Produktbeschreibung zu Eine berührbare Frau
Die große Frauenbiografie über eine der wichtigsten Künstlerinnen
des 20. Jh.
Eva Hesse war kaum drei Jahre alt, als sie von Hamburg aus per
Kindertransport dem Nazireich entkam. Ihre Eltern durften erst drei
Monate später Deutschland verlassen. Frühe Verlustangst prägte ihr
Leben. In New York, wo sie aufwuchs, brachte sich ihre Mutter um.
Ein Alptraum, der Eva zeitlebens bedrückte. Weil sie zwar berührbar
schwach, aber ebenso unberührbar stark war, eroberte sie, Frau
allein unter Männern, die Kunstszene. Eva Hesse wurde mit ihren
sinnlichen Gemälden und Skulpturen berühmt und nach ihrem frühen
Krebstod zum Mythos verklärt. Die Biografie der schönen Künstlerin
ist eine spannende deutsch-jüdische Geschichte, vor allem aber eine
über die Sehnsucht einer jungen Frau nach der Liebe ihres
Lebens.
Gehört in die Reihe der Biografien über Camille Claudel, Alma
Mahler, Frida Kahlo
EVA HESSE"Nichts in meinem Leben ist normal, nichts, nicht mal
meine Kunst. Die ist noch das Einfachste in meinem Leben. Ich habe
als Künstlerin keine Angst. Ich scheue keine Risiken. Ich bin
bereit, bis an die Grenze zu gehen ... Ich ertrage keine
sentimentalen Geschichten, keine netten Bilder, keine hübschen
Skulpturen, keine Dekorationen an den Wänden. Das alles macht mich
krank ... Mir hat mein Arzt mal gesagt, dass er eine so
unglaubliche Biografie wie die meine noch nie gehört hat. Haben Sie
Taschentücher dabei? Es ist keine Kleinigkeit, mit dreiunddreißig
Jahren an einem Gehirntumor zu leiden. Na ja. Mein ganzes Leben war
so. Ich wurde in Hamburg geboren. Mein Vater war Strafverteidiger
und meine Mutter war die schönste Mutter der Welt. Sie sah aus wie
Ingrid Bergmann, und sie war depressiv. Meine Schwester wurde 1933
geboren, ich 1936. Ich gewöhnte mich daran, Angst zu haben. Mein
Leben lang. Mich kann man leicht glücklich und traurig machen, weil
ich schon so viel durchgestanden habe. Aber so schlimm die Dinge
auch waren, die mir passiert sind, so kann ich dennoch, oder
vielleicht gerade deshalb, ungeheures Glück empfinden."
"Über Eva Hesse jedoch schreibt Jürgs mit einer Wärme, die das
Buch zu einer 382-seitigen Liebeserklärung werden ließ. Michael
Jürgs hat sich in Eva Hesse nicht nur hineinversetzt, er hat
nachempfunden, was diese Frau quälte und fühlte, denn vieles davon
ist ihm vertraut, kennt er von sich selbst." -- Die Welt/
Literarische Welt
"Jürgs erzählt mit einer fast schmerzlichen Intensität und
Nähe." -- Frankfurter Allgemeine Zeitung
"Michael Jürgs beschreibt in seinem Buch eine Frau, die von
der Kunst völlig besessen war. Eine Atemlose, die in ihrer
Wunschheimat New York nur knapp zehn Jahre hatte, um ein
ungewöhnlich reiches Oevre zu schaffen. [...] Michael Jürgs hat bis
in die kleinsten Details das Leben der Emigrantenfamilie Hesse
rekonstruiert. [...] "Eva Hesse ist eine
Wiederentdeckung." -- 3Sat, Kulturzeit
Produktinformation
- Verlag: C. Bertelsmann Verlag
- 2007
- Ausstattung/Bilder: 2007. 381 S. m. 60 Fotos, 16 Bildtaf.
- Seitenzahl: 381
- Deutsch
- Abmessung: 22 cm
- Gewicht: 659g
- ISBN-13: 9783570009291
- ISBN-10: 3570009297
- Best.Nr.: 20944890
 | Besprechung von 05.03.2007 |
Kunst ist das Einfachste im Leben
Michael Jürgs hat eine umfassende Biographie der Künstlerin Eva
Hesse geschrieben
Dem fragilen Werk von Eva Hesse wird magische Anziehungskraft
zugeschrieben. Ihr Leben wurde bald nach ihrem frühen Tod 1970 zum
Mythos verklärt, sie galt als tragische Heldin der Kunstwelt New
Yorks. Der Journalist und erfolgreiche Biograph Michael Jürgs hat
sich nun der Lebensgeschichte der amerikanischen Künstlerin mit
deutsch-jüdischen Wurzeln angenommen.
