Eine windige Affäre - Fried, Amelie

Amelie Fried 

Eine windige Affäre

Roman

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Eine windige Affäre

Eine starke Frau, ein ungewöhnlicher Auftrag, eine Liebe auf dem Prüfstand.

Die vierzigjährige Bauingenieurin Katja erhält die Chance ihres Lebens: Sie soll einen Windpark in Litauen bauen. Während zu Hause das Kinder-Chaos tobt, kämpft sie gegen korrupte Politiker und gewaltbereite Windkraftgegner. Mit Mut und Raffinesse überwindet sie alle Widerstände - doch dann taucht das attraktive Au-pair-Mädchen Sofia auf und will Katja offenbar den Platz an der Seite ihres Mannes streitig machen.



Katja Moser ist Bauingenieurin, seit fünfzehn Jahren verheiratet und hat zwei Kinder. Endlich bietet sich ihr die Chance, wieder voll in den Beruf einzusteigen: Ihr Chef macht sie zur Verantwortlichen für ein Windkraftprojekt in Litauen. Trotz ihrer Skrupel, die Kinder so lange allein zu lassen, nimmt sie die Herausforderung an - und alles geht schief: Das erste Au-pair-Mädchen ist völlig unfähig und fährt nach zwei Tagen wieder ab, ihre ausgeflippte Mutter macht das Chaos noch größer, und die Aufgabe in Litauen erweist sich als nahezu undurchführbar - gegen Korruption, Bestechung und massive Bedrohungen fühlt Katja sich machtlos. Als sie dann noch das Opfer einer üblen Intrige wird, scheint ihr Vorhaben endgültig zu scheitern. Verzweifelt kämpft sie um ihr Projekt und schließlich um ihr Leben, denn ihre Gegner scheinen auch vor Mord nicht zurückzuschrecken. Zu Hause hat inzwischen Sofia, das neue Au-pair-Mädchen, ihre Rolle übernommen. Und Katja ist überzeugt, dass die attraktive junge Frau nichts anderes im Sinn hat, als sie zu verdrängen. In ihrer Panik riskiert sie, alles zu verlieren, was ihr wichtig ist...


Produktinformation

  • Verlag: Heyne
  • 2011
  • Ausstattung/Bilder: 2011. 383 S. 205 mm
  • Seitenzahl: 383
  • Deutsch
  • Abmessung: 206mm x 136mm x 38mm
  • Gewicht: 523g
  • ISBN-13: 9783453265882
  • ISBN-10: 3453265882
  • Best.Nr.: 33338282
"Die turbulente Story macht Müttern Mut, die Dinge auch mal laufen zu lassen." -- Für Sie über "Eine windige Affäre"<br/><br/>"Schöner Lesestoff, der von allem etwas hat: Beziehungsprobleme, Eifersucht, Selbstzweifel und Liebe. Aber auch ein spannender Wirtschaftskrimi mit den aktuellen Thema Windenergie." -- Westdeutsche Allgemeine Zeitung<br/><br/>"Ein spannendes, intelligentes Lesevergnügen - nicht nur für toughe Karrierefrauen!" -- Stuttgarter Zeitung

"Ein spannendes, intelligentes Lesevergnügen - nicht nur für toughe Karrierefrauen!"

Amelie Fried ist nicht nur einige der wenigen Autorinnen, die ihre Hörbücher richtig gut selbst vorlesen können, sie steht auch für konstante Qualität." WDR 4

"Ein spannendes, intelligentes Lesevergnügen - nicht nur für toughe Karrierefrauen!"
Amelie Fried, geboren 1958, moderierte nach ihrem Studium zahlreiche Fernsehsendungen, darunter "Live aus dem Alabama", "Live aus der Alten Oper", "Stern-TV" und "Kinderella". Von 1998 bis 2009 war sie Gastgeberin der Talkshow "3 nach 9". Sie wurde mit dem Grimme-Preis, dem Telestar-Förderpreis und dem Bambi ausgezeichnet. Ihre beiden ersten Romane wurden auf Anhieb zu Bestsellern. Für ihre Kinderbücher erhielt sie viele Auszeichnungen, darunter den "Deutschen Jugendliteraturpreis". Die Autorin lebt mit ihrer Familie bei München.

Leseprobe zu "Eine windige Affäre" von Amelie Fried

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Leseprobe zu "Eine windige Affäre" von Amelie Fried

"20 (S. 210-211)

Nach diesem Gespräch rief Michael fast täglich an, um sich nach meinem Befinden zu erkundigen und mir die aktuellen Meldungen aus der Welt der Windkraftgegner mitzuteilen. Offenbar recherchierte er regelmäßig im Internet und trug Informationen zusammen, die mich von der Gefährlichkeit meiner Aufgabe überzeugen und zur Rückkehr bewegen sollten. »Ganz bei euch in der Nähe, bei Palanga, hat es Anschläge auf Anlagen gegeben!«, teilte er mir mit.

