Einer von vielen - Zähringer, Norbert

Norbert Zähringer 

Einer von vielen

Roman

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Einer von vielen

Lebensprall, anrührend und voller unerhörter Wendungen. Norbert Zähringers neuer Roman ist keiner von vielen.

Mit einem Erdbeben fängt alles an, am 1. September 1923: Während ein japanischer Polizist im brennenden Tokio um sein Leben rennt, bringt Mary Frimm in der Mojave-Wüste ihren Sohn Edison zur Welt. Fast zur selben Zeit wird, rund 10000 Kilometer weiter westlich, Siegfried geboren, dessen Vater noch am Abend bei einer Schießerei ums Leben kommt.
Ein Erdbeben, zwei Neugeborene und ein Jahrzehnte umspannender Kriminalfall: Norbert Zähringer erzählt von der Ironie der Geschichte, ihrem Motor, dem Zufall, von großen Katastrophen und kleinen Dramen ebenso leicht wie lebensprall, abgründig und komisch.


Produktinformation

  • Verlag: Rowohlt, Reinbek
  • 2009
  • Ausstattung/Bilder: 2009. 486 S.
  • Seitenzahl: 486
  • Deutsch
  • Abmessung: 213mm x 140mm x 41mm
  • Gewicht: 575g
  • ISBN-13: 9783498076641
  • ISBN-10: 3498076647
  • Best.Nr.: 25571830

Perlentaucher-Notiz zur ZEIT-Rezension

Mit Vergnügen, das jedoch nicht immer ungetrübt war, hat Rezensent Helmut Böttiger diesen Roman gelesen, der seinen Informationen zufolge nicht weniger als das gesamte 20. Jahrhundert umfasst. Spannend geschrieben wie ein Drehbuch, beginnt er schon wie ein klassischer Hollywoodfilm, lesen wir: ein Achtzigjähriger, soeben entlassener Strafgefangener will sich von einer kalifornischen Brücke stürzen. Im Verlauf des Roman nun wird seine gesamte Lebensgeschichte "zusammengeschnippselt", referiert Böttiger: von den Glanzzeiten Hollywoods, in denen der Held offenbar Komparsenrollen übernimmt, über das, reale, Nazideutschland bis in das Berlin in der Zeit des Mauerfalls. Mit filmischen Mitteln wird das erzählt und Gegenwartsliteratur "augenzwinkernd zitiert", so der angeregte Rezensent. Aber er hätte sich doch über die eine oder andere psychologische Vertiefung oder ein gelegentliches Aufblitzen eines Innenlebens der Figuren gefreut. Man hat den Eindruck, Böttiger hat sich über weite Strecken amüsiert, aber wurde am Ende doch enttäuscht.

© Perlentaucher Medien GmbH

Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 25.07.2009

Man lebt nur zweimal

Jeder Mensch ist auf der Suche nach seiner besseren Hälfte: Norbert Zähringer, unser amerikanischster Erzähler, entwirft in seinem neuen Roman ein Panorama des zwanzigsten Jahrhunderts.

Von Richard Kämmerlings

Wenn eine seiner Romanfiguren bei der Wach- und Schließgesellschaft angestellt ist, dann erleichtert das die Arbeit des allwissenden Erzählers gewaltig. Keine Tür bleibt versperrt, keine Mauer verwehrt den Einblick - im Roman passt der Generalschlüssel stets auf jedes Schloss. Nun könnte man einwenden, der Erzähler brauche doch gar keinen Schlüssel, da er ja das, was hinter den Türen zu finden ist, ohnehin selbst erfunden hat (wie ja auch ein Zufall im Roman nie ein Zufall, sondern stets Absicht ist). Das verkennt aber, dass die auktoriale Perspektive im modernen Roman ob der Anmaßung ihrer Allwissenheit ein notorisch schlechtes Gewissen hat und um Rechtfertigung bemüht ist.

In Norbert Zähringers neuem Roman "Einer von vielen" gibt es eine Figur, die als Fahrer bei der Berliner Firma "Blohfeld & Co. Wach- und Schließdienste" jobt, genau wie jener Paul Mahlow aus Zähringers letztem Roman "Als ich …

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Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 17.09.2009

Der Tag kommt, Johnny Frimm geht
Mit Thomas Pynchon durch Hollywood, Japan und Berlin: Norbert Zähringers neuer Roman „Einer von vielen”
Wer das Vorsatzblatt von Norbert Zähringers Roman „Einer von vielen” aufschlägt, stößt auf ein Organigramm. In kleinen Blasen stehen dort siebzig oder achtzig Namen, „Cohn”, oder „Col. Ryan” oder „Penelope”, oder auch „R. Reagan”, zwischen denen ein feines Gefädel läuft. Angestrengt nimmt sich das aus und unübersichtlich, und als käme es vor allem auf die Kombination dieser beiden Dinge an, auf eine mühsam um ihrer selbst willen durchgehaltene und ausgestellte Komplexität. Es gibt einen Vorgeschmack von dem, was den Leser im Folgenden erwartet.
Im Zentrum des Knäuels steht „Edison Frimm”. Der Träger dieses Namens erblickt das Licht der Welt am 1. September 1923 in Kalifornien während eines mittleren Erdbebens unter einem Küchentisch, wohin sich seine verschreckte Mutter Mary vor dem herabstürzenden Hausrat gerettet hat. Küchentisch, Erdbeben und Datum müssen im Fortgang des Buchs für viele geheime Zusammenhänge herhalten: Denn just an diesem 1. September kommt auch Siggi Heinze, …

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Norbert Zähringer wurde 1967 in Stuttgart geboren. Er lebt in Berlin. "So" ist seine erste Veröffentlichung.

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