Eine Geschichte von Liebe und Finsternis - Oz, Amos

Amos Oz 

Eine Geschichte von Liebe und Finsternis

Roman

Aus d. Hebr. v. Ruth Achlama
Gebundenes Buch
 
6 Kundenbewertungen
***** sehr gut
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Eine Geschichte von Liebe und Finsternis

Im letzten Kapitel seines neuen, monumentalen Romans berichtet Amos Oz vom Selbstmord von Fania Klausner, seiner Mutter, im Januar des Jahres 1952. Er ist zu diesem Zeitpunkt zwölf Jahre alt. Die möglichen Gründe für diesen Akt der Verzweiflung sucht Amos Oz, der Erzähler, aufzuhellen durch eine Vergegenwärtigung der Geschichte seiner Familie, die sich zu einem Panorama des Lebens osteuropäischer Juden, der Situation der Einwanderer in Palästina und in einem immer gefährdeten Staat ausweitet.
Der Roman setzt ein im Jerusalem der vierziger Jahre, dem Fluchtpunkt all jener, denen es gelungen ist, den Pogromen und den Nationalsozialisten zu entkommen, und die entschlossen sind, sich nie wieder demütigen zu lassen. Ihre Geschichte, die alle menschlichen und politischen Triebkräfte zwischen Liebe und Finsternis geprägt haben, stellt Amos Oz mal traurig, mal ironisch, mal heiter, mal bitter vor Augen. Anhand von eigenen Erinnerungen, von Berichten von Verwandten und Bekannten präsentier


Produktinformation

  • Verlag: SUHRKAMP
  • 2004
  • Ausstattung/Bilder: 2004. 764 S.
  • Seitenzahl: 764
  • Deutsch
  • Abmessung: 214mm x 134mm x 46mm
  • Gewicht: 805g
  • ISBN-13: 9783518416167
  • ISBN-10: 3518416162
  • Best.Nr.: 12747925
Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 26.11.2004

Große Würfe

ZU DEN SCHÖNSTEN Entdeckungen jedes Lesers gehören Bücher, von denen er sich viel verspricht, die aber seine Erwartungen noch übertrumpfen. Die Ungarin Terézia Mora, Bachmann-Preisträgerin des Jahres 1999, veröffentlichte mit "Alle Tage" ihren ersten Roman. Mit Abel Nema erschafft sie einen Fremdling, dem so schöne wie schreckliche Dinge zustoßen, ohne daß er sich dadurch zu verändern scheint - doch die Lektüre verändert den Leser. Die Bühne der Weltliteratur betrat auch José Manuel Prieto, ein gebürtiger Kubaner russischen Gemüts, der in "Liwadija" mit den unergründlichen Wegen der Post jene des Gefühls besingt. Die Suche des Helden nach einer vollkommenen Sprache der Liebe gerät zu einem betörenden literarhistorischen Puzzle.

Selbst von dem bekanntesten israelischen Schriftsteller darf man eigentlich keine Meisterwerke am laufenden Band erwarten. Amos Oz' Schilderung jedoch, wie er als Junge die Geburt des Staates Israel, die Traumata seiner Familie und die Ehe seiner Eltern als "Geschichte von Liebe und Finsternis" erlebte, ist nicht nur eines der klügsten Bücher, die je über Israel geschrieben wurden, sondern auch der bewegendste Roman dieses Jahres.