»Das weiß ich doch«, gab ich zurück. »Ich weiß sogar, wer es war.« Am nächsten Tag sagte er: »Bei Riga war eine Schlägerei zwischen Windkraftbefürwortern und -gegnern mit fünf Verletzten!« Ich musste mir das Lachen verkneifen. »Michael, das ist Hunderte Kilometer entfernt.« Dann dehnte er das Gefahrengebiet bis an die Grenzen der ehemaligen Sowjetunion aus: »Ein Windkraftbetreiber aus Sibirien ist entführt und eine Woche lang eingesperrt worden!« »Ich hab’s gelesen«, sagte ich geduldig. »In Wirklichkeit ist er Bankdirektor und hat Kundengelder veruntreut.

Das Windrad betreibt er nur nebenbei.« Als er merkte, dass er mir keine Angst machen konnte (jedenfalls nicht mehr, als ich schon hatte), setzte er die Kinder auf mich an. Die Mama-ich-hab-so-Heimweh-nachdir-Anrufe von Pablo häuften sich. Und von Svenja bekam ich ständig Facebook-Nachrichten à la: »Ich hab dich sooo lieb, Mama, wann kommst du denn wieder nach Hause???« Natürlich blieb dieser emotionale Dauerbeschuss nicht ohne Wirkung auf mich.

Auch ich hatte Sehnsucht nach zu Hause, war erschöpft und zeitweise ziemlich mutlos. Außerdem hatte ich mich schon mal wohler gefühlt als hier, wo gerade ein Mordanschlag auf mich verübt worden war. Aber ich wollte nicht zulassen, dass Michael mir die Verantwortung für mein Handeln aus der Hand nahm. Seine Angst um mich sollte ebenso wenig den Ausschlag für eine so schwerwiegende Entscheidung geben wie meine persönlichen Befindlichkeiten. In manchen Momenten wünschte ich mir allerdings insgeheim, die Baudema-Sache würde platzen – dann wäre das Projekt gescheitert, ohne dass ich Schuld daran hätte. Dann wieder hoffte ich, es würde funktionieren – schließlich wollte ich den Erfolg.

In den folgenden Tagen bekam ich Franz kaum zu Gesicht. Er hatte bei einem Ableger der Beratungsfirma Semeco, bei der wir in Vilnius gewesen waren, sein Büro aufgeschlagen. Dort halfen ihm Steuerfachleute, Anwälte und Wirtschaftsprüfer, die Baudema auf Herz und Nieren zu checken. Am vierten Tag tauchte er mit einem dicken Packen Unterlagen und einem breiten Grinsen auf dem Gesicht wieder auf.

»Sieht gut aus, Katja!«, sagte er. »Das ist ein potenter, solider Laden! Vor allem sind sie als Litauer mit den hiesigen Gepflogenheiten vertraut und sehr gut vernetzt. Das könnte die Lösung all unserer Probleme sein!« Ich atmete auf. »Übers Wochenende lasse ich noch den Finanzierungsplan überprüfen, wenn der in Ordnung ist, können wir am Montag den Vertrag unterschreiben.« Ich fragte ihn, was er bis dahin machen wolle. Mir wurde die Zeit allmählich lang. Plötzlich wurde Franz verlegen und sagte, er wolle vielleicht nochmal zu Chris fahren. »Bist du noch zu retten?«, sagte ich entgeistert.

»Also, das kannst du allein machen!« »Warum willst du denn nicht mitkommen?« Er kam mir vor wie ein kleiner Junge, der an der Hand genommen werden wollte. So kannte ich ihn gar nicht. »Weil ich es absurd finde. Chris steht auf Naturschutzaktivisten aus dem alternativen Milieu. Du bist in ihren Augen wahrscheinlich ein saturierter Kapitalistenarsch und außerdem mindestens zehn Jahre zu alt.« »He, he!«, protestierte Franz. »Ich war auch mal Naturschutzaktivist, schon vergessen? Und Alter ist bekanntlich was Relatives.« »Was ist am Alter relativ?«, fragte ich zurück. »Ich kenne keinen absoluteren Wert als das Alter. Relativ ist höchstens, wie man sich fühlt. Und du leidest offenbar gerade unter einer ziemlichen Gefühlsverwirrung.«"

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