Jürgs stützt sich auf eine seltene Materialfülle: So hatte der
Familienvater Hesse für seine beiden Töchter Helen und Eva jeweils
eigene Tagebücher geschrieben. Das für Eva beendete er, als sie 18
Jahre alt wurde. Danach schrieb sie ihr eigenes Tagebuch bis
unmittelbar vor ihrem Tod. Jürgs fand und befragte zudem eine große
Anzahl von Zeitzeugen, mit Eva befreundete Künstler und
Kunstvermittler, die im New York der 1950er und sechziger Jahre von
Bedeutung waren. Einige von ihnen zogen, wie auch Eva Hesse, nach
SoHo, weil sie dort in aufgelassenen Lagerhäusern billige Ateliers
fanden. Hesses Ehemann, der Bildhauer Tom Doyle, stand ebenso Rede
und Antwort wie der Konzeptkünstler …
Perlentaucher-Notiz zur ZEIT-Rezension
Rezensentin Elke von Radziewsky weiß nach Lektüre dieser Biografie nicht so recht, was Michael Jürgs an Eva Hesse eigentlich interessiert hat. Über ihre Kunst las sie wenig, und was Jürgs dazu schreibe, seien eher Zitate, von Kaspar König zum Beispiel. Auch zitiere Jürgs aus Tagebüchern und Aufzeichnungen der Künstlerin, einer jüdischen Emigrantentochter aus Hamburg, die von Panikattacken und diffusen Gefühlen und der emotionalen Unbehaustheit in der New Yorker Boheme erzählen. Ansonsten nähere sich Jürgs der Frühverstorbenen eher wie einer verschollenen Bekannten, spreche mit Weggefährten, Freunden, Kritikern und Galeristen und schaue in ihre Wohnzimmer. Als gäbe es dort etwas, das noch Eva Hesses Nähe trage. Das scheint streckenweise nicht ganz reizlos zu sein. Abendfüllend findet es die Rezensentin augenscheinlich trotzdem nicht. Dabei hätte der Stoff aus ihrer Sicht das Zeug für ein Melodram in New Yorker Künstlerkreisen gehabt.
© Perlentaucher Medien GmbH
 | Besprechung von 21.02.2007 |
Eine berührbare FrauDas atemlose Leben der Künstlerin Eva Hesse: Die Biographie von Michael Jürgs als VorabdruckEva Hesse ist schon lange tot, aber sie ist nicht vergessen. Noch im letzten Jahr gab es in ihrer Wahlheimat New York zwei Ausstellungen ihrer Werke. Was war das für ein Leben, das diese Frau führte, die in der amerikanischen Kunstszene der sechziger Jahre zur Schlüsselfigur wurde und einer unorthodoxen Konzeptkunst den Weg bereitete? Es war kurz und schmerzhaft. Ein Grund, endlich einmal ausführlich davon zu erzählen. Michael Jürgs, als Spezialist für schwierige Fälle bestens ausgewiesen, hat sich der Sache angenommen. Seine knapp vierhundertseitige Biographie über "Das atemlose Leben der Künstlerin Eva Hesse", so der Untertitel, ist die Chronik einer fortlaufenden Beschädigung. Heute beginnen wir mit dem Vorabdruck von "Eine berührbare Frau".
Das Leben der Eva Hesse, die am 11. Januar 1936 in Hamburg in eine jüdische Familie hineingeboren wurde, war so zerbrechlich wie ihre Kunst. Man mag darin das handgreiflichste Indiz dafür sehen, dass sie selbst an einen Zusammenhang des Persönlichen mit dem Schöpferischen …
"Über Eva Hesse jedoch schreibt Jürgs mit einer Wärme, die das Buch zu einer 382-seitigen Liebeserklärung werden ließ. Michael Jürgs hat sich in Eva Hesse nicht nur hineinversetzt, er hat nachempfunden, was diese Frau quälte und fühlte, denn vieles davon ist ihm vertraut, kennt er von sich selbst." (Die Welt/ Literarische Welt)
"Man muss mit einem Erdbeben anfangen und dann die Spannung langsam steigern, lautet eine bewährte Regel fürs Schreiben. Michael Jürgs ist ein Profi. Er weiß, wie er den Leser von Anfang an packen muss. Und dass Menschen nichts so sehr berührt wie das Leben von anderen. [..] Seine Stärken sind die szenischen Schilderungen." BRIGITTE Woman
"Vor allem Laien empfiehlt sich das engagierte Buch als Einstieg in das Abenteuer der zeitgenössischen Kunst." ART
"Über Eva Hesse jedoch schreibt Jürgs mit einer Wärme, die das Buch zu einer 382-seitigen Liebeserklärung werden ließ. Michael Jürgs hat sich in Eva Hesse nicht nur hineinversetzt, er hat nachempfunden, was diese Frau quälte und fühlte, denn vieles davon ist ihm vertraut, kennt er von sich selbst." Die Welt/ Literarische Welt
"Eine beeindruckende Biographie" Die Welt/ Literarische Welt
"Man muss mit einem Erdbeben anfangen und dann die Spannung langsam steigern, lautet eine bewährte Regel fürs Schreiben. Michael Jürgs ist ein Profi. Er weiß, wie er den Leser von Anfang an packen muss. Und dass Menschen nicht so sehr berührt wie das Leben von anderen. [..] Seine Stärken sind die szenischen Schilderungen." BRIGITTE Woman
"Michael Jürgs hat eine brillante Biografie über die Künstlerin Eva Hesse geschrieben, viel mehr als ein bloßer Lebensbericht: Psychogramm, Zeit- und Geschichtspanorama, Innenansicht einer verrückten Kunstszene und eine sehr traurige Tragödie." Bonner General-Anzeiger
"Eine sehr …
"Alles über Eva? Mitunter hat man den Eindruck, als sei Michael Jürgs selbst dabei gewesen."
Michael Jürgs, geboren 1945, war Chefredakteur von "Stern" und "Tempo". Er hat sich als Autor zahlreicher Biografien einen Namen gemacht. Seine Bücher waren alle Bestseller. Er ist Co-Autor vieler Fernsehdokumentationen, die nach seinen Büchern gedreht wurden.
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