fvl

Alle Rechte vorbehalten. © F.A.Z. GmbH, Frankfurt am Main

Perlentaucher-Notiz zur FR-Rezension

Tief beeindruckt und verzaubert zeigt sich die Rezensentin Martina Meister von Amos Oz' "Opus Magnum der Erinnerung", das sich auf fast 800 Seiten entfaltet. Fünfzig Jahre nach dem Selbstmord der Mutter, den Oz bislang mit Schweigen belegt habe, blicke Oz zurück und rekonstruiere die Geschichte seiner Familie. Dabei, so die Rezensentin, beharrt Oz jedoch auf der Bezeichnung "Roman", denn er begreife das Auffinden der eigenen Kindheit immer auch als ihr Erfinden. Dies erscheint auch der Rezensentin insofern glaubhaft, als Oz mit diesem "autobiografischen Meisterwerk" nicht nur eine "Selbstrettung" vollführt, sondern sich auch als das Kind erfindet, "das seiner Mutter das Leben rettet". Doch das Buch ist nicht nur von autobiografischem Interesse, wie die Rezensentin betont, es stelle auch ein "einmaliges Dokument der Geburtsstunden des Staates Israel" dar und zeige Israels "ganz eigenen Generationskonflikt" auf, zwischen der Generation der Diasporajuden, "die ihre Heimat verloren haben, aber letztlich nie angekommen sind in Israel", und ihren dort geborenen Kindern. Und so klingt durch dieses Buch nicht zuletzt der "Basso Continuo" einer "enttäuschten Liebe", der Liebe der europäischen Juden zu Europa, so die Rezensentin.

© Perlentaucher Medien GmbH

Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 05.10.2004

Professoren wie Glühlampen
Wer den neuen Roman von Amos Oz liest, nimmt an einem Grundkurs in israelischer Geschichte teil, ohne dass er es bemerkt, so witzig und spannend wird hier erzählt
Der 1939 geborene israelische Schriftsteller Amos Oz hat im Laufe von vierzig Jahren so viele Erzählbände, Romane, Essays veröffentlicht, dass sein Werk nur mehr schwer zu überblicken ist. Mit jedem neuen Buch gewinnt er seiner Literatur eine staunenswerte Facette dazu. Hätte Amos Oz nicht seine aufregenden Geschichten aus dem Kibbuz geschrieben, nicht den wunderbaren Roman Jerusalems („Mein Michael”, 1968), würde dieser einstige Soldat, der sich in der Friedensbewegung engagiert und politische Schriften wie „Die Hügel des Libanon” herausgegeben hat, erst jetzt, mit seinem Roman „Eine Geschichte von Liebe und Finsternis” sichtbar werden, man müsste diesem Werk sogleich den Rang von Weltliteratur zusprechen.
Dieser Roman ist so reich an Themen, Motiven, Stoffen, dass andere Autoren daraus eine ganz Reihe von Büchern gemacht hätten. Es ist das persönlichste Buch von Oz, das Bekenntnis eines sensiblen, einsamen Kindes, aus dem ein Schriftsteller wurde, die …

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" Eine Geschichte von Liebe und Finsternis - so eindringlich aufgeschrieben, daß man sich ihr kaum entziehen kann ...<br />Ein großartiges, bewegendes Buch..." Joschka Fischer Laudatio / WELT-Literaturpreis

»Ein erhellenderes, klügeres, vielschichtigeres Buch über Israel, über Familien und das, was Menschen zusammenhält und was sie trennt, kann man niemandem empfehlen ...«
Amos Oz, geboren 1939 in Jerusalem, studierte Literaturwissenschaften und Philosophie an der hebräischen Universität in Jerusalem. Er gehört zu den großen israelischen Schriftstellern der Gegenwart und unterrichtet hebräische Literatur an der Ben-Gurion-Universität in Beesheva. Seit 1986 lebt er mit seiner Familie in Arad in der Negev-Wüste. 1992 wurde er in Frankfurt am Main mit dem Friedenspreis des Deutschen Buchhandels ausgezeichnet, 2004 mit dem "Welt"-Literaturpreis, 2005 mit dem Goethepreis der Stadt Frankfurt am Main und 2006 mit dem Corine Ehrenpreis. 2007 erhielt Amos Oz den Stefan-Heym-Preis, 2008 den Heinrich-Heine-Preis der Stadt Düsseldorf und 2010 den Siegfried Unseld Preis.

