "Elementarteilchen" sind ein Manifest, eine Reportage von den Frontlinien der modernen Zeit. "Immer höher wird der Preis, den der einzelne für die Umständlichkeit seines Daseins zu zahlen hat", erklärte einst der Soziologe Helmuth Plessner, "und die Rechnung geht menschlich nicht mehr …

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Perlentaucher-Notiz zur ZEIT-Rezension

Nach Meinung des Rezensenten Konrad Heidkamp bieten die provokanten Thesen, die den Roman "Elementarteilchen" dominieren, geeigneten Stoff für Oberstufendiskussionen. Dies sei aber nicht abwertend zu verstehen, sondern durchaus als Empfehlung gedacht, wie Heidkamp betont. Der Roman schildere die Geschichte zweier Brüder, die von ihrer Mutter zur Großmutter abgeschoben werden, von denen der eine später ein Sabbat-Jahr einlegt, während der andere sich selbst in eine psychiatrische Klink einweist. "Es ist das Bild einer 'müden und erschöpften Menschheit', das sich hypnotisch durch zweieinhalb Stunden Hörspiel zieht", schreibt Heidkamp. Da es sich dabei um ein öffentliches Hörspiel handle, wurde auf ein Großteil der "detailverliebten Sexszenen" verzichtet. Die Musik unterstütze den Tonfall des Romans, der Wärme suggeriert, die hinter der Kälte liege. Insgesamt spreche die Hörspielfassung für den "resignierten Menschenfreund Houellebecq, der weiterschreibt, wo andere beim Schild 'Sackgasse' umkehren", resümiert Heidkamp.

© Perlentaucher Medien GmbH
Michel Houellebecq, geb. 1958 in La Réunion, lebt in Irland. Er ist Preisträger des angesehenen Grand Prix des Lettres, des Prix Novembre, des Impac-Preises und des Prix de Flore.

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Kundenbewertungen zu "Elementarteilchen" von "Michel Houellebecq"

Durchschnittliche Kundenbewertung 3 von 5 Sterne bei 3 Bewertungen ***** gut
(aus 3 Bewertungen)

Bewertung von IPSE FECIT aus NW am 20.12.2009 ***** schlecht
Nach langem zaudern legte ich mir " Elementarteilchen" zu und war gespannt wie ein Flitzebogen.
Voller Elan stürzte ich mich auf das Buch........ und wurde nach relativ kurzem lesevergnügen derart enttäuscht von der Trivialität und den anscheinend autobiografischen Erlebnissen des Autors, sodass ich dieses hochgelobte Werk erstmal zur Seite legte.
Mal wieder habe ich nicht auf mein Bauchgefühl gehört und mir ein Buch zugelegt, dass sehr großen Anklang bei Weniglesern findet. Das ärgerte mich am meisten.

Fazit: Echter Schund, zudem kann man zum Thema "Masturbation" in bekannten Jugenzeitschriften mehr Informationsgehalt beziehen

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Bewertung von Xirxe aus Hannover am 24.10.2009 ***** sehr gut
Ein gut geschriebener, jedoch ausgesprochen trostloser Lesestoff (siehe Inhaltsangabe) - jede kleine Hoffnung auf ein bisschen Glück für die Protagonisten dieses Buches wurde nach wenigen Seiten wieder zerstört. Mehrfach wollte ich das Buch weglegen, aber dann war ich doch zu neugierig ob nicht wenigstens einem der Brüder ein kleines Lebensglück auf Dauer vergönnt sein möge.
Alles nur reine Phantasie? Ich weiss nicht... Auch wenn das Buch keine Freude im herkömmlichen Sinn beim Lesen bereitet - zum Nachdenken regt es auf jeden Fall sehr an. Und das ist mehr, als viele Bücher können!

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Bewertung von Polar aus Aachen am 06.09.2007 ***** sehr gut
Was Erziehung vermag und was nicht, wie die Nachgeborenen damit klarkommen oder auch nicht, welche unterschiedliche Psychosen sie als Erwachsene später mit sich herumschleppen, therapieren lassen oder selbst zu beherrschen suchen, diesen Fragen stellt sich Michel Houellebecq in seinem Roman. Daß er dabei die Verfehlungen der 68er ins Blickfeld rückt und deren sexuelle Ausschweifungen dafür verantwortlich macht, daß die nachfolgende Generation ihre Verwirklichung in Kälte und Vereinsamung sucht, hat ihm viel Kritik aber auch Bewunderung für seine messerscharfe Analyse eingebracht. Schonungslos beschreibt er das Leben zweier Brüder, die sich erst spät kennenlernen und eine Art Notgemeinschaft gegen eine egoistische Mutter bilden, die ihre Söhne sich selbst überläßt. Daß die Sexualität derart in den Mittelpunkt gerät, ihr Ausleben zwangsläufig laut Houllebecq dazu führen wird, daß geschlechtslose Klone die Welt bevölkern, ist eine Mahnung, bei der man nicht weiß, ob dem Autor diese Lösung lieber ist, oder ob er uns zur Umkehr anhalten will. Freud ist tot. Wir wissen alles über den Sex. Wie Verklemmungen und Psychosen entstehen, wie Perverse sich zusammenschließen, um im Abseitigen Erlösung zu finden, wie man einfach so tut, als wäre das Thema nur überbewertet, so daß man es ignorieren darf, wenn man bei den Traditionen gutbürgerlicher Familienwerten treubleibt. Houllebeqc führt uns in diesem Roman vor, daß wir uns den Fragen stellen müssen, damit die Menschheit nicht als Klon endet.

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