Die Analyse von Erzähltexten zählt heute zu den bedeutendsten
Arbeitsfeldern der Literaturwissenschaft. Die erhebliche
Erweiterung und Verfeinerung des analytischen Instrumentariums in
diesem Bereich hat aber auch eine schwer überschaubare, verwirrende
Konkurrenz alternativer Begriffe und Methoden mit sich gebracht.
Ziel der vorliegenden Einführung ist es, die vielfältigen Ansätze
und Ergebnisse der Erzählforschung der letzten drei Jahrzehnte zu
bündeln, einen Überblick über den Stand der Forschung in den
verschiedenen Teilbereichen der Erzähltextanalyse zu geben und ihr
methodisches Instrumentarium in gut handhabbare Modelle umzusetzen,
die von Lehrenden und Studierenden bei der Analyse von Romanen und
Kurzgeschichten praktisch verwendet werden können. Behandelt werden
dabei im Einzelnen die Bereiche Handlung, Figuren, Raum, Zeit,
Erzählsituation und Erzählmodus, Erzählanfang und Erzählschluss,
Spannungsstruktur, Illusionsbildung und Illusionsdurchbrechung. Ein
Vorzug der vorliegenden Einführung besteht darin, dass sie ein
besonderes Gewicht auf die Umsetzung der erzähltheoretischen
Instrumentarien in anschauliche graphische Modelle legt,die die
schwer überschaubaren Teilbereiche der Erzähltheorie besser fass-
und memorierbar machen.
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