Kundenbewertungen zu "Eine Geschichte von Liebe und Finsternis" von "Amos Oz"

6 Kundenbewertungen (Durchschnitt 3.8 von 5 Sterne bei 6 Bewertungen ***** sehr gut)
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Bewertung von triplex aus Worms am 26.05.2010 ***** ausgezeichnet
Diese Geschichte spielt zurzeit der Staatsgründung Israels. Der kleine Amos lebt mit seinem Vater, einem promovierten Wissenschaftler, der sich sein Geld als einfacher Bibliothekar verdienen muss und seiner Mutter, die darunter leidet, als studierte Person ein Leben als Hausfrau führen zu müssen, in Jerusalem. Da die Familie gute Kontakte zur Elite des sich neu bildenden Staates besitzt, reflektiert der Autor die politischen und gesellschaftlichen Entwicklungen seiner Umgebung und liefert dabei eine neue Perspekltive über das Leben in der Konfliktregion des Nahen Ostens. Scheinbar beiläufig erzählt er auch die Geschichte seiner Familie und über die Ehe seiner Eltern. Diese sind zuvor aus den Gebieten der Sowjetunion geflohen, in der Hoffnung, dass sich im gelobten Land alle ihre Träume erfüllen. Doch auch sie müssen erkennen, dass die Umstände ein sorgloses Leben nicht ermöglichen können, womit letztendlich eine Katastrophe nicht abwendbar ist.
Die sprachliche Umsetzung, die in diesem Meisterwerk zum Tragen kommt, überzeugt durch eine solche Präzision und Schönheit, dass man nicht möchte, dass es jemals ein Ende hat. Wer dieses Buch zu Ende gelesen hat, muss feststellen, dass sich seine Sichtweise auf das Leben im Nahen Osten verändert hat.

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Bewertung von Neffets aus Esslingen am 02.01.2010 ***** sehr gut
Der stark autobiografische historische Roman behandelt das Leben jüdischer Einwanderer aus ukrainischen bzw. polnischen Gebieten am Beispiel der Familie von Amos Oz. Es wird ein eindrückliches und lebendiges Bild der Zeit zwischen den beiden Weltkriegen und der Entstehung des jüdischen Staates gezeichnet.

Das Werk ist eine sprachliche Glanzleistung. Zwischen den verschiedenen Zeitebenen wird souverän hin und hergesprungen ohne das der Leser den Überblick verliert. Auch in der deutschen Version lässt sich gut nachvollziehen, welche linguale Vielschichtigkeit in Israel existierte und existiert und was für unterschiedliche Facetten das Hebräisch hat.

Mit über 800 Seiten ist es etwas zu lang geraten. Manchen Stellen merkt man an, dass der Autor mit dem Buch auch sein Leben (nicht immer frei von Eitelkeit) verarbeiten möchte, was legitim ist. Besonders unterhaltet finde ich die immer wieder aufblitzende Selbstironie.

Fazit:
Das Buch ist für alle die sprachliche Feinkost mögen und sich für das jüdische Leben in der ersten Hälfte es 20. Jahrhunderts interessieren. Wer spannendes Fastfood mag sollte das Buch nicht zur Hand nehmen.

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Bewertung von aneschmi aus Fröndenberg am 07.05.2009 ***** ausgezeichnet
Ein wunderbares, zutiefst berührendes Buch. Zugegeben habe ich mich durch einige Abschnitte etwas antreiben müssen, aber es hat sich gelohnt und ich habe es sofort noch ein 2. Mall gelesen.
Der Autor weckte bei mir durch seine leise, zurückhaltende Erzählweise großes Mitgefühl mit den Menschen, die alles zurück lassen mussten , um in der feindlichen Umgebung Israels neu anzufangen und mit denen, die sich durch sie bedroht und vertrieben fühlten.

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Bewertung von Fuzzy Jones aus München am 28.08.2008 ***** gut
Dieses Buch ist nicht große Literatur, aber es lebt von seiner Thematik. Oz beschreibt nicht ohne Eitelkeit die Geschichte seiner Familie, die selbst eher von durchschnittlicher Bedeutung ist, aber eine Menge prominente Israelis kennt. Gipfeln tut das Name Dropping in Ben Gurion, den der Autor selbst in einem 4-Augen-Gespräch kennenlernen durfte, weil Gurion einen Artikel des jungen OZ gelesen hat und diesen mit ihm diskutieren möchte - wow.
Trotzdem aber ist es ein nettes Buch, welches die Stimmung der Einwanderergeneration während der Staatsgründung und die Bedrängnisse durch die folgenden Kriege sehr gut beschreibt. Auch die tragische Familiengeschichte mit dem Selbstmord der depressiven Mutter wird eindringlich geschildert. Dann allerdings - etwa in der Mitte des Buch - muss man sich weiterzwingen, weil der Autor sicher mehr mit dem doch zweitklassiken Wissenschaftsmilieu aufhält in dessen Umgebung sich seine Famlie aufhält, was für Nichtisraelis nicht ganz so interessant ist.
Zum Schluß dann wird es wieder deftiger. OZ schildert uns so seine sexuelle Erfahrungen in dem Kibbuz in das er eingetreten ist und anderweitiges für Außenstehende Belangloses.
Fazit: Solange die Thematik von historischem Interesse ist, ist das Buch durchaus lesenswert. Danach eher nicht. Dass dieses Buch nobelpreiswürdig und ein großes Familien-EPOS der israelischen Geschichte sein soll ist ein gut plazierter Marketinggag des Verlags.

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Bewertung von Tarzan von Aquin aus München am 21.05.2007 ***** gut
Dieses Buch ist nicht große Literatur, aber es lebt von seiner Thematik. Oz beschreibt nicht ohne Eitelkeit die Geschichte seiner Familie, die selbst eher von durchschnittlicher Bedeutung ist, aber eine Menge prominente Israelis kennt. Gipfeln tut das Name Dropping in Ben Gurion, den der Autor selbst in einem 4-Augen-Gespräch kennenlernen durfte, weil Gurion einen Artikel des jungen OZ gelesen hat und diesen mit ihm diskutieren möchte - wow.
Trotzdem aber ist es ein nettes Buch, welches die Stimmung der Einwanderergeneration während der Staatsgründung und die Bedrängnisse durch die folgenden Kriege sehr gut beschreibt. Auch die tragische Familiengeschichte mit dem Selbstmord der depressiven Mutter wird eindringlich geschildert. Dann allerdings - etwa in der Mitte des Buch - muss man sich weiterzwingen, weil der Autor sicher mehr mit dem doch zweitklassiken Wissenschaftsmilieu aufhält in dessen Umgebung sich seine Famlie aufhält, was für Nichtisraelis nicht ganz so interessant ist.
Zum Schluß dann wird es wieder deftiger. OZ schildert uns so seine sexuelle Erfahrungen in dem Kibbuz in das er eingetreten ist und anderweitiges für Außenstehende Belangloses.
Fazit: Solange die Thematik von historischem Interesse ist, ist das Buch durchaus lesenswert. Danach eher nicht. Dass dieses Buch nobelpreiswürdig und ein großes Familien-EPOS der israelischen Geschichte sein soll ist ein gut plazierter Marketinggag des Verlags.
CT

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Bewertung von Tarzan von Aquin aus München am 21.05.2007 ***** gut
Dieses Buch ist nicht große Literatur, aber es lebt von seiner Thematik. Oz beschreibt nicht ohne Eitelkeit die Geschichte seiner Familie, die selbst eher von durchschnittlicher Bedeutung ist, aber eine Menge prominente Israelis kennt. Gipfeln tut das Name Dropping in Ben Gurion, den der Autor selbst in einem 4-Augen-Gespräch kennenlernen durfte, weil Gurion einen Artikel des jungen OZ gelesen hat und diesen mit ihm diskutieren möchte - wow.
Trotzdem aber ist es ein nettes Buch, welches die Stimmung der Einwanderergeneration während der Staatsgründung und die Bedrängnisse durch die folgenden Kriege sehr gut beschreibt. Auch die tragische Familiengeschichte mit dem Selbstmord der depressiven Mutter wird eindringlich geschildert. Dann allerdings - etwa in der Mitte des Buch - muss man sich weiterzwingen, weil der Autor sicher mehr mit dem doch zweitklassiken Wissenschaftsmilieu aufhält in dessen Umgebung sich seine Famlie aufhält, was für Nichtisraelis nicht ganz so interessant ist.
Zum Schluß dann wird es wieder deftiger. OZ schildert uns so seine sexuelle Erfahrungen in dem Kibbuz in das er eingetreten ist und anderweitiges für Außenstehende Belangloses.
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